Vorrichtung für Fahrzeuge zum Schutze des Fahrzeugführers vor blendendem Licht. Bekanntlich kann sich das menschliche Auge, das auf Dunkel eingestellt ist, sehr rasch dem Hellen anpassen, erreicht aber das im Dunkeln vorhandene Sehvermögen, nach dem es der Reizwirkung von hellem Licht ausgesetzt worden ist, erst nach verhältnis mässig langer Zeit wieder. Dieser Umstand macht sich besonders bei Fahrzeugführern unangenehm bemerkbar, wenn sie der Blend- wirkung von Scheinwerfern entgegenkommen der Fahrzeuge ausgesetzt sind, indem durch die Blendwirkung das Sehvermögen während einiger Zeit sehr stark vermindert wird.
Man sucht bisher die Blendwirkung von Fahrzeugscheinwerfern dadurch zu verringern, indem man an den Scheinwerfern selbst far bige Scheiben oder Filter anordnet. Diese Hilfsmittel haben aber den Nachteil, dass sie die Sichtweite des Fahrzeugführers bei ein geschalteten Scheinwerfern stark vermindern und den Fahrzeugführer zwingen, die Ge schwindigkeit seines Fahrzeuges herabzu- setzen und der noch vorhandenen Sichtweite anzupassen.
Gegenstand der Erfindung ist- nun eine Vorrichtung für Fahrzeuge zum Schutze des Fahrzeugführers vor blendendem Licht, wel che sich dadurch auszeichnet, dass dieselbe ein im Innern des Fahrzeuges anzuordnendes, bei Bedarf in Rotation versetzbares, die Ein wirkungsdauer der Lichtstrahlen auf das Auge einschränkendes Organ aufweist.
Auf der Zeichnung sind drei Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes darge stellt, und zwar zeigt: Fig. 1 die Ausbildung einer Grundplatte mit einem Hebel, der als Träger für den das in Rotation versetzbare Organ aufweisenden Teil der Blendschutzvorrichtung dient, Fig. 2 dieselbe Grundplatte in einer An sicht von oben gesehen, Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel der Blend schutzvorrichtung mit einer anders gestalte ten Grundplatte und einer geschlitzten Voll- scheibe, in einer Ansicht von vorn und in Arbeitsstellung gesehen, Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Blendschutzvorrichtung mit zu einer Voll scheibe ausstellbaren Kreissektorblättern in einer Ansicht von hinten und in Ruhestel lung gesehen, Fig.
5 eine Ansicht auf dieses Ausfüh rungsbeispiel in Richtung des Pfeils P in Fig. 4 gesehen.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Grundplatte 1 einer Ausführungsform der Vorrichtung ist an geeigneter Stelle am Wa gen beziehungsweise an der Windschutz scheibe anzubringen. Auf der Grundplatte 1 ist ein Hebel 2 schwenkbar um den Bolzen 4 gelagert. An seinem obern Ende 2a ist eine nicht dargestellte, aber in Verbindung mit der Beschreibung der weiteren Beispiele näher beschriebene Hülse mit Motor und Blend schutzscheibe befestigt.
Ist der Hebel 2 hochgestellt, so befindet sich der Apparat in Arbeitsstellung. Wird der Hebel um<B>900</B> verschoben, wie durch einen Pfeil angedeutet ist, so wird der Strom kreis des Motors unterbrochen. Die Zuleitung des Stromes erfolgt über die Klemmen 15 und 16. Die Klemme 15 ist über die Zu leitung 17 mit dem Motor verbunden. Der Stromschluss erfolgt über den Federkontakt 7, der mit der Klemme 16 verbunden ist und den Strom über den Hebel<B>2</B> zum Motor leitet.
Bei den in den Fig. 3, 4 und 5 dargestellten Ausführungsformen ist auf der rund gestalte ten Grundplatte 1 ein Hebel 2 angeordnet, der an einem Ende 3 eine Hülse 4 trägt, welche einen Motor 5 umschliesst. Zur Ein schaltung des Motors wird der Hebel 2 in der in Fig. 3 angedeuteten Pfeilrichtung ver- schwenkt, wobei im Motorstromkreis liegende Kontakte 7 miteinander in Berührung kom men. Durch das Schliessen des Stromkreises wird der Motor 5 in Umdrehung versetzt und bringt dadurch die auf der Achse des Motors sitzende Scheibe 8 bezw. Sektoren 10 in Rotation. Die Scheibe 8 besitzt Schlitze 9.
Die zwischen dem Blickfeld des Fahrers und den blendenden Lichtstrahlen eingescho- bene rotierende Scheibe hindert nicht die Sicht durch die Scheibe, verhindert aber die Störung durch das Aufleuchten blendender Strahlen, weil die kurz auftretenden Impulse eine störende Reizwirkung auf die Sehnerven nicht auszuüben vermögen. Um das Blick feld des Fahrers beim Stillstehen der Vor richtung möglichst wenig zu beeinträchtigen, ist es zweckmässig, nicht eine kreisrunde Scheibe zu verwenden, sondern nur Kreis sektoren 10, wie dies beim Beispiel nach den Fig. 4 und 5 der Fall ist. Diese falten sich beim Drehen des Motors auseinander und bilden sozusagen eine rotierende Scheibe. Die Sektoren sind ebenfalls in der Mitte ge schlitzt (Fig.4).
