DE2115A - Eiserner Feldbackofeh mit Decke aus Wellenblech - Google Patents
Eiserner Feldbackofeh mit Decke aus WellenblechInfo
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Description
1878.
Klasse 2.
JOHANN PEYER jn WIEN. ; ./λ.ν
Eiserner Feldbackofen mit Decke aus We11eηbiech.
r
Patentirt im Deutsclien Reiche vom 17. Februar 1878 ab.
Die Haupttheile dieses Backofens sind die aus Wellenblech construirte Decke A, welche auf
den Füfsen JB ruht, die Rückwand C mit einer
eigenartigen Rauchabzugsvorrichtung und die Vorderwand D mit der Heizthür, welche Theile
wegen leichten Transportes auseinandergenommen werden können.
Mit der Anwendung dieser Constructionen werden Oefen gewölbter Form (Fig. 9) und
solche mit gerader. Decke hergestellt, letztere entweder mit eisernen Füfsen (Fig. 10) oder
mit gemauerten Seitenwänden (Fig. n).
Wie aus Detailzeichnung Fig. 2 und Fig. 8 ersichtlich, besteht die Deckenconstruction aus
geraden oder gebogenen Lamellen a, welche die tragenden Theile der Decke bilden, und aus
den über Spannschrauben m gehängten, beliebig geformten Wellenblechen b, wodurch die Lamel-■
len a'ihie unverrückbare-Stellung und die Widerstandskraft
gegen das Seitwärtsausbiegen erhalten. { Durch diese Anordnung ist die Verbindung
zu einem ganzen, festen Körper hergestellt, welche jedoch, trotz der festen Verspannung,
jedem einzelnen Bestandteil so viel freie Bewegung gestattet, dafs sich jeder für sich bei
Einwirkung der Hitze ungehindert ausdehnen kann; deshalb, und weil nur der unter dem
Wellenblech vorragende kleine Theil der Lamellen vom directen Feuer berührt wird, während
der obere in der Anschüttung steckende Theil derselben nie so heifs wird, dafs die Lamellen
dadurch ihre Tragfähigkeit verlieren, ist diese Construction eine so ,standhaltige, dafs selbst
bei Glühhitze die Ofendecke durch den Druck der darauf lastenden Beschüttung keine Formveränderung
erleidet. Durch die Anwendung des Wellenbleches zur Construction der Ofendecke wird eine gleichmäfsige und sparsame
Beheizung des Backraumes erzielt, weil die von den Zacken des Wellenbleches ausgehenden
Wärmestrahlen einander kreuzen und zerstreuen, womit eine fortwährende Bewegung der Hitze
und beständiges Ausgleichen der verschiedenen Temperaturen im Ofenraum hervorgebracht wird,
und die Hitzeabgabe der gewellten Decke wegen der gröfseren Oberfläche derselben eine viel
ausgiebigere ist, als bei innen glatten Oefen. Durch den Raum zwischen den Zacken des
Wellenbleches und den Lamellen wird das Ansammeln der oberen Hitze begünstigt und das
Abkühlen bei Einbringen des Rohgebäckes verhindert, auch bleibt durch die starke Beschattung,
welche die tragfähige Construction gestattet, die im Ofen erzeugte Wärme gut'erhalten.
'
; Bei den Backöfen gewölbter Form (Fig. 1
und 9) steht die aus gebogenen Lamellen construirte Decke mit den damit in fester Verbindung
stehenden, aus Sohlenblcchen // und Winkeln
e zusammengesetzten Füfsen B (oder auch blos aus ' einem breiten Winkel bestehend) un-•
mittelbar auf der Herdsohle, während bei den Oefen mit gerader Decke und eisernen Scitenwänden
diese Füfse B (Fig. 8) aus Verticalblechen c und Sohlenblechen d mit Verbindungswinkeln c bestehen und an der oberen Kante
die Auflagerwinkel // aufgenietet haben, auf denen die Decken α ruhen, die überdies, der sicheren
und leichten Verbindung wegen, mit ihren Seitenblechen«1
in den aus den Winkeln« und den aufgenieteten Flacheisen ο und ρ gebildeten
Falzen sitzen. Zur Verstärkung werden noch mehrere Stützen q aus T-Eisen aufgenietet. Um
die gröfstmögliche Stabilität zu erreichen, isles am besten, diese Füfse B in Kastenform als
Doppelfiifse herzustellen, wovon jeder für zwei aneinanderstofsende Oefen .das gemeinschaftliche
Auflager abgiebt. :
Bei Herstellung von Backöfen mit geraden Decken der oben angegebenen Construction
können die Scitenwände auch gemauert werden, und sind solche Oefen dann in einer oder zwei
Etagen ausführbar (Fig. 11).
Die Construction der Rückwände C und der Vorderwände D, die wegen dichter Verbindung
mittelst aufgenieter Falzrahmen aus U-Eisen über die Kopf lamellen der Decken gehängt werden, '
ist für alle derartige Backöfen ganz gleich, wie in Fig. ι und 3 in Ansicht, Fig. 5 im Profil und
Fig. 6 im Grundrifs gezeichnet.
