DE99545C - - Google Patents

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DE99545C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B17/00Azine dyes

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  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
^PATENTSCHRIFT
KLASSE 22,Jp Farbstoffe, Firnisse, Lacke,
in GRIESHEIM a. M.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Februar 1898 ab.
Durch die von der ßadischen Anilin- und Sodafabrik ausgeführte Darstellung der am Stickstoff alkylirten Eurhodine (Deutsches Reichs-Patent Nr. 66361) ist zuerst die Thatsache bekannt geworden, dafs für die Construction eines Farbstoffmolecüls der Indulin- bezw. Safraninreihe (Azoniumfarbstoffe) der Zusammentritt dreier aromatischer Kerne nicht wesentlich sei. Vielmehr entstehen bereits wohlcharakterisirte Indulin- bezw. Safraninfarbstoffe durch Anfügung eines aliphatischen Kohlenwasserstoffrestes an den MesostickstofF der amidirten Azine. Solche Meso-Alkylderivate der Phenazin- und Naphtophenazinreihe sind verschiedentlich hergestellt worden, unbekannt aber sind bis jetzt die entsprechenden Abkömmlinge des Naphtazins. Die Existenzfähigkeit und der Werth dieser fehlenden Glieder der Azoniumreihe wurde nachgewiesen, indem beispielsweise das von Fischer und Albert (Ber. d. d. ehem. Ges. 1896, S. 2086) dargestellte a-Amidoderivat des symmetrischen α ß-Naphtazins
=N-
NH,
mit Jodmethyl und Holzgeist bei 150° behandelt wurde, wobei ein wasserlöslicher, alkaliechter, rother Farbstoff erhalten wurde.
Benutzt man zur Darstellung des homologen Aethylproductes das a-Nitrosoäthyl-ß-naphtylamin und erhitzt dieses in alkoholischer Lösung mit a-Naphtylamin und salzsaurem a-Naphtylamin, so entsteht, wie gefunden wurde, nur wenig wasserlöslicher Farbstoff, das Hauptproduet ist ein spritlöslicher Körper. Ebenso ungünstig verläuft die Reaction, wenn man in Analogie mit dem Herstellungsverfahren des Indulinscharlachs der Badischen Anilin- und Sodafabrik (Schultz und Julius, Tabellar. Uebersicht der künstl. organ. Färbst., 3. Aufl., Nr. 450) Azoderivate des Aethyl-ß-naphtylamins mit α - Naphtylamin in Gegenwart von salzsaurem a-Naphtylamin in Phenollösung erhitzt. Auch hier erhält man, bei welcher Temperatur man auch arbeitet, nur minimale Mengen wasserlöslichen Farbstoffs. Es bildet sich unter Abspaltung von Ammoniak wie bei dem Nitrosoderivat ein spritlöslicher Körper, der vielleicht als Meso-Aethylnaphtazoniumchlorid anzusprechen sein dürfte:
Die Condensation von ß-Oxynaphtochinonimid mit Aethylnaphtylendiamin (NH2: NHC2 U5, 1:2) führt gleichfalls zu keinem technisch brauchbaren Resultate.
Im Gegensatze zu den bisher erwähnten Verfahren lassen sich die gesuchten wasserlöslichen Farbstoffe in bequemer und ergiebiger Weise darstellen, wenn man die Processe der Reduction und darauf folgenden Oxydation, welche von den Azokörpern zu den Azoniumfarbstoffen führen, statt durch eine Schmelze in einem geeigneten Lösungsmittel zur Ausführung bringt, wobei man der Abscheidung der Spaltungsproducte aus den angewendeten Azokörpern in reiner Form überhoben ist.
Am einfachsten gestaltet sich dieses Verfahren, wenn man das leicht zugängliche 04-Naphtalinazoäthyl -P1- naphtylamin zum Ausgangsmaterial wählt, da durch reducirende Spaltung dieses Körpers direct das zur Gewinnung des Amidoäthylnaphtazoniumchlorids geeignete Basengemisch erhalten' wird.
Beispiel: 3,3 Theile U1 -Naphtalinazoäthyl-P1-naphtylamin werden mit 30 Theilen Eisessig zum Sieden erhitzt und durch Zusatz von 6 Theilen Zinkstaub reducirt. Die farblose Flüssigkeit wird filtrirt, mit Wasser verdünnt und mit. einer Lösung von 1,7 Theilen Kaliumbichromat in 60 Theilen Wasser oxydirt. Die Bildung des Farbstoffs geht schnell von statten. Man scheidet denselben nach Zusatz von 2 Theilen Salzsäure (200 B.) mit Kochsalz ab. Anstatt in Eisessig kann die Reduction auch in einem Gemisch von 25 Theilen Benzol und 10 Theilen Eisessig ausgeführt werden, wobei das Benzol vor der Oxydation mit Wasserdampf abgetrieben wird.
Das A1-(p)-Amido-meso-älhyl-sym. Ct1P1-Naphtazoniumchlorid stellt ein rothes, in Wasser mit rein rother Farbe lösliches Pulver dar. In Alkohol löst sich der Farbstoff leicht mit stark gelbbrauner Fluorescenz. Die Lösung in concentrirter Schwefelsäure ist blau und geht beim Verdünnen mit Wasser durch Grüngelb nach Roth. Die Farbbase wird aus der wässerigen Lösung des Salzes mit Natronlauge in rothvioletten Flocken gefällt.
Wolle, Seide und tannirte Baumwolle werden von dem Farbstoff in scharlachrother Nuance angefärbt. Von wesentlichem Vortheil ist hierbei, dafs bei den auf den verschiedenen Fasern hervorgerufenen Färbungen die gleiche Nuance von derselben Echtheit erzielt wird. Aus diesem Grunde eignet sich der Farbstoff gut zum Färben gemischter Gewebe, z. B. der Halbwolle.
Auch im Baumwolldruck kann der Farbstoff mit Vortheil verwendet werden.
Sämmtliche Färbungen sind echt gegen Licht, Säuren und Alkalien. Bemerkenswerth · ist ferner die Schwefelechtheit der Wollfärbung und die vollständige Wasserechtheit der Seidenfärbung. . . ■■ . ■

Claims (2)

Pate nt-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung rother basischer Naphtazoniumfarbstoffe durch Oxydation von A1-Amido-P1-alkylamidonaphtalin mit α - Naphtylamin.
2. Ausführungsform des Verfahrens des Anspruchs ι unter Verwendung von eij-Amido-B1-äthylamidonaphtalin.
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