AT94783B - Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus Blut, Haemoglobin oder ähnlichen Eiweissubstanzen und von Gegenständen aus derselben. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus Blut, Haemoglobin oder ähnlichen Eiweissubstanzen und von Gegenständen aus derselben.Info
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<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus Blut, Haemoglobin oder zahn- Es ist bekannt, dass sich aus eingetroclmetem Blut, Haemoglobin, Kasein, Hefe u. dgl. Gegenstände prägen lassen. Solche Massen sind aber nur wenig beständig gegen Feuchtigkeit und ihre Bruchfestigkeit ist eine sehr gelinge. Deswegen sind sie zur Herstellung von Gegenständen (z. B. von Knöpfen u. dgl. ) wenig geeignet. Es wurde nun gefunden, dass die Gegenstände nicht nur ein äusserst festes Gefüge erhalten, sondern auch beim Polieren einen höheren Glanz annehmen, wenn man einen Teil dieser Stoffe (z. B. des Blutes) in einem organischen Dispersionsmittel weitgehend dispergiert und diesen kolloidal gelösten Teil als Bindemittel für den ändern getrockneten Teil verwendet. Die Dispergierung der Blut-und Eiweissmassen wird zweckmässig m geeigneten schnellaufenden Kolloid-oder Schlagmaschinen vorgenommen. Als Dispersionsmittel kommt in erster Linie Dichlorhydrin in Frage ; gut eignen sich auch Alkohole, von den aliphatischen zumal die mehrwertigen, von den aromatischen Phenol, Kresol u. a., besonders wenn sie in Gegenwart von Aldehyden angewendet werden. Man kann die Blut oder Eiweissmassen auch zuerst durch Behandlung mit Aldehyden oder anderen gebenden Mitteln wasserfest machen und dann erst auf die oben erwähnte Weise in kolloidale Zerteilung bringen. Mitunter ist es vorteilhaft, die Dispersionsmittel mit Chlorkohlenwasserstoffen verdünnt zu verwenden. Es ist schon vorgeschlagen worden, Leimlösungen als Bindemittel für Blutpulver zu verwenden, um die Brüchigkeit der daraus gepressten Gegenstände zu vermindern (s. Höfer,"Plastische Massen"1908, S. 137/139). Vor diesem Verfahren hat das vorliegende aber den grossen Vorteil, dass als Bindemittel der in einer organischen Flüssigkeit dispergierte Eiweissstoff selbst dient. Es bilden sich aus diesen kolloidalen Eiweissdispersionen bei geeigneter Arbeitsweise zähe, nach dem Eintrocknen und Pressen völlig unlösliche Massen, die auch dem weiterhin zugesetzten, getrockneten Eiweissstoff eine hinreichende Wasserfestigkeit verleihen. Das könnte durch eine wässerige Leimlösung nicht erreicht werden. Es war auch nicht vorauszusehen, dass kolloide Dispersionen von Blutpulver, Haemoglobin, Kasein, Hefe u. dgl. in aliphatischen oder aromatischen oder chlorierten Alkoholen gegebenenfalls unter Zusatz von Chlorkohlenwasserstoffen im Gemisch mit getrocknetem Eiweisspulver als Bindemittel wirken und den daraus hergestellten Presslingen eine grössere Festigkeit und einen erhöhten Glanz verleihen würden. Durch folgende Beispiele wird das Verfahren näher erläutert : Beispiel 1 : 100 Teile getrocknetes Blut oder Haemoglobin werden mit 500-800 Teilen Dichlorhydrin in einer Kolloidmühle, Schlagmühle u. dgl. %-2 Stunden geschlagen. In dieser Zeit geht das gesamte Blut (bzw. Haemoglobin) in eine völlig klare Lösung über. Mit 100 Teilen obiger Lösung werden weitere 300-500 Teile feingemahlenes Haemoglobin gemischt. Das überschüssige Dichlorhydrin lässt man dann an der Luft oder besser unter Vacuum abdunsten (Temperatur