DE250885A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
. - M 250885 KLASSE \2p. GRUPPE
Verfahren zur Darstellung von Anthrapyridoncarbonsäuren.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 7. Februar 1911 ab.
Durch Einwirkung von Malonester bzw. Malonsäure auf Aminoanthrachinone lassen
sich Kondensationsprodukte herstellen, welche die Komponenten im molekularen Verhältnis
enthalten. Die Kondensationsprodukte der «-Aminoanthrachinone zeigen nun die auffallende
Eigenschaft, daß sie beim Behandeln mit alkalischen Mitteln in neue Zwischenprodukte
übergeführt werden, welche im Gegensatz zu den ersten Einwirkungsprodukten beim Erhitzen mit Schwefelsäure nicht mehr
in Aminoanthrachinon und Malonsäure zerlegt werden können. Demzufolge muß angenommen
werden, daß Ringschluß eingetreten ist und sich die bisher noch unbekannten und für die Darstellung von Küpenfarbstoffen,
sauren Wollfarbstoffen usw. technisch wichtigen Anthrapyridoncarbonsäuren gebildet haben.
Dieser Befund ist überraschend, denn es mußte
ao angenommen werden, daß sich das Kondensationsprodukt aus ι Mol. Aminoanthrachinon
und ι Mol. Malonsäure bzw. -ester beim Behandeln mit Alkalien in die Komponenten
spalten würde, wie dies z. B. bei dem Kondensationsprodukt aus 1 Mol. Bernsteinsäure
und ι Mol. i-Aminoanthrachinon der Fall· ist (vgl. Patentschrift 223510, Kl. 22 b, Beispiel 1).
100 Teile i-Aminoanthrachinon werden mit 500 Teilen Malonester einige Stunden am Steigrohr
auf etwa 200° erhitzt. Nach dem Erkalten wird mit Alkohol verdünnt, abgesaugt,
mit Alkohol gewaschen und getrocknet. Der so erhaltene gelbe Körper stellt in der Hauptsache
das Kondensationsprodukt aus 1 Mol. i-Aminoanthrachinon und 1 Mol. Malonester
NH-CO-CH2-COOC2H5
dar, das beim Erwärmen mit Säuren leicht wieder i-Aminoanthrachinon zurückbildet.
Es löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit gelber Farbe und läßt sich aus heißem
Alkohol Umkristallisieren.
Zur Überführung des Kondensationsproduktes aus ι Mol. i-Aminoanthrachinon und ι Mol.
Malonester in die neue Verbindung werden 50 kg desselben mit 25 kg Natronlauge von
40 ° Be. und 200 1 Wasser unter Rühren kurze Zeit zum Sieden erhitzt. Hierauf wird heiß
abgesaugt und der Rückstand mehrere Male mit Wasser ausgekocht, jeweilig abgesaugt
und die vereinigten Laugen nach dem Erkalten bis zur schwach sauren Reaktion mit
verdünnter Schwefelsäure gefällt. Der nach dem Absaugen, Neutralwaschen und Trocknen
erhaltene gelbe Körper, der im Gegensatz zum ersten Einwirkungsprodukt beim Erhitzen mit
Schwefelsäure kein Aminoanthrachinon mehr abspaltet, ist in organischen Lösungsmitteln
schwer löslich. Die aus siedendem Nitrobenzol umkristallisierte Verbindung ergab folgenden
Stickstoffgehalt:
Berechnet für C1^
N = 4,81
Gefunden:
N = 4,93.
N = 4,93.
Man hat es also mit einer Anthrapyridoncarbonsäure zu tun, welche sich in konzentrierter
Schwefelsäure gelb mit schwacher Fluoreszenz löst lind die auch beim Erwärmen mit verdünnter
Lauge bzw. Soda mit gelber Farbe in Lösung geht. Im Röhrchen erhitzt schmilzt sie noch nicht bei 300°. Wird sie aber rasch
erhitzt, so tritt Schmelzen ein, und bei etwa 280 ° entwickeln sich reichliche Mengen KoIilensäure,
wobei die geschmolzene Masse wieder fest wird. Der so erhaltene Rückstand ist nun unlöslich in Soda und Alkalien und zeigt
alle Eigenschaften des Anthrapyridons der Patentschrift 203752, Kl. 12 p. Insbesondere
zeigt die nicht carboxylierte Verbindung in konzentrierter Schwefelsäurelösung eine viel
ausgesprochenere Fluoreszenz als die Anthrapyridonca rbonsäure. Diese besitzt somit die
nachstehende Zusammensetzung:
CO
\
NH
\
NH
COOH
An Stelle von i-Aminoanthrachinon können Derivate desselben, beispielsweise i-Methylaminoanthrachinon,
1 ■ 4- oder 1 · 5-Diaminoanthrachinon, \?erwendet werden.
65 kg ι · 4-Diaminoanthrachinon werden in 500 kg Malonester bei einer Innentemperatur
von etwa 200 ° so lange gerührt, bis die Flüssigkeit eine reine rote Farbe angenommen
hat. Der überschüssige Malonester wird nun im Vakuum abdestilliert, und die zurückgebliebene
Schmelze wird, ohne sie vorher zu isolieren, mit 35 kg Natronlauge von 40 ° Be. und 200 1 Wasser unter Rühren ausgekocht
und abgesaugt. Der Rückstand wird noch einige Male mit Wasser ausgekocht, abgesaugt
und die vereinigten Filtrate nach dem Erkalten mit verdünnter Säure gefällt. Der
nach dem Absaugen, Waschen und Trocknen erhaltene Rückstand stellt ein rotes Pulver
dar, das sich in heißem Nitrobenzol mit gelbstichig roter und in konzentrierter Schwefelsäure
mit gelblicher Farbe mit schwach grüner Fluoreszenz löst. Beim Erhitzen auf höhere
Temperatur entwickelt das rote Umwandlungsprodukt reichlich Kohlensäure, und der
erhitzte Rückstand löst sich nun in konzentrierter Schwefelsäure mit einer viel ausgesprocheneren
stark grünen Fluoreszenz. Das nach vorstehendem Beispiel dargestellte und aus heißem Nitrobenzol umkristallisierte Um-Wandlungsprodukt
besitzt einen Stickstoffgehalt von 8,83 Prozent.
Berechnet für C1^H10O4N2: N = 9,15 Prozent.
Das in gleicher Weise aus 1 · 4-Aminochloranthrachinon
erhaltene Pyridoncarbonsäurederivat stellt ein orangegelbes Pulver von ähnlichen Eigenschaften dar.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Darstellung von Anthrapyridoncarbonsäuren, dadurch gekennzeichnet, daß man α-Aminoanthrachinone oder deren Derivate auf Malonester bzw. Malonsäure in molekularem Verhältnis einwirken läßt und die so erhaltenen Kondensationsprodukte mit alkalischen Mitteln weiter behandelt.
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