DE2803402B2 - Energiearme Sprengschnur sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung derselben - Google Patents

Energiearme Sprengschnur sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung derselben

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Description

18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (29) der ersten Strangpresse (5) eine Öffnung (23) zum Anlegen eines Vakuums aufweist
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (29) der ersten Strangpresse (5) ein Sieb (26) zum Zurückhaiten von Teilchen enthält, die größer als etwa 25% des Durchmessers der Seele (2) sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Strangpresse. (55) eine Kolbenstrangpresse ist, deren Zylinder (29) mit Heizschlangen (7) ausgestattet ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß mit der ersten Strangpresse (5) und dem Strangabziehmechanismus (13) Organe (23, 24) verbunden sind, die den Ausstoß der ersten Strangpresse (5) überwachen und die Geschwindigkeit des Strangabziehmechanismus (13) danach einregeln können.
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Die Erfindung betrifft eine energiearme Sprengschnur nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung derselben nach dem Oberbegriff der Ansprüche 12 bzw. 17.
Die Gefahren, die mit der Verwendung elektrischer Zündsysteme zum Detonieren von Sprengladungen im Bergbau verbunden sind, d.h. die Gefahren der vorzeitigen Zündung durch elektrische Streuströme oder äußere elektrische Ströme, die durch Blitz, elektrostatische Aufladung, galvanische Wirkung, Streuströme, Rundfunksender und Stromleitungen verursacht werden, sind bekannt. Aus diesem Grunde wird die nicht-elektrische Zündung mit Hilfe eines geeigneten Detonationszünders oder einer Sprengschnur allgemein als vorteilhafte Alternativlösung ungesehen. Eine typische energiereiche Sprengschnur weist eine 5η gleichmäßige Detonationsgeschwindigkeit von etwa 6000 m/sec auf und enthält eine Seele aus 6 bis 10 g Pentaerythrittetranitrat (PETN) je Meter, die mit verschiedenen Kombinationen von Stoffen, wie Textilstoffen, wasserdichtmachenden Stoffen, Kunststoffen usw., überzogen ist. Jedoch ist das Ausmaß des Geräusches, das erzeugt wird, wenn eine Schnur mit einer solchen PETN-Seele an der Erdoberfläche, z. B. in Hauptleitungen, detoniert wird, bei Sprengarbeiten in bewohnten Gegenden oft unerträglich. Auch kann die <,o Brisanz einer solchen Schnur so hoch sein, daß der Detonationsimpuls nach der Seite auf einen benachbarten Abschnitt der Schnur oder auf eine Sprengstoffmasse übertragen wird, die z. B. mit der Schnur längs ihrer Länge in Berührung steht. Im letzten Falle kann die e>r> Schnur nicht zum Zünden einer Sprengstoffladung am Boden eines Bohrloches (»Sohienzündungs«-methode) verwendet werden, wie es mitunter erwünscht ist.
Um den Problemen der Geräuscherzeugung und der hohen Brisanz bei den oben beschriebenen Sprengschnüren mit einer Ladungsdichte von 6 bis 10 g/m entgegenzuwirken, sind energiearme Sprengschnüre entwickelt worden. Die energiearme Sprengschnur hat eine Sprengstoffseele mit einer Ladungsdichte von nur etwa 0,02 bis 2 g/m und oft nur etwa 0,4 g/m Schnurlänge. Diese Schnur kennzeichnet sich durch geringe Brisanz und geringe Geräuschbildung und kann daher als Hauptleitung in Fällen, in denen das Geräusch auf ein Minimum beschränkt werden muß, sowie als abwärts führende Leitung (Bohrlochleitung) im Bohrloch zum Zünden einer Sprengstoffladung verwendet werden.
Die US-PS 29 82 210 beschreibt eine energiearme Sprengschnur aus einer kontinuierlichen Seele aus einem körnigen, kapselempfindlichen Brisanzsprengstoff, wie PETN, mit einem solchen Durchmesser, daß sie 0,02 bis 0,4 g Sprengstoff je Meter enthält, in einem Metallmantel, der mit einer Textilstoffbespannung oder mit einem Kunststoffüberzug versehen sein kann. In der Patentschrift wird ausgeführt, daß der Metallmantel für die Fortpflanzung der Detonation in Sprengstoffseelen von so geringer Ladungsdichte wesentlich ist
Da sich energiearme Sprengschnüre mit einem Metallmantel nicht in unbegrenzter Länge kontinuierlich herstellen lassen, und da sie wegen der elektrischen Leitfähigkeit des Metallmantels ihrer Länge nach den elektrischen Strom leiten, hat man versucht, den Metallmantel fortzulassen und andere Maßnahmen zum Ausgleich des Fehlens des Metallmantels zu ergreifen. Solche Versuche sind aber nicht immer völlig erfolgreich gewesen, besonders im Falle von Seelenladungsdichten von etwa 0,4 g/m oder weniger. So wird z. B. in der US-PS 3125 024 festgestellt daß man eine gleichmäßige Detonationsgeschwindigkeit sogar ohne Metallmantel mit einer Seele aus körnigem PETN bei Ladungsdichten von 032 bis 2 g/m Länge erreichen kann, falls die spezifische Oberfläche des PETN etwa 900 bis 3400 m2/g beträgt und die körnige Seele in einen Gewebemantel eingeschlossen ist der seinerseits von einem Schutz- oder Verstärkungsüberzug, nämlich einer thermoplastischen Schicht oder einer Reihe von wasserdichtmachenden und verstärkend wirkenden Stoffen einschließlich eines zweiten Textilstoffmantels umgeben ist. Ein gewebter oder gewickelter Mantel ist aber sowohl wegen der dafür erforderlichen Ausrüstung als auch wegen der Begrenzungen, denen die Schnurerzeugungsgeschwindigkeit infolgedessen unterliegt verhältnismäßig kostspielig aufzubringen. Ferner wird, selbst wenn man ein PETN von hoher spezifischer Oberfläche verwendet und die Seele mit einem Gewebemantel und einem thermoplastischen Belag umgibt, keine zuverlässige Detonation von hoher Geschwindigkeit erzielt, wenn die Ladungsdichte der PETN-Seele sich am unteren Ende des für energiearme Sprengschnüre in Betracht kommenden Bereichs befindet.
Die GB-PS 8 15 534 und die US-PS 33 11056 beschreiben energiearme Sprengschnüre, bei denen eine Sprengstoffseele in einem Polymermantel eingeschlossen ist. Die GB-PS beschreibt eine Schnur mit einer körnigen Seele aus feinteiligem Sprengstoff in Ladungsdichten von 0,4 bis 3 g/m, die in einen biegsamen Mantel aus einem thermoplastischen Polymeren eingeschlossen ist, welches, um ihm Festigkeit und Abriebbeständigkeit zu verleihen, mit einem Gewebe und Draht umwickelt sein kann. Die in der
US-PS 33 11 056 beschriebene Sprengschnur ist infolge eines dicken, dehnbaren Mantels aus elastomerem Polyurethan, der die Sprengstoffseele umgibt, eine bruchsichere Schnur, wobei das Verhältnis der Sprengstoffmenge in g/m zu der Dicke in cm, um das Brechen zu verhindern, weniger als 11 :1 und vorzugsweise etwa 0,8 :1 bis 8 :1 beträgt. Es werden Ladungsdichten der Sprengstoffseele von 0,2 bis 80, vorzugsweise von 0,4 bis 20 g/m beschrieben, und die in der Patentschrift beschriebenen Schnüre umfassen sowohl energiereiche als auch energiearme Sprengschnüre. Die beanspruchte Sprengschnur mit einer Ladungsdichte von 0,4 bis 4 g/m hat eine PETN-Seele, die in einen Bleimantel eingeschlossen ist Obwoh! Sprengstoffseelen aus selbsttragenden Massen, wie sie für Flächensprengstoffe verwendet werden und z. B. in den US-PS 29 92 087 und 29 99 743 beschrieben sind, bekannt sind, haben die energiearmen Zündschnüre mit Ladungsdichten von 1 und 2 g/m körnige Sprengstoffseelen, die in Bleimantel eingeschlossen sind, und niedrige Verhältnisse von Sprengstoffladungsdichte zur Dicke des Polyurethanmantels (4 bzw. 1,7 g/m je cm Manteldicke).
Die US-PS 33 84 688 beschreibt die Herstellung einer mit einem Textilstoffmantel umgebenen Schnur von erhöhter Empfindlichkeit gegen Seitenzündung, die die Fähigkeit aufweist, die Detonation bei niedrigeren Ladungsdichten fortzupflanzen, was durch die Verwendung eines besonders feinteiligen, körnigen PETN in der Seele in einer Ladungsdichte von 2 g/m bewerkstelligt wird. Die US-PS 33 82 802 verlangt eine maximale Teilchengröße von 100 μπι, wobei mindestens die Hälfte der Teilchen kleiner als 50 μπι ist, für eine Seele aus körnigem Primärsprengstoff von niedriger Ladungsdichtc, z. B. 1 bis 2 g/rn, die in einen Mantel aus spiralförmig gewickelten fadenartigen Elementen aus Metall oder thermoplastischem Werkstoff, spiralförmig aufgewickelte Faserstoffmäntel und eine thermoplastische Außenhülle eingeschlossen ist.
