DE201701C - - Google Patents
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10C—PIANOS, HARPSICHORDS, SPINETS OR SIMILAR STRINGED MUSICAL INSTRUMENTS WITH ONE OR MORE KEYBOARDS
- G10C9/00—Methods, tools or materials specially adapted for the manufacture or maintenance of musical instruments covered by this subclass
Landscapes
- Physics & Mathematics (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Acoustics & Sound (AREA)
- Multimedia (AREA)
- Confectionery (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 201701 KLASSE 51 h. GRUPPE
FRANZ PETERMANN in BERLIN.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mit welcher eine Erleichterung in
der Herstellung von Klaviermechaniken angestrebt wird, und die dazu dienen soll, die
Stifte an mehrgliedrigen Mechanikteilen, welche Gelenke zu bilden haben, in den zu
diesem Zweck vorgestochenen Achsenlöchern bzw. ' mit Tuch ausgebüchsten Augen genau
und gleichmäßig einzubringen.
ίο Die bisherigen Hilfsvorrichtungen für das
genannte Einstiften oder «Ausspindeln« der halbfertigen Mechaniken waren wesentlich
auf Handarbeit in der Weise eingerichtet, daß man zuerst freihändig durch die zusammengepaßten
Mechanikteile einen Spindeldraht bis zum Durchtritt an der Gegenseite einzustecken und dann den Draht mit jenseitigem
Zangenangriff weiter durchzuziehen hatte, wobei die Hilfsvorrichtung lediglich
ein Widerlager für das Werkstück darbot. Der achsiale Durchzug des Spindeldrahtes
war unter diesen Umständen in hohem Grade von der manuellen Geschicklichkeit, Übung
und Sorgfalt des Arbeiters abhängig, und die Verschiedenheit der Ausspindelung verursachte
Anstände bei der Verwendung und Zusammenstellung der so fabrizierten Mechanikbestandteile.
Namentlich wo mehrere Mechanikfiguren (Wippe, Kapsel, Stößer) zu einem mehrgliedrigen Körper verbunden werden,
ergeben sich infolge der Ungleichmäßigkeit der Handarbeit bedeutende Abweichungen
hinsichtlich der gewünschten Parallellage aller Stifte.
Die Neuerung besteht hauptsächlich in der Anordnung eines Schablonenschiebers zum
Einlegen der Mechanikteile in der gehörigen Zusammenschlußlage und in der hiermit zusammenwirkenden
Einrichtung besonderer Stifteintreibmittel, die ebenso wie ein Festhaltstempel unter bestimmtem Führungszwang
auf das Werkstück mit eingesteckten Stiften mechanisch niedergeführt werden.
Die als Ausführungsbeispiel auf der Zeichnung dargestellte Maschine soll das gleichzeitige
Einstiften an zwei Verbindungsstellen, zwischen Wippe und Kapsel einerseits sowie
zwischen Wippe und Stößer andererseits, in einem Arbeitsgange bewerkstelligen.
Fig. ι ist eine Oberansicht und Fig. 2 ein
Längsschnitt der Maschine, Fig. 3 eine vergrößerte Einzeldarstellung. Fig. 4 ist eine
Frontansicht der Maschine und Fig. 5 eine Stirnansicht des Getriebeständers, nachdem vor
demselben der Stempelträger (Fig. 4) und Schablonenschieber gemäß Schnittlinie A-B
(Fig. 2) weggenommen ist.
Der eigentliche Stempelführungsteil (Fig. 4) bildet einen aufrechten Vorbau vor dem Getriebeständer
(Fig. 5), in welchem die Antriebswelle j? und oben die Daumenwelle q gelagert
ist. Durch eine mittels Fußtritthebel h und Federklinkenriegel r zu bewegende Vorrichtung
bekannter Art kann der Antrieb zur Drehung der Daumenwelle q für je einmaligen
Umlauf eingerückt werden. Die Daumen d, e bewirken bei der Drehung der Welle q nacheinander den Abwärtsschub erst
des Stempelschlittens m, der die Preßbacke η trägt, und dann des Stempelschlittens g,
welcher mit den zwei büchsenförmigen Stempelträgern i, i in gehörig eingestelltem Abstande
versehen ist. Mit dl und e1 sind die zugehörigen
Angriffsrollen der Stempelschlitten bezeichnet. Der Schablonenschieber α ist horizontal
auf Führungen der Maschinenplatte so verschiebbar, daß er entweder, nach vorn gezogen,
die Lage nach Fig. ι oder diejenige nach Fig. 2 einnehmen kann, wo er . sich
unterhalb der Stempel in bestimmter Lage einstellen läßt. Durch den Zug eines Gewichtes
w oder durch andere Mittel rückt er selbsttätig nach vorn in die Aufsetzlage,
während die Hand des Arbeiters ihn in die Stempeleingriffslage bis zu Anschlägen verschiebt.
