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Vorrichtung zur Sterilisation und Desinfektion.
Im Stammpatente Nr. 139 591 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung geschützt, bei welchem durch den oben in die Sterilisationsvorrichtung eintretenden Dampf die Luft im wesentlichen lediglich durch die Unterschiede in dem spezifischen Gewicht zwischen Dampf und Luft zum Entweichen aus dem Sterilisationsbehälter gebracht und in einen gegen die Aussenluft abgeschlossenen Luftabscheideraum geleitet wird. Die Anordnung ist dabei derart gedacht, dass die einzelnen Einsätze mehr oder minder mit Abstand voneinander übereinandergestapelt in der Sterilisations-und Desinfektionseinrichtung angeordnet sein sollten.
Bei der Anordnung nach dem Stammpatente spielt der Abstand zwischen den einzelnen Einsätzen keine Rolle, wenn hier Einsätze zur Verwendung kommen, welche in ihren Mantelflächen Durchbrechungen aufweisen, so dass der Dampf auch von der Mantelseite in die Einsätze eintreten kann.
Die Erfahrung hat nun gezeigt, dass der von den Seiten oder durch die Zwischenräume zwischen den Einsätzen von unten in diese eindringende Dampf in seinem Bestreben, in den Einsätzen aufzusteigen, immer noch zur Wirbelbildung mit der in den Hohlräumen der Einsätze enthaltenen Luft führt und dass dadurch die Sterilisations-oder Desinfektionszeit wesentlich verlängert bzw. die Sicherheit dieser Vorgänge innerhalb einer bestimmten Zeit in Frage gestellt wird. Dies beruht auf der Tatsache, dass der Dampf beim Durchgang durch die Einsätze sich stets den bequemsten Weg sucht und in die Stellen des
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ist in diesem Fall dann nicht zu vermeiden, dass Luftreste vom Dampf eingeschlossen werden und durch den nach oben steigenden Dampf mit nach oben gerissen werden.
Dadurch wird das gleichmässige Fallen der Luft nach unten und der Austritt aus dem Nutzraum der Sterilisationsvorrichtung verhindert.
Anderseits ist es nun bei einem grundsätzlich andern Verfahren, nämlich einem solchen, bei welchem mit die Einsätze ständig durchströmendem Dampf gearbeitet wird, bekannt, Einsätze mit dicht geschlossenen Mänteln zu verwenden und an den Einsätzen ein besonderes Dichtungsmaterial und Dichtungsleisten vorzusehen, ohne dass irgendwelche Vorkehrung getroffen ist, das Stapeln der Einsätze übereinander in der richtigen Dichtungslage sicherzustellen. Das verwendete Dichtungsmaterial ist dabei verhältnismässig rauh und faserig und besteht z. B. aus einem asbestähnlichen Material, welches demgemäss Schmutz u. dgl. besonders leicht annimmt und festhält. Dies ist besonders nachteilig in Hinsicht auf die Tatsache, dass das Dichtungsmaterial im Bodenteil der Einsätze angeordnet ist und die Einsätze beim Gebrauch auf dem Boden abgestellt werden.
Das Dichtungsmaterial ist ferner uneben, und es besteht ferner die Möglichkeit, dass die Dichtungsflächen durch die dauernde Wärmebehandlung etwas ihre Form verändern, so dass immer eine wirksame Abdichtung in Frage gestellt ist.
Die vorstehenden Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt, indem in einer während des Sterilisations-und Desinfektionsvorganges im wesentlichen gegen die Aussenluft abgeschlossenen Vorrichtung Einsätze mit gelochten Boden-und Deckelteilen vorgesehen sind, welche einen geschlossenen Mantel und metallische Dichtungsflächen aufweisen. Dadurch wird das Eindringen von Dampf in den Zwischenraum zwischen den Einsätzen sicher verhindert, und es ist die Möglichkeit gegeben, diese Dich- tungsflächen stets sauber zu halten, so dass die Dichtung dauernd brauchbar bleibt, ausserdem den hygienischen Erfordernissen, die an einen solchen Einsatz gestellt werden, genügt wird.
