DE239073C - - Google Patents

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DE239073C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F9/00Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
    • C07F9/66Arsenic compounds
    • C07F9/68Arsenic compounds without As—C bonds

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die therapeutische Anwendung der Arsensäure findet durch ihre große Giftigkeit eine störende Beschränkung. Man hat sich zwar wiederholt bemüht, organische Arsenpräparate darzustellen, die weniger giftig sind als die zugrunde liegende Arsensäure, indes ist es bisher nicht gelungen, das Arsensäureradikal in organische Verbindungen mit sauren Atomkomplexen einzuführen. Das hat darin seinen
ίο Grund, daß es von vornherein wenig wahrscheinlich erscheinen mußte, derartige Arsenverbindungen darstellen zu können, da sich bekanntlich zwei saure Gruppen geradezu abstoßen, außerdem auch bei der Arsensäure ein sehr großer Atomkomplex vorhanden ist, der die Einführung noch erschweren sollte, und ferner die Gefahr vorlag, daß die zur Einführung nötige Temperatur eine Reduktion der durch organische Stoffe leicht reduzierbaren Arsensäure zu der so viel giftigeren arsenigen Säure bewirken würde.
Es ist aber jetzt gelungen, den Arsensäurekomplex in organische Verbindungen mit sauren Atomgruppen, wie freie Säuren, Säureester (Öle) usw., einzuführen, und zwar dadurch, daß man die betreffenden Verbindungen zunächst halogenisiert und dann mit arsensaurem Silber behandelt.
Die Darstellung derartiger arsilierter Verbindungen findet z. B. in der Weise statt, daß man Erukasäure bromiert und 12 g der so erhaltenen Dibrombehensäure mit 7,4 g arsensaurem Silber im Luftbad erwärmt, und zwar so lange, bis sich der Bromsilberumsatz quantitativ vollzogen hat, was sich leicht nachweisen läßt. Nötigenfalls setzt man noch eine
gewisse Menge, z. B. 1,5 g arsensaures Silber nachträglich hinzu und erwärmt weiter. Die Reaktionstemperatur setzt bei etwa 125 ° ein und zieht sich bis etwa 170° hoch; manchmal erfolgt die Reaktion überhaupt erst oberhalb 125 °. Anscheinend findet neben der Bildung des Arsensäureesters noch eine Nebenreaktion statt, vermutlich unter Bildung von Behenolsäure, wobei das arsensaure Silber wie ein schwaches Alkali wirkt. Die Bromabspaltung aus der Dibrombehensäure ist vollständig.
Zur Darstellung eines Arsensäurederivats von Lecithin werden 50 g Lecithin durch Einwirkung von 10 ecm Brom in Bromlecithin umgewandelt, worauf man in etwa 300 ecm Toluol löst und mit der dem Bromgehalt entsprechenden Menge arsensauren Silbers etwa 3 Stunden hindurch auf den Siedepunkt des Toluols erhitzt. Nach Abfiltrieren des Bromsilbers wird die Toluollösung im Vakuum eingedampft, wobei der entstandene Arsensäureester hinterbleibt.
Zur Darstellung eines Arsensäurederivats von Jodphenolsulfosäure werden 29 g dijodphenolsulfosaures Natrium der Konstitution
OH
in 300 ecm Wasser gelöst, mit 10 g arsensaurem Silber versetzt und etwa 1 Stunde auf
6o ° auf dem Wasserbade erwärmt. Die Umsetzung hat dann stattgefunden. Die entstehende Verbindung besitzt folgende Konstitution : . ■
AsO(O-C6H2(OH) (J) S O3 Na)3.
Es sind bereits Arsensäureester aus arsensauren Salzen und organischen Halogenverbindungen dargestellt worden (Beilstein, Handb. ίο d. organ. Chemie, 3. Auflage I. [1893], S. 344), welche indes sehr leicht zersetzlich sind und bei ihrer therapeutischen Verwendung sofort wieder Arsensäure geben würden. Im Gegensatz hierzu enthalten die nach vorliegendem Verfahren hergestellten Verbindungen den Arsensäurerest fest an organische Radikale gebunden. Sie kommen nur langsam zur Resorption, und das Arsen wird allmählich den Körperzellen zugeführt, um seine spezifische Wirkung zu entfalten.

Claims (1)

  1. Patent- Anspruch :
    - Verfahren zur Darstellung von arsenhaltigen organischen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man arsensaures Silber auf halogenhaltige organische Verbindungen mit sauren Atomkomplexen einwirken läßt.
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