Beschreibung
Halbleitersensorbauteil mit Hohlraumgehäuse und Sensorchip und Verfahren zur Herstellung desselben
Die Erfindung betrifft ein Halbleitersensorbauteil mit Hohl¬ raumgehäuse und Sensorchip und Verfahren zur Herstellung des¬ selben.
Ein Halbleitersensorbauteil mit einem Hohlraumgehäuse ist aus der Patentanmeldung DE 10 2004 019 428.9 bekannt. Derartige Halbleitersensorbauteile haben das Problem, dass der Sensor¬ chip in dem Hohlraumgehäuse über ein Material mit niedrigem E-Modul derart durch Kleben fixiert ist, dass Rückwirkungen der mechanischen Belastungen des starren Hohlraumgehäuses, wie thermische Verspannungen oder Vibrationsbelastungen, auf den Sensorchip einwirken und die Messergebnisse teilweise verfälschen. Gegenüber der Umgebung werden derartige Sensor¬ chips in dem Hohlraumgehäuse durch ein weiches Material ge- schützt, um wenigstens die Oberseite mit dem Sensorbereich des Halbleitersensorchips vor zusätzlichen Belastungen zu schützen.
Die Zuverlässigkeit des Sensorchips hängt auch von den Schwankungen der Klebstoffqualität, mit dem der Sensorchip auf dem Boden des starren Hohlraumgehäuses befestigt ist, ab, so dass es teilweise zum Mitschwingen des Sensorchips, insbe¬ sondere beim Anbringen von Bonddrähten kommt. Dadurch sind fertigungsbedingte Vorschädigungen des Halbleiterchips oder eine verminderte Bondqualität als Folge nicht auszuschließen, was die Zuverlässigkeit des Sensorchips beeinträchtigt. Dar¬ über hinaus verursachen die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten der verwendeten Materialien Ausbeu-
teverluste aufgrund von mechanischen Spannungen im Sensor¬ chip.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Halbleiterbauteil mit einem Hohlraumgehäuse und einem Sensorchip sowie ein Verfahren zur Herstellung derselben anzugeben, so dass zum einen die Aus¬ beute bei der Herstellung derartiger Halbleitersensorbauteile verbessert wird und zum anderen die Zuverlässigkeit derarti¬ ger Halbleitersensorbauteile in der täglichen Messpraxis er- höht ist.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der unabhängigen An¬ sprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Halbleitersensorbauteil mit einem Hohlraumgehäuse geschaffen, wobei in dem Hohlraum des Gehäu¬ ses der Sensorchip angeordnet ist. Dieser Sensorchip weist einen Sensorbereich auf, der vorzugsweise auf Druckschwankun- gen und/oder Temperaturschwankungen reagiert. Dazu weist das Hohlraumgehäuse eine Öffnung zur Umgebung auf, um Umgebungs¬ parameter auf den empfindlichen Sensorbereich wirken zu las¬ sen. Deshalb ist der Sensorbereich dieser Öffnung zugewandt. Der Sensorchip selbst ist in dem Hohlraum des Gehäuses all- seitig in eine gummielastische Masse eingebettet.
Dieses Halbleitersensorbauteil hat den Vorteil, dass der Sen¬ sorchip in der ihn vollständig umgebenden gummielastischen Masse mechanisch von dem Hohlraumgehäuse entkoppelt ist. Im Prinzip hängt der Sensorchip lediglich an Bonddrähten, die nur wenige Mikrometer dick sind und die zur Übergabe von Messsignalen an entsprechende Außenkontakte des Hohlraumge¬ häuses dienen. Diese Bonddrähte sind in einen oberen Bereich
der guπimielastischen Masse eingebettet. Außer dieser Aufhän¬ gung in der gummielastischen Masse sind keinerlei mechanische Stützen oder Berührungspunkte im Hohlraumgehäuse vorgesehen. Lediglich für Montage- und Transportzwecke kann der Halblei- terchip im Hohlraumgehäuse in vorteilhafter Weise durch Ein¬ führen von Abstandsstiften durch den Bodenbereich des Hohl¬ raumgehäuses in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfin¬ dung gestützt werden.
