DE278652C - - Google Patents

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DE278652C
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01HELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
    • H01H29/00Switches having at least one liquid contact

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
— JVi 278652 KLASSE 21 c. GRUPPE
A. B. CARTER & CO. G. m. b. H. in BERLIN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. Mai 1913 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Schalter, bei \velchem in bekannter AVeise ein mit Quecksilber gefülltes Gefäß, das mit einem zweiten Gefäß nach Art der kommunizierenden Röhren verbunden ist bewegt wird. Die Benutzung solcher Gefäße zur Hervorbringung von Kontakten ist bereits vorgeschlagen worden, um variable Widerstände selbsttätig ein- und auszuschalten, ίο Hierbei wurde jedoch das Quecksilbergefäß nur bewegt, wenn die Stromstärke sich änderte, während im normalen Zustand das Gefäß in Ruhe blieb.
Nach vorliegender Erfindung wird dagegen das eine der beiden Gefäße rhythmisch bewegt, so daß durch das in dem einen Gefäß ansteigende Quecksilber die Kontakte in vorher bestimmten Zeitintervallen hervorgebracht wer-■ den, wie dies namentlich für Reklamebeleuchtung notwendig ist. Es hat sich dabei herausgestellt, daß man hier Schaltungen mit großer Sicherheit hervorbringen kann, die auch z. B. in Bruchteilen einer Sekunde aufeinander folgen können. Wesentlich ist dabei die Veras wendüng von kommunizierenden Gefäßen, d. h. solchen Gefäßen, die in ihren unteren Teilen durch ein Rohr miteinander verbunden sind, so daß niemals die auf dem Quecksilber sich mit der Zeit bildende Schlacke durch das Rohr hindurchzugehen braucht.
Auf der Zeichnung ist
Fig. ι ein teilweise schema tischer Querschnitt durch die Vorrichtung der neuen Art in ihrer Anwendung auf Blinkschalter.
Fig. 2 zeigt in ebensolcher Darstellung die Vorrichtung in ihrer Anwendungsweise auf einen Treppenschalter.
Fig. 3 zeigt die Verwendungsweise für einen Stufenschalter, d. h. für einen Schalter, bei welchem eine größere Anzahl von Lampen oder Lampengruppen hintereinander zum Erglühen, jedoch gleichzeitig zum Erlöschen kommen.
Fig. 4 zeigt einen Motoranlaßschalter.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist 1 ein Hohlkörper, z. B. aus Eisen, mit einem Schlauchstutzen 2. 3 ist ein Körper aus isolierendem Material, z. B. Fibre, 4 ein Eisenrohr, 5 ein Deckel, der bei 6 eine zu verschraubende Öffnung hat. Das aus den genannten Teilen bestehende Gefäß 7 ist durch einen Gummischlauch 8 mit einem zweiten Gefäß 9, das vollständig aus Eisen hergestellt ist, verbunden. An dem Deckel 10 dieses Gefäßes, der übrigens bei 11 eine zu verschraubende Öffnung hat, ist ein Eisenkern 12 befestigt. Während das Gefäß 7 an einer senkrecht stehenden Grundplatte 13 fest angeordnet ist, ist das Gefäß 9 mit dem Eisenkern 12 an einer Feder hängend gedacht. Der Eisenkern steht unter dem Einfluß einer Spule 15, und betriebsmäßig erfolgt eine Auf- und Abwärtsbewegung des Kernes gemeinsam mit dem Gefäß 9, die nach oben und unten durch die Anschläge 16 und 17 begrenzt ist. Die durch den Gummischlauch 8 verbundenen Gefäße 7 und 9 stellen kommunizierende Röhren dar, wenn die Öffnungen bei 6 und 11 nicht
—^-
durch ihre Verschlußkappen geschlossen sind. Füllt man eines der Gefäße mit Quecksilber an, so steigt in dem anderen das Quecksilber bis zur gleichen Höhe wie im ersten. Durch Heben und Senken des Gefäßes 9 ist man nun in der Lage, den Quecksilberspiegel im feststehenden Gefäß 7 zum Steigen und Fallen zu bringen. Steht in dem Gefäß 7 das Quecksilber so hoch, daß es das Isolierstück 3 über-
.10 deckt, so fließt es in die zwischen dem Isolierstück 3 und dem Eisenrohr 4 vorgesehene Rille 18, und ein gewisses Quantum Quecksilber bleibt in der Rille zurück, wenn der Quecksilberspiegel im Gefäß 7 zum Sinken gebracht wird.