Die Schlitze werden am besten so ausgeführt, dass sie sich von der Welle des Motors aus nach dem Rande des Kreises verbreitern. Natürlich können auch andere Formen oder Durchbrechungen der sich drehenden Scheibenteile verwendet wer den.
Als Material für die Scheiben kann Metall verwendet werden; da jedoch derartige Schei ben schwer sind, ist es besser, ein leichteres, glattes, undurchsichtiges bezw. Liebt filtern des bezw. absorbierendes Material, wie Pappe, farbiges Zelluloid, Milchzellon, Kunstharz und ähnliches zu verwenden. Es sind mindestens so viele Sektoren vorzusehen als nötig sind, dass dieselben beim Rotieren eine Kreisscheibe bilden. Damit sich diese bei der Drehung in eine kreisförmige Scheibe einstellen, besitzen die scheibenartig gestalteten Köpfe 11 der Sektoren Aussparungen 12 verschiedener Länge.
Diese Aussparungen erstrecken sich jeweils nur über einen Teil des Kreisumfanges. Sie sind so bemessen, dass beim Drehen des Motors ein Stift 13 die stehengebliebenen Teile mitnimmt und dadurch die Sektoren zu einem Kreisblatt ausstellt.
Die Anordnung derartig geschlitzter Kreis sektoren hat sieh bei Versuchen am besten bewährt. Natürlich ist es auch möglich, der artige Sektoren ohne Schlitze zu verwenden und die Sektoren nur in gewissem Abstande voneinander laufen zu lassen, oder überhaupt nur wenige, z. B. einen einzigen oder zwei laufen zu lassen, die sich dann aber so schnell drehen müssen, dass eine Reizwirkung ver mieden wird.
Die Befestigung der Grundplatte am Fahr zeug kann in beliebiger Weise erfolgen; während sie beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 durch Anordnung von Schrauben erfolgt, sind bei der Ausführungs form nach den Fig. 3, 4 und ä an der Grund platte 1 die bekannten Gummisaugnäpfe 18 befestigt. Zweckmässigerweise ist der eine der Saugnäpfe verstellbar eingerichtet. Zu diesem Zwecke ist dieser Gummisaugnapf in einer Gabel 19 gehalten, die etwas länger gehalten ist wie die Halter 20 der übrigen Saugnäpfe. Die Gabel 19 ist schwenkbar um die Schraube 21 und kann mit dieser fest gestellt werden.
Ist an der Innenseite der Windschutzscheibe eines Fahrzeuges noch eine Frostschutzscheibe angeordnet, so kön nen zwei Saugnäpfe der Vorrichtung auf der Windschutzscheibe und der dritte Saugnapf auf der Frostschutzscheibe festgesetzt wer den. Die Verstellung des Hebels 2 erfolgt durch Herunterklappen aus der waagrechten Stellung des Hebels 2 in die senkrechte Lage. Diese Stellung ist arretierbar mit Hilfe einer Feder 22. Der Motorstromkreis wird. bei die ser Ausführung über die Federn 23 und 24 mittels eines Stiftes 25 beim genannten Ver- schwenken des Hebels 2 geschlossen, welch letzterer zum Verlagern des Stiftes 25 eine konische Fläche aufweist.
Die Hebelarme werden zweckmässiger weise zweiteilig ausgeführt. Der an der Grund platte angelenkte Teil 6 nach den Fig. 3 bis 5 ist zum Beispiel als U-Eisenschiene aus gebildet, in der der andere Teil 2 des Hebels verschiebbar befestigt ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist der art im Innern eines Fahrzeuges anzubringen, dass sie nicht im Gesichtsfeld des Fahrers liegt, sondern dass lediglich die in Rotation versetzbaren Teile in den Weg der das Auge des Fahrers treffenden, die Blendwirkung ver ursachenden Lichtstrahlen geschaltet werden kann. Versuche haben ergeben, dass die nach der Erfindung ausgebildeten Vorrichtungen die das Blenden verursachende Reizwirkung des hellen Lichtes auf das Auge auszuschalten vermögen, das heisst, dass sie die Einwirkungs dauer der Lichtstrahlen auf das Auge so stark einschränken, dass die Reizschwelle für Blen den nicht überschritten wird.
Es tritt prak tisch eine Sichtverminderung für das an das Dunkel gewöhnte Auge nicht ein, auch wenn das Auge durch intermittierendes starkes Licht kurzzeitig beeinflusst wird. Aus den Versuchen ging weiter hervor, dass ein mit einer Vor richtung nach der Erfindung ausgestatteter Wagen ohne Geschwindigkeitsverringerung vorwärtskommen kann, auch wenn entgegen kommende Fahrzeuge mit nicht abgeblende ten Scheinwerfern fahren.
Die Vorrichtung eignet sich sowohl für Automobile wie auch für Flugzeuge, Schiffe usw., indem sie ermöglicht, den Führer auch vor Sonnenblendung zu schützen.