Im Prinzip weist die gummielastische Masse zwei Bereiche auf: einen unteren Bereich unterhalb des Sensorchips, auf dem ein Halbleiterrahmen des Sensorchips mit seiner Rückseite ange¬ ordnet ist, und einen oberen Bereich, in dem die Randseiten und die Oberseite des Sensorchips mit dem Sensorbereich selbst eingebettet sind. Diese beiden Bereiche werden ledig¬ lich während der Herstellungsphase unterschieden, um die Fer¬ tigung zu vereinfachen. Diese Bereiche sind nach fertigge¬ stelltem Halbleitersensorbauteil mit Hohlraumgehäuse und Sen¬ sorchip in dem Hohlraumgehäuse nicht mehr zu unterscheiden, zumal, wenn das gleiche gummielastische Material für den un¬ teren und den oberen Bereich eingesetzt wird.
Eine Grenzfläche zwischen dem unteren Bereich und dem oberen Bereich ist nur dann wahrzunehmen, wenn die gummielastischen Massen unterschiedliche Elastizitätskonstanten für den unte¬ ren und den oberen Bereich des Sensorchips aufweisen oder un¬ terschiedliche Einfärbungen besitzen, was für die Praxis nicht ausgeschlossen sein soll. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die gummielastische Masse ein optisch transparentes Elastomer. Die optisch transparen¬ ten Elastomere haben den Vorteil, dass auch die Lichtempfind¬ lichkeit des Halbleitersensorchips für bestimmte Messzwecke eingesetzt werden kann. Sollte jedoch der Sensorchip photoun-
empfindlich sein, so können auch gummielastische Massen mit lichtabsorbierenden Partikeln, wie Rußpartikeln, eingesetzt werden.
Weiterhin ist es vorgesehen, dass die gummielastische Masse einen Silikongummi aufweist. Derartige Silikongummi haben sich als Entkopplungsmassen zwischen dem starren Hohlraumge¬ häuse des Halbleitersensorbauteils und dem Sensorchip be¬ währt.
Weiterhin steht vorzugsweise der Sensorchip über Bonddrähte, wie bereits oben erwähnt, und über Durchkontakte durch das Hohlraumgehäuse mit Außenkontakten des Halbleitersensorbau¬ teils elektrisch in Verbindung. Dabei haben die Bonddrähte den Vorteil, dass sie mit nur wenigen Mikrometern Durchmesser ausgeführt werden können und somit die mechanische Entkopp¬ lung von dem starren Hohlraumgehäuse und den starren Durch¬ kontakten sowie den Außenkontakten von dem Sensorchip unter¬ stützen. Λ
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Hohlraumgehäuse einen Boden auf, der seinerseits Durchgangsöffnungen aufweist. Diese Durchgangsöffnungen sind derart angeordnet, dass der Sensorchip einerseits für Trans- porte und für die Montage durch entsprechende Stifte, die durch die Öffnung im Boden des Hohlraumgehäuses geführt wer¬ den, mechanisch gestützt werden kann. Außerdem haben diese Öffnungen den Vorteil, dass der Sensorchip beim Bondvorgang, d.h. bei der Herstellung des Halbleiterbauteils, über diese Öffnungen und über entsprechende Stützen und/oder Abstands¬ halter im Bonden mechanisch gestützt werden kann, sodass eine zuverlässige Bondverbindung zwischen Bonddraht und Kontakt¬ flächen an der Oberseite des Sensorchips ermöglicht wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Hohlraumgehäuse mindestens einen Boden und Seiten¬ wände auf, die den Hohlraum seitlich begrenzen, wobei aus dem Boden entfernbare Enden von Abstandshaltern herausragen, die ein Widerlager für eine Anordnung und Anbringen von Bonddräh¬ ten auf einem auf den Enden der Abstandshalter positionierten Sensorchip bilden. Diese Konstruktion des Bodens wird tech¬ nisch durch die im Hohlraumboden vorgesehenen Durchgangsöff- nungen erreicht. Der nach Entfernen der Widerlager für das
Bonden des Sensorchips freigegebene Sensorchip in der gummi¬ elastischen Masse ist mechanisch von dem starren Hohlraumge¬ häuse entkoppelt, sodass seine Messwerte durch das starre Hohlraumgehäuse nicht beeinträchtigt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Ab¬ standshalter Stifte, die durch den Boden hindurch in den Hohlraum hineinragen. Diese Stifte sind derart dimensioniert, dass sie exakt den Bereich des Sensorchips stützen, der durch das Bonden am stärksten belastet wird. Um den Halbleiterchip auf diesen Abstandshaltern zu fixieren, ist bereits der unte¬ re Bereich der gummielastischen Masse auf den Boden aufge¬ bracht, so dass der Halbleiterchip mit Hilfe der gummielasti¬ schen Masse seitlich gehalten und von unten durch die Ab- standshalter gestützt ist.
Ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleitersensors mit ei¬ nem Hohlraumgehäuse und einem in dem Hohlraum des Gehäuses angeordneten Sensorchip mit Sensorbereich weist die nachfol- genden Verfahrensschritte auf. Zunächst wird ein Hohlraumge¬ häuse mit inneren Leiterbahnen und Außenkontakten und einem Hohlraumboden hergestellt, wobei die inneren Leiterbahnen mit den Außenkontakten über Durchkontakte oder über Flachleiter-
bahnen verbunden sind. Bei dem Herstellen des Hohlraumgehäu¬ ses werden sowohl der Hohlraumboden als auch die den Hohl¬ raumboden umgebenden Seitenwände aus einem starren Kunst- stoffmaterial in einem Spritzgussverfahren hergestellt.
Bei dem Spritzgussvorgang werden gleichzeitig aus dem Hohl¬ raumboden herausragende Enden von Abstandshaltern in den Hohlraumboden eingegossen, wobei Anordnung und Größe der Ab¬ standshalter an die flächige Erstreckung des Halbleiterchips so angepasst werden, dass die Enden der Abstandhalter Wider¬ lager für ein Anordnen und Anbringen von Bonddrähten auf ei¬ nem auf den Enden des Abstandshalters zu positionierenden Halbleiterchip bilden. In diesem Hohlraumgehäuse wird dann zunächst der Boden des Hohlraums mit einer gummielastischen Masse als ein unterer Bereich so weit aufgefüllt, dass min¬ destens die Abstandshalter bis zu ihren Enden von der gummi¬ elastischen Masse umhüllt sind.
Danach wird der Sensorchip mit seiner Rückseite auf die Enden der Abstandshalter unter Fixieren des Sensorchips mit Hilfe der gummielastischen Masse aufgebracht. Anschließend werden Bonddrähte auf entsprechenden Kontaktflächen auf der Obersei¬ te des Sensorchips gegenüberliegend zu den Enden der Ab- standshalter aufgebondet und auf entsprechende Kontaktan¬ schlussflächen von Innenflachleitern des Hohlraumgehäuses an¬ gebracht. Danach werden Bonddrähte und der Sensorchip in die gummielastische Masse dadurch eingebettet, dass ein oberer Bereich der gummielastischen Masse aufgebracht wird, der so- wohl die Randseiten des Sensorchips als auch den Sensorbe¬ reich des Sensorchips umhüllt. Die Abstandshalter können dann aus dem Boden unter Bilden von Durchgangsöffnungen in dem Bo¬ den des Hohlraumgehäuses entfernt werden.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Abstandshalter so lange den Sensorchip mechanisch stützen können, wie es für das Herstellungsverfahren, beispielsweise im Bondschritt, o- der für den Transport und die Montage des Sensorchips an sei¬ nem Einsatzort erforderlich ist. Danach können die Abstands¬ halter, wie oben in dem Verfahren beschrieben wird, jederzeit entfernt werden, um den Sensorchip mechanisch vollständig vom starren Hohlraumgehäuse zu entkoppeln, um seine Sensoremp- findlichkeit und Zuverlässigkeit zu erhöhen.