Die Anordnung ist so abgeglichen, daß beim Aufliegen des Gefäßes 9 auf der Auflage 17 der Quecksilberspiegel im Gefäß 7 so weit sinkt, daß eine leitende Verbindung zwischen dem Rohr 4 bzw. dem in der Rille 18 vorhandenen Quecksilberring und dem Eisenbehälter ι bzw. dem in demselben befindlichen Quecksilber nicht besteht.
Wird das Gefäß 9 angehoben, so daß es an den Anschlag 16 antrifft, so steigt im Behälter 7 das Quecksilber über die obere Kante des Isolierstückes 3 und fließt mit dem Quecksilberring in der Rille 18 zusammen, so daß zwischen 1 und 4 Kontakt gebildet wird. Wird das Gefäß 9 wieder gesenkt, so daß es auf den Anschlag 17 auffällt, dann sinkt im Behälter 7 das Quecksilber und es erfolgt eine Unterbrechung zwischen dem Quecksilberring in der Rille 18 und dem im Teil 1 des Behälters be-
Bildlichen Quecksilber. '
Es ist ersichtlich, daß Kontaktgebung und Unterbrechung immer zwischen Quecksilber und Quecksilber und nie zwischen Quecksilber und Eisen erfolgt.
Dies ist in bezug auf Abnutzung von Wichtigkeit, da ja sogenannte Brandflecke durch Funkenbildungen nicht entstehen können. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß die Kontaktfläche zum mindesten beim Schließen des Kontaktes eine recht große ist, da, unter der Voraussetzung, daß die Gefäßachse senkrecht steht, der ganze innere Umfang des in der Rille 18 befindlichen Quecksilberringes Kontaktfläche ist.
Aus Zweckmäßigkeitsgründen wird man den über dem Quecksilber befindlichen freien Raum im Gefäß 7 mit einer isolierenden Flüssigkeit füllen, einerseits, um die Bildung der Schaltfunken zu unterdrücken, andererseits, um das Quecksilber vor dem Oxydieren zu schützen; desgleichen wird man mit derselben Flüssigkeit den Quecksilberspiegel im Gefäß 9 bedecken.
Für die Öffnungen 6 und 11 in den beiden Deckeln der Gefäße sind nur deshalb Verschraubung«! vorgesehen, damit der Transport der bereits mit Quecksilber und Isolierflüssigkeit gefüllten Apparate erfolgen kann. Vor der Inbetriebsetzung sind die Verschlußkappen zu entfernen.
Der Stfomlauf ist der folgende:
Im Ruhezustande liegt das Gefäß 9 auf dem Anschlag 17 auf, und zwischen 1 und 4 ist keine leitende Verbindung. Von einem Pol 19 fließt durch die eingeschalteten Nutzwiderstände 20 ein schwacher Strom zur Spule 15 (infolge ihres großen Widerstandes) und von da zum anderen Pol 21 der Stromquelle zurück. Hierdurch wird der Eisenkern 12 hochgezogen, das Gefäß 9 bewegt sich bis zum obe- ren Anschlag 16, und im Behälter 7 steigt der Quecksilberspiegel so hoch, daß Kontakt zwischen 4 und ι gebildet wird. Jetzt fließt Strom von 19 über die Nutzwiderstände 20 über ι durch das Quecksilber hindurch zu 4 und von da zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Durch die Spule 15 fließt jetzt praktisch kein Strom, da sie durch den geschlossenen Gefäßkontakt 1 und 4 kurzgeschlossen ist. Der Eisenkern 12 wird deshalb herabsinken, das Gefäß 9 bewegt sich bis zur unteren Auflage 17, der Quecksilberspiegel sinkt im Behälter 7 und es erfolgt eine Unterbrechung zwischen 1 und 4. Hierdurch bekommt die Spule 15 wieder Strom, und das Spiel beginnt wieder von neuem.
Es sei darauf hingewiesen, daß, bis ein Zusammenfließen des im Gefäß 7 ansteigenden Quecksilbers mit dem in der Rille 18 befindlichen erfolgt, das ansteigende Quecksilber erst gewissermaßen eine Wölbung über dem Rand des Isolierstückes 3 bildet.
