DE1150488B - Verfahren zur Herstellung von Schrumpfleder - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schrumpfleder

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DE1150488B
DE1150488B DEF25325A DEF0025325A DE1150488B DE 1150488 B DE1150488 B DE 1150488B DE F25325 A DEF25325 A DE F25325A DE F0025325 A DEF0025325 A DE F0025325A DE 1150488 B DE1150488 B DE 1150488B
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DE
Germany
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tanning
shrink
leather
condensation products
acid
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Application number
DEF25325A
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English (en)
Inventor
Dr Ernst Komarek
Dr Gustav Mauthe
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Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
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Publication date
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Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/28Multi-step processes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Schrumpfleder Leder mit einem künstlich gezogenen Narben, sogenanntes Schrumpfleder, hat sich zu einer neuen Standardlederart entwickelt und ist ein wichtiges Material für die Schuhfabrikation und die Täschnerwarenindustrie geworden. Der Schrumpfeffekt des Narbens derartiger handelsüblicher Leder variiert in weiten Grenzen. Die Musterung kann flach und breit sein, oder aber auch andere Effekte können erwünscht sein.
  • Die eigentliche Schrumpfgerbung kann sowohl mit pflanzlichen als auch mit synthetischen Gerbstoffen durchgeführt werden. In der Praxis hat sich von den vegetabilischen Gerbstoffen lediglich der Sumachgerbstoff durchsetzen können. Die Anwendbarkeit dieses Gerbstoffes ist jedoch wegen seiner Farbe und seiner außerordentlichen Alkali- und Eisenempfindlichkeit stark eingeschränkt.
  • Aus der deutschen Patentschrift 617 015 ist bereits bekannt, sulfonsäuregruppenhaltige synthetische Gerbstoffe für diesen Zweck als Weißgerbstoffe einzusetzen, insbesondere solche, die als kongoneutrale Zubereitungen der Alkalisalze von Kondensationsprodukten von Dioxydiphenylsulfonen und Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure vorliegen (vgl. insbesondere Beispiel 1 der deutschen Patentschrift).
  • Die mit den genannten pflanzlichen und synthetischen Gerbmitteln erzielten Resultate befriedigen je- doch in einigen wichtigen Punkten nicht voll. So ist es schwierig, den Schrumpfeffekt zu steuern und den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. Insbesondere ist ein besonders feines Schrumpfkom sehr schwer zu erreichen.
  • Der größte Nachteil der bisher üblichen Verfahren liegt jedoch in der Ungleichmäßigkeit des Schrumpfkorns, und zwar über die ganze Fläche des Felles oder der Haut hinweg betrachtet. Diese Ungleichmäßigkeit wird hervorgerufen durch die strukturellen Unterschiede der gewachsenen Haut. Eine ungleichmäßig geschrumpfte Haut mit einem in den lose beschaffenen Hautteilen breiten uneinheitlichen und unansehnlichen Schrumpfkom kann in der Schubfabrik aber nur mit einem untragbar hohen Abfall verarbeitet werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Nachteile der bekannten Schrumpfgerbungen weitgehend beheben kann und darüber hinaus einen wesentlich ausgeprägteren Schrumpfnarben erzielen kann, wenn man bei der Vorbehandluno, der tierischen Blößen mit wäßrigen Lösungen von Kondensationsprodukten aus methylolgruppenhaltigen Dioxydiphenylsulfonharzen und Naphthalinsulfonsäuren in saurem Mediuni und bei nachfolgender Chromgerbung die C Kondensationsprodukte der Vorbehandlungsstufe so wählt, daß sie ganz oder zum größten Teil in Form von freien Suffonsäuren vorliegen, deren wäßrige Lösung ohne weitere Säurezugabe einen p11-Wert bis 2,2 aufweist.
  • Das obengenannte methylolgruppenhaltige Dioxydiphenylsulfonharz wird durch Umsetzung von Dioxydiphenylsulfon oder entsprechenden Polysulfonen mit Formaldehyd im alkalischen Medium in der Siedehitze erhalten. Das als Katalysator verwendete Alkali kann entweder durch eine vorsichtige Neutralisierung und Abscheidung des Harzes entfernt werden oder aber dazu dienen, die noch vorhandene freie Schwefelsäure der Naphthalinsulfonierung zu beseitigen.
