DE240249C - - Google Patents
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08L—COMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
- C08L89/00—Compositions of proteins; Compositions of derivatives thereof
- C08L89/005—Casein
-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das nach den bekannten Verfahren durch Behandlung von Kasein mit Formaldehyd
gewonnene Hartkasein besitzt zwar eine große Härte und Zähigkeit, doch fehlen ihm die
Eigenschaften anderer Körper, wie z. B. des Hartgummis und Zelluloides, durch Wärme
dehnbar und elastisch zu werden, die für die weitere Verarbeitung, insbesondere bei. der
Formung, von Wichtigkeit sind.
ίο Die Plastizität des nicht gehärteten Kaseins
und der Kaseinsalze, d. h. die Eigenschaft, durch Wärme und Druck jede beliebige Gestalt
anzunehmen, geht durch den Härtungsprozeß zum größten Teil verloren.
Nach dem vorliegenden Verfahren ist es möglich, Massen herzustellen, die in der Wärme
eine beträchtliche Dehnbarkeit besitzen, so daß sie sich zu dünnen Blättern auspressen
und zu allerhand geformten Gegenständen ver-
ao arbeiten lassen.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Herstellung von Knöpfen, Perlen und ähnlichen
kleinen Gegenständen, sowie von dünnen Platten, die in Hohl- oder Zierformen gepreßt
werden.
Das Verfahren besteht darin, daß man Alkalikaseinat in Gegenwart von Formaldehyd
in Erdalkalikaseinat überführt. Es ist zwar bekannt, Kaseinmassen durch Behandeln von
Erdalkalikaseinat mit Formaldehyd herzustellen. Neu ist die kombinierte Einwirkung
von Erdalkalisälzen und Formaldehyd auf Lösungen der Alkalisalze des Kaseins. Je nach
der beabsichtigten mechanischen Form des Endproduktes kann die Umsetzung in das Erdalkalikaseinat verschieden erfolgen.
Wenn es sich darum handelt, Folien oder Platten zu erhalten, so gießt man die Alkalikaseinatlösung
auf eine passende Unterlage, z. B. auf Glasplatten u. dgl. Durch kurzes Verweilen in einer Formaldehyd enthaltenden
Erdalkalisalzlösung erfolgt die Fixierung der Schicht, die gallertartig erstarrt und nun
leicht getrocknet werden kann. Nach dem Trocknen bringt man die Platte in ein Bad
eines Erdalkalisalzes, z. B. Chlorcalcium, bis die Umsetzung des Xlkalikaseinates in die
Erdalkaliverbindung vollständig ist. Es tritt Ablösung der Schicht von der Unterlage ein.
Der Salzüberschuß wird durch Auslaugen entfernt und die Platte getrocknet. Die auf
diese Weise hergestellten Platten sind bereits Wasser- und alkaliunlöslich. Sie besitzen eine
hohe Plastizität und lassen sich in beliebige Formen pressen. Schließlich nimmt man noch
weitere Härtungen mit Formaldehyd in Lösung oder Gasform vor. Eine besondere Eigentümlichkeit
des Verfahrens ist es, daß man durch dasselbe kugelähnliche Gebilde ohne
Anwendung besonderer Formen erhalten kann. Deshalb ist das Verfahren besonders zur Herstellung
von Knöpfen, Perlen u. dgl. geeignet.
Bei der Herstellung dieser kugelähnlichen Gebilde verfährt man zweckmäßig in folgender
Weise:
Man gießt die Alkalikaseinatlösung auf eine mit Formaldehyd versetzte Erdalkalilösung.
Je nach Konzentration und Menge
(2. Auflage, ausgegeben am 31. Oktober
der Kaseinlösung erhält man größere oder kleinere Kugeln, Halbkugeln o. dgl. Die zunächst schwimmenden Gebilde sinken μηίβΓ
und es tritt Härtung derselben ein, so daß sie aus der Lösung entfernt werden können.
Sie sind genügend plastisch, um durch gelinden
Druck in eine andere Form, z. B. in flache Scheiben, übergeführt zu werden. Bei
vorsichtigem Trocknen behalten die Gebilde
ίο ihre Form und können entweder direkt als
Knöpfe, o. dgl. Verwendung finden, oder sie werden in erwärmte Formen gepreßt, wo sie
durch geringen Druck jede gewünschte' Gestalt annehmen. Soll eine Pressung zu Knöpfen
stattfinden, so dürfen die Gebilde nicht zu lange der Formaldehyd wirkung ausgesetzt werden.
Man läßt sie so lange in der Lösung, daß ihre Entfernung aus derselben ohne Formveränderung
möglich ist und bringt sie dann in Wasser oder Erdalkalisälzlösung, wo der
Überschuß von Formaldehyd entfernt und die Umsetzung in Erdalkalikaseinat vervollständigt
wird. Man kann auch vorteilhaft erst eine Erdalkalisalzlösung urtd hierauf Wasser verwenden.
Nach dem Trocknen kann eine weitere Härtung durch Formaldehyd vorgenommen
werden. Der Vorteil des Verfahrens beruht darin, daß man Knöpfe und ähnliche Massenartikel,
die bisher aus Platten oder Stäben durch Abdrehen gewonnen werden, direkt aus dem Rohmaterial, dem Kasein, ohne Abfall
herstellen kann.
ι. ι kg Kasein, durch Säure gefällt, wird
in 3 1 ι prozentiger Natronlauge warm gelöst und mittels einer Verteilungsvorrichtung auf
eine Lösung von 5 kg Chlorcalcium in 100 1 Wasser, die mit 5 1 40 prozentigem Formaldehyd
versetzt ist, gegossen.
2. Dieselbe Kaseinlösung wird auf Glasplatten gegossen, kurze Zeit in das Fällbad
des Beispiels 1 getaucht und eingetrocknet.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Platten
aus Kaseinmassen, darin bestehend, daß man eine Alkalikaseinatlösung auf eine
ebene Unterlage aufbringt, die nach dem Erstarren entstandene Platte kurze Zeit
in eine Lösung von Erdalkalisalzen und Formaldeltyd eintaucht, dann trocknet und
nach dem Trocknen die Umsetzung in das Erdalkalikaseinat und die Härtung zu Ende
führt.
2. Verfahren zur Erzeugung geformter, auf Gegenstände aller Art direkt verarbeitbarer
Gebilde aus Kaseinmassen, darin bestehend, daß man eine gegebenenfalls mit Füllmitteln versetzte Auflösung
bzw. Aufschlämmung von Alkalikaseinat auf die Oberfläche einer Lösung von
Formaldehyd und eines Erdalkalisalzes in beliebig zu bestimmender Menge aufbringt,
die zunächst schwimmenden Gebilde nach einiger Zeit sich zu Boden setzen läßt,
sodann nach genügender Härtung aus der Flüssigkeit entfernt und trocknet.
3. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, darin bestehend,
daß man die gehärteten Gegenstände vor dem Trocknen durch Waschen mit Erdalkalisalzlösungen oder mit Wasser
von überschüssigem Formaldehyd befreit.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE240249C true DE240249C (de) |
Family
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT240249D Active DE240249C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE240249C (de) |
-
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