AT142236B - Verfahren zum Verspinnen von Viskose. - Google Patents

Verfahren zum Verspinnen von Viskose.

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AT142236B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Verfahren zum Verspiulen von Viskose.   



   Beim Versuch, normal gereifte oder ungereifte Viskose unter Verwendung von Wasser als erstes
Fällbad zu verarbeiten, gelingt es nicht, störungsfrei Fäden von den für einen guten   Kunstseidefaden   erforderlichen Eigenschaften zu erhalten. Diese Schwierigkeit zeigt sich im ganzen normalen Reife- gebiet der Viskose, also von hohen Salzpunkten bis zum niedrigsten   gebräuchlichen Salzpunkt.   



   Es hat sieh nun gezeigt, dass man Viskose z. B. im Spinntrichter unter Verwendung von Wasser als erstes Fällbad störungsfrei verspinnen kann, wenn man solche Viskose verwendet, die in ihrer Reife den für die Viskoseverarbeitung niedrigsten gebräuchlichen Salzpunkt 0'1-0'2 unterschritten hat. 



   Von der Erreichung des niedrigsten, nach den bisher üblichen Messmethoden feststellbaren Reifezustandes bis zur Selbstkoagulation der Viskose verstreichen bei normaler Temperatur noch einige Tage, wobei der in dieser Zeit zunehmende Reifezustand der Viskoselösungen sich genau verfolgen und zeitlich festlegen lässt. Der Selbstkoagulationspunkt tritt im allgemeinen bei einer Reifetemperatur von   20    zwischen vier und sieben Tagen nach dem Erreichen des Salzpunktes   0'l-0'2   ein. 



   Es steht nichts im Wege, den Abbau des Xanthogenatmoleküls durch Temperaturerhöhung zu beschleunigen. 



   Beim Spinnen in dem Intervall zwischen dem Salzpunkt   0'1-0'2 und   dem Selbstkoagulationspunkt (der natürlich vermieden werden muss) ist die Viskose bereits derart weit abgebaut, dass man zu ihrer Koagulation Wasser allein oder ungewöhnlich stark verdünnte Elektrolytlösung verwenden kann. 



  Die Koagulation kann entweder im Spinntrichter oder in offenen Bädern erfolgen. Die Koagulation kann auch   nachträglich   mit stark verdünnten Säure--und oder Salzlösungen vervollständigt werden. 



  Der Wasserverbrauch ist gering ; er beträgt etwa   m3 kaltes   Wasser pro Kilo Seide. 



   Nach dem Verfahren, dem beliebig abgebauter, vorteilhaft aber wenig abgebauter Zellstoff unterworfen werden kann. lässt sich jeder Titer spinnen. Die Spinngesehwindigkeit kann 80 m und mehr pro Minute betragen ; insbesondere kann bei Erhöhung der Wassertemperatur die Abzugsgesehwindigkeit vergrössert werden. Dasselbe ist beim Spinnen mit kaltem Wasser im Falle der Verwendung von ungewöhnlich langen Fällbadlängen (Trichtern) erreichbar. 



   Der aussergewöhnlich labile Zustand des Viskosemolekiils in der Nähe des Selbstkoagulationspunktes und der zur vollen Zersetzung des stark abgebauten Xanthogenatmoleküls nötige nur geringe chemische Eingriff bewirkt, dass das bei der Ausfällung der Cellulose ausgeschiedene Fadenmaterial dem nach dem Kupferseideverfahren gewonnenen Material sehr   ähnlich   ist. Die Ausfällung erfolgt zweckmässig im Spinntrichter. Der Griff des Fadenmaterials ist weich, die Querschnitte sind rund, also ähnlich denen von Kupferseide, die Festigkeit schwankt zwischen 140-200 g pro 100 Deniers, die Dehnung zwischen 12 und   20%   und mehr.

   Die Anfärbbarkeit des Materials ist mindestens so stark substantiv wie diejenige von normaler Kupferseide, der Griff weich, warm und   wollig, also auch   in dieser Beziehung dem Kupferseidematerial ähnlich. 