In einer weiteren bevorzugten Durchführung des Herstellungs¬ verfahrens des Halbleitersensorbauteils wird zunächst zum Herstellen eines Hohlraumgehäuses mit inneren Leiterbahnen und Außenkontakten ein Flachleiterrahmen mit mehreren Gehäu¬ sepositionen hergestellt. Mittels Spritzgusstechnik werden dann die Seitenwände und der Boden mit eingegossenen Ab¬ standshaltern in den Gehäusepositionen derart hergestellt, dass dazu die Abstandshalter vor dem Spritzgießen in einer Spritzgussform positioniert werden. Diese Verfahrensvariante hat den Vorteil, dass keine Bohrungen durch den Gehäuseboden nachträglich zum Positionieren der Abstandshalter vorgenommen werden müssen, sondern dass in einem einzigen Spritzgusspro- zess sowohl die Außenkontakte als auch die Innenflachleiter als auch die für die Abstandshalterung notwendigen Abstands¬ halter sämtlich bereits in der Spritzgussform vorpositioniert sind und somit ein Hohlraumgehäuse ergeben, das nach Fertig¬ stellung des Flachleiterrahmens aus diesem herausgestanzt werden kann.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Flachleiterrahmen selbst die Abstandshalter auf, d.h. die Ab¬ standshalter sind fest mit dem Flachleiterrahmen verbunden,
so dass die Abstandshalter nach dem Spritzgussvorgang und nach dem Positionieren des Sensorchips und seiner Verbindung zu den Innenflachleitern mit dem Flachleiterrahmen von dem fertiggestellten Halbleiterbauteil entfernt werden kann. In diesem Fall entfällt die Möglichkeit, die Abstandshalter so lange als Stütze für den Sensorchip im Gehäuse zu belassen, bis dieses Halbleitersensorbauteil an seinem Einsatzort ein¬ gesetzt ist. Jedoch besteht die Möglichkeit nach dem Heraus¬ nehmen der Abstandshalter aus dem Flachleiterrahmen, dass Transportabstandshalter in den Hohlraumgehäuseboden einge¬ bracht werden.
Vorzugsweise wird das Auffüllen des Bodens in dem Hohlraum des Hohlraumgehäuses sowohl für den unteren Bereich als auch für den oberen Bereich mit einer gummielastischen Masse mit¬ tels einer Dispense-Technik durchgeführt. Diese Technik hat den Vorteil, dass sie äußerst schonend den Sensorchip mit den Bonddrähten in eine gummielastische Masse einbettet. Als Ver¬ fahren für das Anbringen von Bonddrähten auf Kontaktflächen des Sensorchips hat sich ein Thermokompressions- oder ein
Thermosonik-Bonden bewährt. Das Entfernen der Abstandshalter kann auch mittels Ätztechnik erfolgen, wenn die Möglichkeit ausgeschlossen ist, die Abstandshalter ohne Beschädigung des Sensorchips aus dem Bodenbereich des starren Hohlraumgehäuses zu entfernen. Bei dieser Ätztechnik wird die Ätzlösung auf das Metall der Abstandshalter abgestimmt, ohne dass dabei die Außenkontakte angeätzt oder die gummielastische Masse beschä¬ digt wird.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass mit der vorliegenden Erfindung in das Gehäuse Stifte eingeführt werden, um den Sensorchip während der Fertigung des Transports und der Mon¬ tage zu stabilisieren. Dadurch kann als Chipklebstoff in vor-
teilhafter Weise ein extrem weiches gummielastische Material eingesetzt werden. Der Sensorchip selbst kann während des Drahtbondens jedoch nicht in Schwingungen geraten, da die Stifte ihn stützen. Abschließend können die Stifte wieder von dem Gehäuse entfernt werden, was davon abhängig gemacht wer¬ den kann, ob dieses noch vor dem Transport und der Montage geschehen soll oder nicht.
