DE99952C - - Google Patents

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DE99952C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44FSPECIAL DESIGNS OR PICTURES
    • B44F1/00Designs or pictures characterised by special or unusual light effects
    • B44F1/08Designs or pictures characterised by special or unusual light effects characterised by colour effects
    • B44F1/14Iridescent effects

Landscapes

  • Laminated Bodies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die meisten flüchtigen Pflanzen- und Mineralöle vertheilen sich bekanntlich, wenn sie als Tropfen ins Wasser fallen, mehr oder weniger rasch auf der Oberfläche in mehr oder weniger dünnen Schichten und veranlassen dabei die Entstehung von schönen Interferenzfarben, die leider sehr schnell wieder vergehen.
Den Gegenstand dieser Erfindung bildet ein Verfahren zum Festhalten dieser Interferenzfarben auf geeigneten Unterlagen in der Weise, dafs sich die Interferenzfarben nicht durch mechanische Einwirkungen von der Unterlage ablösen lassen.
Nach Muspratt's theoretischer, praktischer und analytischer Chemie, 3. Aufl., Band V, S. 896, ist es bekannt, mit Firnifs abgeriebene Farbstoffe auf eine Wasseroberfläche aufzubringen und nach dem Ausbreiten dadurch auf Papier zu übertragen, dafs man das Papier auf die farbige Wasseroberfläche legt und dann davon abzieht.
Nach diesem älteren Verfahren werden Farbstoffe oder Pigmentfarben benutzt, um marmorartige Papiere zu erlangen; dein gegenüber, liegt das Wesen des vorliegenden Verfahrens in der Festhaltung von Interferenzfarben ohne Benutzung von Farbstoffen oder Pigmentfarben.
Das Verfahren besteht darin, dafs man Tropfen von OeI oder öligen Gemischen auf die Oberfläche des in einem Behälter befindlichen Wassers träufelt und die durch Ausbreiten dieser Tropfen entstandenen farbigen Häutchen unter Ablassen des Wassers auf einer Papier- oder sonstigen Unterlage auffängt, die man vorher auf den Boden des Behälters gelegt hat.
Es empfiehlt sich, bei vollem Tageslicht zu arbeiten. Man kann das gewöhnliche geleimte Papier benutzen; indessen erzielt man ein noch besseres Festhaften, wenn man auf das vorher in eine Lösung von ammoniakalischem Zinkchlorid getauchte Papier eine Schicht von Klebstoff,, ζ. B. von Traganthgummi, aufträgt und dann das so behandelte Papier trocknet.
Statt Papier kann man auch irgend eine andere wasserdichte oder wasserdicht gemachte, etwas steife Unterlage mit glatter Oberfläche anwenden, beispielsweise Glas, Holz, Pappe, Faser, Sämischleder, Metalle, Häute oder passend appretirte Textilstoffe.
Nach Darlegung des Grundgedankens der vorliegenden Erfindung mögen die zur Ausführung der Erfindung dienenden Mittel näher beschrieben werden.
Durch Versuche ist festgestellt worden, dafs die beiden folgenden Mischungen die besten Ergebnisse liefern :
1. Eine schwarze Mischung von 0,920 mittlerer Dichtigkeit, zusammengesetzt aus:
50 Volumtheilen einer Lösung von Asphalt in Benzin von 0,920 Dichtigkeit und
50 Volumtheilen einer Lösung von Dammarharz in Benzin und von 0,920 Dichtigkeit.
2. Eine weifse Mischung von 0,935 mittlerer Dichtigkeit, zusammengesetzt aus:
50 Theilen einer Lösung von Dammarharz in Benzin und von 0,920 Dichtigkeit und
50 Theilen einer Lösung von Kolophonium in Benzin und von 0,950 Dichtigkeit.
Zum Fixiren der farbigen Häutchen auf hellem oder weifsem Grunde wendet man vortheilhaft diese zweite Mischung an.
Das Auffangen der Interferenzfarben kann mit der Hand in Behältern von begrenzter Gröfse geschehen. Diese Behälter, die aus Zink bestehen und gewöhnlich eine Länge von ι m, eine Breite, von 0,7 m und eine Höhe von 0,08 m haben, sind mit Hähnen versehen, um das Wasser in der erforderlichen Weise langsam abfliefsen zu lassen, nachdem das Häutchen gebildet ist, so dafs sich dieses auf die vorher untergetauchten Unterlagen regelmäfsig absetzt.
Man kann jedoch das Absetzen der Interferenzfarben auch auf mechanischem Wege erreichen, und zwar wie folgt:
Nahe dem Boden eines Gefäfses von den oben angegebenen Gröfsenverhältnissen wickelt man die bandförmige Unterlage auf eine Walze, die sich um eine Achse drehen läfst, welche in der Mitte des Behälters in der Richtung seiner Breite befestigt ist. Hierauf füllt man den Behälter mit Wasser und giefst die Farben erzeugende Mischung im Ueberschufs auf die Wasseroberfläche; die.farbigen Häutchen bilden sich dann nicht, da die Dicke der Schicht zu grofs ist. Nun wickelt man die untergetauchte Unterlage mit einer Geschwindigkeit von ungefähr einem Meter in der Minute mittelst eines Motors von der Walze ab; in dem Augenblick, wo die Unterlage aus der Oberfläche des Wassers auftaucht, bedeckt sie sich mit einem farbigen Häutchen. Das so gefärbte Band durchläuft dann heifse Kammern, um es zu trocknen und die Farben zu befestigen, worauf man das fertige Band auf einen Haspel wickelt.