Nachdem die Wölbung eine gewisse Höhe erreicht hat und demnach der Druck des überstehenden Quecksilbers genügend groß geworden ist, erfolgt das Zusammenfließen mit dem in der Rille 18 befindlichen Quecksilber.
Nimmt man an, daß von dem Moment an, in welchem die Kontaktbildung vor sich geht, ein weiteres Ansteigen des Quecksilberspiegels nicht mehr erfolgt, sondern sofort durch Abwärtsbewegen des Gefäßes 9 ein Sinken des · Quecksilberspiegels im Behälter 7 bewirkt wird, so wird doch die Unterbrechung zwischen ι und 4 bzw. zwischen dem in der Rille n0 18 vorhandenen Quecksilber und dem sinkenden erst geschehen, wenn der Quecksilberspiegel um ein verhältnismäßig großes Stück gefallen ist. Die Quecksilbermenge, welche von dem Moment der Kontaktbildung bis zu dem Moment der Stromunterbrechung ausfließen muß, ist im wesentlichen abhängig vom Gefäßdurchmesser und der Form des oberen Randes des Isolierstückes 3. Die Zeit, während welcher die erwähnte, zur Durchführung der Schaltung erforderliche Ouecksilbermenge ab- oder zufließt, ist abhängig einerseits von
der Durchflußöffnung zwischen den Gefäßen 7 und 9, andererseits von der Verschiedenheit der Höhen der Quecksilberspiegel ■ in den Gefäßen 7 und 9. Man hat es also in der Hand, durch geeignete Wahl der Durchgangsöffnung zwischen den Gefäßen 7 -und 9 etwa dadurch, daß man Schlauch von größerem oder kleinerem Durchgang benutzt, oder durch Schlauchstücke mit größeren oder kleineren Durchgangsöffnungen an den Gefäßen oder durch Einschieben einer mehr oder weniger engen Düse in den Gummischlauch die Schaltzeiten in verhältnismäßig weiten Grenzen zu beeinflussen.
Auch dadurch, daß man die Öffnungen 6 oder 11 etwa mittels einer Ventilschraube mehr oder weniger groß macht, oder in einen von 6 zu 11 zu legenden Schlauch eine mehr oder weniger große Düse einsetzt, kann die Zeit für das Überfließen des Quecksilbers geändert werden.
Des weiteren ist man in der Lage, die Kontaktzeit unabhängig von der Stromunterbrechungszeit, und umgekehrt durch Einstellen der Anschläge 16 und 17 zu ändern.
Hierdurch nämlich ändert man die Höhendifferenz der Quecksilberspiegel und somit die Ab- oder Zuflußgeschwindigkeit des Quecksilbers.
In Fig. 2 ist ein sogenannter Treppenautomat gezeigt. Die Gefäße 9 und 7 sind hierbei erheblich größer ausgebildet, damit die notwendig längere ' Schaltzeit erreicht werden kann. 24 ist ein Schaltrelais, unter dessen Einfluß der Kontakt 25 steht. Parallel mit den Kontäktstücken liegt die Druckknopfleitung 26. Der Stromlauf und die ΛΥίΛμι^β-weise des Apparates gehen in folgender Weise vor sich.
Der Quecksilberspiegel hat in der Ruhelage im Gefäß 9 seine Höchststellung, die Kontakte ia und 4a stehen deshalb miteinander in elektrischer Verbindung. Im Gefäß 7 hat der Quecksilberspiegel seine niedrigste Lage, Die Kontakte 1 und 4 sind nicht leitend verbunden. Wird in der Druckknopf leitung 26 ein Druckknopf geschlossen, so fließt Strom vom Pol 19 der Stromquelle über den Druckknopfkontakt durch die Spule 24 zur Spule 15, von da über die Kontakte 4" und ia zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Die Spule 24 wird magnetisch und schließt den unter ihrem Einfluß stehenden Kontakt 25, der auch nach Öffnung des Druckknopfkontaktes geschlossen bleibt. Die Spule 15 hebt das Gefäß 9 und der Quecksilberspiege! im Gefäß 9 sinkt, der im Gefäß 7 steigt. Zwischen den Kontakten 1 und 4 des Gefäßes 7 stellt das Quecksilber eine leitende Verbindung her, wodurch ein zweiter Stromweg geschaffen wird, nämlich vom Pol 19 der Stromquelle durch die Treppenbeleuchtungslampen 20 über den Kontakt 4, 1 des Gefäßes 7 zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Wenn der Quecksilberspiegel im Gefäß 9 so weit gesunken ist, daß" eine Unterbrechung zwischen ia und.4'·* erfolgt, wird der durch die Spulen 24 und 15 fließende Strom unterbrochen. Infolgedessen fällt das Gefäß 9 auf seine untere Auflage 17 zurück. Gleichzeitig wurde durch die Unterbrechung des Spulenstromes der Kontakt 25 geöffnet.
