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Mehrkammerige Spundvorrichtung für Lagergefäße Zum Einstellen des
Gärdruckes in Nachgärbehältern ist ein mehrkarnmeriger Regulierspund bekannt, der
eine zylindrische Form hat und mit einem Flachgewinde in den Gärbehälter, z. B.
in ein Lagerfaß für Bier, eingeschraubt wird. Dieser aus Metall gegossene Regulierspund
ist durch zwei sich kreuzende Wände in vier Kammern eingeteilt, die durch Kanäle
miteinander in Verbindung stehen. Eckfüllungen zwischen diesen Wänden und der hohlzylindrischen
Umfangswand umschließen Gaskanäle, in welche das Gas (Kohlensäure) unter dem aufgeschraubten
Deckel einströmt und aus denen es über dem Spundboden ausströmt. Vor dem ersten
Gaskanal ist ein Gaseinführungskanal vorgeschaltet, in den dicht unterhalb des Einschraubgewindes
das im Faß entwickelte Gas ein- und durch eine Wandöffnung unter dein Schraubdeckel
in den Gaskanal der ersten Kammer ausströmt. Die in der ersten Kammer rasch aufsteigenden
Gasblasen reißen das Wasser bis hoch über dessen Spiegel mit, und das den geplatzten
Blasen entströmende Gas wird unter dem Deckel in den Gaskanal der zweiten Wasserkammer
hineingedrückt, um auch :aus diesem das Wasser zu verdrängen und schließlich aus
dessen Bodenmündung in die zweite Wasserkammer auszuströmen. Derselbe Vorgang wiederholt
sich in der dritten und vierten Kammerabteilung. Aus der vierten Kammer tritt das
Gas schließlich ins Freie. Dieser Reguliersund hat eine Reihe von Nachteilen. In
erster Linie kann er mit Rücksicht auf das Einschrauben in die gewölbte Faßwand
nicht so dick ausgeführt werden, -daß mehr als vier Kanal- bzw. Wasserabteile in
ihm Platz fänden. In zweiter Linie kann er nicht beliebig lang gemacht werden, weil
er sonst am Unterteil der Wand niederer Behälter oder Fässer vor dem Einschrauben
anstoßen würde. Macht man ihn aber nur so lang, daß er zur Aufnahme von 6o cm tiefen
Wassersäulen geeignet ist, deren Spiegel etwa in Höhe des unteren Gewindeendes liegt,
so eignet er sich nur für einen Gasüberdruck -von o,24 Atm. im Behälter oder Faß.
Meist muß aber einem größeren
Gasüberdruck das Gleichgewicht gehalten
werden. Der Widerstand dieses Regulierspundes genügt also den meisten praktischen.
Anforderungen nicht. Außerdem arbei ety dieser Regulierspund nicht zuverlässig.
B' plötzlich auftretender stürmischer Gaserit-Wicklung im Behälter wird nämlich,
wenn die Eintrittsöffnungen zu den Gaskanälen nicht hoch genug über dem Wasserspiegel
liegen, von dem in den Kammern stürmisch aufbrausenden Gas Wasser von der ersten
in die zweite Kammer usw. mitgerissen, um schließlich aus der ins Freie mündenden
Mündung der vierten Kammer auszuspritzen. Der Wasserstand wird dann immer niedriger
und der Widerstand entsprechend geringer. Je-. denfalls erfordert dieser Regulierspund
eine häufige Überwachung seines Wasserstandes, weil bei zu niederem Wasserstand
das Gas viel zu rasch aus dem Behälter entweicht und die Gärung darunter leidet.
Einem solchen Mitreißen von Absperrwasser von Kammer zu Kammer könnte man zwar durch
entsprechende Erhöhung des über das Faß emporragenden Spundteiles bis auf mindestens
So cm vorbeugen. Der Spund würde dann aber etwa 120 cm lang werden, so daß man ihn
in das Faß nur in Kellern einschrauben könnte, deren Decke mindestens r5o cm über
den vielfach sehr hohen Lagerfässern liegt. In nicht so hohen Kellern ist der Spund
nicht verwendbar. Weiterhin bringt dieser Regulierspund die Gefahr des Verstopfens
durch aus der Gärflüssigkeit aufschäumende Massen, die sich schon in dem Knie des
Einströmkanals festsetzen könnten.
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Vorliegende Erfindung bezweckt daher die Ausbildung einer ebenfalls
aus hintereinandergeschalteten Kanalkammerabteilen bestehenden Vorrichtung zur Bestimmung
des Gärdruckes in Gärbehältern, derart, daß sie für höhere Gasüberdrücke ausreicht,
eine selbsttätige Entleerung der Wasserkammern hintanhält und trotzdem so niedrig
ist, - daß sie an jeder Faßstirnwand angehängt oder sonstwie im Gärkeller aufgestellt
und wegen ihres geringen Gewichtes leicht von Ort zu Ort getragen werden kann.