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Bei einer zweckmässigen Ausgestaltung der Erfindung ist dabei Vorsorge getroffen, dass die Einsätze aufeinander bzw. auf der in der Sterilisationsvorrichtung vorgesehenen Unterlage sich stets in der richtigen Lage befinden, so dass die Dichtungsflächen auch dauernd wirksam sind.
Die Erfindung ist in den anliegenden Zeichnungen beispielsweise und schematisch veranschaulicht.
Es stellt dar : Fig. l einen lotrechten Längsschnitt durch eine Sterilisations-und Desinfektionsvorriehtung mit übereinandergestapelten Einsätzen, die Fig. 2 a bis 2 e Schnitte durch die Dichtungsteile dieser Einsätze in verschiedenen Ausführungsformen in grösserem Massstab, Fig. 3 und 4 teilweise Längsschnitte durch den Unterteil des Innenbehälters der Sterilisationsvorrichtung mit Zentriermitteln am Behälter bzw. an den Einsätzen, die Fig. 5 und 6 Querschnitte durch den Innenbehälter der Sterilisationsvorrichtung mit andern Zentriervorrichtungen am Einsatz bzw. am Behälter, Fig. 7 eine Ansicht und teilweisen lotrechten Längsschnitt durch eine Sterilisationsvorrichtung einer etwas andern Bauart, Fig.
8 einen Querschnitt durch den Oberteil einer Sterilisationsvorrichtung nach einer weiteren Ausführungform (mit Einzeletagen), Fig. 9 einen Schnitt nach der Linie IX-IX der Fig. 8.
In der Zeichnung bedeutet 1 den Innenbehälter eines Sterilisations-oder Desinfektionsapparates, 2 den Aussenbehälter, bei 3 ist eine elektrische Heizpatrone angedeutet, 4 ist ein Luftableitungsrohr, durch welches Luft in einen Luftabscheideraum aus dem Innenbehälter 1 abgeleitet wird. 5 ist der Deckel des Desinfektionsapparates. Mit 6 sind drei in dem Innenbehälter 1 übereinandergestapelte Einsätze für das Sterilisationsgut angedeutet. Bei 7 ist der gelochte Boden-und bei 8 der gelochte Deckelteil der Einsätze gezeichnet. 9 veranschaulicht den geschlossenen Mantel.
Bei der Ausführungsform nach der Fig. 2 a sind die metallischen Dichtungsflächen als ebene Ring- flächen 10 und 11 gezeichet. Bei der Ausführungsform nach der Fig. 2b bestehen die metallischen Dichtungsflächen aus mehreren Einzelteilen, deren wesentlichster ein Ringwulst 12 ist, welcher in eine Vertiefung 13 eingreift. Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 e ist ein Ringwulst 14 vorgesehen, welcher in eine entsprechende Vertiefung 15 eingreift. Daneben sind noch ebene Dichtungsteile 16, 17 vorgesehen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 d sind verschiedene konzentrische Ausbuchtungen 18 in dem Bodenblech des Einsatzes vorgesehen, welche entweder in entsprechend geformte Auspressungen im Deckelteil des Einsatzes eingreifen oder bei einer besonders einfachen Ausführungsform sich auf eine ebene Ringfläche 19 im Deckelteil des andern Einsatzes aufsetzen.
Bei sämtlichen Ausführungsformen ist Vorsorge getroffen, dass die metallischen Dichtungsflächen beim Aufsetzen des Einsatzes auf den Boden nicht mit diesem in Berührung kommen und beschmutzt und beschädigt werden können. Dies wird bei den Ausführungsformen nach Fig. 2 a und 2 b durch vorspringende Ringwulste 20 bewirkt.
Bei den Ausführungsformen nach den Fig. 2 e und 2 d ist für diesen Zweck ein unter die Unterkante
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gesehen.
