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GUSTAVE-ADOLPH TRUBE IN LONDON UNDWILLIAM CHAPMAN
IN TEDDINGTON (ENGLAND).
Elektromagnetische Bremse für Eisenbahnfahrzeuge.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektromagnetische Bremse für Eisenbahnfahrzeuge, welche ein Rückwärtsbcwegen des auf einer geneigten Bahnstelle zum Halten gebrachten Wagens dadurch verhindert, dass der Geleisebremsbacken durch besondere, von Hand aus oder elektromagnetisch zu betätigende Exzenter mit der Fahrschiene in Berührung erhalten wird, nachdem der Erregerstrom zu wirken aufgehört hat, so dass die Anwendung der gewöhnlichen Handbremse überflüssig gemacht wird.
In der Zeichnung veranschaulicht Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung, um die Geleisebremsbacken mit den Fahrschiene auch dann in Berührung zu halten, wenn der wirkende Strom unterbrochen wird. Fig. 2 zeigt in Ansicht eine Ausführungsform eines Teiles der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung. Fig. 3 veranschaulicht eine Ausführungform in Anwendung auf ein Drehgestell und Fig. 4 zeigt in Seitenansicht noch eine weitere Ausführungsform.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die in bekannter Art ausgebildeten Geleisebremshacken 1 durch Vermittlung der bekannten teleskopartig verlängerbaren Stangen 2 mit den Hebeln 3 und Radbremsbacken 4 verbunden. Die an dem Wagengestelle bei 28 drehbar gelagerten Unrundscheiben 27 sind an Hebeln 29 befestigt, die durch ein Glied 81 miteinander verbunden sind und durch eine Stange 30 mit einem schwingbaren Handhebel in Verbindung stehen. Die Unrundscheiben liegen unmittelbar über den teleskopartig verlängerbaren Stangen 2.
Sobald die Stange 30, nachdem die Geleisebremsbacken 1 an die Fahrschiene durch elektromagnetische Mittel angepresst sind, nach irgendeiner Richtung der Länge nach verschoben wird, drehen sich die Unrundscheiben 27 um ihre Drehpunkte und gelangen mit den Stangen 2 in Eingriff, wobei sie eine Bewegung der Geleisebremsbacken 1 von den Fahrschiene verhindern, selbst wenn der magnetisierende Strom unterbrochen wird, so dass die Bremsen in Wirkung erhalten worden. Das Lösen der Bremse erfolgt durch Rückbewegung der Stange 30 in ihre normale Stellung. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist das Daumenstück 32 durch ein Glied 33 mit dem Kern 34 eines Elektromagneten 35 verbunden, welcher mit einem der Teile der Teleskopstange 2 fest verbunden ist.
Der Stromkreis des Elektromagneten steht unter der Kontrolle des Motorführers. Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist nun fo1gande : Ge- wöhnlich ist der Elektromagnet 35 nicht erregt und sobald die Geleisobremse mit den
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das Daumenstück 32 dreht sich um seinen Drehpunkt 28 und verhindert, dass die Teleskopstange sich verkürzt, so dass dadurch die Bremsbacken mit den Schienen in Berührung und die Bremse in Wirkung erhalten worden. Zum Lösen der Bremse wird der Elektromagnet 35 erregt, wodurch der Kern 34 angezogen und das Daumenstück 32 vermittelst des Gliedes 33 zwischen dem Drehpunkt und der Teleskopstange 2 zurückgezogen wird, so dass letztere sich verkürzen und der Bremsschuh von der Fahrschiene abgehoben werden kann.
Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform dieser Vorrichtung, angewendet auf ein Drehgestell. Nach dieser Ausführungsform ist das Daumenstück 36 um einen Bolzen 37, der in einem fixen Backen 38 steckt, drehbar und stellt durch ein Glied 39 mit dem Kern 40 des Elektromagneten 41 in Verbindung, welcher ebenfalls von dem Backen 38 getragen wird. Dieses Daumenstück 36 gelangt mit dem Ansatze 42 der Bremsstange 43 in Eingriff.