Der Quecksilberspiegel im Gefäß 9 steigt nun wieder, ohne daß jedoch trotz der neuen Kontaktbildung zwischen ie und 4* Strom durch die Spule fließt, weil ja bei 25 die Spulenleitung unterbrochen ist. Im Gefäß 7 sinkt der Quecksilberspiegel, bis schließlich eine Unterbrechung zwischen 1 und 4 erfolgt und hierdurch der zu den Treppenbeleuchtungslampen 20 fließende Strom ausgeschaltet wird.
Es ist ersichtlich, daß das Fallen des Gefäßes 9 nach der halben Brennzeit der Treppenbeleuchtungslampen 20 vor'. sich geht. Durch einen erneuten Druck auf den Druckknopf der Leitung 26 könnte ohne weiteres die Brennzeit verlängert werden, ohne daß die Treppenbeleuchtungslampen 20 ausgehen. Die Brennzeit der Lampen ist abhängig von den Gefäßgrößen, der Durchgangsöffnühg für das Quecksilber zwischen den Gefäßen 7 und 9 und schließlich von der Hubhöhe des Gefäßes 9. Diese Hubhöhe ist durch die Anschlage 16 und 17 in bestimmten zweckmäßigen Grenzen einzustellen.
In der Tiefststellung des Gefäßes 9 kann noch ein besonderer, zu 1,4 parallel liegender Federkontakt unterbrochen gehalten sein, der beim Anheben des Gefäßes 9 sich durch Federkraft schließt. Hierdurch wird erreicht, daß die Treppenbeleuchtungslampen nach dem Drücken sofort und nicht erst nach erfolgter Kontaktbildung zwischen 1,4 angehen. Bei der Abwärtsbewegung des Gefäßes 9 wird erst der besondere Federkontakt stromlos geöffnet und nachher, wenn das Quecksilber aus Gefaß 7 abgelaufen ist, wird der Strom durch die Unterbrechung bei 1, 4 abgeschaltet.
Die beispielsweise angegebenen Ausführungsarten lassen erkennen, daß auch noch verschiedene andere Konstruktionen' durchführbar sind. So wird z. B. die Herstellung eines Schalters, der stufemveise mehrere Stromkreise einschaltet, ohne weiteres möglich sein. Zu diesem Z\vecke können entweder an Stelle des Gefäßes 7 mehrere, durch Schlauchleitungen verbundene, in verschiedener Höhe angeordnete Gefäße verwendet werden. Es steigt dann das Quecksilber im niedrigsten Gefäß zuerst bis zur Kontaktbildung, dann im nächsten Gefäß usw., bis schließlich im letzten der Gefäße 7 Kontakt gebildet \vird. Durch die zuletzt erfolgte Kontaktbildung
wäre es möglich, eine Spule 15 auszuschalten, z. B. durch Kurzschließen, und ein Gefäß 9 zum Herabsinken zu bringen.
Schließlich wäre es auch noch möglich, ein . 5 Gefäß 7 so auszubilden, daß in demselben viele Kontakte übereinander angeordnet sind und beim Steigen des Quecksilbers in dem Gefäß nacheinander die Kontakte vom steigenden Quecksilber erreicht werden.
Auf diese Art lassen sich Stufenschalter für buchstabenweise Einschaltungen z.B. für Reklameschilder oder Schalter für in Schreibschrift ausgeführte Reklameschilder, bei denen der Anschein des Schreibens erweckt wird,
!5 herstellen.
Eine beispielsweise Ausführungsform eines Stufenschalters mit fünf Stufen, bei dem die Einschaltung stufenweise, die Ausschaltung gemeinsam erfolgt, ist in Fig. 3 gezeigt.