Wie aus den oben genannten Patentschriften ersichtlich ist, hat man in Sprengschnüren mit Seelenladungsdichten von 2 g/m oder weniger bisher nur körnige Sprengstoffseelen verwendet Ferner sind Metallmäntel oder dicke Textilstoffmantel allgemein empfohlen worden, besonders wenn die Ladungsdichte unter 0,4 g/m sinkt Selbsttragende Sprengstoffe, bei denen ein kristalliner Brisanzsprengstoff mit einem Bindemittel gemischt ist, lassen sich schnell in Form von Schnüren strangpressen und würden es möglich machen, höhere Schnurerzeugungsgeschwindigkeiten zu erreichen, als sie für Schnüre mit körnigen Seelen erreichbar sind. Ferner haben bindemittelhaltige Sprengstoffe eine hohe Dichte und können im Gegensatz zu Sprengstoffen von niedrigerer Dichte für einen gegebenen Durchmesser mit höherer Geschwindigkeit detonieren. Da aber die herkömmlichen, bindemittelhaltigen Sprengstoffe Stoffe von geringerer Empfindlichkeit enthalten, sind sie selbst weniger empfindlich gegen Zündung als vollständig aus Sprengstoff bestehende körnige Massen, und es ist nicht zu erwarten, daß sie unter genau den gleichen Bedingungen detonieren wie die körnigen Sprengstoffe. So beschreibt z. B. die US-PS 33 11 056 zwar Sprengschnüre mit bindemittelhaltigen Sprengstoffseelen; die Seelen von geringer Ladungsdichte bestehen jedoch gemäß dieser Patentschrift aus körnigem PETN und Bleiazid/ Aluminium, und selbst diese sind von einem Bleimantel umgeben. Ferner ist bekannt, daß der Schnurdurchmesser und die Sprengstoffladungsdichte groß genug sein müssen, wenn selbsttragende Flächensprengstoffe die Detonation gleichmäßig mit hoher Geschwindigkeit fortpflanzen sollen. Die in der oben genannten US-PS 29 92 087 wird angegeben, daß eine Sprengschnur, die durch Strangpressen eines PETN-Flächensprengstoffs auf Basis von Nitrocellulose mit einer PETN-Ladungsdichte von 4 g/m hergestellt worden ist, mit einer Geschwindigkeit von mehr als 6400m/sec detoniert, und die oben genannte US-PS 33 11 056 beschreibt
ίο bindemittelhaltige Sprengstoffseelen mit PETN-Ladungsdichten von 3,7 bis 4 g/m. Sprengschnüre mit bindemittelhaltigen Sprengstoffseelen mit Ladungsdichten von 2 g/m oder weniger sind jedoch trotz der Tatsache vermieden worden, daß sich herausgestellt hat, daß solche Ladungsdichten mit körnigen PETN-Sprengstoffen brauchbar sind. Die US-PS 33 38 764, 34 01 215, 34 07 731 und 34 28 502 beschreiben die Herstellung von Sprengschnur mit einer Sprengstoffladungsdichte von 10 bis 40 g/m durch Strangpressen eines Sprengstoffs, der ein Elastomeres als Bindemittel enthält, vorzugsweise um ein axial angeordnetes Verstärkungsgarn oder einen axial angeordneten Verstärkungsfaden herum. Das Umwickeln der stranggepreßten Schnur mit Verstärkungsgarnen oder -fäden, z. B. in Form eines
Geflechts, und das Binden der Garne an die Schnur mit Hilfe von Latex oder einem flüssigen Polymeren wird
als weniger vorteilhaft beschrieben als die Anordnung solcher Verstärkungsorgane im Inneren.
Bei der Herstellung von Sprengschnur hat man Fäden
auch zur Erleichterung des Ummanteins von pulverförmigen Sprengstoffseelen verwendet So beschreibt z. B. die US-PS 36 83 74 das kreisförmige Hindurchleiten eines oder mehrerei aufgerauhter Fäden durch einen Trichter, der staubförmigen Sprengstoff in einen Mantel fördert, der kontinuierlich am unteren Ende des Trichters hergestellt wird, wobei der Faden (bzw. die Fäden) von der vertikalen Achse des Trichters abgelenkt und zusammen mit dem Sprengstoff in den Mantel eingelagert wird (werden). Der Faden (die Fäden) nimmt (nehmen) den staubförmigen Sprengstoff mit und leitet (leiten) ihn in den Mantel, so daß sich um einen inneren Faden bzw. um innere Fäden herum eine körnige Sprengstoffseele bildet
Die GB-PS 1416 128 und die BE-PS 8 15 257
beschreiben das Einschließen einer Säule aus trockenem, pulverförmigem Sprengstoff in eine Umgrenzung aus zusammengefügten axialen Fäden und das Hindurchziehen des aus Säule und Fäden bestehenden Aggregats durch eine Preßform, wobei auf die Fäden
so eine Spannung ausgeübt wird, so daß sich die Seele eines Detonationszünders bildet Die so entstandene Seele, in der die Fäden den Sprengstoff einhüllen und eine Hülle um den Sprengstoff bilden, ist als mit einer Verstärkungsschicht aus Textilstoff umwickelt dargestellt, die ihrerseits zum Wasserdichtmachen mit Kunststoff überzogen ist
Die US-PS 26 87 553 beschreibt die Verwendung von langgestreckten Fäden bei der Schnurherstellung zur Verstärkung eines thermoplastischen Überzuges, um
ω der Elastizität des letzteren entgegenzuwirken. Die so erhaltene Schnur hat eine Sprengstoffseele, die in einen Mantel aus thermoplastischem Werkstoff eingeschlossen ist, in den in Längsrichtung feste Fäden eingebettet sind. Der ganze Umfang der Sprengstoffseele steht in unmittelbarer Berührung mit dem thermoplastischen Mantel, und die Fäden werden von dem thermoplastischen Werkstoff umgeben. Die Aufgabe der Erfindung besteht in einer
energiearmen Sprengschnur, die keinen Metallmantel besitzt und dennoch zuverlässig zündet, sowie in einem Verfahren und einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung der erfindungsgemäßen Sprengschnur.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden r> Merkmale der Ansprüche 1,12 bzw. 17 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die durch die Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Sprengschnur in praktisch unbegrenzter Länge hergestellt werden kann und wegen des Fehlens eines Metallmantels elektrischen Strom nicht leitet, sowie in der einfachen Herstellung der Sprengschnur.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfoigend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
F i g. 1 und 5 im Teillängsschnitt ausgeführte perspektivische Ansichten von Abschnitten verschiedener Ausführungsformen der Sprengschnur gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Vorrichtung gemäß der Erfindung,
Fig.3 und 4 Längsschnitte durch verschiedene Ausführungsformen von Teilen der in F i g. 2 dargestellten Vorrichtung.
Bei dem in Fig.5 dargestellten Abschnitt der energiearmen Sprengschnur 1 zeigt der im Längsschnitt dargestellte Teil eine kontinuierliche massive Seele 2 aus verformbarem, bindemittelhaltigem Brisanzsprengstoff, z. B. aus superfeinteiligem PETN im Gemisch mit einem Bindemittel, wie weichgestellter Nitrocellulose, wobei Durchmesser und Sprengstoffgehalt der Seele so aufeinander abgestimmt sind, daß etwa 0,1 bis 2 g Sprengstoff auf den Meter Länge entfallen. Ferner zeigt die Abbildung einen Kunststoffschutzmantel 4, der z. B. etwa 0,127 bis 1,905 mm dick ist und die Seele 2 einschließt. Bei dem in F i g. 1 dargestellten Schnurabschnitt besteht die Seelenverstärkung 3 aus einer Masse von sich von Multifilgamen ableitenden Fäden, die rings um den Umfang der Seele 2 und in Berührung mit derselben angeordnet sind und sich parallel zu der Längsachse der Seele 2 erstrecken, und ein Mantel 4 umschließt die Seele 2 und die die Seele verstärkenden Fäden 3. In einem anderen Teil von F i g. 5 ist der Mantel 4 entfernt worden, um das Aussehen des Umfanges der Seele 2 zu zeigen, und in anderen Teilen der F i g. 1 ist der Mantel 4 entfernt worden, um das Aussehen des Umfanges der Fäden 3 auf der Seele 2 zu zeigen, und die Fäden 3 sind entfernt worden, um das Aussehen des Umfanges der Seele 2 zu zeigen.
Die energiearme Sprengschnur gemäß der Erfindung vereinigt in sich die Merkmale einer kontinuierlichen massiven (d.h. nicht-hohlen) Seele aus verformbarem, bindemittelhaltigem Brisanzsprengstoff von niedriger Ladungsdichte, d. h. 0,1 bis 2 g/m Länge, aus kristallinem Brisanzsprengstoff in einem Bindemittel für denselben und nur eines leichten Kunststoffschutzmantels, der die Seele umschließt Ein weiteres Merkmal, das bevorzugt wird, ist die in Längsrichtung verlaufende Faserverstärkung außerhalb der Seele. Im Gegensatz zu den Lehren des Standes der Technik in bezug auf energiearme Sprengschnüre würde gefunden, daß ein verformbarer, bindemittelhaltiger Brisanzsprengstoff in Form einer Schnur ohne Einschluß in einen Mantel aus Metall oder Gewebe, ohne spiralförmige Umwicklung mit Textilstoff. Kunststoff oder Metallsträngen oder -fäden und ohne eine dicke Kunststoffhülle so hergestellt werden kann, daß eine Detonation in zuverlässiger Weise schon bei Ladungsdichten von 1 bis 2 g/m mit einer für Sprengarbeiten brauchbaren Geschwindigkeit, z. B. von mehr als etwa 4000 m/sec, fortgepflanzt wird. Es wurde gefunden, daß der soeben erwähnte Einschluß unnötig ist, wenn die Seele aus einer kontinuierlichen, massiven Stange aus bindemittelhaltigem Sprengstoff, z. B. einem durch Kunststoff gebundenen Sprengstoff, mit einem Sprengstoffgehalt von mindestens etwa 55 Gew.-% und einer »superfeinteiligen« kristallinen Brisanzsprengstoffkomponente (wie nachstehend beschrieben) besteht und eine etwaige Verstärkung für die Seele sich außerhalb derselben befindet. Bei der Schnur gemäß der Erfindung werden die Sprengstoffteilchen in der Seele durch ein Bindemittel zusammengehalten, z. B. durch ein organisches Polymeres, und dies hat eine günstige Wirkung, weil dadurch eine gleichmäßige, hohe Dichte der Seele und mithin Zuverlässigkeit der Detonation gewährleistet wird; eine hohe Dichte ist ein wesentlicher Gesichtspunkt besonders bei Sprengschnüren von geringem Durchmesser, geringer Ladungsdichte und geringer Brisanz. In bezug auf die bindemitlelhaltige Seele wurde gefunden, daß, obwohl eine zentrale, innere Verstärkung als für Sprengschnüre von hoher Ladungsdichte aus selbsttragenden Sprengstoffen zu bevorzugen beschrieben worden ist (vgl. US-PS 33 38 764), äußere Verstärkungsfäden für das richtige Arbeiten von Sprengschnüren von niedriger Ladungsdichte, die mit dieser Art von Seele hergestellt sind, wesentlich sind. Wenn die bindemittelhaltige Sprengstoffseele der Schnur gemäß der Erfindung verstärkt wird, verläuft die äußere Verstärkung, z. B. die Textilgarne, vorzugsweise in Längsrichtung im wesentlichen parallel zu der Schnurachse. Im Gegensatz zu den bisher bekannten energiearmen Sprengschnüren, die mit gewebten oder aufgewickelten Textilstoffverstärkungen versehen sind, läßt sich eine solche Schnur leicht mit hoher Geschwindigkeit kontinuierlich herstellen.
