DE23904C - Typendruck - Telegraph mit selbsttätiger Uebertragung und mit MORSE'schem Schreibapparate - Google Patents
Typendruck - Telegraph mit selbsttätiger Uebertragung und mit MORSE'schem SchreibapparateInfo
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Classifications
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- H04L15/00—Apparatus or local circuits for transmitting or receiving dot-and-dash codes, e.g. Morse code
- H04L15/04—Apparatus or circuits at the transmitting end
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. März 1882 ab. '=
Der vorliegende Telegraph hat den Zweck, telegraphische Depeschen sowohl vermittelst
einer Klaviatur, als auch durch eine selbstthätige Vorrichtung befördern zu können. Der
Apparat kann ferner mit einem Elektromagnet und dem zugehörigen Mechanismus vervollständigt
werden, um Depeschen nach Morseschem System zu drucken.
An dem Telegraphen sind folgende Theile von Bedeutung:
1. das Triebwerk mit dem konischen Pendel;
2. die Klaviatur für den Stromlauf zur Uebertragung mit den zugehörigen Theilen;
3. der Magnet, in einer Führung verschiebbar, mit Anker;
4. der Druckhebel und die Druckwalze;
5. --die Hemmung (Echappement);
6. das Regulirrad für die Typenräder;
7. die Typenräder;
8. der Lochapparat;
9. die selbsttätige Uebertragung;
10. die Umschalter;
11. die Centrirung der Papierrolle.
Diese Theile, ihre Verbindung, ihre allgemeine Wirkungsweise und die Vortheile des
neuen Telegraphen werden wie folgt in obiger Reihenfolge beschrieben.
Das Triebwerk besteht aus einem Uhrwerk, welches durch ein Gewicht von etwa
30 kg in Bewegung gesetzt und durch einen Centrifugalregulator regulirt wird, ähnlich wie
im Hughes-Apparat, jedoch in senkrechter Stellung. Ein Tragpfosten ist mit dem Gehäuse
des Uhrwerkes fest vereinigt; derselbe hat den Vortheil, die Lage der einzelnen Theile des
Uhrwerkes und des Pendels unverändert zu erhalten.
Der Telegraphenapparat in seiner ganzen Zusammensetzung ist in Fig. 1 in der Vorderansicht
und in Fig. 9 in der Ansicht von oben dargestellt.
Die Klaviatur zur Uebertragung, Fig. 9, hat 32 oder in gewissen Fällen 34 Tasten A\
dieselben sind durch Kupferdrähte, welche mit einer beliebigen Isolirmasse überzogen sind, mit
der rotirenden Vertheilungsscheibe B verbunden; diese hat 32 oder 34 Messingzungen,
welche von einander isolirt sind. Die Tasten A und die Vertheilungsscheibe B sind auf einem
Tisch montirt, welcher unter dem Tisch des Apparates befestigt ist. Eine Contactfeder C,
welche an einer rotirenden Achse befestigt ist, ruht auf den Zungen der Vertheilungsscheibe
und bewirkt die elektrische Uebertragung. Die Umdrehungsgeschwindigkeit dieser Achse ist
halb so grofs wie diejenige der Achse, welche die Typenräder ο und 0' trägt.
Der Magnet D von Hufeisenform, Fig. 1,
9 und 12, ist zur Erleichterung der Regulirung des Apparates in Führungen auf einer Platte,
welche an dem Apparat befestigt ist, verschiebbar montirt, und ein Schlüssel oder eine
Schraube D" gestattet, ihm die verlangte Stellung zu geben. Der Anker E, Fig. 2, wird
aus einem Kern von weichem Eisen gebildet, welcher mit einer Spule von isolirtem Kupferdraht
umgeben ist; sobald der Strom hindurchgeht, entstehen zwei magnetische Pole, entgegengesetzt
den Polen des Magnetes D.
