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Verfahren zur Herstellung von Trockenmilchpräparaten
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von leicht löslichen Trocken- milchpräparaten aus Voll- oder Magermilch.
Die nach den bisher üblichen Verfahren zur Herstellung von Trockenmilch erhältlichen Präparate (Voll- oder Magermilchpulver), wie sie vorwiegend in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie Verwen- dung finden, weisen einen Wassergehalt von 3 bis 5% auf und sind sehr hygroskopisch, neigen also zur
Klumpenbildung. Diese Präparate sind im allgemeinen nur schwer löslich und lassen sich nur unter Ein- haltung bestimmter Bedingungen in Lösung bringen.
Abgesehen davon, dass die Milchpulver vor dem Lösen quellen gelassen werden müssen und der Quel- lungsprozess eine gewisse Zeit erfordert, werden noch mit kräftigen Rührwerken ausgestattete Lösungsge- fässe zur Aufnahme der entsprechenden Menge an zwecks Beschleunigung des Lösungsvorganges auf etwa 30 - 600C erwärmtem Lösungsmittel sowie Pumpen und andere Einrichtungen zur Bereitung von Lösungen benötigt, wie sie nur in Industriebetrieben vorhanden sind.
Infolge ihrer nachteiligen Eigenschaften sind daher derartige Milchpulver für nicht industrielle Ver- wendung, also insbesondere für Haushalte, ungeeignet, da es bei der Anwendung Schwierigkeiten berei- tet, einen möglichst grossen Anteil der Pulver in Lösung zu bringen bzw. den nicht gelösten Anteil aus der Lösung zu entfernen.
Die zeitbedingte Entwicklung zeigt jedoch, dass der Bedarf an Trockenmilchpräparaten insbesondere in Haushalten stetig im Steigen begriffen ist. Die Nachteile der bisher im Handel erhältlichen Präparate sind jedoch dieser Entwicklung hinderlich.
Es wurde nun gefunden, dass man durch Eindampfen von Voll- oder Magermilch, anschliessendes Kühlen, Animpfen und Stehenlassen des Konzentrates bis zur beginnenden Kristallisation des Milchzukkers sowie darauffolgendes Sprühtrocknen bei Temperaturen bis etwa 160 C zu Trockenmilchpräparaten gelangen kann, welche diese Nachteile nicht zeigen, wenn man dem durch Eindampfen von Voll- oder Magermilch bis auf einen Trockengehalt von etwa 60'% bis unterhalb 60% erhaltenen und anschliessend auf eine Temperatur von unter 300C gekühlten Konzentrat vor dem Stehenlassen 0, 3 - 0, 6% Dinatriumcitrat sowie Trockenmagermilchpulver bis zur Erreichung eines Trockenmassegehaltes des Konzentrates von etwa 60% zusetzt.
Es ist bekannt, dass durch günstige Temperaturführungen ahnlicher Art wie im vorliegenden Falle bei der Eindickung vonMilch die Polymerisation des Eiweisskomplexes teilweise vermieden werden kann, vgl. deutsche Auslegeschrift 1048 467 und USA-Patentschrift Nr. 2, 728,678. Dadurch wird aber lediglich er reicht, dass ein Teil des erhaltenen Trockenmilchpulvers leicht löslich ist, während der andere Teil die konventionellen Eigenschaften der bekannten Trockenmilchpräparate zeigt, nämlich Klumpen-bzw. Sedimentbildung beim Lösen in Wasser. Um ein leicht lösliches Trockenmilchpräparat zu erhalten, müsste daher der schwer lösliche Anteil von dem leicht löslichen Anteil abgetrennt werden.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestelltes Mager-oder Vollmilchpulver, bei dem durch Zugabe von Dinatriumcitrat der Eiweisskomplex depolymerisiert ist, löst sich schon in kaltem Wasser sehr rasch und leicht völlig auf, so dass eine Sedimentbildung nicht in Erscheinung tritt und eine Trennung nicht erforderlich ist. Es war zwar schon bekannt, der Milch vor dem Eindampfen Trinatriumcitrat und Natriumbicarbonat oder Trinatriumphosphat zuzusetzen, vgl. z. B. deutsche Patentschrift Nr. 123622. Durch den Zusatz dieser alkalischen Verbindungen wird der PH-Wert der Milch in den alkalischen Bereich verschoben, was bei der Weiterverarbeitung zu Verfärbungen und ausserdem zu einer unerwünschten Beeinflussung des Geschmackes führt.
