DEP0002522DA - Verfahren zur Herstellung von Lackzwischenrohstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lackzwischenrohstoffen

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DEP0002522DA
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copal
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Max Gloor
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Description

Die Kopale, insbesondere Kongokopale, haben von jeher in der Öllackindustrie einen bedeutenden Platz eingenommen.
Durch die Einführung der modifizierten Phenolformaldehydharze wurden die Kopale wegen der komplizierten Verarbeitung zu Zwischenrohstoffen fast ganz verdrängt, auch mögen die unruhigen Zeiten eine Rolle mitgespielt haben.
Mit dem Auftauchen der sogenannten Kopalgrossschmelzanlagen Ende der zwanziger Jahre wurde das handwerkmässige Ausschmelzen der Kopale fast nicht mehr durchgeführt.
In diesen Grossschmelzapparaturen werden die Kopale in Mengen bis zu 5000 kg in einem Arbeitsgang auf dem Wege der trockenen Destillation ausgeschmolzen und auch zum Teil verestert. Diese Esther wurden dann mit Ölen, insbesondere mit Leinöl, versetzt und durch längeres Erhitzen auf höhere Temperaturen blank gekocht und später zu Fertiglacken weiterverarbeitet.
Da die Schütthöhen der Kopale in den Grossschmelzanlagen oft bis zu 1,50 m Höhe betragen und die meisten dieser Anlagen mit einer direkten Bodenheizung ausgerüstet sind, ist es leicht erklärlich, dass durch die Überhitzung am Boden die wertvollen Eigenschaften des Kopals z. T. zerstört werden. Als Beweis diene, dass der Schmelzpunkt dieser Glycerinester zwischen 75 - 85° liegt und die abdestillierte Kopalölmenge 20 - 30% beträgt.
Es ist auch bekannt, dass man zum Löslichmachen der Kopale Leinöl, Ricinusöl, Sojaöl, Maisöl, Tallöl usw. oder deren Fettsäuren verwendet, wobei die Fettsäuren als Lösungsvermittler dienen. Auch ist bekannt, dass beim Zusammenschmelzen von Kopal mit Kolophonium die Harzsäuren den Auflösungsprozess des Kopals beschleunigen. Auch bei dem vorher beschriebenen Verfahren wird nach dem Auflösen des Kopals die jeweils nötige Ölmenge zugegeben und wie zuerst beschrieben durch Blankkochen zu Lacken weiterverarbeitet.
In beiden Verfahren handelt es sich also um eine Zusammenmischung von Öl mit Harzkomponenten zu einem fertigen Lack.
Die Erfindung hat nun ein Verfahren zum Gegenstand, in welchem ebenfalls Leinöl, Ricinusöl, Sojaöl, Maisöl, Tallöl usw. oder deren Fett- oder Harzsäuren als Lösungsvermittler zur Anwendung kommen. Nach erfolgter Auflösung der Kopale wird jedoch der Aufschliessprozess bis zur Veresterungsreife der aufgeschlossenen Kopalmasse weitergetrieben und diesem Gemisch eine Teilmenge des zur Weiterverarbeitung zu Öllacken benötigten Öles, z. B. Holzöl, Dienöl, Leinöl usw., zugesetzt. Am vorteilhaftesten haben sich Teilmengen von je 25% ergeben.
Beispiel: 25 % Kopal
25 % Dienöl
oder 25 % Kopal
25 % Leinöl
oder 25 % Kopal
25 % Dienöl
25 % Holzöl
Dieses Gemisch wird nun einer gemeinsamen Veresterung mit mehrwertigen Alkoholen, etwa mit Glycerin oder Pentaerythrit, unterzogen und zu einem vollkommen neuen Zwischenrohstoff für die Lackindustrie umgeestert.
Zur Erleichterung des Verständnisses wird im Folgenden die praktische Ausführung des Verfahrens an Hand von Beispielen beschrieben. Der Geltungsbereich der Erfindung soll dadurch jedoch in keiner Weise eingeschränkt werden.
Beispiel 1. 25 % der gesamten zur Verarbeitung auf Öllack nötigen Menge Leinöl wird mit gleichviel Kopal zur Lösung gebracht und durch weiteres Erhitzen veresterungsreif gemacht. Zu der noch warmen Masse werden weitere 25 % Leinöl zugesetzt, das Ganze mit Glycerin dem Veresterungsprozess unterworfen und so weit abgeestert, dass das Gemisch in dem Masse säurefrei ist, dass es mit basischen Farben zu einem Fertigprodukt weiterverarbeitet werden kann. Die benötigte Glycerinmenge wird nach der Säurezahl des veresterungsreifen Gemisches berechnet.