Dieser Anker JS ist in einem Rahmen montirt, welcher sich in Körnern dreht und mit
einem Haken F, Fig. i, 2 und 3, versehen ist,
welcher sich in einem ähnlichen Haken F1 einhakt
und so die Verbindung mit einem Druckhebel G, welcher die Druckwalze G' trägt,
herstellt.
Der Druckhebel G, Fig. 3, ist beweglich auf der Achse H, und seine Bewegung wird
durch die Spiralfeder J, Fig. 1, bewirkt. Die Druckwalze G' ist in der Führung K durch
das Blatt / beweglich gelagert, so dafs sie nach jeder Richtung, sowohl vertical als horizontal,
schwingen kann.
Die Stellungen, welche die Druckwalze in horizontaler Richtung nehmen kann, werden
bestimmt durch eine Scheibe L, welche an dem Ende des durch eine Feder gespannten Blattes /
befestigt ist und sich gegen die gekrümmte Randfläche eines Sperrrades M, Fig. 1, 9 und 10,
stemmt. Dieses dreht sich mit seiner Achse, sobald die Sperrklinke N sich senkt und den
Zahn O, gegen den sie sich stemmte, freiläfst. Die Drehbewegung dieses Sperrrades M wird
bewirkt durch ein dünnes Stahlband P, Fig. 1 ' und 9, das die Rolle Q umgiebt, welche auf der
Achse der Typenräder 0 und o' befestigt ist.
Der Druckhebel G trägt an seinem Ende, nach rechts hin, eine Schraube Ji, welche auf
den Hebel N wirkt, wenn man die Stellung der Druckwalze G1 ändern will; am anderen
Ende, nach links, trägt der Hebel G eine Gabel S, deren Zweck es ist, die Zapfen einer
Hemmung (Echappement) aufzuhalten, welche im weiteren beschrieben wird, und ferner eine
Schiene T, welche auf eine Walze U aufstöfst, sobald der Druckhebel G bei F F' eingehakt
ist. Diese Schiene T kann eine kleine Bewegung um ihre Achse machen, und zwar vermittelst
einer Feder, welche auf die obere Fläche der Hülse, durch welche die Schienenachse
hindurchgeht, drückt, wenn der Haken F des Druckhebels G eingehakt ist. Zwischen
der Feder und der Hülse liegt eine kleine Ecke, welche verschwindet, sobald sich der
Druckhebel hebt. Sobald der Hebel G an seine Stelle zurückkehrt, drückt die Schneide der
Schiene T das Papier zwischen sich und die Walze U und bewegt es vorwärts in der Länge
eines Buchstabens des Typenrades, und der Druck wird ausgeführt, sobald der Strom den
Anker E losläfst, der Druckhebel G frei wird und unter der Wirkung der Feder J die Druckwalze
G' steigt.
Die Hemmung (Echappement), Fig. 1, 5,
5a und 5b, hat den Zweck, die fortlaufende
Bewegung des Triebwerkes in eine unterbrochene Bewegung zu verwandeln. Sie besteht
aus einer Scheibe d mit acht Stiften V, Fig. 5.· Die hohle Achse der Scheibe d dreht
sich auf einer Hülse x, welche an dem Gehäuse des Triebwerkes befestigt ist. In dieser
Hülse dreht sich die Achse y, auf welcher ein Sperrrad ζ aufgekeilt ist, das also fortlaufende
Bewegung erhält. Die sehr feinen Zähne des Sperrrades ζ können mit denjenigen eines anderen
Sperrrades VV von gleichem Umfange in Eingriff treten. Dieses letztere Sperrrad ist auf
einer Scheibe d' mit acht Löchern befestigt, durch welche die acht Stifte V hindurchgehen.