  • Die Temperatur und Dauer der Umsetzung des oben beschriebenen methylolgruppenhaltigen Harzes mit der Naphthahmulfonsäure kann je nach den Ge-Zebenheiten in weiten Grenzen variiert werden. Es empfiehlt sich, von Fall zu Fall für das jeweilige Sulfonharz die optimalen Kondensationsbedingungen zu ermitteln. Als besonders geeignet für diese Unisetzung haben sich Temperaturen zwischen 100 und 160' C erwiesen, wobei die Kondensation in der Regel in 1 bis 2 Stunden beendet ist.
  • Gerbende Kondensationsprodukte dieser Art, die, in geeignete Form gebracht, imstande sind, die tierische Haut für sich allein in Leder zu verwandeln, die also echte synthetische Gerbstoffe sind, wie auch alle durch Kondensation aus anderen Ausgangsmaterialien entstandenen sulfogruppenhaltigen echten synthetischen Gerbstoffe wirden üblicherweise für den Gebrauch ganz allgemein in die Form ihrer Natrium- oder Ammoniumsalze überführt und mit der für die Gerbung erforderlichen Menge einer Säure versetzt und so angewandt. Die Adstringenz solcher echten Gerbstoffe, die alsNatrium- oderAmmoniumsalze der Kondensationsprodukte aus Naphthahnsulfonsäure oder Naphtholsulfonsäure oder Phenolsulfons«äure mit Phenolen und Formaldehyd oder methylolgruppenhaltigen Phenolharzen vorliegen, kann in beschränktem Umfange durch Zusatz steigender Säuremengen erhöht werden. Von dieser Möglichkeit machte man bisher auch schon bei der Schrumpfgerbung häufig Gebrauch, um einen ausgeprägteren Schrumpfeffekt zu erhalten.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren verwendet demgegenüber als Gerbstoffe solche Kondensationsprodukte, die vollständig oder zum überwiegenden Teil als freie Sulfonsäure vorliegen.
  • Es zeigt sich, daß synthetische, Sulfonsäuregruppen enthaltende Gerbstoffe, insbesondere wie sie in der deutschen Patentschrift 617015 beschrieben sind, in Form der Sulfensäuren besseren Schrumpfeffekt liefern als deren Salze; selbst durch Zugabe starker Säuren zu diesen Salzen gelingt es nicht, auch nur annnähernd den gleichen Schrumpfeffekt mit den eingangs erwähnten Vorteilen zu erzielen wie mit den entsprechenden freien SConsäuren.
  • Nach der vorliegenden Erfindung erzielt man einen sehr gleichmäßig gezogenen Narben, dessen Muster in weiten Grenzen variiert werden kann, ohne daß dabei die Gleichinäßigkeit des Schrumpfkorns über die gesamte Fläche des Leders hinweg verlorengeht. Bemerkenswert ist auch, daß es schon mit sehr geringen Mengen dieser Produkte gelingt, einen feinen, künstlich gezogenen Narben von großer Gleichmäßigkeit zu erzielen. Dieser technische Fortschritt gegenüber den bisherigen vergleichbaren Verfahren ist außerordentlich überraschend.
  • Beispiel 1 Herstellung von Rindschrumpfleder Nach den für diese Lederart üblichen Wasserwerkstattarbeiten werden die Rindblößen je nach gewünschter Schrumpfkomgröße zwischen 3 bis 4 nim gespalten, entkälkt, gebeizt und danach gut abgewalkt. Die so vorbehandelten Blößen werden in einem 15 Umdrehungen pro Minute laufenden Faß mit 12% (bezogen auf Spaltgewicht) des weiter unten beschriebenen Produktes und 121/9 Wasser 2Stunden gewalkt, wobei eine gleichmäßige, ausg ge prägte Schrumpfbildung erfolgt. Nach dieser eigentlichen Schrumpfgerbung werden die vorbehandelten Blößen in eine 4/" basische Chrombrühe mit einem Gehalt von 2% Chromoxyd (bezogen auf das Spaltgewicht) eingebracht und wie üblich ausgegerbt. Das in herkömmlicher Weise neutralisierte, gefärbte und gefettete - Rindschrumpfleder zeichnet sich durch einen ausgeprägten, sehr gleichmäßigen Schrumpfeffekt aus sowie durch einen ausgezeichneten Griff und Fülle.
