AT21066B - Verfahren zum Denaturieren von Spiritus. - Google Patents
Verfahren zum Denaturieren von Spiritus.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT Nu-21-066.
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Die Denaturierung des Spiritus für gewerbliche Zwecke behufs steuerfreier Invcrkehrsetzung desselben bildet in den meisten Kulturstaaten eine offene Frage und die Regierungen trachten in jeder Weise-z. B. durch Ausschreibung hoher Preise-in den Besitz eines Denaturierungsmittels und Verfahrens zu gelangen, welches den gestellten Anforderungen möglichst vollkommen entspricht. Diese Anforderungen sind jedoch nicht leicht zu erfüllen und es ist bisher tatsächlich nicht gelungen, die Frage der Denaturierung des Spiritus zu lösen.
Die an ein Denaturierungsmittel gestellten Anforderungen sind nämlich in grossen Zügen die folgenden : Es darf die gewerbliche Verwendbarkeit des Spiritus nicht beeinträchtigen ; es darf keine giftigen und ätzenden Bestandteile enthalten ; es darf keinen unangenehmen Geruch verbreiten ; die Denaturierungsfähigkeit muss eine grosse sein, damit mit einer geringen Menge des Denaturierungsmittels eine vollständige Denaturierung erzielt werden könne, wobei der Preis desselben ein niedriger sein muss, damit der Verkaufspreis des Spiritus durch die Denaturierung nur wenig beeinflusst werde ; die Gegenwart des Denaturierungsmittels soll durch empnndliche Reagenzien nachweisbar sein und die Denaturierung des Spiritus soll grosse Schwierigkeiten und Kosten verursachen.
Es ist wünschenswert, dass die Gegenwart des Denaturierungsmittels auch im renaturierten Spiritus nachgewiesen werden könne.
Allen diesen Anforderungen entspricht das in den meisten Staaten verwendete Denaturiorungsmittel, ein Gemenge von Ilolzgeist, Pyridin und Phenolphtalein nur in geringem Masse. Trotz des hohen Preises macht dieses Denaturierungsmittel den Spiritus nicht ungeniessbar, denn es ist ja allgemein bekannt, dass die mit dem Spiritus gewerblich beschäftigten Arbeiter den denaturierten Spiritus unbehindert geniessen. Nebenbei kann der Spiritus durch fraktionierte Destillation in sauerer Lösung vollständig gereinigt bezw. renaturiert worden und das Bestreben der Verwaltungsbehörden nach einem besser entsprechenden Denaturierungsmittel und Verfahren ist daher leicht begreiflich.
Dem Erfinder ist es gelungen, ein Denaturierungsverfahren zu erfinden, durch welches der Spiritus für menschliche Genusszwecko vollständig ungeeignet gemacht werden kann, obwohl das Denaturierungsmittel an und für sich nicht giftig und bedeutend billiger ist,
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auf mechanischem noch auf chemischem Wege vollständig entfernt werden kann.
Dieses Mitte) ist die rohe oder gereinigte Galle oder deren Bestandteile bezw. deren Verbindungen, z. B. Salze, die für sich oder miteinander vermengt oder eventuell in Kombination mit anderen Substanzen, z. B. mit Phenolphtalein verwendet werden können, und zwar am vorteilhaftesten in der Weise, dass man die erwähnten Denaturierungsmittel in alkoholischer Lösung anwendet, indem der Alkohol auch die sonst leicht zersetzliche Rohgalle vollständig konserviert. Es ist hekannt, dass die Galle der verschiedenen Tiere, die neben geringen Mengen von Farbstoffen, Lecithin, Cholesterin.
Seifen, Fetten, Harnstoff und Mineralbestandteilen hauptsächlich aus glycocholsauren und taurocholsauren A) ka) ien besteht, einen äusserst bitteren Geschmack besitzt und sie ist deshalb zum De-
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Fäulnis übergeht, soll sie in eine haltbare Form gebracht werden. Haltbare Gallepräparate sind beispielsweise : Fe ! tauri in alkoholischer Lösung, Fei tauri inspissatum, Fel tauri depuratum inspissatum, Fel tauri depuratum siccum (Natrium choleinicum), Extrait de fiel
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Soll beispielsweise das unter dem Namen Fel tauri inspissatum bekannte Präparat zur Herstellung des Denaturierungsmittels verwendet werden, so werden vorteilhaft 20 kg dieses Mittels in 80 OOigem Spiritus gelöst und die Lösung filtriert. Diese Lösung bildet dann das fertige Denaturierungsmittel. Werden 5 I desselben mit 100 1 900igem Spiritus vermengt, so erhält man einen denaturierten Spiritus, der schwach gelblich gefärbt ist und einen. weit schwächeren Geruch besitzt als der nach dem jetzigen Denaturierungsverfahren denaturierte Spiritus und dabei so bitter schmeckt, dass er vollkommen ungeniessbar ist und Erbrechung bewirkt, so dass er sofort aus dem menschlichen Organismus ausgeschieden, keinen schädlichen Einfluss bewirken kann.
Übrigens werden die Gallenpräparate zu thera- peutischen Zwecken benützt und es kann demnach schon mit Rücksicht auf die in Rede stehenden geringen Mengen von einer schädlichen oder giftigen Wirkung nicht gesprochen werden.
Aus dem mit dem erwähnten Denaturierungsmittel vermengten Spiritus können die bitteren Gallenstoffe weder durch Säuren, noch durch Alkalien, noch durch fraktionierte Destillation in saurer, neutraler oder alkalischer Lösung entfernt werden.
Wie bereits erwähnt, bilden die glycocholsauren und taurocholsauren Alkalien den Hauptbestandteil der Galle, demzufolge kann der mit Gallenstoffen denaturierte Spiritus, falls derselbe für Brennzwecke benützt wird, einen aus kohlensauren Alkalien bestellenden Rtickstand hinterlassen, der unter Umständen lästig werden könnte. Um dies zu vermeiden, kann aus der Gallenlösung behufs Herstellung des Denaturierungsmittels die Glycocholsäure und Taurocholsäure auf, bekannte Weise mittelst Säuren ausgeschieden und die alkoholische Lösung derselben als Denaturierungsmittel verwendet werden.
Selbstverständlich kann die Galle beliebiger Tiere zur Denaturierung verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Denaturieren von Spiritus für gewerbliche Zwecke, dadurch gekennzeichnet, dass dem Spiritus rohe oder gereinigte Tiergalle, bittere Gallenbestandteile oder deren Verbindungen, Gemenge der erwähnten Stoffe oder Mischungen derselben mit anderen Substanzen zugesetzt werden.
Claims (1)
- 2. Eine Ausführungsform des Vertahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dort erwähnten Stoffe in alkoholischer oder in anderer, die Gallenbestandteile lion, gervierender Lösung angewendet werden.3. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2 zur Herstellung eines denaturierten Spiritus mit geringem anorganischen Rückstände, dadurch gekenn- zeichnet, dass zur Denaturierung dem Wesen nach die in der Galle enthaltenen Säuren verwendet werden.
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