AT128998B - Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form.

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  Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form. 



   Es sind bereits eine Anzahl von Verfahren bekannt, um aus   weiblichen innersekretorisehen Organen   physiologisch wirksame Stoffe in mehr oder weniger   hochgereinigter   Form zu gewinnen. Aber auch die reinsten bisher erhaltenen Produkte konnten, ungeachtet ihrer ziemlich konstanten   Zusammensetzung   und ihren wohldefinierten, chemischen und physikalischen Eigenschaften, nicht mit Sicherheit als chemische Individuen angesprochen werden. 



   Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun ein Verfahren, welches die Isolierung eines neuen Hormons aus weiblichen, innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form als wohldefinierte Verbindung gestattet. 



   Als Ausgangsmaterial für das Verfahren dienen vorgereinigte Extrakte aus weiblichen innersekretorischen Organen. Zur Reinigung werden in bekannter Weise Phosphatide, Cholesterin, Cholesterinester, Fette sowie die freien Fettsäuren entfernt, letztere   zweckmässig   durch Fällung mit fettsäurefällenden Mitteln, insbesondere durch Behandlung mit Salzen von Schwermetallen oder alkalischen Erden in solchen 
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 produkte haben sieh insbesondere neutrales oder schwach   ammoniakalisehes   Bleiacetat sowie Acetate alkalischer Erden in methylalkoholischer Lösung bewährt. 



   Das neue Verfahren besteht nun darin, dass man das von Metallseifen und überschüssigen Metallsalzen sowie vom Lösungsmittel befreite Extrakt in Petroläther aufnimmt und zur Entfernung von Resten in Petroläther   löslicher     Metallseifen   ungesättigter Fettsäuren minder Lösung eines Elektrolyten behandelt, dessen Kationen mit diesen Säuren und dessen Anionen mit dem in Petroläther gelösten Kation,   z.   B. Blei, in Petroläther unlösliche Salze geben, wie   z.   B. Kalium-oder Natriumsulfat, Silbernitrat. Auf diese Weise erhaltenes   hochkonzentriertes   Hormon kann noch einer weiteren Reinigung unterzogen werden. Letztere erfolgt zweckmässig nach folgenden zwei Weisen :
1.

   Man konzentriert die Lösung des Hormons in einem passenden, absoluten Lösungsmittel,   z.   B. trockenem Äther, und friert die Lösung bei sehr niedriger Temperatur (zweckmässig   unterhalb-50')   aus, wobei die wirksame Substanz sich kristallinisch abscheidet.   Gewünschtenfalls   kann man dieselbe aus Äther od. dgl. in der Kälte umkristallisieren. 



   2. Man führt das Hormon in einem organischen Lösungsmittel, vorzugsweise Äther oder Eisessig, mittels Brom in sein Dibromid über, woraus durch Entbromung, vorzugsweise mit verkupferten oder amalgamiertem Zinkstaub das Hormon in reiner Form gewonnen werden kann. 



   Die neue Substanz ist schwach hellgelb gefärbt und unter   0  kristallinisch.   Die Elementaranalyse und Molekulargewichtsbestimmung verweisen auf die Formel   CHOg. Sie   ist das Lakton einer Oxysäure mit einer Doppelbindung zwischen dem 12. und 13. Kohlenstoffatom, was sowohl die Oxydation 
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Es gibt folgende Reaktionen :

  
Reaktion von Cocking und   Price........................................   negativ
Reaktion von   Raspail und Pettenkofer.................................. positiv  
Reaktion von   Fearon..................................................   negativ
Die Chloroformlösung gibt mit Schwefelsäure und Essigsäureanhydrid eine   Rotfärbung, welche   schnell in eine bleibende Braunfärbung übergeht
Durch Behandlung der Substanz mit Thionylchlorid und Hydrazinhydrat erhält man einen in feinen Nadeln kristallisierten Körper vom Schmp.   104'5 , welcher   als dimolekulares Hydrazid mit einer Ätherbrücke aufgefasst wird. Ihm kommt die Formel   C32H6603N4   zu. 



   Von der in der Patentschrift Nr. 75154 beschriebenen, durch Vakuumdestillation gereinigten wirksamen Substanz aus weiblichen, innersekretorischen Organen unterscheidet sieh das Produkt des vorliegenden Verfahrens in mehrfacher Hinsicht,   u.     a.   durch seinen niedrigeren Kohlenstoff-und seinen höheren Wasserstoff-und Sauerstoffgehalt und durch seine optische Aktivität. 



   Das neue Hormon bewirkt in geringen Dosen starke Vergrösserung der weiblichen Sexualorgane und Auslösung der Brunst bei kastrierten Tieren. Es soll zu therapeutischen Zwecken verwendet werden. 



   Beispiel :
Entblutete Placenta wird getrocknet und mit Benzol oder einem andern Lösungsmittel, z. B. 



  Alkohol, extrahiert. Das Lösungsmittel wird hierauf   möglichst   abdestilliert und der Rückstand mit 

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Aceton aufgenommen. Die   Acetonfällung   wird filtriert und mehrmals mit Aceton aufgekocht. Die Filtrate werden hierauf mit dem Hauptfiltrat vereinigt, worauf man die acetonige Lösung in die Kälte stellt und hernach von den ausgefällten und auskristallisierten Substanzen durch Filtration befreit. Das Aceton wird abdestilliert und der Rückstand mit Methylalkohol aufgenommen. Dies wird so lange wiederholt, bis sich die Substanz sowohl in Methylalkohol als auch in Aceton und in Äther ohne Trübung löst.

