DESC014744MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 1. März 1954 Bekanntgeniacht am 29. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein photographisches Verfahren zur Bilderzeugung und besteht in der Kombination
nachstehender Verfahrensschritte, nämlich in der Herstellung der lichtempfindlichen Schicht,
ihrer Sensibilisierung, Belichtung, Entwicklung, Fixierung uisw. bis zur Fertigstellung des Bildes.
Wesentlich für das neue photographische Verfahren ist die Herstellung einer lichtempfindlichen
Schicht aus Cu (I)-Salzen, insbesondere Halogeniden.
Es· ist erkannt worden, daß, um, zu geeigneten
lichtempfindlichen Schichten auf dieser Grundlage zu kommen, die Cu(I).-Sake, wie Halogenide, Rhodanide
u. ä., in einem als Schutzkolloid wirkenden Bindemittel ausgefällt werden müssen. Als solches
eignen, sich makromolekulare, vernetzte, synthetische Stoffe, wie Polyvinylalkohol. Natürliche, in
der phoitographischeni Emulsionstechnik üblicherweise
benutzte Bindemittel, wie Gelatine, Agar-Agar, sind dagegen weniger geeignet. Gefällt
werden die Cu(I)-Salze erfindungsgemäß durch Reduktion von Cu(II)-Salzen, vorzugsweise mit
schwefliger Säure. Das, Vergießen, derartig gewonnener . »Emulsionen« geschieht in üblicher
Weise, ebensoi wie die gebräuchlichen Trägerstoffe,
wie Glasplatten, Kunststoff-Filme, Verwendung finden: können. Man muß nur während des Fertigstell
ens dafür Sorge tragen, daß Luftsauerstoff '
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nicht hinzutritt, da sonst wieder rückläufig Oxydation eintreten würde. Die Lichtempfindlichkeit
. wird durch Zugabe geringer Mengen von Schwefelwasserstoffwasser
als Reifkörper1 gefördert. Vor 5. der Verwendung muß die Lichtempfindlichkeit: der
Schicht weiter gesteigert werden. Dies erreicht
man durch eine halbstündige Behandlung mit Wasser oder Cu(II)-K.omplexbiildniern. Belichtet
wird vorzugsweise im, feuchten, Zustand. Bei noirmaler
Belichtung entsteht ein unsichtbares latentes Bild, nur bei längerer oder stärkerer' Lichteinwirkung
ein schwach sichtbares Bild.
Die Entwicklung wird mit Komplexbildner!! für Cu(II)-Salze, besondes mit Glykokoll in wäßriger
Lösung durchgeführt, die vorzugsweise durch Zusatz, von Natriumhydrcotyd auf alkalische pH-Werte
bis zu etwa pH = 9 eingestellt ist. Die Schwärzung bei Entwicklung der »Kupferemulsionen« erfolgt
durch Disproportionierung·. Das Glykokoll bildet bei pH-Werten über 6 einen Komplex mit dem
durch Belichtung entstehenden Cu(II)-Halogenid, entfernt dadurch das zweiwiertige Salz aus dem
Gleichgewicht und führt die weitere Dispropoirtioinierung
speziell an den belichteten Stellen fort.
Fixiert wird im allgemeinen mit Lösungen von Cu(I)-Komplexbildner!!, vorzugsweise Kochsalzlösungen,
die praktisch hochkonzentriert sind; dies ist möglich1, da Natriumchlorid einen leicht .loslichen
Komplex mit Cu(I)-Salzen bildet.
Die beschriebene Cu(I)-Salz-ÄEmulsion« ermöglicht
durch Wegfall der Silbersalze eine große Kostenersparnis., so daß hiermit ein gewaltiger
Fortschritt in der Technik der Lichtbildherstellung gegeben ist.
Dadurch, daß man der neuen »Emulsion;« erst kurz vor dem, Gebrauch die dazu nötige Lichtempfindlichkeit
erteilt und die trockene vergossene »Emulsion« deshalb nicht im Dunkeln aufbewahrt
zu werden braucht, ist ein gutes Material für die
moderne Reproduktionstechnik gegeben, dessen Empfindlichkeit der der handelsüblichen Halogen-Silber-Emulsioneii
für Reproduktionszwecke entspricht. Zur Belichtung braucht nicht UV-Strahlung verwendet zu werden; normales Glühlampenlicht
genügt.
Ausführungsbeispiel für die Schichther'stellung
50 ecm einer 4prozentigen Lösung von Polyvinylalkohol
werden bei etwa 65 ° mit SO2 gesättigt. Als Reif körper wird 1 ecm einer 1 : 10 verdünnten
Lösung von H2S in Wasser, die bei 700 gesättigt
ist, zugegeben. Bei 650 und gleichzeitigem Einleiten von SO2 läßt man 30 ecm einer 2oproizentig'em
Lösung von, CuBr2, die noch eine geringe
Menge Netzmittel enthält, innerhalb von 15 Minuten zütropfem. Nach etwa 30 Minuten, wenn das
Zweisalz, möglichst vollständig reduziert ist, wird eine wie folgt bereitete Lösung zugegeben. 100 ecm
QpTOzentiger Lösung von Polyvinylalkohol werden
auf etwa 700 erhitzt und 10 ecm einer bei 8o° bereiteten
isprozentigeni Lösung von Gallussäure in
Wasser langsam, eingerührt. Dann wird ebenfalls mit S O2 gesättigt und die beiden Lösungen gut
gemischt. Man, läßt erstarren, schneidet in kleine Würfel und wäscht in verdünnter schwefliger Säure.
Nach dem, erneuten Schmelzen, wird noch einmal tem, heiße isprozentige Gallussäurelösung zugesetzt.
Die Emulsion kann dann wie üblich vergossen und im warmen S O2-S trom bei etwa 45 °
getrocknet werden.
Diese Arbeitsgänge1 können alle bei gedämpftem Tageslicht erfolgen. Eine wie oben bereitete Schicht
ist gut. haltbar und muß nicht im Dunkeln aufbewahrt werden.
Claims (3)
1. Photographisches, Verfahren zur Bilderzeugung, gekennzeichnet durch die Kombination
folgender Verfahrensschritte: Erzeugung der lichtempfindlichen! Schicht, indem auf eine
Tragersubstanz, wie Glas oder Kunststoff-Filme, eine »Emulsion« aufgebracht wird, die
durch die Reduktion von in synthetischen, makromolekularen, vernetzten Bindemitteln,
wie Polyvinylalkohol, gelösten bzw. suspendierten Cu(II)-Salzen hergestellt ist, Empfindlichkeitssteigerung
mit warmem Wasser oder Cu(II) -Komplexbildnern, vorzugsweiseinifeuchtem
Zustand, Belichtung, Entwicklung mit Cu(II)-Komplexbildnern, wie Glykokoll, und schließlich Fixierung mit Lösungen von,
Cu(I)-Komplexb'ildnern, vorzugsweise Kochsalzlösungen.
2. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch, gekennzeichnet, daß die mit
geringen Mengen Schwefelwasserstoffwasser zur Reifung gebrachte »Emulsion,« auf Träger
vergossen und im warmen, S O2-S trom getrocknet
wird.
3. Ausbildung des Verfahrens nach den vorhergehenden·
Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Entwicklung bei pH-Werten über 6,
vorzugsweise bei pH = 9, erfolgt.
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