DE20797C - Neuerungen in dem Verfahren der Reinigung von Roh-Alkoholen, insbesondere der Zuckerrüben-Alkohole - Google Patents

Neuerungen in dem Verfahren der Reinigung von Roh-Alkoholen, insbesondere der Zuckerrüben-Alkohole

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DE20797C
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F. M. LYTE in London, Science Club, Savile Row
Publication of DE20797C publication Critical patent/DE20797C/de
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D3/00Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
    • B01D3/001Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
    • B01D3/003Rectification of spirit

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zuckerrüben-Alkohole.
Verschiedene Methoden sind empfohlen worden, um gewissen Sorten von Rohspiritus ihren unangenehmen Geschmack zu benehmen. Wenn man indessen die Natur der Stoffe näher prüft, aus welchen der unangenehme Geschmack hervorgeht, so steht es kaum zu erwarten, dafs irgend eine universale Behandlungsweise ganz allgemein auf alle Sorten Alkohol mit Erfolg anwendbar ist. Von Zeit zu Zeit hat man von gewissen Reagentien befriedigende und vielversprechende Resultate erzielt. Man hat versucht, den Alkohol durch irgend ein Absorptionsmaterial hindurch zu filtriren, wie z. B. durch Holzkohle, Thierkohle u. dergl., doch war der Erfolg nur ein theilweiser; auch hat man das Verfahren der Oxydirung' und Reduction eingeschlagen. Man hat die Beobachtung gemacht, dafs die meisten der im Rohspiritus vorhandenen fremden Bestandtheile, welche einen unangenehmen Geruch besitzen, mehr oder minder reducirbar sind. Diese Beobachtung kann man leicht machen, wenn man derartigen Spiritus mit einer geringen Menge salpetersauren Silberoxyds vermischt, denn nach kurzer Zeit, namentlich wenn man das Ganze dem Lichte exponirt, schlägt sich auf dem Boden der betreffenden Flasche eine Menge des Silbers als eine schöne metallische Schicht nieder.
Eine derartige Reduction tritt bei reinem Aethylalkohol nicht ein. Man hat deshalb wegen der leichten Oxydirbarkeit der Unreinigkeiten vorgeschlagen, sie durch Oxydation fortzuschaffen, und zu diesem Zweck hat man vor der Rectification einen geringen Zusatz von Salpetersäure gemacht. Auch das Resultat hiervon ist nur ein theilweises gewesen, insofern als, da Aether gebildet wird, man einen Stoff von schlechtem Geschmack durch einen anderen substituirt, der fast (wenn nicht vollständig) denselbenschlechten Geschmack besitzt.
Versuche mit Ozon scheinen bessere Resultate ergeben zu haben, indessen die Herstellung desselben ist kostspielig und ungewifs. Auch Elektrolyse hat man angewendet, und man behauptet mit theilweisem Erfolge.
Von allen Substanzen indessen, die man anwenden kann, habe ich gefunden, dafs keine so gute Dienste leistet, wie das Superoxyd des Bleies, Wasserstoffes, Bariums, Strontiums oder Calciums, wovon ich zu diesem Zweck Gebrauch mache. Es ist richtig, dafs an Stelle des Bleisuperoxyds die Superoxyde gewisser anderer Metalle benutzt werden können, indessen nicht mit solchem Vortheil, und zwar aus folgenden Gründen:
1. ist das Bleisuperoxyd billig,
2. ist seine oxydirende Einwirkung auf Aethylalkohol nur schwach, wogegen es. stark oxydirend auf die Amine (das Trimethylamin z. B.) einwirkt, sowie auf gewisse Aldehyde, welche die schädlichen Unreinigkeiten mancher der übelriechenden Aethylalkohole ausmachen, z. B. des Runkelrüben- und Kartoffelspiritus.
Zum besseren Verständnifs des Vorstehenden bemerke ich, dafs die Metallsuperoxyde mit Rücksicht auf die Stärke ihrer oxydirenden Wirkung auf Alkohole nach einer gewissen Reihe geordnet werden können. Einige der