Im Ruhezustande sind die Gefäße 9 und ga in ihrer Tiefststellung. Die an diesen vorgesehenen Kontakte sind deshalb miteinander verbunden, während die in den Gefäßen 7 und 7a vorgesehenen Kontakte nicht in leitender Verbindung miteinander stehen. Von einer Stromquelle 19 fließt Strom durch die Spule 15 und gleichzeitig durch die Spule 15". über das Gefäß 9" zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Hierdurch werden die Gefäße 9 und ga angehoben. Die Quecksilberspiegel steigen in den Gefäßen 7 und ya. Bevor die leitenden Verbindungen zwischen den Kontakten des Gefäßes 9ff unterbrochen sind, tritt eine solche leitende Verbindung zwischen den Kontakten des Gefäßes Ja ein, und wenn die Unterbrechung bei 9a erfolgt, kann der Strom von den Spulen 15 und 150 durch das Gefäß 9 und von da über das Gefäß 7" zum Pol 21 der Stromquelle zurückfließen. Die Spulen .15 und 15* bleiben also vorläufig unter Strom stehen. Nach erfolgter Kontaktbildung im Gefäß 7a werden allmählich die Kontakte im Gefäß 7 nacheinander geschlossen. Hierdurch kommen die Lampen 20 in stufenweiser Schaltung zum Brennen. Der Stromlauf geht hierbei vom Pol 19 der .Stromquelle über die Lampen 20 durch das Gefäß 7, von da durch das Gefäß 7a und von da zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Ist in dem Gefäß 9 der Quecksilberspiegel so tief gesunken, daß der Gefäßkontakt unterbrochen wird, so werden die Spulen 15 und 15" stromlos, da auch im Gefäß 9" Kontakt infolge des gesunkenen Ouecksilberspiegels nicht besteht. Die Gefäße 9 und g'1 sinken herab, im Gefäß Ja wird der Kontakt unterbrochen, die ganze Anlage bleibt so lange stromlos, bis der Kontakt im Gefäß 9" wieder gebildet ist. Die Ausschaltung des Hauptstromes erfolgt durch die Kontaktöffnung des Gefäßes 7™. Natürlich muß diese Ausschaltung vor sich gehen, bevor das Quecksilber unter die oberste Kontaktstelle im Gefäß 7 gesunken ist. Die Verhältnisse lassen sich in der gewünschten Weise dadurch gestalten, daß die Quecksilbermenge in den Gefäßen, die Gefäßdurchmesser und die Gefäßhübe geeignet bemessen werden.
Weiter ist es auch noch möglich, Quecksilbergefäße, z. B. je eins an den Spitzen eines gleichseitigen Drei- oder Mehrecks, anzuordnen und ein Gefäß nach dem anderen zum Heben und Senken zu bringen. Hierdurch lassen sich die bekannten Schlangen- oder Kettenschaltungen erzielen.
Die Ausführung der Schalttöpfe kann natürlich auch in anderer Art als in Fig. 1 dargestellt erfolgen. So ist es z. B. nicht erforderlich, daß die Rille 18 tatsächlich eine völlig rund um den Umfang des Gefäßes 7 herumgehende Rille bildet, sondern es genügt, wenn an Stelle der Rille nur an einem Punkte des Umfanges ein Quecksilbernapf so angeordnet ist, daß das in ihm befindliche Quecksilber mit dem Rohr 4 in Verbindung steht. Schließlich könnte man auch noch das Rohr 4 aus verschiedenen, voneinander isolierten, den Umfang bildenden Eisenstreifen herstellen, deren jeder mit einem Napf in Verbindung steht. Dann wäre es möglich, durch eine Schaltbewegung gleichzeitig oder auch zu verschiedenen Zeiten, je nach der Höhe der angeordneten Näpfe, Schaltungen mehrerer Stromkreise vorzunehmen u.-dgl. m. Der Gummischlauch 8 könnte natürlich auch durch ein Eisenrolir ersetzt werden, das mit den Gefäßen 7 und 9 in starrer Verbindung steht. Es wäre dann zweckmäßig, am Gefäß 7 oder an einer Stelle des Rohres einen Drehpunkt vorzusehen, um den sich bei der Bewegung des Gefäßes 9 das mit diesem durch das Rohr 8 starr verbundene Rohr 7 mitbewegt.