  • Herstellung des Schrumpfgerbstoffes 500 Gewichtsteile 4,4'-Dioxydiphenylsulfon werden mit 300 Gewichtsteilen Wasser und 70 Gewichtsteilen Natronlauge (451/oig) versetzt. In das Gemisch werden 175 Volumteile Formaldehyd 30%ig eingegossen und anschließend unter Rühren 3 Stunden zum Sieden erhitzt. Das so hergestellte Kondensationsprodukt wird in 550 Gewichtsteile Naphthalinsulfonierung, die auf 1201 C erhitzt wurde, eingebracht. Das Reaktionsgemisch wird l/2 Stunden zum Sieden erhitzt und ist danach gebrauchsfertig.
  • Der PH-Wert einer analysenstarken Lösung dieses Produktes beträgt 2,0 bis 2,2.
  • Beispiel 2 Herstellung von Kalbsleder mit einem künstlich gezogenen Narben Nach den üblichen Wasserwerkstattarbeiten werden die gut abgewalkten Blößen in einem schnell laufenden Gerbfaß mit 5 1/o Sägemehl (bezogen auf das Blößengewicht) 1/2 Stunde lang gewalkt und anschließend 8% des unter Beispiel 1 beschriebenen Produktes und 8 % Wasser hinzugefügt und weitere 2 Stunden gewalkt. Die so vorbehandelte Kalbsblöße wird nun in üblicher Weise chromgegerbt, neutralisiert, gefärbt und gefettet. Die erhaltenen Leder zeichnen sich durch einen sehr feinen und gleichmäßig gezogenen Narben aus sowie durch einen weichen, vollen Griff.
  • Beispiel 3 Herstellung von Ziegenschrumpfleder Die in der üblichen Weise in der Wasserwerkstatt vorbehandelten Ziegenblößen werden nach dem Abwelken in einem schnell laufenden Gerbfaß mit 5 % feinem saugfähigem Sägemehl 20 Minuten gewalkt. Nach dieser Zeit wird eine Lösung von 121/o (bezogen auf das Blößengewicht) des unter Beispiel 1 beschriebenen Produktes und 12% Wasser in das Faß eingebracht und weitere 2 Stunden gewalkt. Nach dieser eigentlichen Schrumpfgerbung wird wie üblich die Chromgerbung durchgeführt. Die erhaltenen Schrumpfziegenleder zeichnen sich durch einen ausgeprägten und gleichmäßigen Schrumpfeffekt aus.
  • Es sei darauf hingewiesen, daß mit den beschriebenen Produkten Hauptprovenienzen verarbeitet werden können, bei denen es bisher nicht gelungen war, einen befriedigenden Schrumpfeffekt zu erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Schrumpfleder aus tierischen Blößen durch Vorbehandlung mit wäßrigen Lösungen von Kondensationsprodukten aus methylolgruppenhaltigen Dioxydiphenylsulfonharzen und Naphthalinsulfonsäuren in saurem Medium und nachfolgende Chromgerbung, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensationsprodukte der Vorbehandlungsstufe ganz oder zum größten Teil in Form von freier Sulfonsäure vor-n liegen, deren wäßrige Lösung ohne weitere Säure-C zugabe einen p11-Wert bis 2,2 aufweist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 617 015, 6771 126, 858 560, 858 703; Patentschrift Nr. 6 283 des Amtes für Erfindungs-und Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands; französische Patentschrift Nr. 833 407; USA.-Patentschrift Nr. 2 204 512.
DEF25325A 1956-12-01 1958-03-22 Verfahren zur Herstellung von Schrumpfleder Pending DE1150488B (de)

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