CH150281A - Verfahren zur Herstellung von Farbmalz. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Farbmalz.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Farbmalz. Unter Farbmalz versteht man bekannt lich sowohl das Farbmalz im engeren Sinn, das ausschliesslich dazu dient, dem Bier eine dunklere Farbe zu geben, als auch das Kara- melmalz, das nicht nur dazu bestimmt ist, das Bier dunkler zu färben, sondern infolge seines starken Zuckergehaltes ihm auch einen süsslichen und vollmundigeren Geschmack zu verleihen. Soweit nicht ausdrücklich anders bemerkt, ist im folgenden unter Farbmalz stets Farbmalz im weiteren Sinn zu ver stehen.
Farbmalz wird bekanntlich allgemein aus Gerstenmalz hergestellt, und zwar so, dass das letztere geröstet wird. Es liegt nun mit Rücksicht auf den guten Geschmack des Biers im Interesse der Brauereien, möglichst kleine Mengen von Farbmalz zu verwenden, da das Farbmalz aus Gerste, wenn auch noch so vorsichtig geröstet, infolge der Notwendig keit, hohe Temperaturen anwenden zu müssen, einen grösseren oder geringeren Teil von verbranntem und deshalb verkohltem Korn enthält. Dieser Anteil macht sich im Bier unangenehm bemerkbar, weil dasselbe hiervon einen brenzlichen und kratzigen Ge schmack erhält.
Die Anfangstemperaturen beim Rösten von Gerstenmalz zu Farbmalz im engeren Sinne bewegen sich etwa zwi schen 70 bis 80'C, werden innerhalb 15 Minuten auf etwa 110 gesteigert, um schliesslich nach 90 Minuten mit 230 bis 240'C zu endigen. Die Notwendigkeit der Anwendung solch hoher Temperaturen er gibt sich daraus, dass die Gerste eine ausser ordentlich dicke Spelze besitzt, welche etwa 7 bis 10% des ganzen Korngewichtes be trägt.
Alle diese Missstände zu vermeiden ist das Ziel der vorliegenden Erfindung. Ge mäss derselben wird Farbmalz dadurch her gestellt, dass man als Ausgangsstoff ein Malz von Getreidesorten verwendet, deren Spelzgehalt 0,5 bis 3 % beträgt. Als solches Malz kommt in erster Linie in Frage Weizen malz, daneben beispielsweise auch noch Roggenmalz.
Die Spelze des Weizens, welche aus einem ganz dünnen Häutchen besteht, beträgt höchstens 1 bis 2 % des Korngewichtes. Die Herstellung von Farbmalz im engeren Sinne aus Weizenmalz kann 'beispielsweise wie folgt vor sich gehen:
Man beginnt den Röst- vorgang mit einer Anfangstemperatur von nicht über 40'C, steigert dieselbe innerhalb der ersten 15 Minuten langsam auf etwa 60 bis<B>70'C</B> und beendigt nach langsamer Stei gerung der Temperatur den Röstvorgang bei einer Endtemperatur von etwa 140 bis<B>160'</B> nach weiteren 30 Minuten.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Ver wendung von geröstetem Weizen zum Ge- winnen von löslichen, dunkel gefärbten Ex trakten zur Herstellung von Getränken be reits bekannt ist.
Es hat sich gezeigt, dass sich aus der be schriebenen Verwendung von Weizenmalz an Stelle von Gerstenmalz bei .der Herstel lung von Farbmalz (im engeren Sinne) fol gende Vorteile ergeben können: 1. Es sind nicht nur wesentlich geringere Temperaturen erforderlich, wie bei der Ver wendung von Gerste, sondern es ist auch die Dauer des Röstvorganges um die Hälfte der Zeit geringer wie dort.
2. Das Verfahren ist infolgedessen we sentlich billiger.
3. Die Leistungsfähigkeit der Rösterei- einrichtungen wird um etwa 30% gesteigert. 4. Das erhaltene Weizenfarbmalz hat eine Färbekraft-von 200 bis 210 nach Lintner II gegenüber einer Färbekraft von nur 140 bis höchstens 150 des entsprechenden Ger- stenfarbmalzes, es - ist also etwa 30 % er giebiger, so dass eine entsprechend geringere Menge den gleichen Zweck erfüllt.
5. Der Absud aus Weizenfarbmalz hat einen runden reinen Geschmack, was bei dem entsprechenden Gerstenfarbmalz nicht an nähernd der Fall ist. 6. Die Extraktausbeute des Weizenfarb- malzes ist gegenüber dem entsprechenden Gerstenfarbmalz bedeutend höher; sie beträgt in lufttrockenem Zustand etwa 75 bis<B>76%,</B> während die lufttrockene Extraktausbeute aus dem entsprechenden Gerstenfarbmalz 60 bis<B>63%</B> in den wenigsten Fällen übersteigt.