Der gewonnene Zwischenrohstoff hat viskosen Charakter (etwa 10 cp bei 20°), hellbraune Farbe und ist in allen Kohlenwasserstoffen und üblichen Lösungsmitteln der Öllackindustrie löslich.
Beispiel 2. 75 Teile Kolophonium werden mit 25 Teilen Kopal bis zur Veresterungsreife ausgeschmolzen und mit 10 % trocknendem Öl (bezogen auf die Harzmenge) vermischt. Die Mischung wird mit Glycerin verestert, bis eine Säurezahl unter 20 erreicht ist.
Der gewonnene Zwischenrohstoff ist fest (Fp. bei 70°), hellbraun und in allen Kohlenwasserstoffen und üblichen Lösungsmitteln der Öllackindustrie löslich. Mit trocknenden Ölen geht er bei tiefer Temperatur in Lösung.
Beispiel 3. 75 Teile Tallöl werden mit 25 Teilen Kopal bis zur Veresterungsreife ausgeschmolzen und 10 % Holzöl (bezogen auf die Gesamtmenge Tallöl + Kopal) zugemischt. Die Mischung wird mit Glycerin verestert, bis die Säurezahl unter 20 liegt.
Der gewonnene Zwischenrohstoff hat eine Viskosität von 10 cp bei 20°, dunkelbraune Farbe und ist in den gebräuchlichen Lösungsmitteln der Öllackindustrie löslich. Er eignet sich zur Herstellung von Einbrennlacken.
Das erhaltene Präparat ist chemisch untrennbar. Auch ist wissenschaftlich noch nicht ermittelt, wie sich der neue Körper konstitutionell zusammensetzt. Die Vermutung einer Polymerisierung der Harzkomponenten liegt nahe. Aus dieser Urzelle lassen sich durch Zusätze von Öl Lacke für die verschiedensten Verwendungszwecke herstellen. Bemerkenswert ist auch, dass zu dieser Urzelle trocknende Öle, selbst Standöle, auf kaltem Wege zugesetzt werden können und vollkommen blank werden, so dass praktisch von einer Lackherstellung auf kaltem Wege gesprochen werden kann. Die aus dieser Urzelle hergestellten Lackfilme haben ganz überraschende Erfolge gezeigt. Ganz besonders hervorzuheben sind die wasserabweisenden Eigenschaften und die grosse Elastizität. Die aus dieser Urzelle hergestellten Einbrennlacke zeichnen sich durch grosse Haftfestigkeit aus, insbesondere die sogenannten Goldlacke, welche für die Konservenindustrie in Frage kommen, da die hier beschriebenen Lacke aus Naturstoffen bestehen und vollkommen giftfrei und geruchlos sind. In Bezug auf Lichtechtheit sind diese Lacke allen synthetischen Lacken und Lackharzen bei weitem überlegen, da die Naturstoffe aufbleichen, während die Kunststoffe zum Vergilben neigen. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist die Erfindung von grösster Bedeutung, weil die Preise der Naturstoffe bedeutend unter den Preisen der für die Herstellung von Kunstharzen nötigen Chemikalien liegen.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Lackzwischenrohstoffen unter Verwendung von Kopalen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopale mit Hilfe von Lösungsvermittlern gelöst, bis zur Veresterungsreife weiter erhitzt, mit ungesättigten Ölen oder deren Fettsäuren vermischt werden, worauf Veresterung dieser Mischungen mit mehrwertigen Alkoholen stattfindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsvermittler ungesättigte Öle oder deren Fettsäuren verwendet werden.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des dem veresterungsreifen Gemisch zugesetzten ungesättigten Öles oder dessen Fettsäure etwa 25 % der gesamten, zur Verarbeitung auf Öllack nötigen Ölmenge ausmacht.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als mehrwertiger Alkohol Glycerin verwendet wird.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als mehrwertiger Alkohol Pentaerythrit verwendet wird.

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