Auf dem Schablonenschieber α ist durch geeignet geformte Paßstücke b, c Vorkehrung
getroffen, um von der Hand des Arbeiters ein schnelles Aufsetzen der Mechanikelemente,
deren Verbindung durch das Einstiften zu vollenden ist, in gehöriger Zusammenschlußlage
zu gestatten. Aus Fig. 1 ist ersichtlich, wie hier beispielsweise die Kapsel x, der
Stößer y und die Wippe \, die zusammen
einen mehrgliedrigen Mechanikbestandteil bilden sollen, einzeln nacheinander in die zugehörigen
Rasten bei b, c eingelegt bzw. eingeschoben werden können, wobei zum Festhalten
Federn v, v1 mitwirken. Auf diese Weise erzielt man eine durch die Schablone
bestimmte örtliche Orientierung der (in bekannter Art vorher ausgefütterten und vorgestochenen)
Einspindelungsaugen bei 1 und 2, in welche der Arbeiter nur noch die einzutreibenden
Stifte provisorisch einzustecken hat, wobei sie eben nur in den Vorstecklöchern zu haften brauchen und eine ungefähr
senkrechte Stellung einnehmen.
Nach dieser Vorbereitung schiebt der Arbeiter den Schablonenschieber α unter die
Stempel i, i bzw. Preßbacke η. Beim Senken des Tritthebels wirkt letztere Preßbacke unter
dem Angriff der entsprechend geformten Daumenscheibe d zuerst und veranlaßt durch
an der Unterseite angebrachte Federn u, u (Fig. 4) eine schlüssige Anpressung und Ausrichtung
der in der Schablone zusammengefügten Mechanikglieder x, y, \. Die Augen 1
und 2 kommen genau in die Achsialrichtungen der beiden Stempelträger ;', ζ zu stehen.
Diese Stempelträger (Fig. 2 und 3) sind unten büchsenförmig ausgebohrt und besitzen
von Federn/ abwärts gedrückte, unten konisch ausgehöhlte Führungskolben k, durch
welche achsiale Bohrungen in der Stärke der einzutreibenden Stifte bzw. der Stempelstifte_/
hindurchgehen, die oben innerhalb der Stempelträger befestigt sind. Beim Niedergang des
Stempelschlittens g stülpen sich zuerst die konischen Aushöhlungen der Kolben k über
die Oberenden der bei 1 und 2 steckenden Stifte und führen dadurch dieselben in ihre
Achsialbohrung hinein, wobei eine zwangsweise Geradrichtung erfolgt. Beim Fortschritt
der Stempelschlittenbewegung nach unten setzen sich die federnden Kolben k
oben rings an den Einspindelungsaugen auf, und die weiter abwärts gehenden Stempelstiftek
bewirken nun das Eintreiben der Stifte in die Augenlöcher bis zum Grunde. Der Eintreibstoß
findet dabei in genau achsialer Richtung mit genauer Normaleinstellung der Stifte zur
Schablonenebene statt.
Nachdem die Stempel unter Wirkung von Hubfedern nach vollendetem Arbeitsgang in
die Anfangsstellung emporgegangen sind, hat der Arbeiter den Schablonenschieber vorzuziehen
oder selbsttätig nach vorn (Fig. 1) gehen zu lassen, worauf er das fertig bei 1
und 2 angestiftete Arbeitsstück aus dem Schablonenlager entnehmen und ein neues einlegen kann.
Die beschriebene Vorrichtung ist natürlich auch zum Zusammenstiften von nur zweigliedrigen
Mechanikteilen bei entsprechender Anordnung der Schablonenform verwendbar, wie überhaupt für die Gelenkstifteinbringung
bei gleichgeformten Fabrikationsstücken. Bei sämtlichen in der Mechanikfabrikation hergestellten
Teilen, wo es sich um Ausspindeln von Teilen handelt, ist sie anwendbar, so z. B.
für Dämpfertangenten u. dgl.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Einstiften von mehrgliedrigen Mechanikteilen, dadurch
gekennzeichnet, daß unter einem mechanisch bewegten Stempelapparat ein Schieber angeordnet ist, welcher zum Einlegen der
Mechanikglieder in gehöriger Zusammenschlußlage mit passenden Schablonen ausgerüstet
ist.
2. An der Vorrichtung nach Anspruch 1 die Ausführungsform der Einrichtstempel,
dadurch gekennzeichnet, daß sie mit federnden, achsial durchbohrten Führungskolben
versehen sind, die unten eine konische Höhlung besitzen.
3. An der Vorrichtung nach Anspruch 1 die Anordnung des Stempelapparats derart,
daß mit ihm ein Niederdrückstempel mit nachgiebiger Preßbacke zusammenwirkt, der das auf der Schablonenform eingelegte
Arbeitsstück zu schlüssiger Festlage zu bringen hat.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE201701C true DE201701C (de) |
Family
ID=464238
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT201701D Active DE201701C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE201701C (de) |
-
0
- DE DENDAT201701D patent/DE201701C/de active Active
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