Superoxyde (wie ζ. B. die Chromsäure, die als ein Superoxyd des Chroms angesehen werden und welche man an erster Stelle in die Reihe einsetzen kann) üben eine kräftige Wirkung sogar auf Aethylalkohol selbst aus und verändern und zerstören nicht nur die ihn begleitenden Unreinigkeiten, sondern oxydiren und zerstören auch den Aethylalkohol selbst.
■ Wenn man von diesem Superoxyd zu anderen von fortschreitend schwächerer Wirkung übergeht, so kommt man zu einer Gruppe, in welcher das Bleisuperoxyd als Mittelpunkt bildend angesehen werden kann. Es sind dies Superoxyde, die einerseits genügende oxydirende Wirkung besitzen, um die nachtheiligen Nebenbestandtheile, das Fuselöl etc. zu zerstören, andererseits aber nicht oxydirende Wirkung genug haben, um den Aethylalkohol selbst wesentlich zu verändern. Diese Gruppe wird von den vorgenannten Superoxyden gebildet, nämlich den Superoxyden des Wasserstoffes, Bleies, Bariums, Strontiums und Calciums.
Das Bleisuperoxyd, welches ich für das beste und geeignetste dieser Gruppe ansehe, wird am besten in feuchtem Zustande, nachdem es gründlich gewaschen worden, dem zu reinigenden Spiritus zugesetzt und mit demselben gehörig umgerührt, bis die Unreinigkeiten oxydirt sind. Der Alkohol kann dann wie gewöhnlich rectificirt werden und gewinnt man dann einen Spiritus von angenehmem Geruch und Geschmack.
Bleisuboxyd, worin Bleisuperoxyd enthalten ist, kann man ebenfalls anwenden; es ist indessen nicht entfernt so wirksam.
Wenn Wasserstoffsuperoxyd angewendet'wird, so wird eine Lösung desselben mit dem Alkohol vermischt und beide zusammen digerirt, bis der Geruch des Alkohols geschwunden ist.
Das Bleisuperoxyd, das man auf nassem Wege aus den Bleisalzen gefällt hat, scheint das wirksamste zu sein.
Diese Reinigung des Spiritus kann entweder in kaltem Zustande ausgeführt werden (in welchem Falle die Reactionen längere Zeit bedürfen, die Wirkung selbst aber vielleicht eine nachhaltigere und vollkommenere ist) oder man kann die Reinigung auf heifsem Wege vollziehen, indem man z. B. den Spiritus von dem nöthigen Quantum Bleisuperoxyd abdestillirt.
Das Quantum des in Anwendung zu bringenden Superoxyds hängt natürlich ganz von der Menge der Unreinigkeiten ab, welche in dem zu reinigenden Aethylalkohol enthalten sind, sowie von der Beschaffenheit dieser Unreinigkeiten, indem einige von ihnen leichter oxydirbar sind, als andere.
Es ist deshalb nicht wohl angängig, sich an irgend eine bestimmte Vorschrift für die Menge des anzuwendenden Quantums zu binden. Aus demselben Grunde ist es unmöglich, irgend eine bestimmte Zeitdauer für die Reactionswirkung anzugeben. Das Merkmal für. die in jedem einzelnen Falle einzuhaltende Zeitdauer ist der verbesserte Geruch und Geschmack des Alkohols, woran erkannt werden kann, dafs die Reactionswirkung eine vollständige gewesen.

Claims (1)

  1. Pat ent-An spruch:
    Das Verfahren der Anwendung der Superoxyde des Wasserstoffes, Bleies, Bariums, Strontiums und Calciums zur Dephlegmation und Reinigung der Alkohole.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1017573B (de) * 1954-08-23 1957-10-17 Hannoversche Papierfabriken Al Verfahren zur Herstellung von hochwertigem Alkohol aus Rohsprit
DE1059864B (de) * 1958-04-29 1959-06-25 H W Schlichte Fa Verfahren zur Beseitigung von Schwefelwasserstoff aus Rohsprit

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DE1017573B (de) * 1954-08-23 1957-10-17 Hannoversche Papierfabriken Al Verfahren zur Herstellung von hochwertigem Alkohol aus Rohsprit
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