AT144574B - Verfahren zur Herstellung einer Kunstmasse aus Lederabfällen und Kautschuk. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Kunstmasse aus Lederabfällen und Kautschuk.

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AT144574B
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Paul Dr Meyersberg
Georg Dr Wolf
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Paul Dr Meyersberg
Georg Dr Wolf
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung einer Kunstmasse aus Lederabfällen und Kautschuk. 



   Es ist bereits bekannt, Kunstmassen aus Lederabfällen und   Latex-bzw. Kautschukdispersionen   in der Weise herzustellen, dass die Leder-Latex-Mischungen zwischen Walzen, die erhitzt werden können, geknetet, hernach getrocknet und vulkanisiert werden. 



   Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Verfahren, nach dem die mit Kautschukdispersion vermischten Lederabfälle lufttrocken oder noch etwas feucht auf den zumindest auf   100  C erwärmten   Friktionskalander geknetet werden. Nach kurzer Zeit beginnt die gebundene Feuchtigkeit des Leders zu verdampfen, wobei gleichzeitig die Homogenisierung der Masse und Durchdringung der Lederfasern mit Kautschuk eintritt. Der Vorgang spielt sich überraschend schnell ab. Die Mastikation des derart mit Leder feinst vermischten Kautschuks erfordert nur geringe Walzdauer und nur eine wenig über   1000 C   liegende Temperatur, so dass die Lederfaser in jeder Hinsicht geschont wird. Die ganze Kalanderarbeit erfordert knapp etwas mehr als die halbe Mischzeit einer normalen   Gummimisehung.   Wie letztere lassen sich die erhaltenen, z.

   B. plattenförmigen Produkte weiter bearbeiten, ausziehen, pressen, stanzen und schliesslich frei oder unter der Presse vulkanisieren. Überraschenderweise lassen sich die, wie oben beschrieben, kautschukimprägnierten, lederartigen Massen auch mit Rohkautschuk oder selbst mit Regenerat oder deren Gemischen, auf dem Kalander äusserst leicht verarbeiten, so dass man auf diese Weise z. B. den teuren Latex zum Teil durch billigere Rohstoffe ersetzen kann und dennoch eine Lederkautsehukmasse erhält, welche die erfindungsgemässen Eigenschaften beibehalten kann.   Zusatzstoife     (Füllmaterialien,   Fette, Vulkanisationsmittel und andere) können entweder während des Vermischens mit der Kautschukdispersion oder erst auf dem Kalander bzw. in den Mischknetern od. dgl. beigesetzt werden. 



  Die   Gummimileh   selbst soll nur eine das übliche Mass für Latexemulsionen nicht übersteigende Menge an Stabilisierungsmittel enthalten, so dass schon während des Trocknens der Leder-Kautschuk-Mischungen ein rasches Ausfällen des Kautschuks gewährleistet ist. Hiedurch kann das Dispersionsmittel (Wasser) sehr schnell und vollkommen verdunsten. Ebenso können die Lederteilchen bei Beginn des Mastizierens ihre Feuchtigkeit abgeben, worauf infolge der Friktionswirkung des eingedrungenen, festhaftenden Kautschuks die Elementarfasern aus ihrer Bindung herausgenommen und mit dem Kautschuk homogenisiert werden. Bei Verwendung besonders stabiler Kautschukdispersionen ist das Gelingen des Verfahrens in vielen Fällen gefährdet. Naturgemäss kann durch entsprechende Dosierung und Wahl der Vulkanisationsmittel (z.

   B. des Schwefels) die Konsistenz der Erzeugnisse, je nach dem Verwendungszweck, von der eines weichen Kautschuks bis zu der von Hartgummi geändert werden. Zur weitgehenden Schonung der Ledersubstanz werden solche Vulkanisationsbeschleuniger ausgewählt, welche die Anwendung einer möglichst kurzen Vulkanisationszeit und niedriger Vulkanisationstemperatur gestatten. Bei Verwendung von vulkanisierter Kautschukdispersion entfällt sinngemäss die nachträgliche Vulkanisation. Um den die Vulkanisation verzögernden und möglicherweise den Kautschuk schädigenden sauren Charakter des Leders zu beseitigen, erwies es sich als vorteilhaft, die Lederabfälle alkalisch zu waschen oder der   Kaucschukdispersion   vor dem Vermischen noch entsprechende Mengen Alkalien zuzusetzen (z.

   B.   NH3,     NaOH, NiJ2C03 usw.).   Den erfindungsgemässen Produkten können während ihrer Herstellung auf einfache Weise Farbstoffe zugesetzt werden. Es können auch die zu verarbeitenden Lederabfälle vorher gefärbt werden. Ebenso können im Laufe des Verfahrens Geruchstoffe, z. B. zur Verstärkung des   Ledergeruches,   Gerbextrakte, Juchtenöl oder andere zugesetzt werden. 