7. Die Verwendung von Weizenfarbmalz ist insbesondere für obergärige Biere zweck mässig, da zu deren Herstellung überhaupt schon Weizenmalz verwendet wird, zu wel chem Weizenfarbmalz infolge seiner gleich artigen Zusammensetzung viel besser passt, wie das entsprechende Gerstenfarbmalz. Durch letzteres würden Stoffe in das ober- gärige Bier gelangen, welche ungünstig auf den Geschmack einwirken, und zwar beson ders deshalb, weil Gerstenfarbmalz immer hin einen Spelzengehalt von 6 bis 7 % hat,
der bekanntlich dem Bier einen rauhen und unangenehmen Geschmack verleiht, während dies bei Weizenfarbmalz, dem die Spelzen nahezu vollständig fehlen, nicht zu befürch ten ist.
Der Spelzengehalt des Roggens beträgt bis zu 3 %, ist also zwar höher, wie jener des Weizens, aber ebenfalls wesentlich ge ringer als der der Gerste. Die Dauer des Röstens von Roggenmalz zu Roggenfarbmalz (im engeren Sinne) und .die dabei angewen deten Temperaturen halten zweckmässig etwa die Mitte zwischen Gersten- und Weizenfarbmalz (im engeren Sinne).
Immer hin können sich aber auch hieraus und aus der Anwendung von. Roggenfarbmalz (im engeren Sinne) gegenüber dem entsprechen den Gerstenfarbmalz wesentliche Vorteile er geben, wenn auch nicht in jenem Masse, wie bei Weizenfarbmalz (im engeren Sinne).
Die Herstellung von Karamelmalz aus Weizenmalz kann wie folgt ausgeführt wer den: Um eine bessere Verzuckerung des Korn inhaltes zu erreichen, wird mit einer An fangstemperatur von zirka<B>30'</B> C begonnen und im Laufe von 20 Minuten die Tempera tur auf zirka 60 bis<B>70'C</B> gesteigert. Diese Temperatur wird dann 30 bis 40 Minuten eingehalten und dann rasch auf 140 bis <B>160'C</B> gebracht, worauf man die Röstung nach etwa weiteren 30 Minuten beendigt.
Die erreichbaren Vorteile sind die glei chen, wie oben bei der Herstellung von Weizenfarbmalz im engeren Sinne an gegeben.
In gleicherWeise kann man auch Roggen malz zu Roggenkaramelmalz verarbeiten, wo bei die angewendeten Temperaturen die glei chen sind, wie bei der Herstellung von Weizenkaramelmalz, da der Spelz des Rog gens sich in seiner Stärke nur unbedeutend von dem des Weizens unterscheidet. Aus der Anwendung von Roggenkaramelmalz ergeben sich gegenüber dem Gerstenkaramelmalz ebenfalls wesentliche Vorteile, wenn auch nicht in jenem Masse, wie bei Weizenkaramel- malz.
Bemerkt sei noch, dass es bei der Her stellung von Gerstenkaramelmalz bereits be kannt ist, den Röstprozess bei niedrigerer Temperatur zu beginnen und nur langsam über die Verzuckerungstemperatur hinaus zugehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH- Verfahren zur Herstellung von Farbmalz durch Rösten von Malz,. dadurch gekenn zeichnet, dass man als Ausgangsstoff ein Malz von Getreidesorten verwendet, deren Spelzgehalt 0,5 bis 3 % beträgt. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss man als Ausgangs stoff Weizenmalz verwendet. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, zur Herstellung von Wei- zenfarbmalz im engeren Sinne, dadurch gekennzeichnet, dass man den Röstvorgang mit einer Anfangstemperatur von nicht über 40 C beginnt, innerhalb der ersten 15 Minuten die Temperatur langsam auf etwa 60 bis 70 steigert und nach wei terer langsamer Steigerung derselben den Röstvorgang bei einer Endtemperatur von 140 bis 160 nach ferneren 30 Minuten beendigt. 3.Verfahren nach Patentanspruch, zur Her stellung von garamelmalz aus Weizen malz, dadurch gekennzeichnet, dass man den Röstvorgang bei einer Temperatur von zirka 30 beginnt, diese im Laufe von 20 Minuten auf zirka 60 bis 70 C steigert und letztere Temperatur etwa 30 bis 40 Minuten einhält, um dann nach rascher Steigerung der Temperatur auf etwa 140 bis 160 die Röstung nach etwa weiteren 30 Minuten zu beenden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangs stoff Roggenmalz verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE150281X | 1929-06-19 |
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| CH150281A true CH150281A (de) | 1931-10-31 |
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|---|---|---|---|
| CH150281D CH150281A (de) | 1929-06-19 | 1929-12-19 | Verfahren zur Herstellung von Farbmalz. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH150281A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE746072C (de) * | 1938-08-02 | 1944-06-03 | Karl Busch | Verfahren zum Karamelisieren oder Faerben von Malzschrot |
-
1929
- 1929-12-19 CH CH150281D patent/CH150281A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE746072C (de) * | 1938-08-02 | 1944-06-03 | Karl Busch | Verfahren zum Karamelisieren oder Faerben von Malzschrot |
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