CH397140A - Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung gerbfertiger BlössenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
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Description
Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen Es ist bekannt, gesalzene, getrocknete und grüne Felle und Häute nach dem erforderlichen Weichpro- zess mit kalk- und sulfidhaltigen Brühen zu schwöden und zu äschern. Weiterhin ist es bekannt, die ge weichten Felle und Häute für bestimmte Zwecke mit Hilfe proteolytischer Enzyme zu schwöden und zu äschern, um Haar und Wolle völlig unbeschadet zu erhalten.
Sobald die Haare bzw. die Wolle genü gend gelockert sind, wird enthaart bzw. entwollt und dann mit schwellenden alkalischen Brühen, meist Kalk und Sulfiden, nachgeäschert. Die enzymatisch ;eäscherten Felle können vor dem Enthaaren auch mit einer alkalischen nichtschwellenden Sodalösung nachbehandelt werden, um die Entfernung der Haare zu erleichtern, ohne dass diese zerstört werden.
Es wurde nun ein Verfahren zum Enthaaren von Häuten und Fellen mit sulfidhaltigen oder kalk- und sulfidhaltigen Schwöde- und Äscherbrühen gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Häute und Felle nach abgeschlossenem Weichprozess mit einem proteolytische Enzyme enthaltenden Äscher vorbe handelt werden. Als proteolytische Enzyme können Schimmelpilz- oder Bakterienproteasen oder Pankreas- tryptase verwendet werden.
Mit besonderem Vorteil werden zusammen mit den proteolytischen Enzymen Carbohydrasen, insbesondere aus Mirkroorganismen gewonnene Carbohydrasen, eingesetzt. Die Enzym behandlung wird vorzugsweise bei pH-Werten zwi schen 6 und 8 durchgeführt.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird der Verlauf des Äscherns mit Kalk und Sulfiden und die Qualität des Leders dahingehend verbessert, dass ein besonders feiner, zarter, flacher und fester Narben erzielt wird. Im Anschluss an die Behandlung mit dem Enzyme enthaltenden Äscher werden die Häute und Felle ohne Enthaarung in den Sulfidäscher oder den Kalk und Sulfide enthaltenden Äscher eingebracht oder zunächst einer Schwöde mit Kalk und Sulfiden unterworfen.
Die Enthaarung erfolgt bei diesem Ver fahren erst nach der Behandlung mit Kalk und Sul fiden.
Die Erzielung des beschriebenen Effektes ist über raschend, da man nicht erwarten konnte, dass die proteolytischen Enzyme auf die kollagene Faserstruk tur der noch nicht alkalisch geschwellten Haut ein zuwirken vermögen. Zur Erzielung bestimmter Effekte kann man die angeführten Enzyme auch in beliebiger Weise kombinieren. Auch Pankreastryptase kann allein oder zusammen mit den Proteasen von Mikro organismen verwendet werden.
Nach der Enzym behandlung kann man die Felle auswaschen; einfacher und zugleich zu einem besseren Effekt führend ist es jedoch, sie ohne Spülen unmittelbar mit sulfid-, ge gebenenfalls auch kalkhaltigen Brühen zu behandeln. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass, wie bereits erwähnt, die Einwirkung der Enzyme und der sulfidhaltigen Äscherbrühe nicht in getrennten Bädern erfolgt,
sondern dass die Äscherbrühen nach ent sprechender Einwirkungsdauer der proteolytischen Enzyme unmittelbar zur enzymhaltigen Flotte gegeben werden.
Die angeführten proteolytischen Enzyme können entweder allein oder zusammen mit anderen Stoffen, wie Salzen, z. B. Ammoniumsalzen, Natriumsulfit oder Natrium-Nitrit, oder mit Netzmitteln oder Emul- gatoren, z. B. Äthylenoxydkondensationsprodukten, angewendet werden. Weiterhin besteht die Möglich keit, diese enzymatische Behandlung vor dem Äscher in neutraler, alkalischer oder saurer Lösung durch zuführen.