Die Scheibe d' hat ferner eine entsprechende Anzahl, d. h. acht, geneigte Flächen h, von
denen jede mit einer senkrechten, zur Achse y gestellten Fläche abschliefst. Ein Traggehäuse d",
in dessen Oeffnung die oben beschriebenen Theile geschützt liegen, hat auf seiner inneren
Umfangslinie vier geneigte Flächen e, welche sich diametral gegenüberstehen und gegen welche
nach einander die vier geneigten Flächen h der Scheibe d sich anlegen. Sobald dies geschieht,
greifen die Zähne der Sperrräder ζ W nicht in einander, aber wenn die Klinke F des
Ankers E aus der Klinke F' ausgelöst wird, so zieht die Gabel S des Druckhebels G1 die nach
einander die acht Stifte aufhält, denjenigen Stift V mit sich, welchen sie in dem Augenblick
festhält. Die geneigten Flächen e h liegen dann nicht mehr gegen einander an, und die
Feder /, welche einen leichten Druck auf die Achse c' der Scheibe d' ausübt, bewirkt, dafs
sich die beiden Sperrräder ζ W mit ihren Zähnen fassen. Die Scheiben d d' werden
durch das Triebwerk weiter bewegt; der nachfolgende Stift V schlägt auf die geneigte
Ebene g des Druckhebels G, führt diesen in die anfängliche Stellung zurück und wird seinerseits
in der Gabel S zurückgehalten, während der Haken F' des Hebels G sich in denjenigen
des Ankers E einhakt. Bei dieser Bewegung begegnen die geneigten Ebenen h der
Scheibe d aufs Neue denjenigen des Trägers d2,
und der Eingriff der verzahnten Räder ζ W wird wieder unterbrochen.
Das Regulirrad m für die Typenräder,
Fig. 4 und 6, ist auf einer Hülse η durch drei
Schrauben befestigt, die ein wenig Spiel in ihren Löchern haben, um dem Rad eine entsprechende
Stellung zu den Typenrädern zu geben, mit denen, wie später gezeigt, es solidarisch
verbunden ist. Das Regulirrad ist bestimmt, letztere Räder vorwärts oder rückwärts
zu treiben, je nachdem sie etwas zu weit vor- oder zurückstehen.
Das Regulirrad ist auf seinem Umfange schraubenförmig gezahnt, und in diese Zähne
fassen die beiden Flügel k, Fig. 6, welche Ausschnitte einer zweigängigen Schraube darstellen.
Wenn diese Schraube ununterbrochen wäre und sich- fortlaufend bewegte, so würde sie das Regulirrad
m mit der verlangten Geschwindigkeit drehen.
Die Achse der Flügel k trägt ein Getriebe i, dessen Durchmesser viermal kleiner ist als derjenige
des Rades, welches mit der Stiftscheibe d
in einem Stück gegossen ist und mit welchem das Getriebe i Eingriff hat. Wenn also das
Stiftrad d '/s-Umdrehung macht, wird das Getriebe
i einen halben Gang machen.
Die Flügel k lassen, wenn der Druckhebel G in Ruhe ist, in ihrem Zwischenraum das Regulirrad
m mit 64 oder 68 Zähnen, je nachdem die Klaviatur Tastenzahl hat, durchgehen.
Wenn aber der Druckhebel G die Bewegung der Hemmung veranlafst hat, so tritt einer der
Flügel in die Zahnausschnitte und stellt, so weit es nöthig ist, die Lage des Rades tn, sowie
folglich auch diejenige des Typenrades richtig, damit ein genauer Druck des Buchstabens oder
eines bestimmten Zeichens hervorgebracht wird. Zur Erleichterung des Eintrittes der Flügel zwischen
die Zähne haben beide keilförmige Waate.