Wenn die Geleisebremsbacken an die Schienen angepresst sind, wird bei der einen Fahrtrichtung der Lenker 100 einen Zug auf die Bremsstange 43 übertragen, die hiedurch in der Richtung des Pfeiles bewegt wird und die Radschuhe an die Räder anzieht. Bei der entgegengesetzten Fahrtrichtung kommt die Zugstange 100, die mit der Bremsstange 43 durch einen Längsschlitz verbunden ist, nicht unmittelbar zur Einwirkung, sondern unter Vermittlung des um den fixen Bolzen 101 drehbaren zweiarmigen Hebels 102, der auf den Stift 103 der Bremsstange einwirkt, so dass dieselbe ebenfalls in der Pfeilrichtung bewegt wird.
Will sich die Bremsstange in entgegengesetzter Richtung bewegen, so dreht sich das mit dem Ansatze 42 in Berührung stehende Daumenstück 36 um seinen Drehpunkt'37, verhindert eine solche Rückwärtsbewegung und hält dadurch die Rad15remsbacken an die Räder angezogen. Zum Lösen der Bremsen wird der Elektromagnet 41 erregt. wodurch
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das Daumenatück 86 zurückgezogen und die Stange 43 freigegeben wird, so dass die Radbremsbacken von den Rädern entfernt werden können. Der Strom zur Erregung der Elektro- magnete 95 bezw. 41 kann von einer in dem Wagen untergebrachten Batterie entnommen werden und ist in diesen Stromkreis ein Ausschalter eingeschaltet, welcher von dem Motorführer bedient wird.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform sind die Bremshebel 3 durch ein Kniehebel paar 44 verbunden, dessen Gelenk 45 mit einem in entsprechenden Führungen an dem Wagengestelle geführten Querhaupt 46 gelenkig verbunden ist. Dieses Querhaupt ist durch eine Stift-und Schlitzverbindung mit einer mittels Hand oder Fass betätigten Vorrichtung verbunden, durch welche es im Bedarfsfalle gehoben werden kann. Gewöhnlich liegt der Gelenkpunkt 45 oberhalb der Gelenkpunkte 47, mit welchen die Kniehebel 44 an die Hebel 9 angelenkt sind. Wenn jedoch die Geleisebremsbacken 1 an die Schiene angepresst und hiedurch die Radbremsbacken 4 angezogen werden, entfernen sich die Hebel voneinander, wodurch das Kniehebelpaar 44 gestreckt wird ; das Querhaupt 46 nimmt an dieser Abwärtsbewegung des Gelenkes 45 teil.
Die Längen der Kniehebel sind derart bemessen, dass, wenn die Geleisebremsbackt'n J an die Schiene angepresst und die Brems- hebel voneinander entfernt sind, die Entfernung zwischen den Punkten 47 so gross ist, dass das Gelenk 45 der Kniehebel genau in die Verbindungslinie dieser Punkte 47 fällt ; demzufolge wird, wenn die magnetisierenden Kräfte der Geleisebremsbacken unterbrochen werden, das Kniehebelpaar verhindern, dass die Radbremsbacken sich von den Rädern entfernen. Eine Lösung der Bremsbacken kann jedoch durch Heben des Querhauptes herbeigeführt werden, was der Motorführer mit Hilfe der vorgenannten Mittel tun kann. Statt mechanisch wirkender Mittel zum Heben des Querhauptes 46'kann auch ein Elektromagnet, wie er z.
B. in Fig. 2 dargestellt ist, angewendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Elektromagnetische Bremse für Eisenbahnfahrzeuge, bei welcher zwei Radschuhe durch die Längsbewegung eines magnetischen Geleiseschuhes zur Wirkung gebracht werden, gekennzeichnet durch die Anordnung von am Wagengestell drehbar gelagerten Unrundscheiben (2Z), welche zwecks Erzielung einer gleichzeitigen Bewegung in jeder Richtung durch ein- Glied (31) und Hebel (29) miteinander verbunden sind und durch eine von einem Stellhebel bewegte Stange (30) so verstellt werden können, dass sie mit den die Geleisebremsbacken (1) mit den Radhremsbacleen (4) verbindeDden Druckstangen (2) in Eingriff kommen, nachdem eine der erwähnten Druckstangen beim Anziehen der Bremse ausgedehnt wurde,
wodurch der Bremsschuh mit der Schiene in Berührung erhalten und eine Rückbewegung und ein damit verbundenes Lösen der Radbremsbacken verhindert wird, wenn der magnetisierende Strom unterbrochen ist.