DE500058C - Verfahren zur Wiederbelebung von ueberarbeitetem, belebtem Schlamm - Google Patents
Verfahren zur Wiederbelebung von ueberarbeitetem, belebtem SchlammInfo
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Description
- Verfahren zur Wiederbelebung von überarbeitetem, belebtem Schlamm Bei dem Verfahren zur Reinigung von Abwasser mit belebtem Schlamm müssen die Belebungsbecken so groß gebaut werden, daß die Durchflußzeit ausreicht, nicht nur das Abwasser zu reinigen, sondern auch den belebten Schlamm, der immer wieder im Kreislauf verwendet wird, durch reichere Belüftung gesund zu erhalten. Sind die Belüftungsbecken nicht genügend groß, so reicht die Belüftungszeit nicht aus, den Schlamm gesund zu erhalten. Der Schlamm muß dann in besonderen Becken mehrere Stunden wiederbelebt werden, bevor man ihn im. Kreislauf zur Abwasserreinigung wieder verwenden kann. Durch letztere Maßnahme wird jedoch gegenüber der direkten Wiederbelebung im Belüftungsbecken lein Fortschritt erzielt, da es sich gezeigt hat, daß man dem, Schlamm in solchen Wiederbelebungsbecken außerordentlich viel Zeit geben muß, oft bis zu 24 Stunden, und daß man unverhältnismäßig viel Luft und Kraft verbraucht. Die Bedingungen, die man dem Schlamm in solchen getrennten Wiederbelebungsbecken gibt, sind für die biologische Gesundung des Schlammes sehr ungünstig. Die einzelnen Schlammteilchen sind zu sehr zusammengedrängt und stören sich gegenseitig in ihrer Lebenstätigkeit. Hinzu kommt noch, daß die Zersetzungsprodukte der biologischen Lebensvorgänge in dem geringen, zur Verfügung stehenden Wasser sich anreichern und dann zu Vergiftungserscheinungen führen können. Um letztere Schwierigkeit zu umgehen, sieht das von uns angewandte Verfahren vor, den Schlamm in den Wiederbelebungsbecken mit reinem, sauerstoffreichem Wasser zu verdünnen bzw. durchzuspülen.
- Es ist bereits früher vorgeschlagen worden, die Behandlung von Abwässern mit Luft in der Weise durchzuführen, daß man mit Luft oder Sauerstoff imprägniertes Wasser mit dem zu reinigenden Wasser mischt. Diese Arbeitsweise wird nun gemäß vorliegender Erfindung in abgeänderter Form auf die Wiederbelebung des aktiven Schlammes angewandt. Denn es hat sich gezeigt, daß bei Behandlung des überarbeiteten belebten Schlammes in Wiederbelebungsbecken durch Verdünnen mit reinem, sauerstoffreichem Wasser wesentlich an Zeit für den Wiederbelebungsvorgang gespart wird, daß die Wiederbelebungsbecken kleiner bemessen werden können und der Kraftverbrauch geringer wird. Durch diese Verbesserung wird das Wiederbelebungsverfahren überhaupt erst wirtschaftlich.
- Das neue Verfahren hat den weiteren Vorteil, daß der Sauerstoff bereits in gelöster Form unmittelbar dem Schlamm, d. h. den Lebewesen, zugänglich gemacht wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß sich der Sauerstoff der noch ,etwa gleichzeitig zugeführten Preßluft viel leichter in dem reinen Wasser lösen kann. Die bei den biologischen Vorgängen entstehenden Abbaustoffe der Lebewesen können sich in. dem reinen Wasser viel leichter lösen als in einem mit derartigen Stoffen bereits angereicherten Wasser.
- Das Verfahren nach vorliegender Erfindung stellt auch gegenüber den Schlammbelebungsverfahren, die z. B. mit verdünntem Abwasser arbeiten, einen erheblichen technischen Fortschritt dar. Bei Kläranlagen mit dünnem Abwasser ist die Wiederbelebung erheblich leichter als bei Abwässern stärkerer Konzentration. Doch fehlt in diesem Falle die leichte Sauerstoffübertragung und die Abführung der Zersetzungsprodukte, die wir bei unserem Verfahren durch den Durchfluß des reinen Wassers erreichen wollen.
- Diese Durchspülung des Schlammes kann ständig oder zeitweise erfolgen. Durch diese Maßnahme unterscheidet sich das Verfahren grundsätzlich von dem Fischteichverfahren, bei dem das zu behandelnde Abwasser mit einem gereinigten Abwasser verdünnt werden soll, das bereits. mit Abbaustoffen der Lebewesen stark ,angereichert ist. Während es bei dem Fischteichverfahren lediglich darauf ankommt, das für dieses Verfahren unbedingt nötige Verdünnungswasser zu beschaffen, muß bei unserem Verfahren ein bereits. mit Sauerstoff gesättigtes Wasser .angewandt werden, da dieses Wasser nicht nur den Zweck hat, seinen Sauerstoff abzugeben, sondern auch hauptsächlich die Abbauprodukte fortspülen soll. Für das Fischteichverfahren würde dies kein Vorteil, sondern vielmehr ein Nachteil sein. Bei dem Schlammbelebungsverfahren wird größter Wert auf die Entwicklung niederer Mikroorganismen gelegt, wohingegen man bei dem Tischteichverfahren die Bildung höherer Organismen, die von diesen Abbauprodukten leben und die dann selbst ,als Fischfutter Verwendung finden sollen, bezweckt. Bei dem Schlammbelebungsverfahren würde die Entwicklung dieser höheren Organismen, wie sie z. B. in Chironomuslarven ein wertvolles Fischfutter darstellen, eine sehr schädliche Beeinflussung des Schlammes sein.
- Zur Wiederbelebung des verbrauchten oder kranken Schlammes kann jedes zur Verfügung stehende sauerstoffreiche Wasser benutzt werden. In erster Linie kommt sauerstoffreiches Wasser eines in der Nähe liegenden Vorfluters in Frage, das gelegentlich nachts oder Sonntags durch die Schlammbelebungsanlage geleitet wird. Es kann auch jedes Leitungswasser, sofern es genügend Sauerstoff besitzt und billig zu haben ist, zu diesem Zwecke benutzt werden. Selbst für den Fall, daß man ein außerhalb der Anlage entnommenes Wasser, das durch einen Absturz o. dgl. oder sogar künstlich mit Sauerstoff angereichert wird, benutzt, würde ein großer wirtschaftlicher Erfolg vorhanden sein, da die Abkürzung der Regenerierung des Schlammes sehr beträchtlich ist. Der Sauerstoff wird in diesem Falle in gelöster Form zugegeben und ist daher leicht adsorbierbar, so daß die Zeit der Wiederbelebung, die bisher 20 bis 24 Stunden betrug, in etwa I/3 bis ¼ der Zeit erledigt ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Wiederbelebung von überarbeitetem, belebtem Schlamm in einem besonderen Becken, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Wiederbelebungsbecken während der Wiederbelebung des Schlammes dauernd sauerstoffreiches Verdünnungswasser hindurchgeleitet wird. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungswasser hinter den Wiederbelebungsbecken in Absetzbecken von dem Schlamm getrennt und besonders abgeführt wird, bevor der wiederbelebte Schlamm im Kreislauf wieder verwendet wird.
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