Die beiden Typenräder 00', Fig. 4, sind lose auf der Hülse η drehbar, aber sie erhalten
Eingriff mit derselben durch ein Sperrrad / _ und eine Klinke q, deren Drehzapfen an das
vordere Typenrad angeschraubt ist und welche zwei bestimmte Lagen annehmen kann durch
die Wirkung eines Stäbchens r, das zwischen einem Einschnitt in der Klinke q und einem
solchen der Feder ί festgehalten wird; die Spannung der letzteren wird durch eine Schraube
regulirt. Die Klinke q hat eine Nase t, welche, wenn die Klinke mit ihren Zähnen nicht in
diejenigen des Sperrrades ρ eingreift, beinahe eine andere Nase u, Fig. 1 und 3, berührt, die
am Druckhebel G befestigt ist. Wenn der Druckhebel G gehoben wird, so schlagen die
beiden Nasen u und t gegen einander und die Klinke q kommt mit dem Sperrrad p in Eingriff;
die Bewegung der Typenräder beginnt dann. Eine Feder v, in Form eines gewölbten
Deckels, der vermittelst der Schrauben χ zusammengedrückt wird, macht das ganze System
durch Reibung auf der Achse beweglich.
Das Dreieck y, Fig. 2 und 5, dient dazu, die Klinke q aus den Zähnen des Sperrrades p
auszuschalten und zu gleicher Zeit durch den an der oberen Ecke befindlichen Haken w den
Typenrädern eine bestimmte Stellung zu geben.
Auf jedem halben Umfang des Typenrades ο sind die Buchstaben und die Trennungspunkte
der Wörter gravirt und ist eine leere Stelle gelassen; auf dem anderen Rad 0' befinden sich
in gleicher Weise zwei Reihen Zahlen und Zeichen, die Trennungspunkte und eine leere
Stelle.
Diese Räder können einen viel gröfseren Durchmesser haben als den dargestellten, und
in derselben Ordnung zwei, drei, vier oder mehr Reihen Schriftzeichen erhalten. In diesem
Falle würde Sorge zu tragen sein, die Geschwindigkeitsverhältnisse zwischen der Achse
der Theilungsscheibe B und der Achse der Hemmung entsprechend zu vermindern.
Die Räder ο und o' sind derart auf der Achse aufgekeilt, dafs die Schriftzeichen in folgender
Ordnung zusammenstehen:
Rad o: ABCDEFGHIJKLMNA.OPQ ERSTIUVXYOZ (leer);
Rad o'\ 1234567890 = !?, 12345
67890 = + ?-- (leer).
Für die Sprachen, welche das w besitzen, könnte man zwei Tasten hinzufügen (dieser Fall
ist oben vorgesehen, indem die Anwendung von 34 Tasten (statt 32) erwähnt wurde, deren
eine für den Selbstlaut U und deren andere für ein w oder beide noch für zwei w sein
würden, die an einer passenden Stelle einzuschalten wären.
Jede Taste ist in Verbindung mit einem Schriftzeichen, und die weifse Taste ist für die
leere Stelle, wenn die Typenräder vermittelst des Dreiecks y gestellt werden.
Die leere Stelle, welche auf jedem Halbumfange der Typenräder gelassen ist, bezweckt
die selbstthätige Bewegung der Druckwalze G' und des Papieres in horizontaler Richtung, so
dafs sie also von dem Rad ο auf das Rad o' übergehen, um-jeweilig entweder Buchstaben,
Ziffern, Schriftzeichen etc. zu drucken.
Dieser Wechsel vollzieht sich selbstthätig wie folgt:
Wenn der Druckhebel G sich hebt und gegen die leere Stelle schlägt, erhebt er sich
ein wenig mehr, als wenn er einen Buchstaben oder ein Zeichen trifft. Alsdann schlägt die
Schraube £, welche an dem Ende des Druckhebels befestigt ist, gegen den Hebel N, Fig. 1,
9 und 10; dieser wird aus dem Zahn O der Scheibe M ausgehoben, welche dann '/6 - Gang
macht und durch ihre gekrümmte Randfläche, die Scheibe L und das Band / die Stellung
der Druckwalze G' und des Papieres ändert. Das Papier ist 6 bis 7 mm breit.