Mit dieser Erfindung wird erreicht, dass 1. der Chip komplett in ein extrem weiches gummielastisches Material eingebettet werden kann und somit mechanisch auch komplett von dem starren Hohlraumgehäuse entkoppelt ist.
2. ein einziges gummielastisches Material sowohl für das Fixieren des Sensorchips auf den Abstandshaltern als auch zum Einbetten des Sensorchips verwendet wird.
3. beim Einsatz des Halbleitersensorbauteils auf den Sen- sorchip und insbesondere auf die Sensormembran im Sen¬ sorbereich keine unmittelbaren mechanischen Kräfte ein¬ wirken.
4. andererseits durch Stifte bzw. durch Abstandshalter für das Drahtbonden die notwendige mechanische Stabilität erreicht wird.
5. die Stifte als Funktion eines definierten Abstandshal¬ ters zeitweise im Bauteil verbleiben oder unmittelbar nach dem Drahtbonden und dem Chipverguss wieder aus dem Bodenbereich des Hohlraumgehäuses entfernt werden kön¬ nen;
6. eine komplette mechanische Entkopplung von vorzugsweise Drucksensorchips durch das erfindungsgemäße Konzept für die Chipbefestigung während der Belastungen durch das Drahtbonden erreicht wird.
Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Halbleitersensorbauteil gemäß einer ersten Ausfüh¬ rungsform der Erfindung;
Figuren 2 bis 7 zeigen schematische Querschnitte durch ein
Hohlraumgehäuse während unterschiedlicher Herstel- lungsphasen eines Halbleitersensorbauteils;
Figur 2 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Hohlraumgehäuse;
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohlraumgehäuse gemäß Figur 2 nach Einbringen eines unteren Bereichs einer gummielastischen Masse;
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohlraumgehäuse gemäß Figur 3 nach Aufbringen eines
Sensorchips auf den unteren Bereich der gummielas¬ tischen Masse;
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohlraumgehäuse gemäß Figur 4 nach einem elektri¬ schen Verbinden des Sensorchips mit Innenflachlei- tern;
Figur 6 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das
Hohlraumgehäuse gemäß Figur 5 nach Aufbringen eines oberen Bereichs einer gummielastischen Masse;
Figur 7 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohlraumgehäuse gemäß Figur 6 nach Entfernen von Abstandshaltern aus dem Bodenbereich des Hohlraum¬ gehäuses.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Halb¬ leitersensorbauteil 20 gemäß einer Ausführungsform der Erfin¬ dung. Das Halbleitersensorbauteil 20 weist ein Hohlraumgehäu¬ se 1 auf. Der Hohlraum 2 des Hohlraumgehäuses 1 ist, wie Fi¬ gur 1 zeigt, nach oben offen. Diese Öffnung 5 ermöglicht dem Halbleitersensorbauteil 20, eine physische Verbindung zu der Umgebung 6 aufrecht zu erhalten. Deshalb ist der Sensorbe¬ reich 4 eines Sensorchips 3, der in dem Hohlraum 2 des Hohl¬ raumgehäuses 1 angeordnet ist, dieser Öffnung 5 zugewandt. In dem Hohlraum 2 des Hohlraumgehäuses 1 ist dieser Sensorchip 3 allseitig in eine gummielastische Masse 7 eingebettet.
Durch die Konstruktion dieses Halbleitersensorbauteils 20 wird mechanisch das starre Hohlraumgehäuse 1 von dem Sensor¬ chip 3 durch das Einbetten des Sensorchips 3 in eine allsei- tig umgebende gummielastische Masse 7 entkoppelt. Somit kön¬ nen die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der unter¬ schiedlichen Materialien des Hohlraumgehäuses 1, der elektri¬ schen Zuleitungen und des Sensorchips 1 nicht zu thermischen Verspannungen führen, da diese unterschiedlichen Ausdehnungen bei thermischen Belastungen von der gummielastischen Masse 7 ausgeglichen bzw. nicht auf den Sensorchip übertragen werden. Auch Vibrationsbelastungen für das starre Hohlraumgehäuse 1 können sich nur bedingt bzw. stark gedämpft auf den Sensor-
chip auswirken. Somit ergibt sich eine höhere Zuverlässigkeit dieses Halbleitersensorbauteils 20 gegenüber herkömmlichen Halbleitersensorbauteilen.