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Die Erfindung besteht nun darin, daß in jede Kammer zwischen ihrer
Einfüllöffnung und der oberen Gasübertrittsöffnung mindestens ein dachförmiger Prallwiderstand
eingebaut ist. Dieser fängt das von den Gasblasen über dem Wasserspiegel hochgerissene
Wasser teilweise ab und bringt die Gasblasen zum Platzen; deren Gas, durch den Widerstand
etwas behindert, durch die Poren strömen kann. Das hierbei mitgerissene Wasser fließt
auf der dachförmigen Oberfläche des Prallwi.derstandes wieder ab und durch vorzugsweise
in den Kammerecken angebrachte größere Ablauflöcher in das Absperrwasser zurück.
Sollte mitgerissenes Wasser über den tuntersten Prallwiderstand hochspritzen, so
'läßt sich durch Anordnung eines zweiten brallwiderstandes über dem ersten ein Hochspritzen
bis zum übertrittSloch sicher hintanhalten. Ein selbsttätiges Entleeren der Wasserkammern
wird schon wirksam verhindert, wenn die Kammern nur etwa 16 bis 2o cm über ihren
Wasserspiegel emporreichen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der neuen Vorrichtung
veranschaulicht.
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Abb. r zeigt dieselbe im lotrechten Schnitt nach A-B der Abb. z -und
Abb. 2 im waagerechten Schnitt nach C-D der Abb. r.
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In einem Blechkasten a mit Boden b und Decke c sind
durch eine mittlere Längswand d und drei Querwände facht Wasserkammern
r bis 8 abgeteilt. Auf der ersten Wasserkammer sitzt der Einströmstutzen g, auf
welchen zweckmäßig ein Gasdruckmesser la aufgeschraubt ist. Unten an diesen Stutzen
schließt sich das erste Gasrohr z' an, das dicht über dem Boden b ausmündet. Das
zweite Gasrohr 2' greift wie alle folgenden Gasrohre 3' bis 8' mit seinem abgewinkelten
oberen Ende in die vorausgehende Wasserkammer zurück. Aus der letzten Wasserkammer
8 entweicht das Gas durch das Ausströmrohr i ins Freie. In Wasserstandshöhe
h angeordnete Einfüllöcher m sind durch Schraubstöpsel n abgeschlossen. Erfindungsgemäß
ist zwischen den Einfüllöffnungen m und den Gasübertrittsöffnungen o in jeder Kammer
mindestens ein dachförmiger Prallwiderstand p angeordnet, dessen Ablauföffnungen
q vorzugsweise auf die Kammerecken verteilt sind. Diese Prallwiderstände können
aus Siebblech oder Drahtgewebe bestehen. Reicht ein Prallwiderstand zur Hintanhaltung
des Mitreißens von Absperrwasser von Kammer zu Kammer nicht aus, so wird in passendem
Abstand über der ersten Prallwand p eine zweite Prallwand r mit engeren Durchtrittsöffnungen
oder -poren angeordnet.
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Sind die Schraubstöpsel st z. B. So cm vom Boden b entfernt,
die Wassersäulen also So cm tief, so ergibt sich bei den beispielsweise dargestellten
acht Wasserkammern eine Gesamttiefe aller Wassersäulen von q. Metern. Diese Gesamtwassersäule
hält einem Gasüberdruck von 0,4 Atm. im Gärbehälter das Gleichgewicht. Dazu kommen
noch die Widerstände, welche die engen Durchtrittslöcher q oder Durchtrittsporen
der Prallwiderstände p und r dem Gasdurchtritt entgegensetzen. Die Vorrichtung hält
also praktisch einem Gasüberdruck von über 0,4 Atm. stand. Da dabei die Kastendecke
c nur t6 bis 20 cm über den
Einfüllöchern m zu liegen braucht,
ergibt sich eine Gesamthöhe von nur 66 bis 7o cm und bei der beispielsweise erwähnten
Kammerbreite von q. cm eine Gesamtbreite von 16 cm sowie eine Gesamtdicke
von 8 cm. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Gesamthöhe um z. B. ro cm verringert
werden kann, wenn nur Gasüberdrücken @ von 0,32 Atm. das Gleichgewicht gehalten
werden soll. Ein so kleiner Kasten läßt sich leicht tragen und, sofern er nicht
an einer Faß- oder Gärbehälterwand aufgehängt werden soll, überall auch in niedrigen
Gärkellern aufstellen.