Der Locher und die selbstthätige Uebertragung. Der Lochapparat ist auf der
Zeichnung in Fig. 13 in der Vorderansicht, in Fig. 14 in der Seitenansicht, in Fig. 15 in der
Ansicht von oben dargestellt; er ist aus 32 oder 34 Locheisen zusammengesetzt, welche in
einem ein Parallelogramm bildenden Rahmen beweglich sind und von Spiralfedern in Wirkung
gesetzt werden. Wenn die Federn zusammengedrückt sind, stützen sich die Locheisen
vermittelst der Stifte A' auf den einen der Arme des Kniehebels B', welcher in der
gezeichneten Stellung durch die Federn C' festgehalten wird. Der andere Arm stützt sich
auf den Hebel D1, an welchem die Tasten befestigt
sind, auf denen sich dieselben Schriftzeichen wie auf den Typenrädern eingravirt befinden.
Diese gravirten Tasten bilden eine Klaviatur, welche vollständig von der Klaviatur
A, Fig. 9, unabhängig und auf einem be-
sonderen Tisch befestigt ist. Dieses Tastenwerk kann durch einen zweiten Beamten benutzt
werden.
Der Rahmen des Lochers ist auf einem Fufs E' befestigt, welcher von einer Kupferplatte
gebildet wird, in die so viel gehärtete Stahlstempel eingesetzt und so viel Löcher gebohrt
sind, als Haupfeifen vorhanden sind. Diese Haupfeifen haben in ihrem Obertheil einen Einschnitt F", in welchen eine Stahlstange
zu liegen kommt, die an einem Deckel H' befestigt ist. Dieser ist bei // in Körnern beweglich,
und wenn er gehoben wird, so heben sich zugleich auch die niedergefallenen Locheisen.
Ein' geölter Papierstreifen, welcher sich in einer Schublade unter dem Tisch des Lochers
befindet, geht zuerst zwischen den beiden Walzen J' und J" hindurch, deren eine mit
gehärteten Stahlstiften versehen ist, welche in die entsprechenden Löcher der anderen Walze
eindringen.
Auf diese Weise wird der Papierstreifen mit denjenigen Löchern versehen, welche zu seiner
Aufnahme auf das Uebertragungsrad A", Fig. ii,
nöthig sind. Dieses Rad ist auf der Achse der Typenräder befestigt.
Der Papierstreifen geht, zwischen den Walzen J1J" hervorkommend, unter dem Locher
hindurch und wickelt sich endlich auf den Umfang der Scheibe K' auf, deren Spitzen in
die Löcher eingreifen, welche durch die vorbezeichneten Walzen J1J" hervorgebracht worden
waren.
Die Schraube T' mit Holzspitze bildet eine Hemmung und verhindert eine ungenaue Bewegung
der Walzen J' J".
Wenn das Rad K J/5 -Umgang macht, so
nimmt es eine Länge Papier auf, welche der Hälfte des Umfanges des Uebertragungsrades A"
gleich ist. Diese Bewegung wird mit Hülfe des Pedals L' und der Sperrklinke M' bewirkt,
die in die fünf Zähne eines Sperrrades greift, welches auf der Achse des Rades K1
befestigt ist. Eine Spiralfeder N' bringt das Werk wieder in seine vorherige Lage zurück,
sobald die Wirkung des Pedals aufhört. Nur das Rad K' nimmt an diesem Rückgang nicht
Theil, denn es ist lose auf seiner Achse und wird durch einen Holzblock Q' unter Federdruck
gehemmt. Die Schraube H' dient dazu, die Bewegung des Rades K' so zu reguliren,
dafs es sich jedesmal um '/5 seines Umfanges
dreht.
Die Kurbelstange Ο', welche auf der Achse des Rades K' sitzt, hebt den Deckel H' vermittelst
des Hebels P' und auf diese Weise werden die gefallenen Locheisen wieder aufgehoben.
Die selbstthätige Uebertragung, Fig. 9 und 10, wird hervorgebracht, indem man das
vorerwähnte durchlochte Papier auf das Uebertragungsrad A" sich aufrollen läfst.
Dieses Rad A", welches lose auf der Achse der Typenräder sitzt, kann mit der Achse in
Eingriff gebracht werden, wenn die selbstthätige Uebertragung stattfindet durch das .Sperrrad D'"
und die gezahnte Klinke C"', welch letztere durch einen Griff in Wirkung gesetzt wird.