Der bindemittelhaltige Sprengstoff, der die Seele der Schnur darstellt, enthält mindestens eine feinteilige, kapselempfindliche, kristalline Brisanzsprengstoffverbindung, die ein organisches Polynitrat, wie PETN oder Mannithexanitrat, oder ein Polynitramin, wie Cyclotrimethylentrinitramin (RDX) oder Cyclotetramethylentetranitramin (HMX), sein kann. Von diesen Verbindungen ist PETN am leichtesten erhältlich und unter den beim Sprengen üblicherweise vorkommenden Bedingungen zufriedenstellend, und aus diesem Grunde stellt es den bevorzugten kristallinen Sprengstoff in der bindemittelhaltigen Sprengstoffseele dar. Die kristalline Brisanzsprengstoffverbindung liegt im Gemisch mit einem Bindemittel vor, welches ein natürliches oder synthetisches organisches Polymeres, ζ. B. die in der US-PS 29 92 087 beschriebene lösliche Nitrocellulose oder das in der US-PS 29 99 743 beschriebene Gemisch aus einem organischen Kautschuk und einem thermoplastischen Terpenkohlenwasserstoffharz sein kann. Die in diesen Patentschriften beschriebenen Massen können für die Seele der Sprengschnur gemäß der Erfindung verwendet werden. Die Seele kann auch noch andere Bestandteile, wie Zusatzstoffe zum Weichstellen des Bindemittels oder zum Verdichten der Masse, enthalten. Andere verwendbare Zusammensetzungen sind diejenigen, die in den US-PS 33 38 764 und 34 28 502 beschrieben sind
Die Sprengschnur gemäß der Erfindung ist eine »energiearme« Sprengschnur, d. h. eine solche, die bei der Detonation verhältnismäßig wenig Geräusch erzeugt und eine verhältnismäßig geringe Brisanz
aufweist. Deshalb ist für eine gegebene Seelenzusammensetzung der Seelendurchmesser derart, daß etwa 0,1 bis 2, vorzugsweise mindestens 0,4 g kristalliner Brisanzsprengstoff auf den laufenden Meter der Schnur entfallen. Bei Hauptleitungen, die Seelen mit höheren Ladungsdichten enthalten, kann das Geräusch in bestimmten Gegenden leicht zu einem Problem werden. Unter etwa 0,1 g/m ist die Zuverlässigkeit der vollständigen Fortpflanzung der Detonation gering, falls die Seele nicht außerdem ein energiereiches Bindemittel und/oder einen energiereichen Weichmacher enthält. Eine Zusammensetzung mit einer Nitrocellulose von hoher Viskosität als Bindemittel, die mit Trimethyloläthantrinitrat weichgestellt ist, wie es in der US-FS 39 43 Oi7 beschrieben isl, ist bei niedrigen Ladungsdichten vorteilhaft. Ladungsdichten von etwa 0,4 bis 2 g/m haben sich als besonders vorteilhaft für Bohrlochleitungs- sowie für Hauptleitungsschnüre erwiesen. Bei Sprengstoffseelen von niedriger Ladungsdichte, wie bei den Schnüren gemäß der Erfindung, ist es wesentlich, daß die kristalline Brisanzsprengstoffkomponente im »superfeinteiligen« Teilchengrößenbereich vorliegt, d. h. die maximale Abmessung der Teilchen soll im Bereich von 0,1 bis 50 μιτι liegen, und die mittlere maximale Abmessung soll im allgemeinen nicht größer als etwa 20 μπι sein. Größere Sprengstoffteilchen, starke Schwankungen in der Teilchengröße und teilchenförmige Fremdstoffe sind unerwünscht, da sie die gleichmäßige Fortpflanzung der Detonation in der Seele stören. Ein bevorzugter Sprengstoff für die Seele ist ein solcher mit Mikrolöchern, hergestellt nach der US-PS37 54 061.
Die Sprengstoffladungsdichte der Seele ist eine Funktion des Gehalts der bindemittelhaltigen Masse an kristallinem Brisanzsprengstoff und des Seelendurchmessers. Der Gehalt an kristallinem Brisanzsprengstoff kann z. B. von etwa 55 bis 90 Gew-% der Seelenzusammensetzung variieren. Obwohl ein geringer Sprengstoffgehalt bis zu einem gewissen Ausmaß durch einen größeren Seelendurchmesser ausgeglichen werden kann, ist es wirksamer, und die Fortpflanzung der Detonation ist zuverlässiger, wenn der Sprengstoffgehalt für eine gegebene Ladungsdichte so hoch wie möglich ist und vorzugsweise mindestens etwa 70 Gew.-% der Masse der Seele beträgt Für Sprengstoffgehalte im Bereich von etwa 55 bis 90 Gew.-% arbeitet man mit Seelendurchmessern von etwa 0,025 bis 0,152 cm, um Seelenladungsdichten von 0,1 bis 2 g/m Seelenlänge zu erzielen. Um die bevorzugte Seelenladungsdichte von 0,4 g/m zu erreichen, arbeitet man mit einem Durchmesser von etwa 0,069 cm. Die Sprengstoffmasse enthält feiner etwa 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-% Bindemittel und außerdem im Bedarfsfalle einen Weichmacher, um die Masse strangpreßbar zu machen und ihr Zusammenhalt in der Seele zu verleihen.
Die Dichte der Seele variiert mit dem jeweiligen teilchenförmigen Sprengstoff und Bindemittel, dem Gehalt an Sprengstoff und Bindemittel und der Art und Menge weiterer möglicher Zusätze. Im allgemeinen haben Seelen auf Grundlage der in den US-PS 29 92 087 und 29 99 743 beschriebenen Zusammensetzungen eine Dichte von etwa 1,5 g/cm3. Eine Seelendichte von dieser Größenordnung hat im Gegensatz zu Dichten von nur etwa 1,2 g/cm3, wie sie mit teilchenförmigen Seelen erreicht werden, den Vorteil einer besseren Übertragung der Detonationswelle und daher einer höheren Detonationsgeschwindigkeit für einen gegebenen Durchmesser. Die Querschnittsform der Seele ist zwar nicht ausschlaggebend für die richtige Arbeitsweise der Schnur; vorzugsweise verwendet man jedoch im allgemeinen eine Seele von im wesentlichen kreisförmigem Querschnitt, um die Herstellung von Sprengschnüren mit dem allgemein üblichen kreisförmigen Querschnitt zu erleichtern.
Die bindemittelhaltige Sprengstoffseele ist in einen Mantel eingeschlossen, der sie gegen Abrieb und sonstige Beschädigungen schützt, die bei der Hantie-
lü rung und bei der Vorbereitung zum Sprengen eintreten können. Da der Mantel in erster Linie eine Schutzfunktion hat, ist er verhältnismäßig dünn, d. h. im Bereich von etwa 0,013 bis 0,191 cm; jedoch kann ein Mantel mit einer Dicke bis etwa 0,318 cm verwendet werden, wenn die Schnur unter Bedingungen sehr starker Belastung eingesetzt werden soll, wie sie im Tagebau vorkommen. Mit Mänteln, die dünner als etwa 0,013 cm sind, läßt sich ein gleichmäßiger Schutz nur schwer erreichen. Ein Mantel, der dicker als etwa 0,318 cm ist, ist bei der Sprengschnur gemäß der Erfindung nicht erforderlich und trägt jedenfalls nur unnötig zu der Dicke und den Kosten der Schnur bei, beschränkt deren Biegsamkeit und kann Schwierigkeiten beim Einbringen in Bohrlöcher von kleinem Durchmesser verursachen. Vom Gesichtspunkt der Leichtigkeit des Aufbringens auf die Seele und des Grades des durch den Mantel zur Verfugung gestellten Schutzes wird eine Manteldicke von etwa 0,051 bis 0,127 cm bevorzugt. Bei den bevorzugten Seelenladungsdichten von 0,4 bis 2 g/m
jo und den bevorzugten Manteldicken von 0,051 bis 0,127 cm beträgt daher das Verhältnis der Seelenladungsdichte (g/m) zur Manteldicke (cm) 3 : 1 bis 39 :1.
Innerhalb des brauchbaren Manteldickenbereichs ist es oft ratsam, einen dickeren Mantel zu verwenden, wenn die Sprengstoffladungsdichte in der Seele sich nahe dem unteren Ende des Bereichs der Ladungsdichten befindet, da dies in solchen Fällen eine zuverlässige Zündung und Fortpflanzung der Detonation gewährleisten kann. Ferner kann die Vergrößerung der Manteldicke mit Erhöhung der Seelenladungsdichte auch die Fortsetzung der Detonation durch Knoten und Halbstiche hindurch gewährleisten.