   Hierauf wird sie in   methylalkoholischer   Lösung mit fettsäurefällenden Mitteln, wie   z.   B. schwach ammoniakalischen, methylalkoholisehen Bleiacetat so lange versetzt, als noch eine Fällung auftritt. Das Filtrat wird im Vakuum eingeengt und hernach in Wasser gegossen. Hierauf wird mehrmals mit Petroläther   ausgeschüttelt.   Der Petroläther wird nun zur Entfernung des überschüssigen Bleiacetates so lange mit
Wasser rüekgeschüttelt, bis das Wasser keine Bleireaktion mehr gibt. Dann wird zur Entfernung von Petroläther löslichen Bleiseifen der Petrolätherauszug mit der Lösung eines Salzes, dessen Kationen mit den ungesättigten Fettsäuren ein in Petroläther unlösliches Salz geben, wie z. B. Natrium, Kalium und
Silber, versetzt. So z.

   B. wird der Petroläther verdampft, der Rückstand in Methylalkohol aufgenommen und die Lösung mit dem Sulfat respektive Nitrat des Kations, z. B. Natriumsulfat oder Silbernitrat, versetzt, die Lösung eingeengt und nach Wasserzusatz mit Petroläther aufgenommen. Sollte die Lösung noch immer Spuren Blei enthalten, so wird in der Weise vorgegangen, dass man das Lösungsmittel im Vakuum vollständig verjagt, den Rückstand mit wenig Methylalkohol aufnimmt und den bleihaltigen
Rückstand verwirft. Man kann auch die   petrolätherische   Lösung mit Glaubersalz schütteln und filtrieren, bis dieselbe keine Bleireaktion mehr gibt. 



   Die in dieser Weise von Fettsäuren befreite Petrolätherlösung wird hierauf nach einer der beiden folgenden Weisen aufgearbeitet : a) Man engt die   petrolätherische   Lösung ein und nimmt den   Rückstand   mit absolutem Äther auf. 



  Die   ätherische   Lösung wird bis zur passenden Konzentration eingeengt und nun mit einem Gemisch von   Kohlensäuresehnee   und Äther ausgefroren. Die wirksame Substanz scheidet sich in Kristallen ab und kann durch Dekantieren oder durch geeignete Absaugevorriehtungen von der   ätherischen   Mutterlauge getrennt werden. Zwecks weiterer Reinigung kann das so erhaltene Hormon nochmals in Äther gelöst und hieraus durch Kälte abgeschieden werden. Aus den Mutterlaugen erhält man durch passendes Konzentrieren und Ausfrieren weitere Mengen der Substanz, welche man nun analysenrein kristallsieren kann. b) Man engt den Petrolätherauszug ein, nimmt den Rückstand mit Äther oder Eisessig auf und setzt   ätherische   oder essigsaure Bromlösung hinzu.

   Die eventuell von einer geringen Abscheidung abfiltrierte Lösung wird vorerst mit Soda oder einem gleichwertigen Mittel von   überschüssigem   Brom befreit, hierauf das Lösungsmittel im Vakuum entfernt, der Rückstand in Alkohol gelöst und die Lösung mit verkupfertem oder amalgamiertem Zinkstaub so lange gekocht, bis das Brom entfernt ist. Hierauf wird vom Zink filtriert, in Wasser gegossen und mit einem Lösungsmittel ausgeholt. Letzteres wird so lange mit Wasser geschüttelt, bis das Wasser keine Zink-oder Bromreaktion mehr gibt. Hierauf wird im Vakuum vom Lösungsmittel befreit, wobei das neue Hormon in reinem Zustande hinterbleibt. Das Hormon ist gegenüber Sauerstoff und Luft etwas empfindlich, worauf bei der Isolierung und Aufbewahrung Rücksieht zu nehmen ist. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen innersekretorischen Organen, ausgehend von einem aus diesen Organen gewonnenen und von Phosphatiden, Cholesterin, Cholesterinester und Fetten befreitem, sowie zur Entfernung von Fettsäuren durch Behandlung mit Metallsalzen vorgereinigten Extrakt, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Lösung dieses Extraktes in Petroläther zur restlosen   Entfernung dthn löslicher   Metallseifen mit der Lösung eines Elektrolyten behandelt, dessen Kationen mit den ungesättigten Fettsäuren und dessen Anionen mit dem in Petroläther gelösten Kation, z. B.

   Blei, in Petroläther unlösliche Salze geben, und das so in hochkonzentrierter Form erhaltene Hormon einer weiteren Reinigung unterwirft, entweder durch Ausfrieren und eventuell Umlösen aus einem passenden Lösungsmittel oder   durch Überführung   in sein Bromadditionsprodukt und darauffolgende Entbromung.

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hormon in eisessigsaurer oder ätherischer Lösung bromiert wird.
    3. Ausführungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bromadditionsprodukt des Hormons mit verkupfertem oder amalgamiertem Zinkstaub entbromt wird.
AT128998D 1928-06-15 1928-06-15 Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form. AT128998B (de)

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