CH397140A - Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen

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CH397140A
CH397140A CH458461A CH458461A CH397140A CH 397140 A CH397140 A CH 397140A CH 458461 A CH458461 A CH 458461A CH 458461 A CH458461 A CH 458461A CH 397140 A CH397140 A CH 397140A
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CH
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sep
liming
pelts
sulphide
hides
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CH458461A
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English (en)
Inventor
Otto Dr Grimm
Original Assignee
Roehm & Haas Gmbh
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/06Facilitating unhairing, e.g. by painting, by liming
    • C14C1/065Enzymatic unhairing

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung     gerbfertiger    Blössen    Es ist bekannt, gesalzene,     getrocknete    und grüne  Felle und Häute nach dem erforderlichen     Weichpro-          zess    mit     kalk-    und     sulfidhaltigen    Brühen zu     schwöden     und zu äschern. Weiterhin ist es bekannt, die ge  weichten Felle und Häute für bestimmte Zwecke  mit Hilfe     proteolytischer    Enzyme zu     schwöden    und  zu äschern, um Haar und Wolle völlig unbeschadet  zu erhalten.

   Sobald die Haare bzw. die Wolle genü  gend gelockert sind, wird enthaart bzw.     entwollt    und  dann mit schwellenden     alkalischen    Brühen, meist  Kalk und     Sulfiden,        nachgeäschert.    Die enzymatisch       ;eäscherten    Felle können vor dem Enthaaren auch  mit einer alkalischen nichtschwellenden     Sodalösung     nachbehandelt werden, um die Entfernung der Haare  zu erleichtern, ohne dass diese zerstört werden.  



  Es wurde nun ein Verfahren zum Enthaaren von  Häuten und Fellen mit     sulfidhaltigen    oder     kalk-    und       sulfidhaltigen        Schwöde-    und     Äscherbrühen    gefunden,  das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Häute und  Felle nach abgeschlossenem Weichprozess mit einem       proteolytische    Enzyme enthaltenden     Äscher    vorbe  handelt werden. Als     proteolytische    Enzyme können       Schimmelpilz-    oder     Bakterienproteasen    oder     Pankreas-          tryptase    verwendet werden.

   Mit besonderem Vorteil  werden zusammen mit den     proteolytischen    Enzymen       Carbohydrasen,    insbesondere aus     Mirkroorganismen     gewonnene     Carbohydrasen,    eingesetzt. Die Enzym  behandlung wird vorzugsweise bei     pH-Werten    zwi  schen 6 und 8 durchgeführt.  



  Durch das     erfindungsgemässe    Verfahren wird der  Verlauf des     Äscherns    mit Kalk und     Sulfiden    und die  Qualität des Leders dahingehend verbessert, dass ein  besonders feiner, zarter, flacher und fester Narben  erzielt wird. Im Anschluss an die Behandlung mit  dem Enzyme enthaltenden     Äscher    werden die Häute  und Felle ohne Enthaarung in den     Sulfidäscher    oder  den Kalk und     Sulfide    enthaltenden     Äscher    eingebracht    oder zunächst einer     Schwöde        mit        Kalk    und     Sulfiden     unterworfen.

   Die Enthaarung erfolgt bei diesem Ver  fahren erst nach der Behandlung mit     Kalk    und Sul  fiden.  



  Die Erzielung des beschriebenen Effektes ist über  raschend, da man nicht erwarten     konnte,    dass die       proteolytischen    Enzyme auf die     kollagene    Faserstruk  tur der noch nicht     alkalisch    geschwellten Haut ein  zuwirken vermögen. Zur Erzielung bestimmter Effekte  kann man die angeführten Enzyme auch in beliebiger  Weise kombinieren. Auch     Pankreastryptase    kann  allein oder zusammen mit den     Proteasen    von Mikro  organismen verwendet werden.

   Nach der Enzym  behandlung kann man die Felle auswaschen;     einfacher     und zugleich zu einem besseren Effekt führend ist es  jedoch, sie ohne Spülen     unmittelbar    mit     sulfid-,    ge  gebenenfalls auch kalkhaltigen Brühen zu     behandeln.     Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass, wie  bereits     erwähnt,    die     Einwirkung    der Enzyme und der       sulfidhaltigen        Äscherbrühe    nicht in getrennten     Bädern     erfolgt,

   sondern dass die     Äscherbrühen    nach ent  sprechender Einwirkungsdauer der     proteolytischen     Enzyme unmittelbar zur     enzymhaltigen    Flotte gegeben  werden.  