In der Rückwand O jedes solchen Ofens sind
für den Abzug des Rauches längliche Schlitze/ ausgeschnitten (am vortheilhaftesten in der Fig. 1
und Fig. 7 in Ansicht gezeichneten Form), welche die gleichmäfsige Vertheilung der Flamme
über die ganze Breite der Herdfiäche bewirken. Hinter dieser Wand: und damit in fester Verbindung
ist der Rauchkasten ,v angebracht, in welchem der durch die Schlitze / abziehende
Rauch gesammelt und an das aufgesetzte koni-
Claims (1)
- sehe Rohr h abgegeben wird.: Für im Freien aufzustellende Ofen wird /ur Herstellung besseren Zuges noch ein knieförmiges Rauchrohr i aufgesteckt, welches durch Drehung in die der jeweiligen Windrichtung entsprechende Stellung zu bringen 1st. Für Regulirung und Absperrung der Hitze dient ein im Rauchrohr angebrachter Schieber /', der mittelst der Zugstange/ von der vorderen Seite des Ofens aus entsprechend gestellt werden kann, oder wird statt dessen eiae Drehklappe k angebracht. Diese Rauchabzugs-. Vorrichtung bildet einen wesentlichen' und eigenthümlichen Bestandteil der vorstehenden Backöfen.In der Vorderwand D ist das Mundloch r ausgeschnitten (Fig. 3), welches mit der mit Handhaben versehenen Heizthür ί verschliefsbar ist. Diese steht in einem auf der Vorderwand angebrachten Falz und sind daselbst für Höherhängen derselben noch zwei Haken / vorhanden. Zu beiden Seiten des Mundloches sind zum Schütze gegen Abkühlung Schirme u angebracht, die mit dem Wandblech Kästchen bilden, welche mit Asche oder Erde ausgefüllt werden.Die Herdsohle wird in ansteigender Ebene aus Ziegeln oder geschlagenem Lehm auf einer Schotterunterlage hergestellt und da? Bett hierfür in dem natürlichen Boden ausgehoben. An der Mundlochseite wird die sog. Schiefsergrube ι m breit, 1 . 1 m tief gegraben und mit dem daraus gewonnenen Erdmaterial die obere Beschüttung der Oefen in der aus den Plänen ersichtlichen Art vorgenommen, wobei jedoch zur ersten Schicht über dem Wellenblech nur feines Material zu verwenden ist, welches sich dicht anlegt, dadurch . dem Blech die Hitze abnimmt und das Verbrennen derselben hindert, was bezüglich Dauerhaftigkeit wichtig ist.Die Aufstellung der Oefen im einzelnen und in ganzen Reihen (Blatt IV) ist aus den Plänen ersichtlich und werden die Oefen derart nebeneinander gestellt, dafs die Vorderwände D ganz dicht aneinanderstofsen und so eine ganz eiserne Brustwand bilden, welche die Beschüttung abgrenzt. ,Die beschriebenen eisernen Feldbacköfen be- ". kommen für den Zweck der Militär-Feldbäckereien eine lichte. Breite von 115 bis 140 cm und Länge von 2 '/2 m, für den Transport auf Tragthieren als Gebirgsöfen werden solche in runder ' Form 68 bis 78 cm im lichten breit und 2 bis'^ 2 ys nijlang gemacht, die Decke hierzu aus mehreren Langtheilen, deren dichte Verbindung mittelst , über die aneinanderstofsenden Lamellen gesteck- '1 ten Rahmen aus U-Eisen erfolgt. Die für sta-s bile Bäckereien gemauerten Oefen mit oben be- \ schriebener Eisenconstruction werden mit 150 bis 260 cm Breite und 2 ij1 bis 3 % m Länge aus-: geführt. Bei den gewölbten eisernen Oefen ist die beste Form hinsichtlich gleichmäfsiger Be-' heizung des Backraumes sowohl, als auch leich- „-ter Erzeugung der gebogenen Lamellen, die, wo letztere möglichst lange, gerade,'horizontale und verticale Stücke haben und die Ecken mit klei- > nem Zirkel abgebogen sind.Wenn die Wellenbleche durchgebrannt sind, r so werden an Stelle derselben Reservebleche i (Fig. 12) über den Spannschrauben m blos eingelegt, und sind damit die Oefen wieder so gut als neu hergestellt. .Alle Oefen obiger Construction können für jede Gröfse und Form des Backraumes ange- ■■ wendet werden, und sind sowohl die Form und .' Zahl der Lamellen, Spannschrauben und Wellenbleche (Blatt III, Variante zu Fig 8), sowie die Dimensionen derselben nebensächlich. iPatent-Anspruch: Die Anwendung von Wellenblech zur Construction der Ofendecke ' und die Rauchabzugsvorrichtung bei Feldback- y öfen, wie beschrieben und in beiliegenden Zeichnungen dargestellt ist.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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