Würde man den Drehpunkt zwischen die Gefäße 7 und 9 legen, so könnte man bei einer bestimmten zu erzielenden relativen Bewegung zwischen den Gefäßen 9 und 7 den Weg des Gefäßes 9 und somit des unter dem Einfluß der Spule 15 stehenden Eisenkernes 12 beliebig verkleinern.
Durch geeignete Anordnung könnte selbstverständlich auch erreicht werden, daß die Gefäße 9 und 7 bei der Bewegung senkrecht stehen, . sie müßten dann in irgendwelchen Schlitzen o. dgl. geführt werden, das Verbindungsrohr zAvischen den beiden Gefäßen müßte jedoch entweder durch Gelenke mit den Gefäßen verbunden oder am besten als Gummi- ' schlauch ausgebildet sein.
Die in vorstehendem beschriebenen Schaltungen bezogen sich auf Lampenbetriebe. Bei entsprechender Ausführungsform lassen sich aber auch wesentliche Resultate für Maschinenschaltungen erzielen.
So ist von besonderer Bedeutung der in Fig. 4 schematisch dargestellte Motoranlaßschalter.
Es sei 27 der Anker und 28 die Magnetspule eines Elektromotors. 30 sei ein Anlaßwiderstand mit fünf Stufen. Das Gefäß 7 ist so ausgebildet, daß beim Steigen des Quecksilberspiegels im Gefäß 7 fünf Kontakte nacheinander durch das Quecksilber kurzgeschlossen werden.
Der Stromlauf und Schaltvorgang ist der folgende: . s
Im Ruhezustande ist der Hauptschalter 31 geöffnet. Die Gefäße 9 und ga befinden sich in ihrer tiefsten Stellung. Im Gefäß 9 ist deshalb der Kontakt geschlossen, in den Gefäßen 7 und 7" sind die Kontakte geöffnet.
Beim Schließen des Schalters 31 fließt Strom vom Pol 19 der Stromquelle durch die Spulen 15", 24, über den Kontakt des Gefäßes 9 zum Pol 21 der Stromquelle zurück. Das Gefäß ga wird angehoben und hierdurch Kontakt im Gefäß 7a gebildet. Hierdurch wird die Spule 15 erregt und das Gefäß 9 wird angehoben.
Der Ouecksilberspiegei steigt im Gefäß 7, die Kontakte in demselben werden geschlossen, und hierdurch wird der Widerstand 30 ausgeschaltet bzw. kurzgeschlossen. Der Stromlauf ist dann vom Pol 19 der Stromquelle über den Kontakt des Gefäßes 7", von da einmal direkt zur Magnetwicklung und zum Anker der Maschine. Von der Magnetwicklung geht der Strom direkt, vom Anker aber durch den Widerstand 30 bzw. die Kontakte des Gefäßes 7 zum Pol 21 der Stromquelle zurück.
Die Spulen 15 und 15" bleiben während des Betriebes der Maschine unter Strom und die Gefäße 9 und ga in ihrer Höchststellung. Dadurch, daß Strom durch die Spule 24 geht, bleibt der Kontakt 25 geschlossen, und die Spule 150 bleibt unter Strom, auch wenn der Kontakt im Gefäß 9 unterbrochen ist. Wird hingegen die Anlage durch den Schalter 31 ausgeschaltet, so fällt das Gefäß 9 und das Gefaß ga in seine Anfangsstellung zurück. Schaltet man den Schalter 31 sofort wieder ein, so werden die Spulen 15° und 24 erst wieder Strom bekommen, wenn im Gefäß 9 Kontakt gebildet ist, d. h. wenn im Gefäß 7 das Quecksilber seinen Tiefststand erreicht und alle Kontakte unterbrochen sind. Die Spule 15 bekommt deshalb keinen Strom, weil das Gefäß ga bei der Ausschaltung herabgefallen ist und dadurch der Kontakt im Gefäß 70 unterbrachen wurde.
Wie ersichtlich, läßt sich die Anlage bei geeigneter Bemessung der zu verwendenden Gefäßgrößen, Quecksilbermenge und Hubhöhe der Gefäße so abgleichen, daß die Einschaltung des Motors immer nur beginnen kann, wenn sämtliche Kontakte im Gefäß 7 '.unterbrochen sind, d. h. daß das Anlassen immer in erwünschter Weise durch den Anlaßwiderstand 30 vor sich geht.
