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Automobilspritze.
Beim Betrieb mit den gebräuchlichen Automobilspritzen, deren Fahrmotor auch zum Antrieb der im Fahrzeug eingebauten Pumpe dient, wird es als Nachteil empfunden, dass nur solche Wasserstellen benutzt werden können, an die die Automobilspritze heranfahren kann. Gibt es aber in der Nähe eines Brandes keine solche Wasserstelle, was ausserhalb grösserer Städte nicht selten der Fall ist, so ist die Verwendung der Automobilspritze ausgeschlossen. Die Landfeuerwehren ziehen daher Rüstautomobile mit einem aufgeprotzten tragbaren Aggregat vor, das aus einer Pumpe und einem Antriebsmotor besteht.
Dabei ergibt sich aber wieder der Nachteil, dass für den Antrieb des Fahrzeuges und für den Antrieb der Pumpe je ein besonderer Motor mitgeführt werden muss und dass die tragbare Motorspritze, die in der Regel am Ende des Fahrzeugrahmens aufgeprotzt ist, einen verhältnismässig grossen Raum beansprucht. Das ganze Gerät wird daher sehr gross und schwer, wodurch die Verwendungsmöglichkeit für Landfeuerwehren beeinträchtigt wird. Man hat auch schon mit Pferden bespannte Rüstwagen mit aufgeprotzter, tragbarer Motorspritze verwendet ; bei einem solchen Gerät muss es als Übelstand angesehen werden, dass wohl ein Motor vorhanden ist, der zur Fortbewegung des Fahrzeuges genügend stark wäre, dass aber zur Fortbewegung erst Pferde herbeigeschafft werden müssen.
Alle Geräte, wie sie hier vorgeführt worden sind, sind daher für Feuerwehren, die über Land fahren müssen, unbefriedigend.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine Automobilspritze, deren Motor in an sich bekannter Weise abwechselnd mit dem Getriebe des Fahrzeugantriebes oder mit der Pumpe gekuppelt werden kann, wobei aber Motor und Pumpe zu einem Aggregat vereinigt sind, das auf dem Fahrzeugrahmen abnehmbar befestigt ist und als Ganzes vom Fahrzeugrahmen abgehoben werden kann, um unabhängig vom Fahrzeug an die Bedarfsstelle gebracht zu werden.
Eine Ausführungsform einer solchen Automobilspritze ist in der Zeichnung veranschaulicht, die den vorderen Teil des Fahrzeuges zeigt.
Der Motor E ist mit der Pumpe A fest verbunden und in dieses aus Motor und Pumpe bestehende, eine konstruktive Einheit bildende Aggregat ist auch der Kühler B und der Brennstoffbehälter D einbezogen. Dieses Aggregat ruht auf Führungsschienen des Fahrzeugrahmens auf, an denen es durch irgendwelche lösbare Organe an jener Stelle festgelegt werden kann, die es beim Fahrbetrieb einnehmen muss. Nach Lösen der Befestigungsmittel kann das Aggregat aber auf den Führungsschienen aus dem Fahrzeug herausgezogen und von diesem völlig losgelöst werden.
Die Kurbelwelle des Motors E kann mit der Welle der Pumpe A durch eine lösbare Kupplung C und mit dem Fahrzeugantrieb, also dem Getriebe H, durch eine lösbare Kupplung F verbunden werden.
Der Motor kann also entweder das Fahrzeug oder die Pumpe antreiben, je nachdem die Kupplung F oder die Kupplung C eingerückt ist ; anstatt die Kupplung F auszurücken, genügt es auch, das Getriebe auf Leerlauf zu stellen, wenn die Pumpe allein angetrieben werden soll. Solange sich das MotorPumpenaggregat auf dem Fahrzeug befindet, arbeitet die Automobilspritze in der an sich bekannten Weise.