Bei den Ausführungsformen nach den Fig. 2 a und 2 b wird durch die Teile 20 gleichzeitig eine Zentrierung der einzelnen Einsätze aufeinander bewirkt, so dass die metallischen Dichtungsflächen auch stets zwangläufig in die richtige Lage übereinander kommen. Bei der Ausführungsform nach den Fig. 2 c und 2 d ist eine solche Zentrierung möglich, wenn der Blechring 21 an seiner Unterkante ausgebaucht oder konisch geformt wird, wie bei 22 angedeutet.
Bei den Ausführungsformen nach den Fig. 2 a bis 2 a ! wird ein dampf dichter Abschluss dadurch erzielt, dass zwischen den metallischen Dichtungsflächen Kondenswasser, sei es auch nur in Form einer dünnen Wasserhaut, vorhanden ist.
Bei der Ausführungsform nach der Fig. 2e sind Dichtungsflächen und Zentriermittel vereinigt, indem durch einen konischen Ringwulst 23 konische Dichtungsflächen geschaffen sind, welche sich gegen entsprechende konische Dichtungsflächen 24 und 25 an dem Deckelteil des andern Einsatzes legen.
Diese Dichtungsflächen liegen dabei höher als die Unterkante 26 am Unterteil des Einsatzes, so dass beim Aufstellen des Einsatzes auf den Boden auch hier die Dichtungsflächen nicht so leicht beschädigt werden können,
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 sind für den untersten Einsatz 6, dessen richtiges Aufsetzen auf die Dichtungsflächen besonders schwierig ist, weil das Aufsetzen von oben nicht erkannt und beurteilt werden kann, besondere Führungsglieder 27 vorgesehen, welche den Bodenteil des Einsatzes mit seinen Dichtungsflächen auf die Dichtungsfläche 28 einer in dem Innenbehälter 1 vorgesehenen Unterlage 29 aufleiten. Die metallische Dichtungsfläche 28 ist ähnlich gestaltet wie die Dichtungsflächen im Oberteil der Einsätze.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist im Unterteil der Einsätze 6 zur Zentrierung dieser Einsätze ein aus der Wandung des Einsatzes vorstehender Teil, z. B. Ringwulst 30, vorgesehen, der sich natürlich nicht über den ganzen Umfang zu erstrecken braucht, sondern auch aus-einzelnen Teilen bestehen kann.
Bei der Ausführungsform nach Fig.'5 sind an den Einsätzen Führungselemente, z. B. lotrecht verlaufende Ansätze 31, vorgesehen, welche beim Einsetzen des Einsatzes in den Innenbehälter 1 die Zentrierung bewirken. Bei der Ausführungsform nach der Fig. 6 sind an der Wandung des Innenbehälters 1 als Führungsglieder lotrecht verlaufende Leisten 32 vorgesehen. Das Gewicht der übereinandergestapelten
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Einsätze mit ihrem Inhalt wird für gewöhnlich genügen, um einen dampfdichten Abschluss mit Hilfe der metallischen Dichtungsflächen herzustellen. Für besondere Fälle kann noch ein Druckglied vorgesehen werden, durch welches die Einsätze mit ihren Dichtungsflächen aufeinandergepresst werden.
Ein solches Druckglied ist in Fig. 1 in Gestalt einer Schraubenspindel 33 mit Druekstüek M und Handrad 35 angedeutet.
Während bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen nur eine Stapelreihe von Einsätzen verwendet wird, zeigt die Fig. 7 einen Sterilisationsapparat mit mehreren Stapelreihen von Einsätzen.
In Fig. 7 bedeutet 36 den Behälter eines Autoklaven, dessen Innerem durch ein Rohr 37 Dampf zugeführt werden kann. 38 ist der Boden des Autoklaven, während 39 den Deckel mit einem entsprechenden Verschluss 40 veranschaulicht. Am Grunde des Behälters 36 ist eine hohle Unterlage 41 mit entsprechenden Öffnungen 42 für die Lagerung der Einsätze vorgesehen, und ein Rohr 43 dient zur Abführung der Luft aus der hohlen Unterlage 41. Wie aus dieser Figur ersichtlich, sind hier zwei Reihen von übereinandergestapelten Einsätzen 44 und 45 hintereinander angeordnet.
