<Desc/Clms Page number 1>
Schwimmerstandanzeiger
Die Erfindung betrifft einen Schwimmerstandanzeiger für Flüssigkeiten, insbesondere für Milch, des- sen Stellorgan, d. i. der Schwimmer oder bei magnetischer Kupplung des Schwimmers der Anker der Kupp- lung, seinen Stellweg auf die Anzeigevorrichtung durch ein biegsames Organ, z. B. eine Kette, überträgt, das durch eine in Richtung des Aufwärtshubes des Schwimmers wirkende Kraft, z. B. durch ein Gewicht oder eine Feder, gespannt wird.
Bei diesen bekannten Standanzeigern kann es bei plötzlichen Bewegun- gen des Schwimmers nach oben, wie sie bei der Reinigung des Behälters durch das Anheben des Schwim- mers vorkommen, geschehen, dass die Spannfeder nicht imstande ist, das biegsame Übertragungsorgan ausreichend schnell über die Welle, über die es geführt ist, zu ziehen und damit gespannt zu halten, zu- mals dann, wenn die Welle durch ein Flügelrad abgebremst wird. Die Folge davon ist, dass sict dasbieg- same Übertragungsorgan nicht richtig aufwickelt und besonders dann, wenn es eine Kette ist, zwischen der Wand des meistens vorhandenen Führungsrohres für den Schwimmer oder dem darin geführten Anker einer magnetischen Kupplung verklemmt, wodurch der Standanzeiger ausser Betrieb gesetzt wird.
Die Beseitigung dieses Mangels der bekannten Standanzeiger ist die der Erfindung. zugrundeliegende
Aufgabe. Sie wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass an dem von der Anzeigevorrichtung abgewendeten Ende des biegsamen Übertragungsorganes in Richtung des Abwärtshubes des Schwimmers ständig eine
Kraft angreift, die kleiner ist als die entgegengerichtete Kraft und dass zwischen dem Stellorgan und dem biegsamen Organ eine kraftschlüssige Kupplung besteht, die bei einem Aufwärtshub des Schwimmers lösbar ist. Eine bevorzugte Ausführungsform des Erfindungsgedankens hat ein lose durch den in dem Rohr geführten Teil, z.
B. durch den Anker der magnetischen Kupplung, gehendes biegsames Übertragungsorgan mit einem an seinem Schwimmerende angehängten Gewicht und einen Anschlag an dem Organ, auf dem der geführte Teil aufliegt ; der Anschlag kann das Gewicht selber sein.
Nach der franz. Patentschrift Nr. 1. 115. 181 ist es bekannt, an dem schwimmerseitigen Ende eines biegsamen Kabels ein Gewicht anzuordnen, wobei Kabel und Gewicht vom Schwimmer lösbar angeordnet sind. Jedoch ist die Anordnung nach der franz. Patentschrift derart gestaltet, dass Schwimmer und Kabel vollkommen unabhängig voneinander arbeiten, während nach der Erfindung Schwimmer und Kabel kraftschlüssig gekuppelt sind und sich nur bei plötzlichen Veränderungen des Flüssigkeitsspiegels, auf dem der Schwimmer getragen wird, z. B. durch Abheben des Schwimmers od. dgl., beim Reinigen des Flüssigkeitsbehälters entkuppeln, so dass das Gewicht des biegsamen Übertragungsorganes allmählich dem Schwimmer nacheilt, um ein ordnungsgemässes Aufwickeln des biegsamen Übertragungsorganes zu gewährleisten.
Demgegenüber sind Schwimmer und biegsames Übertragungsorgan nach der franz. Patentschrift grundsätzlich voneinander getrennt. Eine Kupplung beider Organe ist nicht gegeben. Dabei taucht das biegsame Übertragungsorgan auch noch selbst in die zu messende Flüssigkeit ein und ist damit dem Angriff durch Korrosion ausgesetzt. Auch kommt das flüssigkeitsbenetzte Übertragungsorgan mit der Aussenluft in Verbindung, wie die Zeichnung in dem franz. Patent erkennen lässt, was die Vorrichtung zur Messung des Flüssigkeitsstandes bei Milch untauglich machen dürfte.
Eine Reinigung des Übertragungsorganes nach der franz. Patentschrift ist praktisch überhaupt nicht möglich, weil man das dort geoffenbarte Organ zur Messung des Flüssigkeitsstandes von Milch einfach nicht verwenden kann, denn das aus einem Stahlband bestehende biegsame Übertragungsorgan müsste jeden Tag gereinigt werden, wobei aber dennoch stellenweise Bakterienherde übrig bleiben, die zum Verderb des gesamten Tankinhaltes führen'müssen. Das Übertragungsorgan würde bei seiner Aufwicklung auch
<Desc/Clms Page number 2>
Milch mit emportragen, so dass gleichzeitig das Aufwickelorgan, z. B. das Aufwickelrad, mit Milch über- spült würde. Das Rad läuft aber auf einer Achse. Die Milch würde auch in die Achslager eindringen und könnte dort bei einer täglichen Reinigung nicht mit Sicherheit entfernt werden.