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Demgegenüber wird durch den erfindungsgemässen Zusatz von Dinatriumcitrat der PH-Wert der Milch nicht verändert und ausserdem durch Zerstörung der Calciumbrücken im Eiweisspolmyer unter gleichzeiti- gem Ersatz des Calciums durch Natrium eine Wiederpolymerisation des depolymerisierten Eiweissanteiles verhindert.
Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird Vollmilch bei ungefähr 600C und 180 bis
200 atü Druck homogenisiert und sodann im Fallstromverdampfer auf einen Trockenmassegehalt von etwa 50% eingedickt. Wesentlich ist nur. dass dieses Konzentrat in einem geeigneten Gerät, z. B. einem Röh- renkühler, auf Temperaturen unter ungefähr 300C abgekühlt wird. Anschliessend wird der Trockengehalt des Konzentrates durch Zugabe eines normalen Magermilchsprühpulvers auf ungefähr 60% erhöht ; sodann werden etwa , 3-0, 6% Dinatriumcitrat, auf die Trockenmasse berechnet, zugesetzt. Durch diese Zu- gaben wird der Kristallisationsprozess der Lactose angeregt und der Polymerisationsgrad des Caseins herab- gesetzt.
Nach 1-bis 3stündigem Stehenlassen des so ergänzten Konzentrates bei Temperaturen unter un- gefähr 300C kann im Mikroskop die beginnende Kristallisation der Lactose festgestellt werden. Der Zeitpunkt der Weiterverarbeitung ist dann gekommen, wenn die Lactosekristalle deutlich im Blickfeld zu beobachten sind, was durch laufende mikroskopische Untersuchung von Proben festgestellt werden kann.
Das Konzentrat wird nun im Sprühturm bei Temperaturen bis zu etwa 1600C versprüht, u. zw. derart. dass das fertige Produkt bei unter 1200C liegenden Temperaturen aus dem Sprühturm austritt.
Das so gewonnene Trockenmilchprodukt bildet keine Klumpen und ist ohne weiteres in Wasser löslich.
Verwendet man Magermilch als Ausgangsstoff, so kann bis auf die Homogenisierung in gleicher Weise gearbeitet werden. Da in Magermilch keine Fettphase enthalten ist, erübrigt sich eine Homogenisierung.
Für die Erzeugung von Kakaomilchpulver wird der Voll- oder der Magermilch, nach gegebenenfalls vorhergehender Homogenisierung und Zusatz von Kakaobutter, Zucker und Kakaopulver vor der Voreindickung in entsprechender Menge zugesetzt.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird im nachstehenden an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert, ohne jedoch darauf beschränkt zu'sein.
Be is pi el : 1000 1 Vollmilch, die in der in Molkereien üblichen Weise vorbehandelt und bei einer Temperatur von 600C mit einem Druck von 180 atü homogenisiert wurde, wird auf Verdampfungstemperatur erhitzt und auf 56% Trockengehalt in einem Fallstromverdampfer üblicher Bauart eingedickt. Man erhält auf diese Weise 250 l Konzentrat. Dieses Konzentrat wird mittels einer geeigneten Kühlvorrichtung, z. B. einem Röhrenkühler, auf 250C abgekühlt ; sodann werden 4 kg eines durch Sprühtrocknung von Magermilch erhältlichen Milchpulvers und 420 g Dinatriumcitrat zugesetzt. Das so vorbereitete Konzentrat wird nun stehen gelassen, wobei nach etwa 11/2 h der Milchzucker auszukristallisieren beginnt.
Dieser Zeitpunkt wird durch laufende Prüfung von Proben unter dem. Mikroskop festgestellt. Danach wird dieses Konzentrat in einem Sprühturm bei etwa 1500C versprüht.
Man erhält ungefähr 148 kg eines Produktes, das keine Klumpen bildet und in Wasser leicht, ohne Rückstand, löslich ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von leicht löslichen Trockenmilchpräparaten durch Eindampfen von Voll- oder Magermilch, anschliessendes Kühlen, Animpfen und Stehenlassen des Konzentrates bei Raumtemperatur bis zur beginnenden Kristallisation des Milchzuckers sowie darauf folgendes Sprühtrocknen bei Temperaturen bis etwa 160 C, dadurch gekennzeichnet, dass man dem auf eine unter 300C liegende Temperatur gekühlten Konzentrat mit einem Trockengehalt von etwa 50 bis unterhalb 60% vor dem Stehenlassen 0, 3 - 0, 6% Dinatriumcitrat sowie Trockenmagermilchpulver bis zur Erreichung eines Trockenmassegehaltes des Konzentrates von etwa 60% zusetzt.