nicht über 50 ). Die darauf nochmals zu feinem Pulver gemahlene Masse kann in erwärmten Matrizen bei 80-125 und einem Druck von 150-300 Atm. pro Quadratmeter zu beliebigen Gegenständen gepresst werden. Statt Blut kann man auch eine Mischung von Blut mit Kasein, Hefe u. dgl. verwenden. Die Wasserbeständigkeit lässt sich durch vorheriges Gerben der Blutmassen mit Aldehyden oder andern Gerbmittel bzw. durch Einwirkenlassen von Aldehyd-oder Gerbstofflösungen auf die fertiggepressten Gegenstände noch erhöhen. Im letzteren Falle ist ein erneutes Trocknen und Polieren erforderlich. <Desc/Clms Page number 2> Beispiel 2 : 100 Teile einer 35-50%igen Haemoglobinlösung in Wasser werden mit 40-60 Teilen Phenol erhitzt, bis eine Koagulation und dann wieder eine Lösung erfolgt ist. Dann werden 40-60 Teile 40% iges Formaldehyd zugefügt ; die Mischung wird nun in einer Kolloidmaschine oder schnellaufenden Schlagmühle bearbeitet, bis sie homogen geworden ist. Sie riecht noch nach Formaldehyd und nach Phenol. Hievon werden nun 50 Teile mit 70 Teilen getrockneten Blutes oder Haemoglobin gut vermengt ; das Ganze getrocknet und wie in Beispiel 1 zu beliebigen Gegenständen gepresst. Dieselben sind tiefschwarz, völlig geruchlos, sowie äusserst hart und fest und lassen sich leicht auf Hochglanz polieren. Das Verfahren kann auch insofern verändert werden, dass ein Phenol allein verwendet wird, u. zw. wie in Beispiel 1 als Dispersionsmittel. Will man helle Gegenstände anstatt schwarze haben, so muss die Blutasse u. dgl. zunächst in EMI2.1 Beispiel 1 oder 2 behandelt, beim Pressen gelbe Gegenstände ergeben. Durch Zufügen von Kaolin, Schwerspat, Kreide, Talkum u. dgl. kann man schöne, elfenbeinähnliche Töne erzielen. Auf gleiche Weise kann auch Kasein mit Dichlorhydrin oder Phenol dispergiert und nach dem Vermischen mit weiterem, getrocknetem (gegerbtem oder nicht gegerbtem) Kasein zu Gegenständen gepresst werden. Verwendet man als Ausgangsstoff Hefe allein oder mit Blut gemischt, so ist es vorteilhaft, laut Beispiel 2 zu arbeiten. Auch Fischeiweiss kann auf die gleiche Art zu schönen Gegenständen verarbeitet werden. Eine Mischung verschiedener Eiweissarten ist zulässig. Z. B. kann man auch eine Dispersion von Ka sin als Bindemittel für getrocknetes Haemoglobin verwenden usw. Hauptmerkmal des Verfahrens bleibt immer, dass ein Teil der Eiweissstoffe in einem der genannten organischen Dispersionsmittel behandelt und die dabei entstehende kolloidale Dispersion als Klebemittel für trockenes Eiweisspulver dient. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus Blut, Haemoglobin und ähnlichen Eiweissstoffen und Gegenständen aus derselben, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der getrockneten Eiweissstoffe zunächst in einem organischen Dispersionsmittel (z. B. einem aliphatischen oder aromatischen Alkohol oder Chlorkohlenwasserstoffen oder Dichlorhydrin oder ähnlichen Stoffen oder ihren Mischungen) behandelt und die dabei entstehende kolloidale Dispersion dann mit der Hauptmenge der getrockneten Eiweissstoffe gemischt wird, worauf die wieder getrockneten und pulverisierten Massen in erhitzten Formen zu beliebigen Gegenständen gepresst werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Blut-und Eiweissmassen zunächst mit einem der in Anspruch 1 angegebenen Dispersionsmittel in Gegenwart von Aldehyden behandelt werden.
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