Der Mantel besteht nur aus einer oder mehreren Kunststoffschichten. Dies bedeutet, daß jede Schicht, aus der der Mantel aufgebaut ist, im wesentlichen aus Kunststoff besteht, und daß in dem Mantel keine einschließende Metall- oder Gewebeschicht vorhanden ist, weder angrenzend an die Seele noch getrennt von der Seele.
Die Seele besteht aus einem plastischen, d. h. verformbaren, Stoff, der bei einer Temperatur, die nicht weit über dem Schmelzpunkt des Sprengstoffs in der Seele, d.h. nicht mehr als um etwa 75°C über dem Schmelzpunkt des Sprengstoffs, liegt, fließfähig, d.h.
strangpreßbar ist Dies macht es möglich, den Kunststoffmantel z. B. durch Strangpressen oder nach anderen herkömmlichen Beschichtungsmethoden auf die Seele aufzubringen, ohne daß es zu einer schädlichen Formänderung des Sprengstoffs kommt Der Kunststoff soll in gehärtetem Zustande biegsam und zäh sein. Obwohl die Temperatur des Kunststoffs, die beim Aufbringen des Mantels auf die Seele angewandt werden kann, je nach der Berührungszeit zwischen der Seele und dem darüberliegenden weichen Kunststoff, der Geschwindigkeit des Wärmeaustausch^ zwischen Seele und Kunststoff und der Stabilität des Bindemittels in der Seele variieren kann, soll der Kunststoff im Fa'le einer PETN-haltigen Seele bei einer Temperatur nicht
über etwa 2000C fließfähig sein. Der Kunststoff kann ein wärmehärtender Stoff, wie Kautschuk oder ein anderes Elastomeres, oder ein thermoplastischer Stoff sein, wie Wachs, Asphalt, Polyolefine, z. B. Polyäthylen oder Polypropylen, Polyester, z. B. Polyethylenterephthalat, Polyamide, z. B. Nylon, Polyvinylchlorid, ionomere Harze, z. B. Metallsalze von Copolymerisaten aus Äthylen und Methacrylsäure, usw. Thermoplastische Mäntel werden bevorzugt, und besonders bevorzugt wird Polyäthylen wegen seiner leichten Erhältlichkeit, Anwendbarkeit usw.
Um der Schnur zu ermöglichen, daß sie ihre Struktur und ihre Abmessungen im praktischen Einsatz beibehält, verwendet man vorzugsweise eine Verstärkung, um die Zugfestigkeit der Schnur zu erhöhen und sie daran zu hindern, daß sie sich unter der Einwirkung der Kräfte, die normalerweise beim Beladen von Bohrlöchern auftreten, bis zum Bruchpunkt einschnürt. Eine solche Verstärkung kann zwar durch einen in der Kunststoffschicht bzw. den Kunststoffschichten des Schutzmantels verteilten Stoff, z. B. durch Bruchstücke oder Stränge von Garn, beispielsweise in der in der US-PS 26 87 553 gezeigten Weise, oder am äußeren Umfang des Mantels bewirkt werden; vorzugsweise wird jedoch die Seele durch mindestens einen und gewöhnlich vorzugsweise durch vier oder mehr Endlosgarnstränge verstärkt, die im wesentlichen mit dem Umfang der Seele in Berührung stehen und im wesentlichen parallel zu ihrer Längsachse verlaufen.
Die Anordnung von Garnsträngen zwischen der Seele und dem Mantel wird gegenüber der Anordnung von Garnsträngen im Inneren der Kunststoffschicht des Mantels bevorzugt, weil dann Wärme weniger leicht von dem Kunststoff zu der Seele übertragen wird, wenn heißer Kunststoff auf die Seele stranggepreßt wird. Der Ausdruck »Garn« wird hier in dem Sinne der »Standard Definitions of Terms Relating to Textile Materials«, ASTM-Norm D 123-74a, verwendet, wo »Garn« definiert wird als Gattungsbegriff für einen fortlaufenden Strang aus Textilfasern, Fäden oder Material, das als eine Anzahl von miteinander verzwirnten Fasern, als eine Anzahl von ohne Zwirn abgelegten Fäden, als eine Anzahl von mit mehr oder weniger Zwirn zusammen abgelegten Fäden vorkommt, ein einzelner Faden (Monofil) mit oder ohne Drall oder ein oder mehrere Streifen, die durch Längsaufspaltung einer Folie aus einem Stoff, wie einem natürlichen oder synthetischen Polymeren, mit oder ohne Drall erhalten werden. Arten von Garn, die unter diese Definition fallen, sind einfädiges Garn, gefachtes, Garn, mehrmals gezwirntes Garn, Schnur, Faden, Phantasiegespinst usw. Der Garnstrang bzw. die Garnstränge wird (werden) um die Seele herum an Ort und Stelle durch den plastischen Mantel festgehalten, der die Seele und den (die) längs des Umfangs verlaufenden Garnstrang (Garnstränge) einschließt Man kann jedes Garn verwenden, das eine genügende Zugfestigkeit aufweist, um die Seele daran zu hindern, sich unter der Einwirkung der Kräfte, die normalerweise beim Beladen des Bohrloches auftreten, zu einem solchen Grade einzuschnüren, daß sie eine Detonation nicht mehr fortpflanzt Dies erfordert gewöhnlich, daß die Seele eine Zugfestigkeit von mindestens etwa 44 N aufweist Um zu gewährleisten, daß die Schnur noch stärkeren Kräften standhält, wird eine Zugfestigkeit von mindestens etwa 88 N für die verstärkte Seele bevorzugt Garnmaterial, Fadenzahl und Titer sowie die Anzahl der Garne werden so ausgewählt, daß man die erforderliche Zugfestigkeit erhält. Multifilgarne können zu bevorzugen sein, da sie im Gegensatz zu Monofilen dazu neigen, sich um die Seele herum auszubreiten, beim Ummantelungsvorgang eine Isolierwirkung und eine weiter verteilte Käfigwirkung auszuüben. Im Falle von festeren Fäden kann man mit weniger Strängen und geringeren Titern arbeiten. Garne mit einem Titer von mehr als 2000 den werden nicht bevorzugt, weil die Sprengschnur dann zu dick wird. Man kann zwar beliebige Naturfasern in dem
ίο Garn verwenden; synthetische Fasern, wie Polyester-, Polyamid- und Polyacrylfasern, werden jedoch wegen ihrer höheren Festigkeit bevorzugt Besonders bevorzugt werden Nylon, Polyäthylenterephthalat und das durch Kondensation von Terephthalsäure und p-Phenylendiamin hergestellte vollaromatische Polyamid. Wenn diese Fasern Titer von 800 den oder mehr aufweisen, haben sie Zugfestigkeiten von mindestens etwa 44 N, so daß die Schnur dann nur einen einzigen Garnstrang zu enthalten braucht. Multifilgarne liefern jedoch zusätzliehe Festigkeit und werden daher bevorzugt Sie können auch in geringeren Titern, z. B. bis hinab zu etwa 400 den, verwendet werden. Bei der bevorzugten Schnur sind mindestens vier Multifilgarne im wesentlichen gleichmäßig um den Umfang der Seele herum angeordnet, was zu einer gleichmäßigen Verteilung der Verstärkung um die Seele herum führt Dadurch, daß man die Multifilgarne vor dem Aufbringen des Kunststoffmantels nebeneinander in dem Käfig anordnet, ist kein bedeutender Vorteil zu erzielen, weil die Vorgänge des Käfigziehens und der Beschichtung mit dem Kunststoff sowieso zur Ausbreitung oder Diffusion der Fäden in den Multifilgarnen führen, so daß die Garne sich um die Seele herum vermischen können. Aus diesem Grunde und in Anbetracht des Umfanges der
j5 Seele und des Titers der Garne ist die Verwendung von mehr als zwölf Garnen überflüssig. Gewöhnlich ist die Fadenschicht nicht dicker als etwa 0,025 cm.
Texturierte Garne und Multiplexgarne (wie sie in der US-PS 33 38 764 beschrieben sind) sind als Verstärkung für die Seele besonders wirksam, da sie sich fest an den sie umgebenden Kunststoffmantel binden. Auch das Aufbringen eines Klebstoffüberzuges, z. B. aus weichem Wachs, auf die Stränge verbessert die Bindung zwischen den Strängen und dem Kunststoffmantel, weil dadurch die Beweglichkeit der Garne, die einen ungünstigen Einfluß auf die Seele haben könnte, vermindert und die Abziehfestigkeit des Mantels erhöht wird
Verfahren und Vorrichtung gemäß der Erfindung werden nachstehend an Hand von F i g. 2 bis 4 erläutert F i g. 2 und 3 zeigen eine Kolbenstrangpresse 5 mit einem Kolben 6 und einem Zylinder 29, der von Heizschlangen 7 umgeben ist Der Strangpreßzylinder 29 ist mit einer Vakuumleitung 25 und einem Sieb 26 versehen, das auf einer Seite einer mit vielen öffnungen ausgestatteten Trägerplatte 27 befestigt ist In dem Strangpreßzylinder 29 und in den öffnungen der Platte 27 befindet sich eine Masse 28 aus verformbarem, bindemittelhaltigem Brisanzsprengstoff. Die andere Seite der Platte 27 grenzt an den verjüngten Formteil des Zylinders 29 an, in den die Sprengstoffmasse 28 unter der Wirkung des Kolbens 6 hineingetrieben und zu einer massiven Stange oder Seele 2 verformt wird.
