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Die Erfindung betrifft eine Carbonfarbbandkassette für Schreibmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs.
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Aus den veröffentlichten Unterlagen des DE-GBM 72 36 801 ist eine Kassette für das Farbband einer Schreib-, Rechen-, Buchungs- oder ähnlichen Büromaschine bekanntgeworden, welche die Merkmale des Oberbegriffs des Patentanspruchs aufweist.
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Die weiterhin aus der DE-OS 23 50 250 bekanntgewordene Farbbandkassette weist zwei Seiten- und Bodenöffnungen auf, um den Zugang von Hebelstiften zu ermöglichen, die die von den Farbbandspulen der Kassette aufgewickelte Farbbandmenge abtasten. Der Farbbandzuführmechanismus, auf den die Kassette aufsetzbar ist, bietet jedoch keine Möglichkeit für einen Ein- Richtungs-Antrieb des Farbbandes. Daher gibt es keine Vorkehrungen in der Kassette für das Zusammenwirken der Ränder an den Öffnungen für den Zugang zu den Spulen und dem Farbbandzuführmechanismus.
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Die vorbekannten Kassettenkonstruktionen weisen keinerlei Merkmale auf, die mit Teilen des Farbbandzuführmechanismus zu dem Zweck zusammenwirken, einen Ein-Richtungs-Antrieb mit konstanter Farbbandzufuhr zu ermöglichen.
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Die DE-AS 12 93 173 bezieht sich auf eine Farbbandkassette mit zwei Öffnungen, um den Durchtritt von zwei Naben für den Antrieb der beiden Farbbandspulen zu ermöglichen. Außerdem befindet sich in einer Ecke des Kassettengehäuses eine Öffnung für den Durchtritt eines Hebels, um den Umkehrmechanismus der Maschine unwirksam zu machen und die Ein-Richtungs-Antriebsvorrichtung einzuschalten. Diese Kassette erfordert jedoch zwei aufwendige, unterschiedliche Farbbandzuführmechanismen. Dabei ist keine Möglichkeit vorhanden, die Farbbandkassette bei Schreibmaschinen mit einem Mechanismus mit einer Antriebsrolle und einer Gegenrolle für den Ein-Richtungs-Antrieb bei konstantem Zuwachs bzw. einen solchen mit Fühlhebeln zum Abtasten der Umfänge der aufgespulten Farbbänder zu verwenden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Farbbandkassette für Schreibmaschinen mit einem nur in einer Richtung zu transportierenden Carbonband zu schaffen, welche in der Weise ausgebildet ist, daß sie für Maschinen mit einem Farbbandantriebsmechanismus verwendbar ist, bei welchem die beiden Farbbandspulen wechselweise antreibbar sind und welche mit Fühlhebeln ausgestattet sind, um die auf den Spulen jeweils vorhandene Farbbandmenge abzutasten.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die im Kennzeichnen des Patentanspruchs angegebenen Mittel vorzusehen.
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In den Fig. 1 bis 3 der Zeichnungen ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt, welches nachstehend im einzelnen näher beschrieben ist. Es zeigen:
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Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des Farbbandantriebs einer Schreibmaschine, mit welchem gemäß der Erfindung ausgebildete Carbonfarbbandkassette kuppelbar ist;
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Fig. 2 eine Aufsicht auf die Farbbandkassette und einen Teil der Vorrichtung;,
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Fig. 3 eine Seitenansicht einer Carbonfarbbandkassette, die in die Vorrichtung gemäß Fig. 1 eingesetzt ist.
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Der in Fig. 1 dargestellte Farbbandantrieb weist eine Farbbandhubeinrichtung 11 auf, die ein Farbband 13 mittels der beiden Führungselemente 14 in der schreibgerechten Lage gegenüber der Schreibwalze 12 hält und führt.
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Das Farbband 13 ist vorzugsweise ein nur einmal verwendbares Carbonband, welches nur in einer Richtung schrittweise zu transportieren ist.
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Das Carbonfarbband 13 ist auf die beiden Spulen 15, 16 (Fig. 2) aufgewickelt, die in einer Kassette 141 drehbar gelagert sind und mit entsprechenden Naben 17, 18 (Fig. 1) des Farbbandantriebsmechanismus der Schreibmaschine in Eingriff kommen können. Die Führungselemente 14 der Farbbandhubeinrichtung 11 führen das aus zwei rückseitigen Schlitzen 25 der Kassette 141 austretende Farbband 13 zwischen einem Typenkopf 31 und dem an der Schreibwalze 12 (Fig. 2) anliegenden, zu beschriftenden Schriftträger.