Um das Absetzen zu dicker Schichten auf dem Bande -zu vermeiden, mufs man die Oberfläche der mit dem Bande in Berührung befindlichen Flüssigkeit zeitweilig mittelst eines Rührers zertheilen, der von dem Motor aus bewegt werden kann.
Wenn man das Häutchen durch Ablassen des Wassers auf der Unterlage auffängt, wie zuvor beschrieben wurde, so kann man nach der Bildung des Häutchens, und zwar vor dem Ablassen des Wassers zufällig entstandene Risse dadurch ausbessern, dafs man in die Oberfläche eine feine Spitze taucht, die mit der Farben erzeugenden Mischung benetzt ist.
Um zu vermeiden, dafs bei dem mit der Hand bewirkten Loslösen des Papiers von dem Boden des Gefäfses Risse entstehen, bringt man über dem jBoden des Behälters mit Hülfe eiserner Winkelbänder, die an den Rändern des Behälters mit Druckschrauben befestigt sind, ein mit Asphalt getränktes Holzbrett an. Auf dieses Brett wird die zu färbende Unterlage gelegt und nachher zusammen mit dem Brett aus dem Behälter herausgenommen. Man läfst das Papier dann noch so lange, etwa eine halbe Stunde, auf dem Brett liegen, bis der gröfste Theil des Wassers verdunstet ist, worauf man den Papierbogen an Schnüren aufhängt.
Damit das Papier nicht unter dem Einflufs von Luftblasen, die beim Untertauchen an seiner Oberfläche haften bleiben, nach oben schwimmen kann, drückt man es gegen das Brett mit Hülfe eines Metallgitters von gleicher Oberfläche. Durch gleichmäfsiges Andrücken dieses Gitters bringt man die Blasen zum Platzen, worauf man das Gitter entfernt.
Man kann den farbigen Häutchen das verschiedenste Aussehen geben. Wenn man einen Tropfen der vorhin genannten Mischungen aus einer senkrecht gehaltenen Pipette auf die Wasseroberfläche fallen läfst, so erhält man farbige Ringe, die mit den Newton'sehen Farbenringen Aehnlichkeit haben. Die Form der farbigen Figur wird eine andere, wenn man den Tropfen unter einem Winkel gegen die Wasseroberfläche schleudert. Läfst man gleichzeitig 2, 3 ... η Tropfen in beliebigen Abständen von einander fallen, so erhält man verschieden geformte Figuren, welche an diejenigen erinnern, die man nach der Theorie von Kirchhoff berechnen kann. Bringt man mit der Wasseroberfläche einen mit der Mischung getränkten geraden Seidenfaden in Berührung, so bilden sich sehr verwickelte Figuren. Noch andere Figuren erhält man, wenn man die Wasseroberfläche zur Zeit oder nach der Bildung des Häutchens schwach bewegt, z. B. dadurch, dafs man auf die Wasseroberfläche Schallwellen einwirken läfst, die man durch Singen oder Bewegen einer tönenden Vorrichtung erzeugen kann. Das Häutchen erscheint wie mit Punkten besäet, wenn man zuvor in der Mischung einen darin nicht löslichen Stoff, z, B. mit Bichromat behandeltes Gummi, vertheilt hat.
Legt man auf die Papier- oder andere Unterlage vor dem Absetzen des Häutchens eine Schablone, so kann sich das Häutchen nur an den Stellen auf der Unterlage fixiren, wo die Ausschnitte der Schablone die Unterlage frei lassen. Auf diese Weise kann man die verschiedenartigsten Zeichnungen und Muster bilden.
Man kann auch die bereits mit dem farbigen Häutchen versehenen Bogen oder Unterlagen durch theilweises Wiederauflösen der Häutchen mit allerlei Mustern oder Zeichnungen versehen.
Macht man auf dem farbigen Papier mit einem Druckstock, der mit Druckerschwärze versehen ist, in gewöhnlicher Weise einen Abzug, so werden alle Theile des Häutchens, die von den vollen Stellen des Druckstockes ge-
troffen werden, aufgelöst und mit Druckerschwärze bedeckt. Statt mit Druckerschwärze kann man den Druckstock auch mit Benzin oder Terpentinöl bestreichen oder darin eintauchen.
Legt man den farbigen Papierbogen mit der Rückseite auf ein aus parallelen Stäben bestehendes Gitter, dessen Stäbe man zuvor mit Benzin bestrichen hat, dann werden die den Stäben entsprechenden Stellen des Häutchens durch Osmose aufgelöst, so dafs der Bogen farbige Streifen aufweist, deren Breite den Zwischenräumen zwischen den Gitterstäben entspricht. Mit Hülfe anders gestellter Gitter kann man auf diese Weise andere Muster erhalten.
Endlich kann man das farbige Papier auch in bekannter Weise durch Einpressen von Verzierungen mustern.