An den Formteil der Strangpresse 5 grenzt eine Strangorientierungsplatte 8 an, die als Vorrichtung zum Orientieren von Garnsträngen einschließlich der Garnstränge 9 und 10 in einer im wesentlichen parallelen, ringförmigen Anordnung wirkt Die Platte 8 hat einen axialen Kanal und zur Aufnahme der Stränge bestimmte
radiale Nuten in einer mit dem axialen Kanal in Verbindung stehenden Oberfläche, und die genutete Oberfläche der Platte ist bei ihrem Zusammentreffen mit dem axialen Kanal gekrümmt. Die Platte 8 wird in einer solchen Stellung abgestützt, daß ihre mit Nuten versehene Oberfläche derart mit der Oberfläche der Strangpresse 5 zusammentrifft, daß der axiale Kanal der Platte koaxial mit der Seele 2 verläuft, die aus dem Formteil der Strangpresse 5 unter der Wirkung des Kolbens 6 ausgepreßt wird. Stränge 9 und 10 werden von Sputen 11 bzw. 12 durch eine Drehhaspel 13 abgezogen, die eine Vorrichtung zum Abziehen oder Ziehen von Strängen unter ausreichender Spannung darstellt, um sie in Form eines vorrückenden Käfigs 14 anzuordnen. Die aus der Strangpresse 5 kommende Seele 2 wird in dem Käfig 14 mitgenommen und von diesem gefördert Die Drehhaspel 13 zieht den Käfig 14 (der die Seele 2 enthält) durch die Strangpreßform 15 einer zweiten Strangpresse, die Kunststoff rings um den Käfig herum in Form eines Mantels 4 aufbringt Die Strangpreßform 15 hat einen ringförmigen Außenteil 17 und einen rohrförmigen Innenteil 16, die so angeordnet sind, daß ein weicher Kunststoff 30, der der Strangpreßform 15 auf an sich bekannte (nicht dargestellte) Weise durch die Wand von 17 zugeführt wird, zwischen den einander gegenüberliegenden Flächen des Außenteils 17 und des rohrförmigen Innenteils 16 zu einem Rohr verformt wird, während der Käfig 14 durch den axialen Kanal des rohrförmigen Teils 16 vorrückt. Eine Vakuumleitung 18 erstreck;: sich durch die Wand des rohrförmigen Teils 16 und mündet in den axialen Kanal des letzteren ein. Der rohrförmige Teil 16 und die Strangorientierungsplatte 8 werden durch das Verbindungsrohr 19, welches den Käfig 14 in dem Raum zwischen der Platte 8 und dem rohrförmigen Teil 16 umgibt, in koaxialer Lage auf Abstand voneinander gehalten.
Der ummantelte, die Seele enthaltende Käfig (Schnur 1), der sich am Auslaß der Strangpreßform 15 bildet, läuft durch das Gefäß 20, z. B. einen Wasserbehälter, das eine Vorrichtung zum Härten des Kunststoffs bildet. Nach dem Vorbeigang an der Drehhaspel 13 wird die Schnur auf der Aufwickelspule 22 gesammelt, wobei das Aufwickeln der Schnur durch das Überleiten über ein Spannungssteuerorgan 21, z. B. einen Tänzerwalzenregler, erleichtert wird. Der Strangpreßkolben 6 ist mit einem Meßfühler 23 verbunden, der die Geschwindigkeit des Kolbens feststellt und ein entsprechendes Signal an den Signalprozessor 24 sendet, der seinerseits mit dem Antrieb für die Drehhaspel 13 und dem An'.rieb für die Aufwickelspule 22 verbunden ist und deren Geschwindigkeiten entsprechend dem von dem Meßfühler 23 übermittelten Signal regelt.
Fig.4 zeigt eine andere Ausbildungsform einer Strangpreßform 15, die in der Vorrichtung gemäß der Erfindung zusammen mit einer Strangpresse zur Herstellung der Sprengstoffseele verwendet werden kann. Diese Strangpreßform weist einen Mechanismus zum Orientieren von Garnsträngen in einer im wesentlichen parallelen, ringförmigen Anordnung auf und kann daher in der in Fig.2 dargestellten Vorrichtung ohne Strangorientierungsplatte 8 verwendet werden. Bei dieser Ausführungsform hat ein axialer Kanal in der Strangpreßform 15 einen zylindrischen Teil 31 und einen kegelförmigen Teil 32. Ein hohler kegelförmiger Einsatz 33 hat eine solche Stellung, daß seine Spitze mit einem geringen Abstand zwischen beiden Oberflächen in dem kegelförmigen Teil der Strangpreßform sitzt Die Drehhaspel 13 zieht Garnstränge 9 und 10 durch öffnungen in dem Garnführungsring 34 und von dort weiter an der inneren Oberfläche des angrenzenden kegelförmigen Einsatzes 33 entlang. In dem kegelförmigen Teil des Einsatzes 33 konvergieren die Stränge und orientieren sich dann im wesentlichen parallel zueinander, wobei sie beim Durchgang durch einen zylinderförmigen Teil des Einsatzes 33 einen Käfig bilden.
Die Sprengstoffseele 2 rückt in den zylinderförmigen Teil des Einsatzes 33 vor, wo sie von dem sich darin bildenden Garnkäfig mitgenommen wird. Kunststoff 30 wird in den Ringraum zwischen den Wänden des kegelförmigen Einsatzes 33 und der Strangpreßform 15 eingeführt Dieser ringförmige Raum steht mit dem zylinderförmigen Teil 31 der Strangpreßform durch den Raum zwischen dem kegelförmigen Teil 32 der Strangpreßform und der Spitze des Einsatzes 33 in Verbindung. Der zylinderförmige Teil des Einsatzes 33 steht koaxial mit dem zylinderförmigen Teil 31 der Strangpreßform in Verbindung. Der sich in dem zylinderförmigen Teil des Einsatzes 33 bildende, die Seele enthaltende Käfig 14 wird durch einen Kunststoffstrom 30 hindi: xhgezogen, der durch den zylinderförmigen Teil 31 der Strangpreßform fließt, nachdem er in diesen aus dem Raum zwischen dem kegelförmigen Teil 32 der Strangpreßform und der Spitze des Einsatzes 33 eingetreten ist Der Kunststoff 30 wird zu einem Mantel um die von dem Käfig 14 umgebene Seele verformt, und so entsteht die Sprengschnur 1.
Das folgende Beispiel erläutert die Herstellung einer bevorzugten Sprengschnur gemäß der Erfindung.
Beispiel 1
A. In der in F i g. 3 dargestellten Vorrichtung besteht die Masse 28 in dem Strangpreßzylinder 29 aus 455 g eines verformbaren, bindemittelhaltigen Sprengstoffs, nämlich eines Gemisches aus 76,5% superfeinteiligem PETN, 20,2% Acetyltributylcitrat und 33% Nitrocellulose, hergestellt nach dem Verfahren der US-PS 29 92 087. Das superfeinteilige PETN ist nach dem Verfahren der US-PS 37 54 061 hergestellt, enthält in seiner Masse verteilte Mikrolöcher und hat eine mittlere Teilchengröße von weniger als 15 μπι, wobei sämtliche Teilchen kleiner als 44 μηι sind. Um die Sprengstoffmasse in strangpreßbarem Zustand zu halten, wird die Temperatur des Zylinders 29 durch Heizspiralen 7 auf 630C gehalten. Nachdem die Sprengstoff masse in den Zylinder 29 eingebracht worden ist wird der Kolben 6 so vorgeschoben, daß er den Zylinder 29 verschließt, und durch die Leitung 25 wird ein Vakuum angelegt. Ein Vakuum von 0,9888 bar wird 1 min innegehalten, um den Einschluß von Luft in der Sprengstoff masse zu verhindern, weil dies zur Unstetigkeit in der stranggepreßten Seele führen und deren Fähigkeit, eine Detonation fortzupflanzen, beeinträchtigen könnte. Der Kolben 6 wird dann weiter vorgeschoben, bis die Sprengstoffmasse 28 verdichtet ist, aber noch nicht so weit, daß der Strangpreßvorgang beginnt.
Die Stränge 9 und 10 und vier weitere (nicht dargestellte) Stränge werden in die radialen Nuten der Platte 8 eingefädelt und durch die axialen Kanäle der Platte 8 sowie durch den rohrförmigen Teil 16 gezogen, indem der Antrieb der Drehhaspel 13 in Tätigkeit gesetzt wird. Jeder der sechs Stränge besteht aus Polyäthylenterephthalatgarn mit einem Titer von 1000 den, und die Spannung der Stränge wird durch das Spannungssteuerorgan 2ί auf je 1,11 N eingeregelt.
Gleichzeitig werden der Antrieb der Aufwickelspule 22 und die Vorrichtung zum Bewegen des Kunststoffs 30 in Tätigkeit gesetzt Der Kunststoff 30 ist Hochdruckpolyäthylen und befindet sich auf 1500C. Das Gefäß 20 besteht aus zwei Abteilungen, von denen die erste Abteilung, durch die die Schnur hindurchläuft. Wasser von 81°C und die zweite Abteilung Wasser von 21°C enthält. Diese Zweizonenkühlung trägt zu einer gleichmäßigeren Kühlung des Kunststcffmantels bei und begünstigt einen dichteren Paßsitz des Mantels auf dem Käfig. Der Durchmesser des Teils der Strangpresse 5, wo sich die Seele 2 bildet, beträgt 0,076 cm. Der Abstand zwischen den sich gegenüberstehenden Oberflächen des Außenteils 17 und des rohrförmigen Innenteils 16 der Strangpreßform 15 ist derart, daß der entstehende Polyäthylenmantel 4 eine Dicke von 0,089 cm hat.
