DEC0009505MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 15. Juni 1954 Bekanntgemacht am 7. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß die nach dem üblichen. Spinnverfahren hergestellten Fäden eine gefurchte Oberfläche
und eine Struktur haben, welche aus einer Haut und einem Kern besteht. Die Gestaltung der
Haut und des Kerns können durch Anfärben eines Querschnitts des Fadens unter bestimmten Bedingungen
mit passenden Farbstoffen festgestellt werden. Außer dem Unterschied in der Anfärbbarkeit
und dem Schiwellvermögen !zwischen der Haut und dem Kern, nimmt man an, daß die CeMulosemoleküle
der Haut in stärkerem Maße orientiert sind als die des Kerns.
Die Erfindung bezweckt, verbesserte Fäden aus Viskose zu erhalten, deren Haut wesentlich dicker
als bei den üblicherweise erhaltenen Fäden ist.
Nach der Erfindung besteht ein Verfahren zur
Herstellung künstlicher Fäden darin, Viskose zu verspinnen, welche mindestens o,i Millimol auf
ioo g Viskose, ein Mercaptothiazol von folgender allgemeiner Formel besitzt:
C —S —M
In dieser bedeutet M ein Wasserstoff- oder Metallatom oder ein basisches Radikal. Das Verspinnen
geschieht in einem wäßrigen Fällbad, welches Schwefelsäure, Natriumsulfat und Zinksulfat enthält.
Der Benzolring kann substituiert werden,
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C 9505 IVc/29 b
ζ. B. durch ein Halogen, oder der Benzolring kann
durch einen Naphthalinrest ersetzt werden.
Die bevorzugte geringste Konzentration für die
■ Zugabe zu der Viskose ist ι ■ Millirnol auf ioo g
Viskose, und die bevorzugte höchste Konzentration ist 5 Milliraal auf ioo g Viskose. Die erhaltenen
Fäden haben eine wesentlich dickere Haut als bisher, und durch Einstellen der Menge des zugefügten
Mercaptothiazols werden Fäden ohne gefurchte
ίο Oberfläche erhalten. Die Querschnittsgestaltung
und die Furchumg der Oberfläche der Fäden hängt
von dem jeweilig verwendeten Mercaptothiazol ab und von der Menge, welche zur Viskose zugefügt
wird. Es können Versuche erforderlich sein, um die Menge des Mercaptothiazols festzustellen, welche
erforderlich ist, um eine verlangte Querschnittsformu-ng und eine von Furchen freie Oberfläche zu
erhallten. Bei der Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung werden Metallsalze der Mercaptothiazole
den Ammonium- oder Aminsalzen der Mercaptothiazole vorgezogen, da die Metallsalze,
den Grad der Reifung der Viskose nicht wesentlich beeinflussen. Das Fällbad enthält vorzugsweise
Va bis 15% Zinksulfat.
Das bevorzugte Mercaptothiazol für die Erfindung ist Mercaptobenzthiazol in Gestalt eines
Natrium-Salzes.
Außer daß die Oberfläche nicht gefurcht ist und eine wesentliche Erhöhung in der Dicke der Haut
eintritt, zeigen die nach dem Verfahren der Anmeldung hergestellten Fäden eine geringere Wasserauf
nähme und einen vierminderten Gelschwellf äktor.
Beim Verspinnen nach der Erfindung wird die Entfernung von der Düse bis zu der Stelle, wo der
Faden neutralisiert wird, durch die Anwesenheit von Mercaptothiazol in der Viskose bedeutend vergrößert.
Nach der Erfindung kann nicht gereifte oder sogenannte grüne Viskose versponnen werden.
In der französischen Patentschrift 438 448 sind bereits Mercaptane (das sind Thiole oder Thiolalkohole),
Polymere solcher Mercaptane oder Salze oder Oxydationsprodukte angegeben. Die Beschreibung
und die Beispiele beziehen sich nur auf schwefelenthaltende Abkömmlinge von Glycerin.
Diese Verbindunigen wirken offenbar als Plastifizierungsmittel.
Sie werden vorzugsweise mit Hitze oder einem Aldehyd behandelt, um unlösliche harzartige
Produkte zu ergeben, und damit sie wirksam werden, müssen sie nach der Behandlung in dem
Celkdoseprodukt verbleiben.
Die Unterschiede zwischen der vorliegenden Erfindung
und dieser französischen Patentschrift können folgendermaßen zusammengefaßt werden:
i. Die Verbindungen nach der Erfindung sind aromatische Mercaptothiazole. Es sind keine Mercaptane,
wie sie im französischen Patent definiert sind, und dieses bezieht sich nirgends auf Thiazole
oder überhaupt auf irgendwelche aromatische Verbindungen.'