Die Einsätze 44 und 45 haben, wie vorbesehrieben, ebenfalls einen geschlossenen Mantel und metallische Dichtungsflächen am Boden-und Deckelteil, so dass ein Eindringen des Dampfes in die Einsätze nur durch den Deckelteil des obersten Einsatzes stattfinden kann, wie durch die Pfeile Aangedeutet. Druckglieder 46 von ähnlicher Beschaffenheit wie das Druckglied 33 bis 35 können ebenfalls vorgesehen sein. Die Unterlage 41 kann auch teilweise herausziehbar ausgebildet sein. In diesem Fall kann die Verbindung mit dem Abscheidegefäss entweder durch einen biegsamen Schlauch oder durch eine lösbare Kupplung mit dieser Leitung in der eingeschobenen Stellung hergestellt werden.
Bei einer andern Ausführungsform von solchen Sterilisationsvorrichtungen sind in einem Behälter 47 mehrere Etagen übereinander fest eingebaut, in denen hohle Unterlagen 48 mit entsprechenden Öffnungen 49 vorgesehen sind. Dadurch werden einzelne voneinander getrennte Räume geschaffen, in welche durch Rohre 50 Dampf eingeleitet wird, während die abgeschiedene Luft durch die hohlen Unterlagen und Rohre 51 nach dem Abscheideraum entweichen kann. Hier liegt nun die Aufgabe vor, beim Einschieben der kastenförmigen Einsätze 52 diese so in den Etagen zu verteilen, dass die gelochten Boden- teile der Einsätze auch richtig über die Öffnungen 49 zu stehen kommen. Zur Erleichterung des Einführens dieser Einsätze sind erfindungsgemäss Führungsbleche, z. B. Führungsleisten 35, vorgesehen.
Bei solchen Sterilisationsvorrichtungen kann nun der Fall eintreten, dass nicht alle Öffnungen 49 durch Einsätze besetzt werden können, weil nicht genügend Einsätze zur Besetzung im Augenblick zur Verfügung stehen.
Dadurch würden aber die vorstehend geschilderten Vorteile, die mit der Abdichtung durch metallische Dichtungsflächen der Einsätze verbunden sind, vollständig illusorisch gemacht, indem dem Dampf Gelegenheit geboten würde, irgendwie wieder in Gegenstrom mit der nach unten abziehenden Luft zu treten und dadurch das Abziehen der Luft zu verlangsamen. Für diesen Zweck kann folgende Vorkehrung
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Die Einrichtung ist dabei so getroffen, dass beim Herausziehen der Einsätze die Verschlussplatte durch ihr eigenes Gewicht wieder in die Verschlusslage gelangt.
Versuche mit dem Erfindungsgegenstand mit genauen Temperaturmessungen an 20 Messstellen haben gezeigt, dass bereits nach 15 Minuten nach Erreichung der 1000 C-Grenze an allen Stellen im Innern der Einsätze die vorgeschriebene Temperatur von 1200 C erreicht war, während bei vergleiehsweisen Versuchen unter sonst völlig gleichen Bedingungen an bisher gebräuchlichen Vorrichtungen ein völliger Temperaturausgleich im Innern der Einsätze und eine Erreichung der Temperatur von 1200 C erst nach 35 Minuten festgestellt werden konnte.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung nach Patent Nr. 139 591, dadurch gekennzeichnet, dass die gelochte Boden-und Deckelteile aufweisenden Einsätze mit metallischen umlaufenden Dichtungsflächen ausgestattet sind, mittels welcher sie entweder einzeln oder mehrere übereinander auf die Luftabzugsöffnung der Unterlage aufgesetzt werden können.