Sobald die Drehhaspel 13, das Spannungssteuerorgan 21, die Aufwickelspule 22 und das Gefäß 20 in Betrieb sind, wird der Kolben 6 mit einer Geschwindigkeit von 1,270 cm/min vorgeschoben. Die Sprengstoffmasse 28 wird durch das Sieb 26, welches Teilchen, die größer als 0,0254 cm sind, aussiebt, und durch die Öffnungen in der Platte 27 getrieben und zu einer massiven Seele 2 mit einem Durchmesser von 0,076 cm verformt. Die Seele tritt aus der Strangpresse 5 mit einer Geschwindigkeit von 75,6 m/min aus, und die Geschwindigkeit des durch die Drehhaspel 13 vorwärtsgeförderten und auf die Spule 22 aufgewickelten Käfigs wird durch Signale, die von dem Signalprozessor 24 kommen, auf die jo Strangpreßgeschwindigkeit der Seele abgestimmt. Durch Leitung 18 wird ein Vakuum angelegt, um das Aufschrumpfenlassen des Kunststoffmantels auf den durch den rohrförmigen Teil 16 hindurchlaufenden, die Seele enthaltenden Käfig 14 zu erleichtern. In dem rohrförmigen Teil 16 wird ein Vakuum von 0,19998 bar innegehalten.
Die auf die Spule 22 aufgewickelte Schnur 1 hat einen Außendurchmesser von 0,254 cm, eine Seele mii einem Durchmesser von 0,076 cm und einen 0,089 cm dicken Polyäthylenüberzug. Die PETN-Ladungsdichle in der Seele beträgt 0,533 g/m (g/m PETN je cm Überzug = 6:1), und die Dichte der Seele beträgt 1,5 g/cm3. Die Fäden des Garns umgeben die Seele im wesentlichen vollständig, wie es in F i g. 1 dargestellt ist. Die Schnur ist biegsam und leicht und hat eine Zugfestigkeit von 440 N.
Wenn die Schnur durch eine Sprengkapsel Nr. 6 gezündet wird, deren Ende in koaxialer Berührung mit dem freien Ende der Schnur steht, detoniert sie mit einer Geschwindigkeit von 6900m/sec. Die Schnur zündet sich selbst nicht, wenn ein Abschnitt derselben Seite an Seite mit einem anderen Abschnitt zusammengefügt wird. Die Detonation einer zusammenhängenden Länge der Schnur wird durch Knoten verschiedener Form fortgepflanzt. Die Schnur läßt sich schwer zünden, wenn die Berührung der Sprengkapsel mit der Schnur nicht koaxial ist.
B. Die gleiche Schnur wird nach dem in Teil A beschriebenen Verfahren mit dem Unterschied herge- eo stellt, daß die in F i g. 4 dargestellte Strangpreßform 15 anstelle der in F i g. 3 dargestellten Strangpreßform 15 und der Strangorientierungsplatte 8 verwendet wird. Bei diesem Verfahren zieht die Drehhaspel 13 vier Garnstränge durch den zylindrischen Teil des Einsatzes b5 33 unter ausreichender Spannung, um sie zu einem vorrückenden Käfig von in Längsrichtung im wesentlichen parallelen Strängen anzuordnen, der Käfig rürnrnt die Seele mit, und der die Seele enthaltende Käfig wird durch den Polyäthylenstrom hindurchgezogen, der durch den zylindrischen Teil des axialen Kanals der Strangpreßform fließt, wodurch ein Mantel aus weichem Polyäthylen rings um den Käfig herum aufgebracht wird. Ebenso wie bei dem in Teil A beschriebenen Verfahren findet bei diesem Arbeitsvorgang im wesentlichen keine Verminderung des Durchmessers der Seele statt
Nach den oben beschriebenen Verfahren können bei entsprechenden Abänderungen der Größe der Strangpreßformen und der Strangpreßgeschwindigkeiten Sprengschnüre mit unterschiedlichen Seelendurchmessern, Manteldicken und Anzahlen von Verstärkungsgarnsträngen hergestellt werden.
Die Verwendung der energiearmen Sprengschnur gemäß der Erfindung und der Einfluß verschiedener Parameter, wie der Ladungsdichte und des Durchmessers der Seele, der Dicke und Zusammensetzung des Mantels und der Anzahl und Art der Verstärkungsgarne, werden in den nachstehenden Beispielen erläutert.
Beispiel 2
0,26 g des in Beispiel 1 beschriebenen superfeinteiligen PETN werden in eine 0,08 mm dicke Aluminiumhülse mit geprägtem Boden eingefüllt, deren Ende zum Anliegen an der Seite einer 3 m langen Schnur gemäß Beispiel 1A gebracht wird, mit dem Unterschied, daß die Schnur in diesem Falle eine Seele mit einem Durchmesser von 0,127 cm und einer PETN-Ladungsdichte von 1,49 g/m aufweist. Diese Schnur dient als Hauptleitung. Ein Ende einer 1,5 m langen Schnur gemäß Beispiel IA (Bohrlochleitung) wird in die Aluminiumhülse (den Zünder) so eingesetzt, daß es das PETN berührt Das andere Ende der Bohrlochleitung wird mit seiner Seite zum Anliegen an dem schlagempfindlichen Teil eines Schlagzeitzünders gebracht. Die Hauptleitung wird mit einer Sprengkapsel Nr. 6, deren Ende in koaxialer Berührung mit dem freien Ende der Schnur steht, zur Detonation gebracht. Die Detonation wird von der Hauptleitung zu dem Zünder, von dem Zünder zur Bohrlochleitung und von der Bohrlochleitung zu dem Schlagzeitzünder übertragen.
Die gleichen Ergebnisse erhält man mit Hauptleitungsschnüren, deren Seelen Ladungsdichten von 2,13 g/m bzw. 0,938 g/m, entsprechend Durchmessern von 0,152 cm bzw. 0,102 cm, aufweisen, sowie mit Bohrlochleitungsschnüren, deren Seelen Ladungsdichten von 0,638 g/m bzw. 0,469 g/m, entsprechend Durchmessern von 0,084 cm bzw. 0,07 cm, aufweisen.
Beispiel 3
Die folgenden Versuche zeigen die Arten von mißbräuchlicher Behandlung in bezug auf Verknotung, Spannung und Abrieb, die die Schnur gemäß der Erfindung aushält.
A. Ein Ende einer 18 m langen Bohrlochleitung aus der Schnur gemäß Beispiel 1A wird mit seiner Seite zum Anliegen an dem schlagempfindlichen Teil eines Schlagzeitzünders gebracht. Der Zeitzünder ist in eine 0,9-kg-Döbelpatrone (Rohr aus biegsamer Folie mit verengten verschlossenenen Enden) von 5 cm Durchmesser und 41 cm Länge eingebettet, die eine nicht-explosive Masse zum Simulieren eines Wassergelsprengstoffs enthält Der Zeitzünder und die Schnur werden durch zwei Halbstiche in der Folienpatrone an Ort und Stelle befestigt. Die Patrone wird unter verschiedener. Beladungsbedingungen, wie sie bei der
praktischen Verwendung vorkommen können, in i;in simuliertes, 15 m tiefes Bohrloch hinabgelassen, welches aus der Innenseite eines Stahlrohres von 13 cm Durchmesser besieh!. Das andere Ende der eine Ladungsdichte von 0,53 g/m aufweisenden Bohrlochleitung ist mit dem Zünder und der eine Ladungsdichte von 1,49 g/m aufweisenden Hauptleitung gemäß Beispiel 2 verbunden. Nachdem das Rohr unter den beschriebenen Bedingungen beladen worden ist, wird die Hauptleitung gemäß Beispiel 2 zur Detonation gebracht Die Bohriochleitung detoniert vollständig, und der schlagempfindliche Zeitzünder detoniert nach der für ilin geplanten Zeitverzögerung, nachdem das Aggregat aus Bohrlochleitung, Zeitzünder und Patrome den folgenden Bedingungen unterworfen worden ist:
I. Man läßt die Patrone über die ganze Längt der Bohriochleitung hinweg frei fallen.
II. Der freie Fall der Patrone wird alle 4,6 m plötzlich zum Stillstand gebracht.
III. Die Schnur reibt sich an der rauhen Kante eines Stahlrohres, wenn das Ganze in das Rohr hinabgelassen wird.
IV. Die Bedingungen II und III werden miteinander kombiniert.
V. Bei jedem der Versuche 1, II, III und IV wird ein 3,2 kg schwerer Sandsack fünfmal hintereinander in das Rohr auf das darin befindliche Aggregat aus Bohriochleitung, Zeitzünder und Patrone geworfen und wieder herausgezogen, wobei der Sandsack sich bei seinem Fall an der Schnur reibt
B. Die im Beispiel 1A beschriebene Schnur wird mit einem Knoten versehen, und am Ende der Schnur wird ein 3,2-kg-Gewicht aufgehängt. Das Gewicht wird in das in Teil A dieses Beispiels beschriebene, 15 m lange Rohr fallen gelassen, wobei der freie Fall des Gewichts fünfmal zum Stillstand gebracht wird, so daß eine erhöhte Spannung auf den Knoten zur Einwirkung kommt. Fünf in dieser Weise behandelte Schnüre detonieren anschließend vollständig ohne Unterbrechung an den Knoten.