   Die   erfindungsgemäss   hergestellten Produkte vereinigen die wertvollen Eigenschaften von Kautschuk und Leder : Formbeständigkeit, Elastizität, Zähigkeit, Bruch-, Biege-, Falz-, Einriss-und Zerreissfestigkeit. Sie lassen sich nageln, nähen, kleben, kurz wie Leder verarbeiten. Das Material ist wasserbeständig und wasserdicht, lässt sich schleifen, lackieren, wachsen und glätten. Als Sohlenmaterial vereinigt es die Vorteile der Leder-und der Gummisohle. Das Material eignet sich naturgemäss für die 

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 verschiedensten Verwendungszwecke, wie Fussbodenbelag, Wandverkleidung, Kofferbeschläge, Dichtungsmaterial, und ist überall dort am Platze, wo Kautschuk oder Leder angewendet werden und deren technische Eigenschaften vorteilhaft sind.

   Durch Auswahl des zu verarbeitenden Abfallmaterials sowie der Zusatzstoffe und entsprechende Führung der Vulkanisation, können die Erzeugnisse verschiedenen speziellen Zwecken angepasst werden. Die Herstellungskosten der verfahrensgemäss hergestellten Produkte sind äusserst niedrige und betragen nur einen Bruchteil der normalen Lederpreise. Im nachstehenden werden beispielsweise Angaben über die Mengenverhältnisse und Ausbeuten bei Herstellung einiger erfindungsgemäss hergestellter Massen gemacht : 
 EMI2.1 
   131'0 kg   Vulkanisation : 3 atü, 20 Minuten. 



  Ausbeute : zirka 123 kg, hievon laut Analyse zirka 118 kg Trockensubstanz und 5 kg Wasser, entsprechend   8'33% Lederfeuchtigkeit.   



  Absatzmaterial : Chromgare Falzspäne, lufttrocken   (24%   Wasser) (entspricht zirka 34'2 kg 
 EMI2.2 
 Vulkanisation : 2   a < M   durch 30 Minuten. 



  Ausbeute : zirka 94 kg, hievon laut Analyse   89'2   leg Trockensubstanz und 4-8   7   Wasser, entsprechend   10'66%   Feuchtigkeit. 



  Fussbodenbelag : Chromgare Falzspäne,   lufttrocken     (24%   Feuchtigkeit) (entspricht zirka 46 kg   Trockensubstanz) .................................... 60#0 kg  
24   kg konzentrierte Gummimilch (Revertex)   von   75%   Kautschukgehalt ent- sprechend Kautschuk 18'0"
Rohgummi (helle Crepe) ................................... 18'0" 
 EMI2.3 
   stearinsäure 1'3"   Vaseline 5'1" 
 EMI2.4 
 Vulkanisation : 4   a < M   durch 25 Minuten. 



  Ausbeute : zirka 117 kg, hievon laut Analyse 110 leg Trockensubstanz und 7 kg Wasser, ent- sprechend   11'65% Feuchtigkeit.   



   In vielen Fällen ist es vorteilhaft, die Lederabfälle vor oder während ihrer Verarbeitung mit der Kautschukdispersion mit Netzmitteln zu behandeln. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
 EMI2.5 
 selben mit einer wässrigen Dispersion aus Kautschuk, Entwässern, Walzen und Vulkanisieren der Mischung, dadurch gekennzeichnet, dass man die Entwässerung der Mischung unter andauernder Erhitzung auf mindestens 1000 C auf Kalanderwalzen bis zu einem Wassergehalt, der unter dem normalen Wassergehalt des Leders liegt, vornimmt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Kautschukdispersionbehandelten Lederabfälle mit Rohkautschuk oder Regeneratkautsehuk einem Knetprozess in der Wärme unterworfen werden.
AT144574D 1932-07-28 1932-07-28 Verfahren zur Herstellung einer Kunstmasse aus Lederabfällen und Kautschuk. AT144574B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102006001098A1 (de) * 2006-01-09 2007-07-12 TESCH, Günter Bahnförmiges Material mit einer Deckschicht und mit einer Trägerschicht
DE102006001094A1 (de) * 2006-01-09 2007-07-12 TESCH, Günter Abriebfenster, wasserfester Boden- und Wandbelag

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DE102006001098A1 (de) * 2006-01-09 2007-07-12 TESCH, Günter Bahnförmiges Material mit einer Deckschicht und mit einer Trägerschicht
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