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Verfahren zur Herstellung haltbarer Aeridinsalzlösungen.
Lösungen, welche Salze des 3'6-Diaminoacridins oder des 3'6-Diamino-10-alkylaeridiniums oder Doppelverbindungen der genannten Salzarten enthalten, zeigen nach längerer Lagerung bei Zimmertemperatur eine feine schwarze Ausscheidung. Erhitzt man eine 1% igue Lösung der genannten Stoffe 20 Stunden auf 100 , so tritt dieser Vorgang rascher auf, und es setzt sich beim Erkalten ein feiner schwarzer Schlamm ab, der bei erneutem Erwärmen sich nicht wieder löst. Durch diese Probe ist ein Testverfahren gegeben, das gestattet, die Haltbarkeit der Lösungen in kurzer Zeit festzustellen. Die genannten Ausscheidungen müssen vermieden werden, da sie eine gefahrlose Injektion zweifelhaft machen.
Es wurde gefunden, dass man durch Zusatz reduzierender Stoffe, wie z. B. Natriumbisulfit, Natriumhydrosulfit usw., Lösungen der oben erwähnten Substanzen herstellen kann, die selbst nach 3tägigem Erhitzen auf 1000 keine Ausscheidung zeigen. Die Menge der hiezu nötigen Zusätze ist ausserordentlich gering. So genügt zur Stabilisierung von einem Mol der genannten Salze schon 1/40 Mol Natriumbisulfit.
Die therapeutische Verwendungsfähigkeit des Produktes wird in keiner Weise durch die Zusätze beeinflusst.
Man hat bereits Kohlenhydrate vom Typus der Aldehydalkohole auf 9-Aminoacridin zur Einwirkung gebracht und dabei Kondensationsprodukte aus einem Mol Aldehydalkohol und einem Mol der 9-Aminoacridinverbindung erhalten. Die Kondensationsfähigkeit der 9-Aminoaeridine ist offenbar durch die Aminogruppe in der 9-Stellung bedingt. Bei der nach dem vorliegenden Verfahren erfolgenden Einwirkung von Reduktionsmitteln auf 3'6-Diaminoacridinverbindungen wird, abgesehen von der Vermeidung des Auftretens von Niederschlägen, eine Veränderung dieser Verbindungen nicht bewirkt. Die Kohlenhydrate vom Typus der Aldehydalkohole, die vielfach auch eine reduzierende Wirkung ausüben, sind als Reduktionsmittel für das vorliegende Verfahren nicht geeignet.
Beispiel 1 : 1000 Raumteile einer 5%igen Lösung der Doppelverbindung 3'6-Diaminoacridin- hydrochlorid-3'6-Diamino-10-methylacridiniumchlorid werden mit 0'5 Gewichtsteilen Natriumbisulfit versetzt. Nach 24 Stunden wird die Lösung noch einmal filtriert und ist nun absolut klar und haltbar.
Beispiel 2 : 1000 Raumteile einer 6% igen Losung der Doppelverbindung 3'6-Diaminoacridin- hydrochlorid-3'6-Diamino-10-methylacridiniumchlorid werden mit einem Gemisch von 0'5 Gewichtsteilen Natriumbisulfit und 0'5 Gewichtsteilen Natriumsulfit versetzt. Nach 24 Stunden wird die Lösung noch einmal filtriert. Auch nach 3tägigem Erhitzen der Lösung auf 1000 zeigen sich keine Ausscheidungen.
Beispiel 3 : 1000 Raumteile einer 5% igen Losung der Doppelverbindung 3'6-Diaminoacridin- hydroehlorid-3'6-Diamino-10-äthylaeridiniumehlorid werden mit 0'ss Gewichtsteilen Natriumbisulfit versetzt. Nach Filtration ist die Lösung gebrauchsfertig und ebenso stabil wie die Lösungen der andern
Beispiele.
Beispiel 4 : 1000 Raumteile einer l% igen Losung von 3'6-Diamino-10-methylaeridiniumchlorid werden mit 0-2 Gewichtsteilen Natriumhydrosulfit versetzt. Nach 24 Stunden wird die Lösung noch einmal filtriert.
Man kann auch so verfahren, dass man die Aeridin-bzw. Aeridiniumsalze mit den entsprechenden Mengen der reduzierenden Mittel in Substanz mischt. Auch solche Mischungen bleiben nach der Auflösung klar und haltbar.
Beispiel 5 : 1000 Gewichtsteile einer 5% igen wässrigen Losung der Doppelverbindung 3'6-Diamino- , 10-methylacridiniumchlorid-3. ss-Diaminoacridinhydrochlorid die durch Zusatz von Glukose isotoniseh eingestellt worden ist, werden mit 0-75 Gewichtsteilen Acetonbisulfit versetzt. Nach Filtration ist die
Lösung gebrauchsfertig.
Diese stabilisierte Lösung ist unbeschränkt haltbar, während die Ausgangslösung nach kurzer Zeit vor allem im Licht schwarze Ausscheidungen zeigt. Auch Acridinsalzlösungen, welche zu besonderen Zwecken Zusätze wie Natriumehlorid, Glyzerin, Pyridin, Methylenblau oder andere Stoffe enthalten, können auf die gleiche Weise haltbar gemacht werden.
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