   Beispiele : 
 EMI1.1 
 drei Tage bei 200 aufbewahrt wurde, tritt unter einem Druck von   8'i)   Atm. durch einen Spinnkopf mit 92 Löchern (Einzel-Lochdurchmesser etwa   0'8 mm) in   einen Spinntrichter ein, durch den ein langsamer 

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 Wasserstrom von   200 fliesst.   Es findet eine normale Koagulation statt. Der gebildete Faden wird nach dem Verlassen des Trichters über eine Rolle oder Stange umgelegt und durch eine Rinne geleitet, durch die eine verdünnte Säure-und (oder) Salzlösung fliesst. Beispielsweise kann eine   3Yz%ige Schwefel-   säure verwendet werden, in der 6% Natriumsulfat gelöst sind. Die Lösung kann unter Konstanthaltung ihrer Zusammensetzung und Konzentration im Kreislauf verwendet werden.

   In   %-l   tu Entfernung von dieser Rinne erfolgt das Haspeln. Der Abzug beträgt 80 m pro Minute. Das gesponnene Material (Titerstärke 140) wird dann normal nachbehandelt. Der Faden ist stark substantiv in der Anfärbung, hat einen runden Querschnitt und ist im Griff weich. 



   2. Viskose wie in Beispiel 1 wird im Spinntriehter mit einer wässrigen Lösung von   0'5% Na2S04   
 EMI2.1 
   triehters   in üblicher Weise umgelegt und durch ein Bad, das   10% Schwefelsäure   und   3% Natrium-   sulfat enthält, geführt. Die Stoffzufuhr, der Abzug und die übrigen Spinnbedingungen werden so gewählt, dass ein Einzeltiter von   1'3   gebildet wird. Der erzielte, schön geschlossene Faden hat einen runden Querschnitt des Einzelfadens und eine Trockenfestigkeit von 203   9   pro 100 Deniers bei 14'6% Dehnung. 



  Er besitzt die   färberischen   Eigenschaften der Kupferseide. 



   3. Viskose mit   7'50   Zellstoffgehalt, die nach Erreichung des normalen Salzpunktes   0#1   noch drei Tage bei   200 C   aufbewahrt wurde, wird unter einem Druck von   8'5   Atm. aus einem Spinnkopf mit 90 Löchern von   0-8 mm Düsenöffnung   in einem Spinntrichter versponnen, durch den ein langsamer Wasserstrom von 14  C fliesst. Die pro Minute zugeführte Menge Viskoselösung wird derart reguliert, dass bei einem Abzug von 40 m pro Minute ein Einzelfadentiter von   0'47   entsteht. Nach dem Verlassen 
 EMI2.2 
 
4.

   Viskose mit 7'5% Zellstoffgehalt, die nach Erreichung ungefähr des Salzpunktes   0'2   noch zwei Tage bei   200 C aufbewahrt wurde,   tritt unter sonst gleichen Verhältnissen wie in Beispiel 1 in einen Spinntrichter ein, durch den ein langsamer Strom einer   0'06%igen Schwefelsäure   fliesst, die ausserdem 0'5% Natriumsulfat enthält. Die Spinngesehwindigkeit beträgt 52 m/min. Das Nachbad besteht aus 14%   X"SO,   und   28% NaSO4. Die   Temperatur beider Bäder beträgt   20-5  C.   Der Faden hat dieselbe Eigenschaften wie ein nach Beispiel 1 hergestellter Faden bei einer Festigkeit (pro 100 Deniers) : Dehnung wie 187 :   12#8.   Der Einzeltiter beträgt   1'25   Deniers.

   Frisches Fadenmaterial in nassem Zustand zum Zwecke der Trocknung mit einem   Wasserverdrängungsmittel,   beispielsweise Alkohol, behandelt, gibt ein Material von wolligem Griff. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Verspinnen von Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass man Viskose verwendet, die in ihrer Reife den für die Viskosenverarbeitung niedrigsten gebräuchlichen   Salzpunkt     0'l-0'2   unterschritten hat.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koagulation der Viskose in einem Spinntrichter eingeleitet oder vollendet wird.
    3. Verfahren gemäss den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als erstes Koagulationsbad Wasser verwendet wird. EMI2.3
AT142236D 1933-10-11 1934-09-26 Verfahren zum Verspinnen von Viskose. AT142236B (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE747489C (de) * 1942-05-26 1945-01-11 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen hohlen Faeden aus Viskose
DE842998C (de) * 1941-12-17 1952-07-03 Basf Ag Verfahren zum Verspinnen von Viscose
DE966577C (de) * 1951-05-12 1957-09-19 Onderzoekings Inst Res Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gebilden, wie Faeden, Fasern, Filmen oder Folien, aus zinkhaltiger Viscose

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DE966577C (de) * 1951-05-12 1957-09-19 Onderzoekings Inst Res Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gebilden, wie Faeden, Fasern, Filmen oder Folien, aus zinkhaltiger Viscose

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