Die gummielastische Masse 7 ist in Figur 1 einheitlich ge¬ kennzeichnet, jedoch besteht sie aus zwei Bereichen. Ein un¬ terer Bereich 8 ist hauptsächlich unterhalb des Sensorchips 3 angeordnet und deckt die Rückseite 10 des Sensorchips ab. Ein oberer Bereich 9 der gummielastischen Masse 7 ist hauptsäch- lieh auf der Oberseite 13 des Sensorchips 3 angeordnet und bedeckt teilweise die Randseiten 11 und 12 des Sensorchips und bettet Bonddrähte 14, an denen der Sensorchip mit seinen Kontaktflächen 24 hängt, in die gummielastische Masse 7 ein.
Ein Sensorbereich 4 ist zentral in der Mitte des Sensorchips 3 angeordnet, während auf den Randbereichen des Sensorchips die Bonddrähte 14 enden. Die Bonddrähte 14 weisen einen Quer¬ schnitt auf, der nur wenige Mikrometer in seinem Radius be¬ trägt, so dass die Bonddrähte selbst die einzige mechanische und elektrische Verbindung zu dem starren Hohlraumgehäuse 1 darstellen. Dazu sind die Bonddrähte 14 auf innere Flachlei¬ terbahnen 23 aufgebondet, so dass Messsignale von dem Sensor¬ chip 3 über die Bonddrähte 14 zu den inneren Flachleiterbah¬ nen 23 und von dort über Durchkontakte 15 zu Außenkontakten 16 geleitet werden können.
Der Boden 17 des Hohlraumgehäuses 1 weist Durchgangsöffnungen 18 auf, die sich auch durch den unteren Bereich 8 der gummi¬ elastischen Masse 7 erstrecken. In diese Durchgangsöffnungen 18 können für Transport und Montage Abstandshalter einge¬ bracht werden, um die Lage des Sensorchips bei Transport und Montage zu gewährleisten. Erst nach erfolgter Montage im Einsatzbereich des Halbleitersensorbauteils 20 können dann
diese Abstandshalter unter Freigabe des Sensorchips aus dem Boden 17 des Hohlraumgehäuses 1 entfernt werden. In dieser Ausführungsform der Erfindung ist der Boden 17 von Seitenwän¬ den 19, durch welche die Durchkontakte 15 die Signale nach außen zu den Außenkontakten 16 führen, umgeben.
Die Figuren 2 bis 7 zeigen schematische Querschnitte durch ein Hohlraumgehäuse 1 während unterschiedlicher Herstellungs¬ phasen eines Halbleitersensorbauteils 20. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in Figur 1 werden mit gleichen Be¬ zugszeichen gekennzeichnet und in den nachfolgenden Figuren 2 bis 7 nicht extra erörtert.
Figur 2 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Hohl- raumgehäuse 1. Das Hohlraumgehäuse 1 ist aus einer Kunst- stoffgehäusemasse 27 aufgebaut und weist einen Boden 17 und den Boden 17 umgebende Seitenwände 19 auf, in denen Flachlei¬ ter 25 verankert sind. Diese Flachleiter 25 sind Teil eines Flachleiterrahmens, der mehrere Hohlraumgehäusepositionen aufweist. In jeder der Hohlraumgehäusepositionen wird mit
Hilfe eines Spritzgussverfahrens ein derartiges Hohlraumge¬ häuse 1 eingeformt. Das hier vorliegende Hohlraumgehäuse 1 weist im Hohlraumboden 17 eingegossene Abstandshalter 22 auf, die hier die Form von Stiften mit spitz zulaufenden Enden 21 der Abstandshalter 22 aufweisen. Diese Abstandshalter 22 wer¬ den in dem Hohlraumboden so angeordnet, dass ihre Enden 21 über das Niveau des Hohlraumbodens in den Hohlraum 2 hinein¬ ragen und in der Lage sind, einen Sensorchip 3 beim Bonden, beim Transport und/oder bei der Montage zu stützen und auf Abstand zu halten. An den Seitenwänden 19 befinden sich im Bodenbereich innere Leiterbahnen 23, die im Hohlraum in be¬ schichtete Bondflächen 26 übergehen. Diese Bondflächen 26
sind über Durchkontakte 15 mit den Außenkontakten 16 elekt¬ risch verbunden.