  Die angeführten     proteolytischen    Enzyme können  entweder allein oder zusammen mit anderen Stoffen,  wie     Salzen,    z. B.     Ammoniumsalzen,        Natriumsulfit     oder     Natrium-Nitrit,    oder mit     Netzmitteln    oder     Emul-          gatoren,    z. B.     Äthylenoxydkondensationsprodukten,     angewendet werden. Weiterhin besteht die Möglich  keit, diese enzymatische Behandlung vor dem     Äscher     in neutraler, alkalischer oder saurer Lösung durch  zuführen.

   Zweckmässig ist das Arbeiten in neutraler  Lösung, da dadurch die     Alkalität    im nachfolgenden       Äscher    nicht beeinträchtigt wird, jedoch kann man  auch schwachalkalisch arbeiten. Bei der Anwendung  schwachsaurer Lösungen muss dies bei der Einstellung      des nachfolgenden alkalischen     Fischers    berücksichtigt  werden.  



  Eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung der  Wirkung dieser     Vorbehandlung    mit     proteolytischen     Enzymen besteht in der     Mitverwendung    von     Carbo-          hydrasen,    insbesondere solchen aus Mikroorganismen.  Besonders vorteilhaft ist es, die     Proteasen    im     An-          schluss    an die     Carbohydrasen    zur Einwirkung zu  bringen.  



  Die enzymatische     Vorbehandlung    der Häute und  Felle führt im Gegensatz zu einem     Äscher,    der     aus-          schliesslich    mit     Sulfid-    oder     kalksulfidhaltigen        Schwö-          de-    oder     Äscherbrühen    durchgeführt wird, zu einem  Leder mit glattem, nicht gezogenem Narben, an dem  die     Mestfalten    praktisch nicht in Erscheinung treten.

    <I>Beispiele</I>  1.     Gesalzene    Kalbfelle werden wie üblich geweicht  und nach beendeter Weiche noch 24 Stunden bei       pH    7 - 7,5 nachbehandelt mit  
EMI0002.0023     
  
    500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Salzgewicht
<tb>  1,5 <SEP> % <SEP> Schimmelpilztryptase <SEP> aus <SEP> Aspergillus
<tb>  parasiticus
<tb>  0,4 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit <SEP> calc.
<tb>  0,4 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat.       Aus dieser Brühe heraus werden die Felle nicht  mehr ausgewaschen, sondern kommen unmittelbar  zum     Schwöden    oder zum Äschern.  



  2. Trockene Ziegenfelle werden wie üblich ge  weicht, nach beendeter Weiche wie üblich ausge  waschen, dann 24 Stunden bei     pH    6 - 6,5 nachbehan  delt mit  
EMI0002.0026     
  
    500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb>  2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> aus
<tb>  Bacillus <SEP> subtilis
<tb>  0,5 <SEP> % <SEP> eines <SEP> aus <SEP> Bakterien <SEP> hergestellten
<tb>  Carbohydrasenpräparates
<tb>  1 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit
<tb>  1 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat.       Die Behandlung mit     Carbohydrasen    kann der mit       Proteasen    vorgeschaltet werden. Nach dem Auswa  schen wird mit     Kalk    und Schwefelnatrium     geäschert.     



  3.     Rindshäute    werden wie üblich geweicht, nach    beendeter Weiche wie üblich ausgewaschen,     anschlies-          send    24 Stunden bei     pH    7 nachbehandelt mit  
EMI0002.0035     
  
    500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb>  2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> und <SEP> einem <SEP> geeigneten
<tb>  Konservierungsmittel,
<tb>  wie <SEP> Na-o-phenylphenolat,       dann ohne Auswaschen     geschwödet    oder     geäschert.     4.

   Lammfelle werden wie üblich geweicht, gründ  lich ausgewaschen und anschliessend 24 Stunden bei       pH    8 nachbehandelt mit  
EMI0002.0039     
  
    500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb>  4 <SEP> % <SEP> Pankreastryptase.       Anschliessend wird ohne Spülen     geschwödet    oder       geäschert.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Enthaaren von Häuten und Fellen mit sulfidhaltigen oder Kalk- und sulfidhaltigen Schwöde- und Äscherbrühen, dadurch gekennzeichnet, dass die Häute und Felle nach abgeschlossenem Weichprozess mit einem proteolytische Enzyme ent haltenden Äscher vorbehandelt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass Schimmelpilz- oder Bakterien- proteasen verwendet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass Pankreastryptase verwendet wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass proteolytische Enzyme zusammen mit Carbohydrasen verwendet werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass aus Mikroorganismen gewonnene Carbohydrasen verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit Enzymen bei pH-Werten zwischen 6 und 8 vorgenommen wird.
CH458461A 1961-04-18 1961-04-18 Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen CH397140A (de)

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