Nach Lösen der Befestigungsorgane und nach Ausrüekung der Kupplung F kann aber das ganze Aggregat aus dem Fahrzeug herausgezogen und mittels Traggriffe abgehoben und zu jeder beliebigen Wasserstelle getragen werden. Das Aggregat arbeitet dann, losgelöst und in beliebiger Entfernung von dem Fahrzeug, als reines Pumpenaggregat und damit ist erreicht, dass trotz der Abprotzbarkeit dieses
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Aggregates kein besonderer Motor für den Fahrbetrieb erforderlich ist, da der Motor dieses Aggregates, wenn es aufgeprotzt ist, auch zum Betrieb des Fahrzeuges dient.
Die Einbeziehung des Kühlers und des Brennstoffbehälters in das abhebbare Aggregat hat den Vorteil, dass das Auf-und Abprotzen vereinfacht ist und sehr rasch ausgeführt werden kann. Die Einbeziehung des Kühlers in dieses Aggregat wäre aber nicht unbedingt nötig, weil ja die Kühlung des Motors bei abgeprotztem Aggregat von der Pumpe aus geschehen könnte. Es empfiehlt sich aber, den Kühler mit dem Aggregat zu vereinigen, um das zeitraubende Lösen von Rohrverbindungen zu ersparen.
Die Kiihlwirkung des Fahrzeugkühlers und die von der Pumpe aus bewirkte Kühlung des Motors können während des Pumpenbetriebes in bekannter Weise miteinander vereinigt werden.
Gleichfalls im Interesse der Vereinfachung und Beschleunigung des Auf-und Abprotzens kann die Lichtmaschine G und ein etwa vorhandener Starter von einem Teil des Fahrgetriebes angetrieben werden, der sich zwischen der Kupplung F und der in dem Getriebe H befindlichen Fahrkupplung befindet, damit die gesamte elektrische Anlage des Fahrzeuges (Lichtmaschine, Starter, Akkumulator, Beleuchtungskörper und Kabelleitungen) unabhängig von dem Motorspritzenaggregat ist und beim Abprotzen an dem Fahrzeug verbleiben kann. Der Magnetapparat muss selbstverständlich mit dem Motor verbunden sein. Zum Anlassen des Motors kann eine aufsteckbare Anwerfkurbel verwendet werden, die durch die Pumpenwelle hindurch auf die Motorwelle wirkt, und mit einer solchen Kurbel kann der Motor angelassen werden, gleichgültig, ob das Aggregat sich auf dem Fahrzeug befindet oder abgeprotzt ist.
Der Umstand, dass bei einer Motorspritze gemäss der Erfindung nur ein Motor vorhanden ist, der sowohl den Fahrbetrieb als auch den Pumpenbetrieb besorgen kann, erleichtert die Bedienung und Instandhaltung des Gerätes in beträchtlichem Masse, was für Landfeuerwehren besonders wichtig ist. Für den Betrieb im Winter ergibt sich der Vorteil, dass der Motor nur im Feuerwehrdepot angeworfen zu werden braucht und dann an der Brandstelle auch sofort für den Spritzenbetrieb bereit ist, wogegen bei einem besonderen tragbaren Motorspritzenaggregat eine besondere Inbetriebsetzung des kalten Motors nötig ist. Es ist auch ohne weiteres einzusehen, dass eine Automobilspritze gemäss der Erfindung billiger ist als ein Rüstautomobil mit abprotzbarer Motorspritze und auch nicht viel teurer ist als ein von Pferden zu ziehender Wagen mit auf-und abprotzbarer Motorspritze.
Im einzelnen kann das auf-und abprotzbare Aggregat gemäss der Erfindung in mannigfache Weise ausgebildet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Automobilspritze, deren Motor abwechselnd mit dem Getriebe für den Fahrbetrieb oder mit der Pumpe gekuppelt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass Motor und Pumpe zu einem Aggregat vereinigt sind, das auf dem Fahrzeugrahmen abnehmbar befestigt ist und als Ganzes vom Fahrzeugrahmen abgehoben werden kann, um unabhängig vom Fahrzeug an die Bedarfsstelle gebracht zu werden.