2. Die Mercaptothiazole bewirken die Änderung des'Spiniiverfahrens und erzeugen so Fäden mit
veränderten Eigenschaften. Etwas Derartiges ist ., im (französischen Patent nicht erwähnt.'
3. Die Thiazolverbindungen reagieren nicht mit '
der Viskose, und ihre Anwesenheit in dem fertigen Faden ist nicht wesentlich. Sie werden wahrscheinlich
bei der Nachbehandlung aus dem Faden ausgewaschen. Bei dem älteren Verfahren bleiben die
Verbindungen oder ihre Reaktionsprodukte in dem Faden, der Kleidung, der Appretur usw. und
wirken als Weichmachungs- oder Plastifizierungs- \ mittel.
In dem folgenden Beispiel sind die Prozente Gewichtsprozente.
Viskose mit 7,4% Cellulose, 7% Natriumhydroxyd
und ι,ι.°/ο·gebundenem Schwefel wurden
in der üblichen Weise hergestellt. Es wurden 1,5 Millimol auf ioög Viskose Natriumsalz von
Mercaptobenzthiazol zugegeben und die Viskose ι Stunde lang gemischt. Die Viskose war, nachdem
sie vom Beginn des Mischvorganges an 4.8 Stunden reifte und eine Salzzahl von 5,7 aufwies,
zum Spinnen fertig. ~
Die Viskose wurde durch eine Düse mit 750 Löchern von 0,076 mm Durchmesser in ein
wäßriges Bad versponnen, welches 9,5% Schwefelsäure, 20% Natriumsulfat und 4,5% Zinksulfat
enthielt. Die erhaltenen Fäden hatten 1550 den g0
und 750 Einzelfäden. Die Eintauchstrecke im Bad
war 61 cm und die Temperatur des Bades 480. Der Faden wurde mit einer Galette mit einer Geschwindigkeit
von 28 m in der Minute abgezogen und dann durch ein Bad mit verdünnter Schwefelsäure g5
geführt, dessen Temperatur bei 95° gehalten wurde, auf eine zweite Galette, welche schneller als die
erste Galette rotierte, so -daß der Faden eine Streckung von 80%' erhielt. Er wurde in einem
Zentrifugalspinntopf, der 4000 Umdrehungen in χΟο
der Minute machte, gesammelt. Der erhaltene Kuchen wurde frei von Säure gewaschen, in geeigneter
Weise appretiert und getrocknet.
Die Fäden hatten eine nicht gefurchte Oberfläche und waren im Querschnitt bohnenartig geformt.
Die Menge der Haut war mindestens 50% größer als bei Fäden, welche unter denselben Bedingungen/
ohne Zugabe von Mercaptobenzthiazol zur Viskose erhalten waren. Außerdem durchdrangen
sich die Grenzen zwischen der Haut und n0
dem Kern in stärkerem Maße. Die in der eben beschriebenen
Weise hergestellten Fäden und die aus nicht abgeänderter Viskose hergestellten wurden
angefärbt, um die Wirkung auf die Haut und den Kern zu zeigen. Die Versuche wurden ausgeführt ng
nach dem technischen Verfahren, welches in dem Textil Research Journal 1945, S. 443, beschrieben
ist. ■ ■ ■ .
In der Zeichnung zeigt ■ ■
Fig. ι einen gefärbten Querschnitt von Fäden aus unveränderter Viskose und
Fig. 2 einen gefärbten Querschnitt von Fäden in Gegenwart von Mercaptobenizthiazol versponnen.
Der bohnenförmige Querschnitt, die dicke Haut
und das Ineinandergreifen der Grenze zwischen der
Haut und dem Kern nach Fig. 2 steht im Gegen-
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C 9505 IVc/29b
satz zu dem im wesentlichen kreisförmigen. Querschnitt
der gefurchten Oberfläche der dünnen Haut und der scharfen Abgrenzung zwischen der Haut
und dem Kern der nicht veränderten Fäden nach Fig. i.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung regenerierterCellulosefäden mit dicker Haut durch Verspinnen von Viskose in ein Fällbad, welches Schwefelsäure, Natriumsulfat und Zinksulfatenthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Viskose mindestens o,i bis 5 Millimol auf .100 g Viskose Mercaptothiazol der allgemeinen FormelC —S —Menthält, wobei M ein Wasserstoff- oder Metallatom oder ein basisches Radikal bedeutet.Angezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 438 448.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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