In einfachster Weise, allerdings nicht mit den Sicherheiten, die die vorbeschriebene Schaltungsanordnung gibt, läßt sich eine Motoreinschaltung auch durch eine Einrichtung nur mit den Gefäßen 7 und 9 ausführen. Das Gefäß 9 wäre dann von Hand anzuheben, und hierbei würden nacheinander durch die Kontaktbildungen im Gefäß 7 die Kurzschließungen der einzelnen Stufen des Vorschaltwiderstandes erfolgen.
Durch die angeführten Beispiele von Ausfuhrungsformen sollte gezeigt werden, einerseits, daß allerhand Möglichkeiten für . die Ausführung der Schalteinrichtungen bestehen, andererseits aber auch die verschiedensten Zwecke erreicht werden können. .
Es sei noch bemerkt, daß mittels der Anordnung der kommunizierenden Röhren für Schaltzwecke ganz allgemeine Schaltvorgänge von Hand aus (durch Heben oder Senken des Gefäßes 9) eingeleitet werden können, die entweder eine bestimmte Zeit erhalten bleiben oder erst nach einer bestimmten Zeit durchgeführt werden.

Claims (5)

Patent-An Sprüche:
1. Elektrischer Schalter, bei welchem die Kontaktbildung durch die Bewegung von mit Quecksilber gefüllten kommunizierenden Gefäßen geschieht, dadurch gekennzeichnet, daß eines der Gefäße rhythmisch auf und ab bewegt wird, so daß die Oberfläche des Quecksilbers rhythmisch steigt und fällt und dabei die Kontakte der zwei oder mehrere voneinander isolierte Teile enthaltenden Gefäße in vorher bestimmten Zeitintervallen schließt.
2. Elektrischer Schalter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefäße so ausgebildet sind, daß jeder leitende Teil mit in einer Rille oder einem Napf, am besten aus isolierendem Material, befindlichem Quecksilber versehen ist, welches auch beim Sinken des Quecksilberspiegels nicht ablaufen kann, um zu erzielen, daß bei erneutem Steigen des Quecksilbers die Kontaktbildung nie zwischen Quecksilber und Eisen, sondern immer nur zwischen Quecksilber und Quecksilber erfolgt.
3. Eine Abänderung des elektrischen Schalters nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein- und Ausschaltspule unmittelbar durch das von ihr gehobene Gefäß (9) ausgeschaltet wird, so daß aus der rhythmischen Bewegung eine einfache Bewegung wird und die Vorrich-
tungen beispielsweise als Motoranlasser, Treppenbeleuchtungsschalter u. dgl. benutzbar sind.
4. Ausführung einer Schaltanordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere zu zweien miteinander in Verbindung stehende Gefäßanordnungen unter gegenseitigem bzw. gemeinsamem elektrischen Einfluß stehen, so daß das eine Gefäß die Stromschaltung im anderen beeinflußt, wobei durch die verschiedenen Abmessungen der Rohrquerschnitte, Druckhöhen u. dgl. in beiden Gefäßanordnungen für jede _der beiden Gefäßpaare eine andere Schaltzeit hervorgerufen wird.
5. Ausführungsart einer Schaltanordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4, bei welcher die Einschaltung eines Motorankers (27) unter allmählicher Kurzschließung des Vorschaltwiderstandes (30) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß außer dem den Vorschaltwiderstand ein- und ausschaltenden Gefäßpaar noch ein Gefäßpaar mit einem Kontakt im Gefäß (7") für die Steuerspule. (15) des ersten Gefäßpaares vorgesehen ist, wobei dieser Kontakt nach Ausschaltung des Hebelschalters (31) und nach kurz darauf folgender Wiedereinschaltung desselben erst wieder zustände kommt, wenn das die Widerstandsschaltung bewirkende Quecksilber in dem beweglichen Gefäß (9) seinen Höchststand erreicht und somit den Kontakt in diesem Gefäß (9) geschlossen hat, so daß bei einer Einschaltung des Hebelschalters (31) kurz nach einer Ausschaltung desselben der Strom nicht unter Umgehung des Anlaßwiderstandes (30) zum Anker gehen kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1105956B (de) * 1958-03-20 1961-05-04 Joseph Evangelista Waehlschalter mit durch eine Schablone gesteuertem Quecksilber

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1105956B (de) * 1958-03-20 1961-05-04 Joseph Evangelista Waehlschalter mit durch eine Schablone gesteuertem Quecksilber

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