Bei der USA-Patentschrift Nr. 1. 179, 471 ist zwar ein biegsames Übertragungsorgan oder Messband vorhander und auch eine kraftschlüssige Kupplung zwischen diesem und dem Schwimmer. Die kraftschlüssige
Kupplung ist aber unlösbar, so dass das biegsame Übertragungsorgan bei plötzlichen Bewegungen des
Schwimmers sich leicht verwickeln und die Vorrichtung ausser Betrieb setzen kann.
Für die USA-Patentschrift Nr. 2,627, 660 gilt das über die franz. Patentschrift Nr. 1.115. 181 Gesagte, weil auch hier keine kraftschlüssige Kupplung zwischen Schwimmer und biegsamem Übertragungsorgan besteht, sondern beide Organe ganz unabhängig voneinander arbeiten.
Bei der USA-PatentschriftNr. 2,364, 346 ist ein biegsames Übertragungsorgan vorhanden, das mit einem
Lot verbunden ist, jedoch steht der Schwimmer mit Lot und Übertragungsorgan in keiner kraftschlüssigen
Kupplung. Auch hier läuft das biegsame Übertragungsorgan durch die im Tank befindliche Flüssigkeit hin- durch. Beides ist nach der Erfindung umgekehrt.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der schematisch ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
Der Schwimmer ist mit 1 bezeichnet ; er umgibt ein in dem nicht gezeichneten Flüssigkeitsbehälter senkrecht stehendes, gegen das Innere des Behälters abgeschlossenes Rohr 2. In dem hohlen Schwimmer befindet sich der eine Teil einer magnetischen Kupplung, z. B. der permanente Magnet 3, während sich der andere Teil, der Anker 4, in dem Rohr 2 befindet, worin er durch Rollen 5 geführt wird. Bei einer
Verstellung des Schwimmers entsprechend dem Flüssigkeitsniveau wird der Anker mitgenommen ; er über- trägt seinen Hub auf die Anzeigevorrichtung 8 durch die Kette 7, die um die Welle 9 geschlungen ist und durch das Gewicht 10 gespannt wird, Die Kette 7 gehtlosedurchein Loch 6 in dem Anker 4 und trägt hier an ihrem Ende ein Gewicht 11, das kleiner ist als das Gewicht 10.
Bei langsamen Bewegungen des Schwimmers, wie sie durch Änderungen des Niveaus verursacht wer- den, arbeitet die Vorrichtung wie jeder bekannte Schwimmerstandanzei'.- ; ! ; mit magnetischer Kupplung.
Wird jedoch der Schwimmer sehr schnell aufwärts bewegt, so dass das biegsame Übertragungsorgan 7 mit dem Gewicht 11 der Bewegung nicht folgen kann, wie es z. B. bei der Reinigung des Tánkinneren vor- kommen kann, dann löst sich die kraftschlüssige Kupplung zwischen dem Anker 4 und dem biegsamen Or- gan 7. Dieses bleibt jedoch durch das Gewicht 11 gespannt ; es kann sich deshalb nicht zwischen dem An- ker und der inneren Wandung des Rohres 2 festklemmen. Das Gewicht 11 folgt dann langsam der Bewegung des Ankers 4 nach, bis die kraftschlüssige Kupplung wieder hergestellt ist.
Um plötzliche starke Bewegungen des Stellorganes 7 gegen das Gewicht 11 elastisch abzufangen, kann in letzteres eine Zugfeder eingebaut sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schwimmerstandanzeiger für Flüssigkeiten, insbesondere für Milch, dessen Stellorgan, d. i. der
Schwimmer oder bei magnetischer Kupplung des Schwimmers der Anker der Kuppling, seinen Stellweg (Hub) auf die Anzeigevorrichtung durch ein biegsames Organ, z.
B. eine Kette, überträgt, das durch eine in Richtung des Aufwärtshubes des Schwimmers wirkende Kraft, beispielsweise durch ein Gewicht oder eine
Feder, gespannt wird, dadurch gekennzeichnet, dass an dem von der Anzeigevorrichtung abgewendeten
Ende des biegsamen Übertragungsorganes in Richtung des Abwärtshubes des Schwimmers ständig eine Kraft angreift, die kleiner ist als die entgegengerichtete Kraft und dass zwischen dem Stellorgan und dem bieg- samen Organ eine kraftschlüssige Kupplung besteht, die bei einem Aufwärtshub des Schwimmers lösbar ist.