DE152167C - - Google Patents
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- DE152167C DE152167C DENDAT152167D DE152167DA DE152167C DE 152167 C DE152167 C DE 152167C DE NDAT152167 D DENDAT152167 D DE NDAT152167D DE 152167D A DE152167D A DE 152167DA DE 152167 C DE152167 C DE 152167C
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
- C02F3/00—Biological treatment of water, waste water, or sewage
- C02F3/02—Aerobic processes
-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisher bekannten biologischen Verfahren zur Reinigung von Zuckerfabrikabwässern
haben den Nachteil, daß besonders bei Beginn von Frostwetter der Reinigungsprozeß
zu langsam fortschreitet und daher nicht der gewünschte Erfolg erzielt wird.
Es ist nachgewiesen worden, daß dieser Nachteil hauptsächlich darin liegt, daß die
verschiedenen Abwässer gemischt verarbeitet
ίο werden, wie z. B. beim Rieselverfahren und dem
Verfahren nach Proskowetz, wobei nicht berücksichtigt wird, daß die Gärfähigkeit der
zuckerhaltigen Wasser abnimmt, wenn man dieselben verdünnt.
Es ist somit wichtig, die Abwässer zu trennen, die mehr Zucker enthalten, wie
z. B. Diffusionswasser und Waschlaugen der Knochenköhlestation usw., und diese getrennt
zu verarbeiten,
Aber auch die Gärung dieser erfolgt nicht vollkommen, wenn sie sich selbst überlassen
bleiben, da sie bald sauer werden und dadurch die Tätigkeit der Milchsäurefermente
(welche hier besonders wirken), wie bekannt, bald abnimmt. Bei dem alten Verfahren der
Reinigung" der getrennten Abwässer wurde zur Entfernung der schädlichen Säurewirkung
Kalk zugesetzt (vergl. auch König, Die Verunreinigung der Gewässer, 1887, S. 277).
Das hat aber den Nachteil, daß alkalische Wässer erzielt wurden, in denen Fische nicht
leben konnten. Auch Kalk aus der Saturation hat man bereits Zuckerfäbrikabwässern
zugesetzt, doch nicht zu dem Zweck, die Gärfähigkeit zu erhöhen, sondern lediglich
als Fällungsmittel (vergl. König, Die Verunreinigung der Gewässer, 1899, Bd. II,
S. 248).
Den vorgenannten Übelständen abzuhelfen, ist der Zweck vorliegender Erfindung, weleher
dadurch erzielt wird, daß. den getrennten, mehr verunreinigten Abwässern Scheideschlamm zugesetzt wird, um die Gärfähigkeit
dieser Wässer zu erhöhen. Der Schlamm enthält nur ganz geringe Mengen Ätzkalk, jedoch ist diese Menge genügend,
um alle Säuren der Abwässer zu neutralisieren, ohne dieselben alkalisch zu machen.
Gleichzeitig enthält der Sfcheideschlamm etwa ι Prozent Zucker und alle organischen Salze,
welche durch die Scheidung und. Saturation aus dem Saft ausgeschieden worden waren.
Alle diese Körper haben die Fähigkeit, die Gärung zu vergrößern, besonders die phosphorsaüren
und Stickstoffverbindungen.
In dieser Weise erfolgt die Gärung sehr lebhaft mit starker Gasentwicklung, wenn
man zu den getrennten, stärker verunreinigten Abwässern (wie Diffusionswässern, welche
O, τ5 bis 0,30 Zucker enthalten) Scheideschlamm
zusetzt. Infolge der beschleunigten Gärung kann man- die Wässer schon nach kurzer
Zeit filtrieren, wonach sie vollständig rein erhalten werden.
Hierbei vollzieht sich das Reinigungsverfahren ununterbrochen, d. h. so, daß die mit
Schlamm gemischten Abwässer dem Gärteich von einer Seite zufließen, wo die Gärung so-
fort beginnt, der Schlamm sich absetzt und auf der anderen Seite des Teiches die 'Abwässer
fast rein abfließen.
In dieser Weise gelingt es schon in g-anz
kurzer Zeit, selbst die Diffusionswässer zu zerlegen, welche sich, wie bekannt, am
schwersten reinigen lassen. Sie befinden sich beim Verlassen des Gärteiches in . einem
solchen Zustand, daß es leicht ist, dieselben
ίο durch Rieselung nach alter Art oder nach
den neueren biologischen Verfahren in vollständig unschädlichen Zustand überzuführen.
Gleichzeitig mit dem guten Erfolg der Reinigung der Abwässer hat das neue Ver-
15. fahren den Vorteil, daß die Eigenschaften
/ des Scheideschlammes sich dabei vollständig" ändern. Der Scheideschlamm, wie er jetzt
von den Zuckerfabriken erzielt wird, stellt eine schmierige, schlecht zerteilbare Masse
dar, und es vergehen viele Monate, ja selbst Jahre, ehe aller Zucker darin zersetzt ist.
Bei dem hier vorgeführten neuen Verfahren erzielt man dagegen den Schlamm als
eine leichte, bröcklige Masse, ähnlich wie Tuffstein, welche kurze Zeit nach Schluß der
Kampagne annähernd an der Luft austrocknet und in solchem Zustand sich leicht abfahren
läßt und leicht und gleichmäßig auf den Feldern verteilbar ist. Gleichzeitig vergrößert
sich sein Düngerwert, was durch die Praxis im letzten Jahre festgestellt worden ist.
In der Weise ist das neue Verfahren besonders wichtig für diejenigen Fabriken,
welche auch im Absatz des Filterschlammes Schwierigkeiten haben.
Das neue Verfahren hat folgende Vorzüge:
1. Volle und rasche Reinigung der Abwasser
der Zuckerfabriken von ihren organischen Verunreinigungen.
2. Einfache und kleine Einrichtung zu diesem Zweck.
3. Die Erzielung des. Schlammes, in porösem
Zustand, in welchem er großen Düngerwert hat.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Reinigung von Zuckerfabrikabwässern durch Gärung, dadurch gekennzeichnet, daß man den von den übrigen Abwässern getrennt aufgesammelten Schnitzelpreß- und Schwemmwässern zwecks Erhöhung der Gärfähigkeit Scheideschlamm zusetzt, wobei letzterer gleichzeitig aus dem kompakten in einen schwammigen Zustand übergeführt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE152167C true DE152167C (de) |
Family
ID=418922
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT152167D Active DE152167C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE152167C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1096295B (de) * | 1953-02-02 | 1960-12-29 | Infilco Inc | Verfahren zur biologischen Reinigung von sauren Abwaessern mittels aerober Belebtschlaemme |
-
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