Zweckmässig ist das Arbeiten in neutraler Lösung, da dadurch die Alkalität im nachfolgenden Äscher nicht beeinträchtigt wird, jedoch kann man auch schwachalkalisch arbeiten. Bei der Anwendung schwachsaurer Lösungen muss dies bei der Einstellung des nachfolgenden alkalischen Fischers berücksichtigt werden.
Eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung der Wirkung dieser Vorbehandlung mit proteolytischen Enzymen besteht in der Mitverwendung von Carbo- hydrasen, insbesondere solchen aus Mikroorganismen. Besonders vorteilhaft ist es, die Proteasen im An- schluss an die Carbohydrasen zur Einwirkung zu bringen.
Die enzymatische Vorbehandlung der Häute und Felle führt im Gegensatz zu einem Äscher, der aus- schliesslich mit Sulfid- oder kalksulfidhaltigen Schwö- de- oder Äscherbrühen durchgeführt wird, zu einem Leder mit glattem, nicht gezogenem Narben, an dem die Mestfalten praktisch nicht in Erscheinung treten.
<I>Beispiele</I> 1. Gesalzene Kalbfelle werden wie üblich geweicht und nach beendeter Weiche noch 24 Stunden bei pH 7 - 7,5 nachbehandelt mit
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500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Salzgewicht
<tb> 1,5 <SEP> % <SEP> Schimmelpilztryptase <SEP> aus <SEP> Aspergillus
<tb> parasiticus
<tb> 0,4 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit <SEP> calc.
<tb> 0,4 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat. Aus dieser Brühe heraus werden die Felle nicht mehr ausgewaschen, sondern kommen unmittelbar zum Schwöden oder zum Äschern.
2. Trockene Ziegenfelle werden wie üblich ge weicht, nach beendeter Weiche wie üblich ausge waschen, dann 24 Stunden bei pH 6 - 6,5 nachbehan delt mit
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500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> aus
<tb> Bacillus <SEP> subtilis
<tb> 0,5 <SEP> % <SEP> eines <SEP> aus <SEP> Bakterien <SEP> hergestellten
<tb> Carbohydrasenpräparates
<tb> 1 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit
<tb> 1 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat. Die Behandlung mit Carbohydrasen kann der mit Proteasen vorgeschaltet werden. Nach dem Auswa schen wird mit Kalk und Schwefelnatrium geäschert.
3. Rindshäute werden wie üblich geweicht, nach beendeter Weiche wie üblich ausgewaschen, anschlies- send 24 Stunden bei pH 7 nachbehandelt mit
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500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> und <SEP> einem <SEP> geeigneten
<tb> Konservierungsmittel,
<tb> wie <SEP> Na-o-phenylphenolat, dann ohne Auswaschen geschwödet oder geäschert. 4.
Lammfelle werden wie üblich geweicht, gründ lich ausgewaschen und anschliessend 24 Stunden bei pH 8 nachbehandelt mit
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500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 4 <SEP> % <SEP> Pankreastryptase. Anschliessend wird ohne Spülen geschwödet oder geäschert.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Enthaaren von Häuten und Fellen mit sulfidhaltigen oder Kalk- und sulfidhaltigen Schwöde- und Äscherbrühen, dadurch gekennzeichnet, dass die Häute und Felle nach abgeschlossenem Weichprozess mit einem proteolytische Enzyme ent haltenden Äscher vorbehandelt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass Schimmelpilz- oder Bakterien- proteasen verwendet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass Pankreastryptase verwendet wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass proteolytische Enzyme zusammen mit Carbohydrasen verwendet werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass aus Mikroorganismen gewonnene Carbohydrasen verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit Enzymen bei pH-Werten zwischen 6 und 8 vorgenommen wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| CH458461A CH397140A (de) | 1961-04-18 | 1961-04-18 | Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen |
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| CH397140A true CH397140A (de) | 1965-08-15 |
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-
1961
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