<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Siegellackkerzen.
Es ist bereits bekannt, Siegellackstangen mit imprägnierten Dochten auszustatten. Zur Herstellung solcher Siegellackkerzen wurden bisher Dochte verwendet, deren Imprägnierung bereits längst vollzogen war und die in Stücken von der Siegellackkerze entsprechender Länge einzeln in die Giessform eingebracht und mit der flüssigen Siegellackmasse umgossen wurden. Oder es wurde durch Anwendung eines Kernes beim Giessen der Raum für den Docht ausgespart und der Docht nach Beseitigung des Kernes nachträglich in die Stange eingezogen.
Das Verfahren gemäss der Erfindung unterscheidet sich von den bekannten Herstellungsarten dadurch, dass der Docht erst unmittelbar vor dem Umgiessen mit Siegellackillasse im Ausmasse des Verbrauches mit der an sich bekannten Imprägnierung versehen und von der aus dem vorangegangenen Arbeitsgange aus der Giessform abgehenden Siegellackkerze mitgenommen und die erforderliche : Ueit hindurch, z. B. bis zum Schliessen der Form in der richtigen Lage gespannt gehalten wird.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der zur Durchführung des Herstellungsverfahrens dienlichen Vorrichtung schematisch veranschaulicht. Fig. 1. ist eine Seitenansicht der Vorrichtung, Fig. 2 ein Grundriss.
Gemäss dem Verfahren nach der Erfindung erfolgt die Herstellung der Siegellaekkerze derart, dass der von einer Vorratsspule abgenommene Docht vorerst einen flüssiges Paraffin od. dgl. enthaltenden Behälter durchläuft und sodann in der Giessform mit flüssiger Siegellackmasse umgossen wird, worauf die aus der sich öffnenden Form gleitende fertige Siegellackkerze die für die im nachfolgenden Arbeitsgang zu erzeugende Kerze erforderliche Dochtlänge nachzieht und bis zum Schliess. en der Form in der richtigen Lage und gespannt hält.
Die zur Durchführung dieses Verfahrens dienliche Vorrichtung ist derart eingerichtet, dass zwei Reihen von Giessformen abwechselnd unter die Giessöffnung des Siegellackbehälters treten, so dass, während der Guss in der einen Formreihe vor sich geht, in der andern Reihe das Erstarren der Kerze, ihr Austritt aus der Form und die Vorbereitung der Form für den nächsten Arbeitsgang erfolgt.
Diese Vorrichtung ist auf einem Wagen oder Schlitten a aufgebaut, der eine hin-und hergehende Bewegung macht. Zwischen je zwei Tragstäben b ist eine zweiteilige Giessform angeordnet, deren jeder Teil c um ein Scharnier ausschwingen kann. Eine zwischen Zapfen der Formteile gespannte Feder e hält die Form während des Giessvorganges zusammen. An jedem Tragstabe b ist eine Unrundscheibe/drehbar gelagert, die an Zapfen g der Formteile anliegt und einen Zahnkranz A besitzt, der mit einer Zahnstange i zusammenwirkt. Diese Zahnstange ist in einer Führung j des Stabes b gleitbar gelagert und stösst, bevor der Wagen in die entsprechende Endstellung gelangt, gegen einen Anschlag k.
Oberhalb jeder Giessform ist ein Behälter l für das flüssige Paraffin angeordnet, durch den der von einer über dem Paraffinbehälter gelagerten Vorratsspule 1n abgenommene Docht n läuft, bevor er in die Form eingezogen wird. Sowohl die Paraffinbehälter als auch die Vorratsspulen nehmen an der hin-und hergehenden Bewegung des Wagens a. teil. Jede Giessform besitzt zweckmässig einen Giessschnabel o. Der zwischen und über den Formenreihen gelegene Behälter für die flüssig gehaltene Siegellackmasse besitzt die den Giesssehnäbeln entsprechend angeordneten Abfüllöffnungen p.
Unterhalb der Giessformen ist eine Ablage q angeordnet, welche zur Aufnahme der die Form verlassenden Siegeüackkerze dient.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende : Der Wagen wird in eine seiner Endstellungen gebracht, in der die Abfülltrichter des Siegellackbehälters über den Giesssehnäbeln der einen Formen-
<Desc/Clms Page number 2>
reihe sich befinden. Die Giessformen sind geschlossen und enthalten den durch den vorher erfolgten Arbeitsgang eingezogenen und gespannten Docht. Nun erfolgt das Einlaufen der flüssigen Siegellack-
EMI2.1
so dass die indessen genügend erstarrten SiegeJIackkerzen nach unten herausgleiten und auf die Ablage q gelangen.
Hiebei nehmen sie die Dochte mit, die von der Vorratsspule m abgewickelt und durch das
EMI2.2
bewegung beginnt, schliessen sich die Formen und fassen mit ihren unteren Enden den Docht, so dass nunmehr das Abschneiden des Dochtes unterhalb der Form-sei es durch Hand oder durch eine selbsttätig eingreifende Schneidevorrichtung-sowie das Abnehmen der fertigen Siegellackkerzen erfolgen kann. Dieses Spiel wiederholt sich nun in gleicher Weise bei den Formen der anderen Reihe.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Siegellackkerzen, dadurch gekennzeichnet, dass der Docht erst unmittelbar vor dem Umgiessen mit Siegellack im Ausmasse des Verbrauches mit der bekannten Imprägnierung versehen und von der aus dem vorangegangenen Arbeitsgange aus der Giessform abgehenden Siegellackkerze mitgenommen und bis zum Schliessen der Form in richtiger Lage gespannt gehalten wird.