Beispiel 4
Die Verwendung der in Beispiel 1 und 2 beschriebenen Sprengschnüre zur Übertragung von Detonationswellen zur Bodenladung einer Säule von Brisanzsprengstoffen in Bohrlöchern wird folgendermaßen erläutert:
Sechs Bohrlöcher von je 7,6 m Tiefe, 7,6 cm Durchmesser und m Abstand voneinander werden mit je drei miteinander ausgerichteten Döbelpatronen
ίο (5x41 cm) eines in der US-PS 34 31 155 beschriebenen Wassergelsprengstoffs, der von Polyäthylenterephthalatfolie umhüllt ist, beladen. In die untere Patrone eines jeden Bohrloches ist ein Schlagzeitzünder eingebettet, der in der in Beispiel 2 beschriebenen Weise mit der in
π Beispiel IB beschriebenen Schnur (Bohriochleitung) verbunden ist Das andere Ende einer jeden Bohriochleitung ist in der in Beispiel 2 beschriebenen Weise mit der in Beispiel 2 beschriebenen Hauptleitung (mit dem Unterschied, daß diese vier Garnstränge aufweist) verbunden. Es wird kein Besatz verwendet. Aus der Zeitverzögerung der verwendeten Zeitzünder ist zu schließen, daß die Detonation der Hauptleitung die aufeinanderfolgende Detonation der Ladungen in den Bohrlöchern, beginnend mit der untersten Ladung,
2r> auslöst. Es ist kein Anzeichen von Säulenunterbrechung bemerkbar.
Beispiele 5 bis 10
ίο Sprengschnüre werden nach Beispiel 1 hergestellt. Der Sprengstoff der Seele besteht aus 76,1 Gew.-% superfeinteiligem PETN, 20,3 Gew.-% Acetyltributylcitrat und 3,6 Gew.-% Nitrocellulose. Man verwendet vier Stränge des in Beispiel 1 beschriebenen Garns. Der
π Kunststoff für den Mantel ist der gleiche wie in Beispiel 1. Die Seele wird mit verschiedenenen Durchmessern stranggepreßt, und es werden Überzüge von unterschiedlichen Dicken aufgebracht. Das Detonationsverhalten der Schnüre (gezündet, wie in Beispiel 1 beschrieben) ist in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
Beispiel Seelendurch PETN Detonationsgeschwindigkeit, m/sec bei angegebenem Außendurchmesser**) 0,203 0,229 0,254 0,318
messer der Schnur 6600
cm g/m 0,178 6700 6600 6600
5 0,033*) 0,107 6800 6600 6700 6700
6 0,051 0,213 6800 6800 7200
7 0,076 0,533 6800 7000
S 0,102 0,938 6800 7000
9 0,127 1,49
0,152 2,13
*) Diese Schnur zündet und pflanzt die Detonation nur in 50% der Fälle fort; alle anderen Schnüre detonieren zuverlässig. **) Außendurchmesser in cm.
Diese Beispiele zeigen, daß die Detonationsgeschwin- Überzugsdicke von 0,112 cm wird jedoch die Zuverläs-
digkeit der untersuchten Schnüre unabhängig von der wi sigkeit der Detonation bei der geringsten PETN-La-
PETN-Ladungsdichte und der Dicke des Kunststoff- dungsdichte und dem geringsten Seelendurchmesser
Überzuges im Bereich von 6900 m/sec ±5% liegt. Bei etwas problematisch,
der hier verwendeten Zusammensetzung der Seele und
Beispiele 11 bis 14
Die in den Beispielen 5 bis 10 beschriebene der Zündung und ununterbrochene Fortpflanzung der Sprengschnur wird bei drei verschiedenen Seelenla- Detonation bei minimaler Überzugsdicke untersucht,
dunssdichtcn und Durchmessern auf die Zuverlässigkeit
Beispiel
PETN
g/m
Seelendurchmesser Anzahl der Detonationen in 10 Versuchen bei eier angegebenen Überzugsdicke, cm
cm 0 0,025 0,03ό 0,064
11 0,107 0,033 0
12 0,213 0,051 4
13 0,533 0,076 8
14 1,49 0,127 10
10
Diese Beispiele zeigen, daß mit steigendem Seelendurchmesser und steigender PETN-Ladungsdichte der Kunststoffüberzug die Fähigkeit der Sprengschnur, sich zünden zu lassen und eine Detonation fortzupflanzen, ungünstig beeinflußt
Beispiel 15
Die in den Beispielen 5 bis 10 beschriebene Schnur, deren Seele einen Durchmesser von 0,076 cm hat, wird mit Überzügen aus verschiedenen Werkstoffen und von verschiedenen Dicken hergestellt. Alle Schnurproben (Länge mindestens 46 m) mit 0,051, 0,071 und 0,084 cm dicken Überzügen aus Hochdruckpolyäthylen, Niederdruckpolyäthylen und einem Metallsalz eines Copolymerisats aus Äthyler, und Methacrylsäure (einem ionomeren Harz) detonieren zuverlässig mit einer Geschwindigkeit von 720Om/sec sowohl mit vier Strängen als auch mit acht Strängen Verstärkungsgarn. Die Temperatur der Strangpreßform beträgt beim Aufbringen des Niederdruckpolyäthylens 175°C und beim Aufbringen des ionomeren Harzes 135° C.
Die Mindestzugfestigkeit aller mit vier Garnsträngen hergestellten Proben beträgt 310 N, während die Mindestzugfestigkeit aller mit acht Garnsträngen hergestellten Proben 630 N beträgt. Alle Proben detonieren ungeachtet der Art und Dicke des Überzugs
2-> nach der folgenden Behandlung: An ein Ende der Schnur wird ein 2,7-kg-Gewicht angebunden. Man läßt das Gewicht die Schnur unter der Einwirkung der Schwerkraft über die Kante eines Betonblockes ziehen und zieht die Schnur dann zurück zu ihrem Ausgangs-
iii punkt. Dies wird fünfmal wiederholt
Beispiele 16bis 19
Der Einfluß der Ladungsdichte der Seele und der Dicke des Mantels auf das Verhalten der in den Beispielen 5 bis 10 beschriebenen Schnüre nach dem Verknoten, wie es im praktischen Gebrauch vorkommen kann, ergibt sich aus der folgenden Tabelle:
Beispiel PETN Seelendurchmesser Manteldickc Fortpflanzung der Detonation
durch Knoten
g/m cm cm Halbstich Knoten
16 0,533 0,076 0,089 15la)
17 0,638 0,084 0,086 15""
18 0,723 0,089 0,084 13"" TIM
19 0,853 0,i 02 0,109 14(.o 4«i»
'"' Anzahl der positiven Ergebnisse in 15 Versuchen.
(hl Anzahl der positiven Ergebnisse in 5 Versuchen; Knoten unter einer Spannung von 44 N geknüpft.
Diese Beispiele zeigen, daß die hier beschriebenen Schnüre eine Detonation durch Knoten hindurch fortpflanzen, statt sich an den Knoten infolge übermäßiger Brisanz zu trennen. Sie zeigen ferner, daß bei Erhöhung der Sprengstoffladungsdichte eine Vergrößerung der Manteldicke die Fortpflanzung der Detonation durch Knoten gewährleistet.
Beispiele 20bis24
Die in den Beispielen 5 bis 10 beschriebene Schnur, deren Seele einen Durchmesser von 0,076 cm hat, wird mit verschiedenen Anzahlen von Multifilsträngen aus h> Polyäthylenterephthalatgarn (PET) und einem Aramidgarn (vollaromatisches Polyamid, hergestellt durch Kondensation von Terephthalsäure und p-Phenylendiamin) hergestellt, wobei alle Stränge einen Titer von 1000 den aufweisen. Den Einfluß dieser Variablen auf die Festigkeit der Schnur und ihre Fähigkeit, eine Detonation durch Knoten hindurch fortzupflanzen, zeigt die folgende Tabelle:
Beispiel
PET-Garn Aramidgarn
Anzahl von Strängen
Zugfestigkeit der
Schnur
Fortpflanzung der Detonation durch
Knoten
Ilalbslich
Knoten
2
4
8
4<a.
10(i"
ΙΟ'"
0,Iu] U)(al
3;();0;0(hl 3;3;3;O(hl 2;l;0;0(bl 3;3;3;3lhl
!a! Anzahl der positiven Ergebnisse in i0 Versuchen.
IM Anzahl der positiven Ergebnisse in 3 Versuchen; Knoten unter Spannung von 44, 90, 133 bzw. 180N geknüpft.
Diese Beispiele zeigen, daß die Zugfestigkeit der Schnur für eine gegebene Anzahl von Garnsträngen des gleichen Titers mit der Zugfestigkeit des Garns variiert. In diesem Falle liefert das Aramid eine Schnur von höherer Zugfestigkeit mit weniger Strängen als der Polyester. Die Beispiele zeigen ferner, daß eine große Anzahl von Strängen einer gegebenen Faser oder eine festere Faser die Fähigkeit der Schnur, eine Detonation durch dichtere Knoten hindurch fortzupflanzen, verbessert.
Beispiel 25
Eine kontinuierliche massive Seele aus einer bindemittelhaltigen Sprengstoffmasse aus 75 Gew.-% superfeinteiligem PETN und 25 Gew.-% Bindemittel, bestehend aus einem Copolymerisat aus Butadien, Acrylsäurenitril und Methacrylsäure (vgl. US-PS 33 38 764) wird an einem einzigen Strang eines Aramidgarns (Kondensationsprodukt aus Terephthalsäure und p-Phenylendiamin) befestigt Die Seele und der Trägerstrang werden zusammen durch eine rohrförmige Beschichtungsstrangpreßdüse gezogen, die beide mit einem 0,064 cm dicken Mantel aus Hochdruckpolyäthylen umgibt. Die so erhaltene Schnur, die eine PETN-Ladungsdichte von 1,49 g/m aufweist, detoniert, wenn sie nach dem Verfahren des Beispiels 1 gezündet wird, mit einer Geschwindigkeit von 7000 m/sec und hat eine Zugfestigkeit von 33 N.