Der zur Aufnahme des Papieres dienende Umfang des Rades A" ist der Breite nach in drei
Theile getheilt; die mittlere Abtheilung (Spur) ist mit Spitzen garnirt, um das Rad durch
das Papier fortzuziehen; die beiden anderen, welche durch je eine Hohlkehle gebildet werden,
entsprechen den Löchern, womit das Papier durchlocht ist. Die beiden schrägen Flächen E", welche über dem Rad M" liegen,
sind vom Gehäuse K" elektrisch isolirt und in directe Verbindung mit der Batterie gesetzt.
Mit diesen beiden Flächen stehen zwei He-• bel F'" in Berührung, welche in Gabeln beweglich
sind, die um eine Achse drehbar und in elektrischer Verbindung mit dem Apparat sind. Das untere Ende dieser Hebel drückt
durch die Spannung der Spiralfedern G" G'" von verschiedener Stärke (um die Vibrationen
zu verhüten) auf das durchlochte Papier und dringt in die darin angebrachten Löcher, sobald
diese bei der Drehung unter den Berührungspunkt treten. Der obere Theil der Hebel
F'" wird dadurch gehoben und gegen die schrägen Flächen E" angedrückt und so der
Stromkreis geschlossen.
Die Hebel F'" bleiben in den Löchern des Papieres und werden durch dasselbe weiter gezogen,
bis sie durch die schrägen Flächen E" wieder ausgehoben werden.
Das ganze Werk K" (die Hebel F'" und die schrägen Flächen E" tragend) ist auf der
Achse L" drehbar, um die Zuführung des Papieres zu erleichtern; ist dieses einmal eingeführt,
so wird es gegen den Umfang des Uebertragungsrades A" durch den Hebel B"
gedrückt, um jedes Gleiten zu vermeiden. Dieser Hebel befindet sich- während der Einführung
in der punktirten Stellung und das Papier wird von zwei zu diesem Zweck auf dem Rad A" angebrachten Spitzen, welche in
Löcher in der Mitte des Papierstreifens eingreifen , gefafst.
Die Lochimg des Papierstreifens ist so eingerichtet, dafs jedes Loch gerade dann den
Stromimpuls geben mufs, wenn die Type des Typenrades durch deren entsprechende Taste
des Lochers über diesem Locher steht. Diese Einrichtung beruht darauf, dafs der Raum zwischen
dem ersten und letzten Lochstempel (die Breite des Locheisenapparates) gleich dem halben
Umfang eines Typenrades und auch gleich '/5
des Umfanges der Scheibe K' ist, welches bei
jeder Lochbildung durch das Pedal um '/5
seines Umfanges gedreht wird.
Um beispielsweise das Wort »Lucchesini« zu telegraphiren, würde wie folgt zu verfahren
sein:
Man schlägt zuerst auf der mit dem Perforirapparat in Verbindung stehenden Klaviatur,
Fig. 14, die Tasten L und U an, wodurch die entsprechenden Löcher in den Papierstreifen
eingeschlagen werden. Dann wird durch das Pedal L' das Rad K1 um Y5 seines Umfanges
gedreht und der Streifen um die gleiche Länge, welche der Breite des Locheisenapparates
entspricht, fortgerückt. Dann schlägt man die Taste C an, tritt wieder auf das Pedal
und giebt dem Papier denselben Vorschub. Hierauf werden die Tasten CHES angeschlagen,
das Pedal wird herabgedrückt und schliefslich schlägt man die Tasten / NI und
diejenige mit zwei Punkten, zum Schlufs des Wortes, an.
Man erhält auf dem Papierstreifen genau die Lochungen, welche, nach Aufwickelung des
Streifens auf das Uebertragungsrad A", sobald sie unter die Tasterhebel F'" kommen, den
Stromimpuls durch letzere vermitteln und folglich die telegraphische Aufgabe des Wortes
ebenso schnell bewirken als mit dem Typenrad.