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Die Hubeinrichtung 11 ist in an sich bekannter Weise ausgebildet und gesteuert.
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Über ein Stirnrad-Untersetzungsgetriebe 37, 38, 39, 41 und ein Paar von zwischengeschalteten Schrägzahnstirnrädern 42 wird bei Drehung einer Nockenscheibe 27 eine Rolle 43 um einen im Maschinengestell 22 befestigten vertikalen Zapfen 44 gedreht. Die Rolle 43 ist Teil eines Farbbandzuführmechanismus 45 für den einseitigen Transport des Farbbandes 13, der auf dieses dann einwirkt, wenn es ein Carbonband ist, welches einen Vorschub mit konstanten Schritten bei jedem Zyklus erfordert. Mittels des gleichen Untersetzungsgetriebes 37, 38, 39 und 41 wird die auf einer im Maschinengestell 22 parallel zur Schreibwalze 12 angeordneten Achse 47 drehbar gelagerte Hülse 48 gedreht. Diese Hülse 48 steuert ihrerseits einen Mechanismus 49 für einen zweiseitigen Transport des Schreibbandes 13, wobei der Mechanismus 49 nur dann eingeschaltet ist, wenn es ein farbgetränktes Textilband ist, das einen Vorschub in zwei einander entgegengesetzten Richtungen erfordert.
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Der Arm 19 der Hubeinrichtung 11 ist mit einer Nase 51 versehen, mit der ein Ansatz 52 eines sich aufwärts erstreckenden Hebelarmes 53 zusammenwirken kann. Der Arm 53 ist im Maschinengestell 22 über einen zur Walze 12 parallelen Querträger 54 und zwei Achsstummel 56 schwenkbar. Der Querträger 54 kann durch zwei Anschläge 57 mit zwei Fühlhebeln 58, 59 des Mechanismus 49 zusammenarbeiten, und er ist über einen weiteren Ansatz 66 sowie eine Verbindungsstange 67 an eine Schwinge 68 des Mechanismus 45 angeschlossen. Die Schwinge 68 kann ihrerseits um den am Maschinengestell 22 vertikal angeordneten Stift 69 schwenken.
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Auf der Schwinge 68 ist eine zur Rolle 43 parallele Gegenrolle 71 drehbar. Durch eine Haarnadelfeder 72 kann die Schwinge 68 entweder entgegen dem Uhrzeigersinn geschwenkt festgehalten werden, wobei der Arm 53 sich in einer lotrechten Lage befindet und die Gegenrolle 71 mit der Rolle 43 in Berührung ist, oder sie kann im Uhrzeigersinn geschwenkt festgehalten werden, wobei der Arm 53 gegen die Walze 12 hin nach rückwärts verlagert ist und die Gegenrolle 71 zur Rolle 43 einen Abstand hat.
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Der zweiseitig wirkende Transportmechanismus 49 enthält einen auf der Hülse 48 verkeilten Flansch 78 mit vier Zähnen 79, die in vier entsprechende Speichen 81 eines Stiftrades 82 eingreifen, das seinerseits auf einer auf der Welle 47 dreh- und verschiebbaren Hohlwelle 83 befestigt ist und in jeder seiner axialen Lagen durch die Hülse 48 im Uhrzeigersinn gedreht wird. Ist die Hohlwelle 83 nach rechts verschoben, so greift das Stiftrad 82 in ein zugeordnetes Stiftrad 84 ein, das auf einer im Maschinengestell festen Achse 85 drehbar und mit der Nabe 17 zu deren Drehung im Uhrzeigersinn kraftschlüssig verbunden ist. Die Hohlwelle 83 trägt noch ein weiteres Stiftrad 87, das bei Verschiebung der Hohlwelle 83 nach links mit einem Stiftrad 88 in Eingriff kommt, welches auf einer ortsfesten Achse 93 drehbar und mit der Nabe 18 zu deren Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn kraftschlüssig verbunden ist.
