AT59291B - Verfahren zur Herstellung von Glyzerinkarbonaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Glyzerinkarbonaten.

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Chemische Fabrik Dr R Scheuble
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Chemische Fabrik Dr R Scheuble
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Glyzerinkarbonaten. 



   Die Kohlensäureester stellen eine bereits gut untersuchte Klasse von chemischen Verbindungen dar. Man kennt nicht bloss die Kohlensäureester der einwertigen Alkohole und Phenole. sondern auch die der   mehrwertigen   Hydroxylderivate. darunter manche komplizierte Verbindungen. Darum muss es auffallen,   dass die Kohlensäureester   des Glyzerins noch nicht bekannt sind. Der Umstand, dass einerseits die Darstellung der anderen   Kohtensäureester   in der Regel keine Schwierigkeiten bietet, und dass andererseits auch die Veresterung des Glyzerins mit anderen Säuren   leicht ausführbar ist.   weist schon darauf hin. dass die Darstellung gerade der Kohlensäureester des Glyzerins gewisse Schwierigkeiten bietet.

   Die Schwierigkeiten liegen erstens in einer gewissen   Unbeständigkeit   dieser Verbindungen, die es verbietet, eine hohe Reaktion der Temperatur zu   wählen.   ferner in der   Unmöglichkeit   des Glyzerins in den meisten organischen Lösungsmitteln und in der Neigung des Glyzerins zu den verschiedenartigsten Nebenreaktionen. 



  Erinnert sei dabei an die gleichartigen Schwierigkeiten, welche die Darstellung eines   ähnlichen     Glyzerincsters bietet,   nämlich des   Glyzerinoxalsäuree-sters. So hat man bisher durch direkte   Veresterung von Oxalsäure mit Glyzerin nur Ameisensäure und Glyzerinformiate. aber nicht den   Oxalsäureester erhalten, obwohl   die   direkte Veresterung der Oxalsäure mit den anderen     Alkoholen   keine allzu grossen Schwierigkeiten bietet. 
 EMI1.1 
 berücksichtigt. 



   Zur Darstellung des vollständig veresterten Glyzerinkarbonats eignet sich am besten der 
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 Glvzerin und Kohlensäureester zu einer homogenen Lösung vereinigt. z. B. Chinolin. Man erhitzt nur so hoch als nötig,   um   die Reaktion in einigen Stunden zu Ende zu führen und destilliert den   abgespaltenen Alkohol bzw.   das Phenol entweder kontinuierlich oder erst nach erfolgter Umsetzung auf einmal im Vakuum ab. 
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     Beispiel II :   Man erhitzt 4 kg wasserfreies Glyzerin mit 7 kg Phenylkarbonat auf 1400 und destilliert das Phenol im Vakuum ab. Der Rückstand wird mit Azeton behandelt, wobei das als Nebenprodukt entstehende, gesättigte Karbonat ungelöst zurückbleibt. Die Azetonlösung, 
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   Diese ungesättigten   Kohlensäureglyzerinester,   das heisst solche, in denen nicht alle Hydroxylgruppen des Glyzerins verestert sind, lassen sich naturgemäss mit allem erdenklichen Prozent-   gehlt an CO   (unterhalb   50#4   Prozent) darstellen. Diese Stoffe, welche vielfach komplizierte, durch Verknüpfung mehrerer Glyzerinmoleküle entstandenen Gemische verschiedener Ester darstellen und zum grössten Teil polymer sein dürften, sind amorphe, mehr oder minder zähflüssige oder harzartige Massen, je nach dem Kohlensäuregehalt. Sie lassen sich vollständig farblos erhalten und lösen sich in denselben Lösungsmitteln wie der früher   erwähnte.   kristallisierte Ester, das eigentliche, gesättigte Glyzerinkarbonat, und gleichen diesem auch in ihrem sonstigen Verhalten. 



   Auch die Einwirkung von Phosgen auf Glyzerin lässt sich zur Darstellung der Glyzerinkarbonate benutzen, und zwar sowohl der vollständig als unvollständig veresterten. Doch ist es hiebei unerlässlich, ein salzsäurebindendes Mittel, wie Pyridin, Chinolin,   Triäthylamin,   Ätznatron, zu verwenden. Ferner ist die Benutzung eines geeigneten Verdünnungsmittel wesentlich. Gerade die Wahl des letzteren macht Schwierigkeiten, da Glyzerin sich in den gewöhnlichen, gegen Phosgen indifferenten Lösungsmitteln auflöst.

   Es wurde nun gefunden, dass schon die Beimischung der zur Bindung der Salzsäure hinreichenden Menge von Pyridin, Chinolin, Antipyrin zum Glyzerin genügt, um letzteres in Azeton, Essigester,   Äther.   Benzol und dgl. teils unbegrenzt. teils wenigstens in einem gewissen Verhältnisse löslich zu machen ; auch Pyridin selbst kann zur Verdünnung benutzt werden, indem man einfach mehr Pyridin anwendet, als zur Bindung der   Salzsäure   nötig ist. 



     B e i s p i e I III : Man löst   10 kg Glyzerin mit 20 kg Pyridin in 80 kg Azeton und leitet 12 kg Phosgen ein. Man trennt   die Azetonlösung   von dem zum Teil abgeschiedenen Pyridinehlorhydrat, destilliert das Azeton bei vermindertem Drucke ab, und behandelt den aus Glyzerinkarbonat und   Pyridinchlorhydrat   bestehenden Rückstand mit Alkohol, wobei das restliche Pyridinchlorhydrat in Lösung geht und der Ester zuletzt ölig zurückbleibt. Durch Lösung desselben in Azeton und Ausfällen mit Alkohol erhält man eine Fällung von   kristallinischem,   gesättigtem Ester,   während kohtensäureärmerer   Ester im Azeton gelöst bleibt. 



   R   eis pie I IV : 2 kg Glyzerm   werden zusammen mit   2"7 kg Ätznatron in   möglichst wenig Wasser gelöst und 3'5 kg Phosgen eingeleitet. Nach der Reaktion filtriert man den aus Chlor- 
 EMI2.2 
 



    DieGlyzerinkarbonate sind infolge ihrer physikalischen Eigenschaften, ihrer Luftbeständigkeit   und Billigkeit, sowie wegen ihrer Unschädlichkeit technisch und pharmazeutisch vielseitig verwendbar.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Darstellung von Glyzerinkarbonaten, dadurch gekennzeichnet, dass man Oyzenn unter Erhitzen mit Kohlensäureestern, wie z. B. Athylkarbonat, Pbenytkarbonat, umsetzt oder Phosgen auf Glyzerin in Gegenwart von salzs urebindenden Mitteln, wie z. B. Pyridin. EMI2.3
AT59291D 1910-09-07 1910-09-07 Verfahren zur Herstellung von Glyzerinkarbonaten. AT59291B (de)

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