Der Umschalter, Fig. 7, welcher speciell zur Aenderung der Contacte dient, besteht aus
zwei von einander isolirten Armen 1 und 2. Der Arm 1 ist in leitender Verbindung mit
der Erde und der Arm 2 ist in Verbindung mit dem einen Pol der Batterie.
In . der vollgezeichneten Lage gestattet der Commutator die Aufgabe der Depeschen durch
%die Klaviatur; wenn er dagegen in der punktirten Lage ist, gestattet er die selbsttätige
Uebejrtragung. So also geht bei der Uebertragung durch die Klaviatur der Strom durch
den Arm 2 des Umschalters und kommt in a an, wo er durch die aufgehobenen Tasten
unterbrochen wird, aber sobald man eine der Tasten senkt, wird der Contact bei β wieder
hergestellt und derjenige bei b unterbrochen, so dafs also der Strom um die Vertheilungsscheibe
B und folglich in den Apparat gelangt, hierauf die Spule des durch E angedeuteten
Ankers durchläuft und endlich in die Linie geht.
In dem Empfangsapparat wird der Strom den entgegengesetzten Weg nehmen, aber in die
Erde gehen, denn die Tasten desselben sind in Verbindung mit der Erde, und endlich wird
der Stromkreis des anderen Batteriepoles durch die Erde geschlossen.
Bei der automatischen Uebertragung ist der Umschalter (dargestellt durch punktirte Linien)
nicht mehr in Verbindung mit der Erde. Der Strom tritt aus einem der Pole der Batterie in
den Arm 2 und gelangt in die isolirte, schräge Fläche E"; wo er unterbrochen wird. Aber
sobald ein Loch des Papierstreifens unter den Hebel F'" tritt und dieser in dasselbe eindringt,
so findet der Contact mit der Fläche E" statt, und da diese letztere in elektrischer Verbindung
mit dem Apparate ist, so wird der Strom aus der Fläche E" in den Anker E'"
gelangen und von dort in die Linie.
In dem Empfangsapparat nimmt der Stromlauf denselben Weg wie bei der Uebertragung
durch Klaviatur.
Die immer centrirte Papierrolle, Fig. 8. Die Centrirung des Papierstreifens wird erreicht,
indem man denselben auf eine mit drei Federn versehene Scheibe wickelt. Die Wangen des
Papierhalters sind fest auf der Achse, nur die auf letzterer sitzende Scheibe mit Federn und
das Papier sind beweglich.
Claims (19)
- Patent-An sprüche:ι. Die Einrichtung und relative Stellung der Typenräder 0 und 0', deren eines auf seinem Umfange mit zwei oder mehreren Reihen Buchstaben, das andere mit ebenso viel Reihen Ziffern und Zeichen, und deren jedes mit einer leeren Stelle versehen ist, durch die das Herüber- und Hinüberschieben des Papieres zwischen den beiden Rädern vermittelt wird.
- 2. Auf diesen Typenrädern 0 und o' die zwei- oder mehrmalige Wiederholung der Vocale AEIOU auf dem einen Typenrad und der Ziffern in jeder Reihe des anderen Typenrades.
- 3. Die genaue Regulirung der Stellung der Typenräder ο und o1 mittelst des auf der Achse dieser Räder angebrachten Regulirrades m und der in die Verzahnung desselben eingreifenden Flügel k, die von der Stiftscheibe d ihren Antrieb empfangen, Fig. 4 und 6.
- 4. Die bewegliche Anordnung des Magnetes D in Führungen, regulirbar durch Schraube oder Schlüssel Ώ".
- 5. Die Verwandlung der fortlaufenden Bewegung des Triebwerkes in eine unterbrochene Bewegung durch die Hemmung (Echappement), bestehend aus einer in dem Gehäuse d" gelagerten Scheibe d mit Stiften V1 den Sperrrädern W ζ der Scheibe d' mit Löchern, welche den Stiften V entsprechen und den Flächen e h,. Fig· 5- S a und 5 b.