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohl- raumgehäuse 1 gemäß Figur 2 nach Einbringen eines unteren Be¬ reichs der gummielastischen Masse 7. Dabei wird die gummi¬ elastische Masse 7 in einem zäh viskosen Zustand gehalten, so dass ein Sensorchip in den unteren Bereich 8 der gummielasti- schen Masse 7 eingeformt werden kann, bis er die Enden 21 der Abstandshalter 22 berührt.
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohl¬ raumgehäuse 1 gemäß Figur 3 nach Aufbringen eines Sensorchips 3 auf den unteren Bereich 8 der gummielastischen Masse 7. Da- bei liegt die Rückseite 10 des Sensorchips 3 haftschlüssig auf den Enden 21 der Abstandshalter 22, die im Boden 17 des Hohlraumgehäuses 1 angeordnet sind, auf. Durch die zu den Randseiten 11 und 12 hin verdrängte gummielastische Masse 7 wird der Sensorchip 3 auch in den horizontalen Raumrichtungen fixiert, so dass ein sicheres Bonden von Bonddrähten auf den Kontaktflächen 24 des Sensorchips 3 möglich ist.
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohl¬ raumgehäuse 1 gemäß Figur 4 nach einem elektrischen Verbinden des Sensorchips mit Innenflachleitern 25. Dazu werden die
Bonddrähte 14 mit einem Bondstichel auf den Kontaktflächen 24 des Sensorchips 3 gebondet und anschließend werden die Bond¬ drähte 14 auf den Bondflächen 26 der Flachleiter 25 in dem Hohlraumgehäuse 1 angebracht. Beim Bonden, das eine Belastung für den Sensorchip 3 darstellt, wird durch die Abstandshalter 22, die aus dem Boden 17 des Hohlraumgehäuses 1 herausragen, der Sensorchip 3 derart gestützt, dass zuverlässige Bondver-
bindungen zwischen den Kontaktflächen 24 des Sensorchips 3 und den Bonddrähten 14 entstehen.
Figur 6 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohl- raumgehäuse 1 gemäß Figur 5 nach Aufbringen des oberen Be¬ reichs 9 einer gummielastischen Masse 7. Dabei werden die Bonddrähte 14, die Randseiten 11 und 12 des Halbleiterchips 3 und die Oberseite 13 des Halbleiterchips 3 in die gummielas- tische Masse 7 eingebettet. Somit ist nun der Sensorchip 3 vollständig von einer gummielastischen Masse umgeben, ledig¬ lich die Abstandshalter 22 sorgen für eine mechanische Kopp¬ lung zum starren Hohlraumgehäuse 1. Diese Kopplung kann bei¬ behalten werden, bis der Transport und die Montage des Halb¬ leitersensorbauteils 20 abgeschlossen ist. Danach können die Abstandshalter 22 von dem Boden 17 entfernt werden.
Figur 7 zeigt einen schematischen Querschnitt durch das Hohl¬ raumgehäuse 1 gemäß Figur 6 nach Entfernen der Abstandhalter 22 aus dem Boden 17 des Hohlraumgehäuses 1. Damit entspricht nun der schematische Querschnitt durch dieses Halbleiterbau¬ teil 20 der Figur 7 dem schematischen Querschnitt, der in Fi¬ gur 1 bereits gezeigt wird.