Claims (7)

  1. Patent-An Sprüche:
    ι. Ein Verfahren zum Festhalten von Interferenzfarben auf Papier oder anderen geeigneten Unterlagen, darin bestehend, dafs man die durch Ausbreiten von OeI oder öligen Gemischen auf Wasser erzeugten farbigen Häutchen unter Ablassen des Wassers auf einer vorher in dem Wasser untergetauchten Unterlage auffängt.
  2. 2. Das unter ι. bezeichnete Verfahren dahin abgeändert, dafs man die in dem Wasser untergebrachte Unterlage durch eine auf dem Wasser schwimmende Schicht von OeI oder dergl. nach aufsen hindurchzieht.
  3. 3. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch ι oder 2 eine schwarze Mischung, bestehend aus einer Lösung von Asphalt in Benzin und einer Lösung von Dammarharz in Benzin, sowie gewünschtenfalls aus einem unlöslichen Stoff.
  4. 4. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder · 2 eine weifse Mischung, bestehend aus einer Lösung von Dammarharz in Benzin und einer Lösung von Kolophonium in Benzin, sowie gewünschtenfalls aus einem unlöslichen Stoff.
  5. 5. Das unter 1. bezeichnete Verfahren dahin ergänzt, dafs man die Wasseroberfläche zur Zeit oder nach der Bildung des Häutchens schwach bewegt, um den von den Farben des Häutchens gebildeten Figuren eine andere Form zu geben.
  6. 6. Das unter 1. oder 2. bezeichnete Verfahren dahin abgeändert, dafs man einzelne Stellen der Unterlage mit Schablonen oder dergl. bedeckt, um das Absetzen des Häutchens nur auf den unbedeckten Stellen der Unterlage zuzulassen und dadurch Muster oder Zeichnungen zu erzeugen.
  7. 7. Das unter 1. oder 2. bezeichnete Verfahren dahin ergänzt, dafs man einen Theil des Häutchens von der Unterlage durch Bedrucken oder Auflegen der Unterlage auf beliebig gestaltete, mit Auflösungsmitteln versehene Gitter oder andere Formen entfernt, ebenfalls zu dem Zweck, beliebige Muster oder Zeichnungen zu erzeugen.
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