- 6. Die Verbindung des Ankers E mit dem Druckhebel G durch die Haken FF', um den Druckhebel zeitweise festzuhalten, wobei der Druckhebel die Hemmung bewirkt.
- 7- Die Verbindung des Druckhebels G mit den Hemmstiften V einerseits durch die Gabel S, um bei der durch Federdruck bewirkten Aufwärtsbewegung des Druckhebels die Hemmung wieder aufzuheben, und andererseits durch die schiefe Ebene g, um in seine Hakenverbindung mit dem Anker zurückgeführt zu werden.
- 8. Die Verbindung des Druckhebels G und der Druckwalze G' mit dem horizontal und vertical beweglichen Band /, das durch eine an das Sperrrad M seitlich anliegende Scheibe L seine Bewegung erhält.
- 9. Die Verschiebung der Druckwalze G' von einem Typenrad auf das andere durch die Schraube R, die den Hebel N aus der Verzahnung des Sperrrades M aushebt und durch dessen Weiterbewegung den Antrieb der Scheibe gestattet.
- 10. Die Herstellung des Eingriffes der Typenräder ο und 0' mit der Achsenhülse η durch Sperrrad / und Klinke q mit Nase /, welche von einer Nase u des Druckhebels G bei dessen Hebung angestofsen wird, worauf die Typenräder sich drehen, und die Ausrückung des Eingriffes durch das Dreieck y, Fig. 4 und 5.
- 11. Die Verbindung der auf der Achse der Typenräder sitzenden Rolle Q mit dem Steuer- oder Sperrrad M durch ein Stahlband P, um durch dieses Sperrrad den Wechsel des Papieres von einem Typenrad zum anderen zu bewirken.
- 12. Das Lochen des Papierstreifens, zuerst durch die Walzen J' J", dann durch den unter Wirkung einer Klaviatur arbeitenden Lochapparat, und die Aufwickelung des Papieres auf das intermittirend gedrehte Rad K', Fig. 13 und 15.
- 13. Der Lochapparat für das Papier, bestehend aus den durch die Hebel £>' und B' und Stifte A' von einer Klaviatur aus beherrschten Schlagfedern, welche beim Anschlag der Tasten die Locheisen niedertreiben, die von der Achse des Rades K' aus durch Kurbelstange Ο', Hebel P' und den Deckel H' wieder gehoben werden, Fig. 13 und 15.
- 14. Die selbsttätige Uebertragung durch den auf das Rad A", Fig. 9 und 11, sich aufrollenden gelochten Papierstreifen, in dessen Perforationen die unteren Enden der unter Federdruck aufliegenden Hebel JP'" eindringen und durch Berührung der oberen Hebelenden mit den Flächen E" den Strom schliefsen.
- 15. Die dreitheilige Einrichtung des Uebertragungsrades A" in Verbindung mit dem Hebel B" und mit der Achse der Typenräder durch Sperrrad D'" und Klinke C".
- 16. Die Centrirung des Papierstreifens auf beweglicher Scheibe mit Federn, Fig. 8, und feststehenden Backen.
- 17. Die Anwendung der beiden Klaviaturen für ' sich zur Handübertragung und zum Lochen behufs selbstthätiger Uebertragung oder beider zusammen.
- 18. Die Combination des Typendruck-Telegraphen mit einem Morse-Elektromagneten und der zugehörigen Theile, um Morse-Druck und -Schrift durch denselben Apparat zu befördern.
- 19. Die feste Verbindung des Pendelträgers mit dem Gehäuse des Triebwerkes.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23904C true DE23904C (de) |
Family
ID=300430
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23904D Active DE23904C (de) | Typendruck - Telegraph mit selbsttätiger Uebertragung und mit MORSE'schem Schreibapparate |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23904C (de) |
-
0
- DE DENDAT23904D patent/DE23904C/de active Active
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