AT100442B - Verfahren zur Gewinnung von gärkräftiger Preßhefe in der Lufthefefabrikation unter Verwendung von Melasse und Ammonsalzen. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von gärkräftiger Preßhefe in der Lufthefefabrikation unter Verwendung von Melasse und Ammonsalzen.Info
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<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Gewinnung von gärkräftiger Presshefe in der Lufthefefabrikation unter Verwendung von Melasse und Ammonsalzen. Bei Herstellung von Hefe unter Mitbenutzung von Melasse als organischer Stickstoff und Kohlehydratnahrung geht man bisher davon aus, dass zuerst ein Kochen der angesäuerten Melasselösung oder wenigstens ein Erhitzen auf etwa 700 C notwendig ist zur Sterilisation, zur Inversion von Zucker und zur Abscheidung schwer löslicher Bestandteile. Es wurde nun gefunden, dass man eine allen Anforderungen entsprechende haltbare Presshefe aus Melasse und Ammonsalzen ohne weitere organische Stickstoffnahrung, ohne Milchsäuregärung oder Milchsäurezusatz und auch ohne hohes Erhitzen erzielen kann, wenn man die Melasse in konzentrierter Lösung, z B. bei etwa 15-30 Brix mit grösseren Mengen einer starken Mineralsäure, insbesondere Schwefelsäure versetzt und bei gewöhnlicher Temperatur oder gelinder Wärme stehen lässt, bis die Sterilisation erfolgt ist und die schwer löslichen Bestandteile sich abgeschieden haben. Das soll, um nicht unnötig grosse Säuremengen zu gebrauchen, die nachher abgestumpft werden müssen, vor der weiteren Verdünnung erfolgen. Bei den angegebenen Konzentrationen z. B. reicht jene Mineralsäuremenge aus, die ohnehin später zugesetzt werden muss, wenn man die für die Hefeerzeugung passend verdünnte Melasselösung ohne Milchsäurebildung oder Milehsäurezusatz auf die Säurestärke bringen will, die für eine gute Hefequalität erforderlich ist. Auf 100 Gewichtsteile Melasse werden z. B. je nach Alkalität und Gehalt an schwer löslichen Bestandteilen etwa 1-5 Gewichtsteile konzentrierter Schwefelsäure, mit dem mehrfachen Volumen Wasser zuvor verdünnt, verwendet. Zur Prüfung wurde Melasse mit Spuren zweier Schimmelpilze (Mucor und Aspergillus) und zweier Säurebakterien (Bacterium lactis und butyricum) versetzt und 8 Tage bei 25 belassen. Von dieser Melasse wurde eine Lösung I von 30 Brix mit dem angegebenen Säurezusatz und eine Lösung II ohne Säurezusatz bei gewöhnlicher Temperatur hergestellt und nach 24 Stunden durch Überimpfen auf Gelatinenährlösungen auf Keimzahl geprüft. Lösung I erwies sich als. vollkommen steril : Lösung II enthielt im EMI1.1 wird stark verdünnte Melasselösung mit Schwefelsäure in der Kälte angesäuert, um zu verhindern, dass die zur Klärung und Bleichung nachträglich angewandte schwefelige Säure durch die an sich alkalische Melasselösung nicht abgestumpft und unwirksam gemacht werde. Dies ergibt sich aus der weiteren Behandlung, wonach die schwefelige Säure, nachdem sie mehrere Stunden auf die verdünnte Melasselösung eingewirkt hat, mit Kalkmilch weggenommen und die Lösung nach vorheriger Erhitzung auf 900 C wieder filtriert wird. Der Unterschied von der bisherigen Art der Säuerung liegt darin, dass die Säuremengen bei dem neuen Verfahren in Form einer starken Mineralsäure, also Schwefelsäure oder Salzsäure, von vornherein der Melasse zugegeben werden und dass dann erst, nachdem diese Säuren in hoher Konzentration der Melasselösung ihre Sterilisationswirkung ausgeübt haben, auf passende Verdünnung eingestellt wird. Es ist auch sonst schon bekannt, mit Säure gekochte Melasselösung mit weiteren Säuremengen zu versetzen und vor der letzten Verdünnung vom Niederschlag zu trennen. Aber es ist dann immer mit geringeren Säuremengen gearbeitet und nicht erkannt worden, dass auf diese Art das unbequeme und kostspielige Sterilisieren der Melasse durch Erhitzen erspart werden kann. Der Gedanke die grossen Säuremengen, die durch die Azidität der stark verdünnten Gärung, - oder Hefemaischen nachher doch erfordert werden, von vornherein in möglichst konzentrierter Form <Desc/Clms Page number 2> zur Wirkung bringen, gestattet noch eine weitere Ausgestaltung, die dazu dient, die bisher recht ungünstige Ausnutzung der mineralischen Phosphorsäurenahrung zu verbessern. Wenn man die Phosphorsäure nicht in Form des Ammonphosphates, sondern wie üblich als Superphosphat oder Phosphorit zugibt, so bleibt stets ein erheblicher Teil der Phosphorsäure unausgenutzt. Wird aber das Superphosphat zunächst mit der Mineralsäure, die zum Ansäuern der Melasse bestimmt ist, für sich kräftig erhitzt und dann mit oder ohne den entstandenen Niederschlag der Melasse zugegeben, so wird nun mit der Sterilisation zugleich auch eine Zuführung der Phosphorsäure in vollkommen wirksamer Form erreicht. Aus den so hergestellten und in geeigneterweise geklärten Lösungen wird eine Hefe erhalten, die in bezug auf Reinheit, Haltbarkeit und Farbe den höchsten Anforderungen entspricht, wenn sie genügend EMI2.1 PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Gewinnung gärkräftiger Presshefe in der Lufthefefabrikation unter Verwendung von Melasse, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilisierung und Klärung der Melasse in konzentrierter Lösung durch Zugeben von Mineralsäure bei gewöhnlicher oder wenig erhöhter Temperatur erfolgt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die zur späteren Azidifizierung der verdünnten Lösungen erforderliche Säuremenge in Form von Mineralsäure bereits zur konzentrierten Melasselösung vor der Klärung und Verdünnung zugesetzt wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Melasse zuzusetzende Mineralsäure vorher mit Phosphorit oder Superphosphat bis zum genügenden Aufschluss erhitzt und dann mit oder ohne den entstandenen Niederschlag der konzentrierten Melasselösung zugesetzt wird.
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