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Schließlich sind an der Hohlwelle 83 nebeneinander zwei schrägverzahnte Stirnräder 89, 90 angeordnet, die zwei kegelförmige Bereiche 91 bzw. 92 mit einer gemeinsamen Basis und gegen die Stirnräder 89, 90 hin gerichteten Scheitelpunkten haben, so daß zwei Einkerbungen gebildet werden; in jede von diesen kann ein am Maschinengestell 22 befestigtes Federstellglied 94 eingreifen. Die Zähne der Stirnräder 89, 90 sind entgegengesetzt zueinander schräggestellt und können mit je einem an einem Hebel 98 angebrachten Bolzen 96 bzw. 97 zusammenarbeiten. Der Hebel 98 ist um einen Stehbolzen 99 des Maschinengestells 22 schwenkbar und hält eine Haarnadelfeder 101, die bestrebt ist, den Hebel 98 in einer im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn verschwenkten Lage festzulegen. Ferner ist am Hebel 98 ein Stift 102 angebracht, der mit zwei Ansätzen 103 bzw. 104 an den Fühlhebeln 58 bzw. 59 zusammenarbeiten kann. Diese Fühlhebel 58, 59 sind um einen ortsfesten Zapfen 105 schwenkbar und mit je einem Vorsprung 106 bzw. 107 versehen, die mit den Anschlägen 57 des Querträgers 54 zusammenwirken. Die vertikalen Schenkel 108 bzw. 109 an den Fühlhebeln 58 bzw. 59 können an die auf den Spulen 15, 16 befindlichen Windungen des Farbbandes angelegt werden. Die Fühlhebel 58, 59 stehen unter dem Einfluß je einer Feder 111 bzw. 112, die bestrebt sind, dem Hebel 58 eine Drehung im Uhrzeigersinn, dem Hebel 59 eine Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn zu vermitteln, so daß der Hebel 98 im wesentlichen in einer Mittelstellung gehalten wird, wobei die Bolzen 96, 97 von den schrägverzahnten Stirnrädern 89, 90 gelöst sind.
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Die Kassette 141 (Fig. 2) enthält als Farbband 13 ein Carbonband.
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Die Kassette 141 hat ein Gehäuse 142, in dem die beiden Spulen 15, 16 drehbar gelagert sind. Das Carbonband 13 ist auf die Spule 16, die die Vorratsspule bildet, im Uhrzeigersinn aufgewickelt und läuft zum linken rückseitigen Austrittsschlitz 25. Das Carbonband 13 ist ferner auf die Spule 15, die die Aufwickelspule bildet, im Uhrzeigersinn aufgewickelt und läuft vom rechten rückseitigen Eintrittsschlitz 25, geführt von einer Leiste 156, nahe der rechten Seitenwand des Gehäuses 142 zu dessen vorderer rechten Ecke, in der eine Aussparung 157 zum Durchtritt der Zuführrolle 43 und Gegenrolle 71 vorhanden ist. Eine Rippe 155 führt das Band 13 weiter zur Spule 15.
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Das Gehäuse 142 der Kassette 141 besitzt in seiner unteren Wandung eine weitere Öffnung 158, die zur Aufnahme der vertikalen Schenkel 108, 109 der Fühlhebel 58, 59 dient, um den Fühlhebel 58 mit Hilfe des zugeordneten Stiftes 102 leicht im Uhrzeigersinn verschwenkt zu halten. Die mit einer Ausnehmung 161 versehene obere Wandung 159 des Gehäuses 142 der Kassette 141 ermöglicht einen Zugang zum oberen Flansch 162 der Aufwickelspule 15.
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Um eine Kassette 141 (Fig. 2) in die Schreibmaschine einzulegen, wird der Handgriff 139 nach hinten gedrückt, wobei der Hebelarm 53 im Uhrzeigersinn um die Achsstummel 56 geschwenkt wird. Hierbei bewegt der Ansatz 52 am Hebelarm 53 die Nase 51 des Tragarmes 19 der Farbbandhubeinrichtung 11 nach oben, wodurch die Rolle 24 von der Nockenscheibe 27 (Fig. 3) abgehoben wird und die Führungselemente 14 oberhalb des Typenkopfes 31 zu liegen kommen. Zugleich dreht der Hebelarm 53 über die Verbindungsstange 67 (Fig. 1) die Schwinge 68 im Uhrzeigersinn, und zwar zuerst entgegen der Wirkung der Haarnadelfeder 72, dann aber durch diese Wirkung unterstützt, wodurch die Gegenrolle 71 von der Farbbandantriebsrolle 43 wegbewegt wird. Schließlich schwenkt der Hebelarm 53 mittels der Anschläge 57 am Querträger 54 und die Vorsprünge 106 und 107 den Fühlhebel 58 im Uhrzeigersinn und den Fühlhebel 59 entgegen dem Uhrzeigersinn, so daß die beiden Fühlhebel auf diese Weise zusammengeführt werden, bis sie an dem Stift 102 am Hebel 98 anliegen, welcher dabei zentriert bleibt.