Beispiel 26
Die in Beispiel 1 beschriebene, verformbare bindemittelhaltige Sprengstoffmasse (mit dem Unterschied, daß sie aus 76 Gew.-% superfeinteiligem PETN, 20 Gew.-% Acetyltributylcitrat und 4 Gew.-% Nitrocellulose besteht) wird so stranggepreßt, daß man zehn 1,2 m lange Schnüre erhält, von denen fünf einen Durchmesser von 0,076 cm (0,533 g/m PETN) und fünf einen Durchmesser von 0,127 cm (1,49 g/m PETN) aufweisen. Die stranggepreßten Schnüre werden in Hochdruckpolyäthylenrohre mit einer lichten Weite von 0,152 cm und einem Außendurchmesser von 0,20 cm eingezogen. Die Verhältnisse von Sprengstoffladungsdichte zu Wanddikke betragen für diese Schnüre 18:1 bzw. 50:1, ausgedrückt in g/m Ladungsdichte je cm Dicke. Alle Schnüre haben Zugfestigkeiten von etwa 44 N.
Die Schnüre werden durch eine Sprengkapsel Nr. 6 gezündet, wobei das Ende der Kapsel in koaxialer Berührung mit dem freien Ende der Schnur steht Alle Schnüre detonieren ohne Unterbrechungen, wobei alle Kunststoffüberzüge verbraucht werden. Die mittlere Delonationsgeschwindigkeit für alle zehn Schnüre beträgt 7300 m/sec.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung kommt es praktisch zu keiner Verminderung des Seelendurchmessers, nachdem die Seele hergestellt worden ist. Das Verfahren erzeugt eine Seele von hoher Dichte, ohne daß eine Verminderung des Durchmessers der S.-ele erforderlich wäre, wie es z. B. bei Verfahren zur Herstellung von Sprengschnüren mit einer Seele aus teilchenförmigen! Sprengstoff der Fall ist Der Umstand, daß es bei dem Verfahren nicht erforderlich ist, den Durchmesser der Seele zu ändern, vereinfacht die Verfahrenssteuerung in bezug auf die Erzielung der erforderlichen endgültigen Ladungsdichte der Seele und vermeidet die Möglichkeit des Eindringens der umgebenden Garnstränge in die Seele.
Bei Sprengschnüren mit Seelen von geringem Durchmesser und geringer Ladungsdichte können Fremdstoffteilchen, wie Sand, Metall usw., die Detonation der Schnur beeinträchtigen, wenn die Teilchen groß genug sind. Deshalb ist es ein wichtiges Merkmal der Erfindung, daß eine Sprengstoffmasse für die Seele hergestellt werden kann, die infolge der bei der Herstellung angewandten Bedingungen frei von solchen Teilchen ist, und daß die zur Herstellung der Seele verwendete Strangpresse mit einem Teilchensieb ausgestattet ist Bei Seelen mit Durchmessern von etwa 0,076 cm und mehr sollen Teilchen, die größer als etwa 33% des Seelendurchmessers sind, ausgeschlossen werden. Für Seelen mit kleinerem Durchmesser sollen Teilchen, die größer als 0,013 cm sind, ausgeschlossen
so werden.
Wenn bei dem Verfahren gemäß der Erfindung Garnstränge und die Sprengstoffseele gesondert einer Form zum Strangpressen des Kunststoffmantels zugeführt werden, nimmt der sich in dieser Presse bildende Käfig gewöhnlich die Seele in sich mit, und der Mantel bildet sich anschließend auf der mit dem Käfig umhüllten Seele. Die Herstellung des Käfigs, das Mitnehmen der Seele und das Ummanteln können aber auch praktisch gleichzeitig durchgeführt werden.
Ebenso können die beiden Strangpressen der Vorrichtung, nämlich die Strangpresse, mit der die Seele hergestellt wird, und die Strangpresse, mit der der Mantel hergestellt wird, Bestandteile von gesonderten Strangpressen sein, sie können sich aber auch gemeinsam in einer einzigen Strangpreßanlage befinden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen

Claims (17)

Patentansprüche:
1. Energiearme Sprengschnur mit einer kontinuierlichen, massiven Seele aus Sprengstoff, der etwa 0,1 bis 2 g/m kapselempfindlichen, kristallinen Brisanzsprengstoff aus der Gruppe der organischen Polynitrate und Polynitramine enthält, und mit einem die Seele umgebenden Mantel, dadurch gekennzeichnet, daß
a) der Sprengstoff eine verformbare Sprengstoffmasse ist, die mindestens etwa 55 Gew.-% des kristallinen Brisanzsprengstoffes im Gemisch mit einem Bindemittel enthält, wobei due Teilchen des Brisanzsprengstoffes eine maximale Abmessung im Bereich von 0,1 bis 50 um aufweisen, und
b) der Mantel (4) nur aus mindestens einer Schicht aus einem Kunststoff besteht, der bei einer den Schmelzpunkt des Brisanzsprengstoffes um nicht mehr als 75° C übersteigenden Temperatür fließfähig ist
2. Sprengschnur nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine die Seele (2) umgebende Verstärkung (3),
3. Sprengschnur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (3) im wesentlichen aus einem oder mehreren kontinuierlichen Garnstrang (Garnsträngen) besteht, der (die) am Umfang der Seele im wesentlichen parallel zur Längsachse der Seele verläuft (verlaufen) und däe verstärkte Seele eine Zugfestigkeit von mindestens 44 N aufweist.
4. Sprengschnur nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (3) aus mindestens vier Garnsträngen (9,10) besteht, die im wesentlichen gleichmäßig um den Umfang der Seele (2) herum verteilt sind.
5. Sprengschnur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Garn ein Multifilgarn ist, dessen Fäden um die Seele herum verteilt sind.
6. Sprengschnur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprengstoffmasse mindestens etwa 70Gew.-% Pentaerythrittetranitrat und mindestens 0,4 g Pentaerythrittetranitrat je Meter Länge enthält und der Mantel (4) aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht.
7. Sprengschnur nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel weichgestellte Nitrocellulose ist.
8. Sprengschnur nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der thermoplastische Kunststoff ein bei einer Temperatur unterhalb etwa 2000C fließfähiges Polyolefin ist.
9. Sprengschnur nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (4) aus Polyäthylen besteht und die Dicke des Mantels (4) im Bereich von etwa 0,013 bis 0,318 cm liegt.
10. Sprengschnur nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die verstärkte Seele (2) eine Zugfestigkeit von mindestens 88 N aufweist, bo
11. Sprengschnur nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (4) etwa 0,013 bis 0,191 cm dick ist.
12. Verfahren zur Herstellung einer Sprengschnur nach einem der Ansprüche 2 bis 11, bei dem eine t>r> kontinuierliche, massive Seele hergestellt wird, Garnstränge unter Spannung abgezogen werden und im wesentlichen in parallelen., in Längsrichtung verlaufenden Strängen angeordnet werden, die die Seele in sich mitnehmen, und ein Mantel aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß
die Garnstränge (9, 10) einen vorrückenden Käfig
(14) bilden,
um den vorrückenden KaHg (14) herum eine Schicht aus weichem Kunststoff aufgebracht wird, ohne dabei eine wesentliche Änderung im Durchmesser der Seele (2) nach deren Mitnahme in den Käfig (14) zu verursachen, und
der Kunststoff ausgehärtet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Seele in den vorrückenden Garnkäfig (14) hinein stranggepreßt wird und sie sodann zusammen mit dem Garnkäfig in und durch eine Strangpreßform (15) geleitet wird, in der der Kunststoff zu einem Mantel (4) um den Garnkäfig mit der darin befindlichen Seele (2) herum verformt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine rohrförmige Strangpreßform (15) verwendet wird und man den darin entstehenden Kunststoffschlauch auf die von dem Käfig (14) umgebene Seele (2) durch Anlegen eines Vakuums an die Strangpreßform aufschrumpfen läßt
15. Verfahren nach Anspruch 12, in dem die Garnstränge und die Seele gesondert zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Garnstränge (9, 10) und die Seele (2) einer Strangpreßform (8) zugeführt werden, in der die Stränge (9,10) zu einem Käfig (14) angeordnet werden und daß der Kunststoffmantel (4) um die von dem Käfig (14) umgebene Seele (2) herum beim Hindurchleiten der von dem Käfig (14) umgebenen Seele (2) durch einen Kunststoffstrom erzeugt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch unter Vakuum zu der massiven Seele verformt wird.
17. Vorrichtung zur Herstellung einer Sprengschnur nach einem der Ansprüche 2 bis 11 mit einem Mechanismus zum kontinuierlichen Erzeugen einer massiven Seele aus Brisanzsprengstoff, einem Mechanismus zum Aufbringen eines Mantels auf die Seele, einem Mechanismus, um Garnstränge im wesentlichen parallel zueinander in ringförmiger Anordnung zu orientieren und einem Mechanismus zum Abziehen der im wesentlichen parallelen Stränge unter Spannung, gekennzeichnet durch
a) eine erste Strangpresse (5) zum Verformen einer Masse (28) aus verformbarem, bindemittelhaltigem Brisanzsprengstoff zu einer kontinuierlichen massiven Seele (2),
b) einem Strangorientierungsmechanismus (8; 33), der in bezug auf die erste Strangpresse (5) eine solche Lage hat, daß die Stränge (9, 10) als vorrückender Käfig (14) die aus der ersten Strangpresse (5) austretende Seele (2) in sich mitnehmen und weiterfördern,
c) eine zweite Strangpresse (15) zum Aufbringen eines weichen Kunststoffs (30) in Form eines Mantels (4) auf einen durch sie hindurchlaufenden Träger, wobei die zweite Strangpresse (15) in bezug auf die erste Strangpresse (5) und den Strangorientierungsmechanismus (8; 33) eine solche Lage hat, daß die von dem Käfig (14) umgebene Seele (2) als Träger für das
Aufbringen des Mantels (4) durch die zweite Strangpresse (15) läuft, ohne daß der Durchmesser der Seele (2) vorher, gleichzeitig oder danach vermindert wird, und
d) eine Einrichtung (20) zum Hindurchleiten der -, mit Mantel (4) und Käfig (14) versehenen Seele (2), um den Kunststoff (30) auszuhärten.
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