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Nun kann die Kassette 141 (Fig. 2) mit dem Carbonfarbband 13 durch Aufsetzen der Spulen 15 bzw. 16 auf die diesen zugeordneten Naben 17, 18 der Vorrichtung in die Maschine eingelegt werden, wobei das Farbband 13 in die Führungsnut der Führungselemente 14 eingebracht wird.
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Bei Verwendung der Kassette 141 (Fig. 2) mit einem Carbonband 13 sind bei zurückgeschobenem Handgriff 139 die Hubeinrichtung 11 in der angehobenen, die beiden Führungshebel 58, 59 in der mittigen oder zentrierten und die Schwinge 68 in der gestrichelt dargestellten Stellung. Bei Aufsetzen der Spulen 15 und 16 auf die Naben 17 bzw. 18 verläuft das Carbonband 13, geführt von der Leiste 156 und der Rippe 155, quer über die Aussparung 157 zwischen der Rolle 43 und der Gegenrolle 71, während die vertikalen Schenkel 108, 109 der Fühlhebel 58, 59 in die Öffnung 158 des Gehäuses 142 eingreifen.
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Eine Drehung des Flansches 162 von Hand im Uhrzeigersinn setzt das Carbonband 13 entlang seiner Bahn unter Spannung. Wird nun der Hebelarm 53 mittels des Handgriffs 139 nach vorn bewegt, so überdeckt letzterer die Ausnehmung 161 (Fig. 2), während der Ansatz 52 die Hubeinrichtung 11 absenkt. Durch die Verbindungsstange 67 und die Einwirkung der Haarnadelfeder 72 wird die Schwinge 68 entgegen dem Uhrzeigersinn in die mit ausgezogenen Linien dargestellte Lage geschwenkt, wobei die Rolle 71 das Carbonband 13 an die Rolle 43 andrückt. Da ferner die Anschläge 57 die Vorsprünge 106, 107 freigegeben haben, kommen die vertikalen Schenkel 108 und 109 der Fühlhebel 58 bzw. 59 an dem Rand der Öffnung 158 zur Anlage.
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Wenn die Hohlwelle 83 nach rechts verschoben ist, so ist das Stiftrad 82 in Eingriff mit dem zugehörigen Stiftrad 84, während der Bolzen 97 von den Zähnen des Stirnrades 90 gelöst ist. Bei jedem Schreibzyklus erzeugt die Drehung des Getrieberades 30 (Fig. 1) eine Drehung im Uhrzeigersinn sowohl für die Hohlwelle 83 wie für die Farbbandtransportrolle 43. Dadurch wird das Carbonband 13 (Fig. 3) bei jedem Schreibzyklus um einen konstanten Schritt nach rechts bewegt, wobei der beschriebene Teil des Carbonbandes 13 auf die Spule 15 aufgewickelt wird. Das Stiftrad 84 dreht aufgrund seiner kraftschlüssigen Verbindung mit der Nabe 17 diese um konstante Winkelbeträge ohne Rücksicht auf die Anzahl der auf der Spule 15 aufgewickelten Windungen weiter.
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Ist andererseits die Hohlwelle 83 nach links verschoben, so ist das Stiftrad 87 mit dem zugeordneten Stiftrad 88 in Eingriff, während der Bolzen 97 zwischen Zähnen des Stirnrades 90 liegt. Auch in diesem Fall bewegt die Antriebsrolle 43 das Carbonband 13 bei jedem Schreibzyklus um konstante Schritte nach rechts. Bei den ersten Schreibzyklen wird das Stiftrad 88 im Gegenuhrzeigersinn gedreht, so daß es eine geringe Menge an Farbband abgibt, während das Stiftrad 84 stillsteht,; da der Bolzen 97 aber andererseits in die Zahnspalten des Stirnrades 90 eingreift, schiebt er die Hohlwelle 83 nach rechts, so daß dann der vorbeschriebene Zustand wiederhergestellt ist.