DE971243C - Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen

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DE971243C
DE971243C DEW5911A DEW0005911A DE971243C DE 971243 C DE971243 C DE 971243C DE W5911 A DEW5911 A DE W5911A DE W0005911 A DEW0005911 A DE W0005911A DE 971243 C DE971243 C DE 971243C
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Dipl-Kfm Ludwig Weber
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B49/00Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated
    • C10B49/16Destructive distillation of solid carbonaceous materials by direct heating with heat-carrying agents including the partial combustion of the solid material to be treated with moving solid heat-carriers in divided form
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10CWORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
    • C10C1/00Working-up tar
    • C10C1/19Working-up tar by thermal treatment not involving distillation

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung eines Gases von hohem Heizwert sowie eines hochwertigen, thermisch nicht zersetzten Teeres beim Betriebe von Brennstaubfeuerungen, z. B. bei Kesselfeuerungen, für Kraftwerksanlagen.
  • Der Grad der Mahlba-keit der einzelnen Brennstoffe zur Erzeugung von Brennstaub ist sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht von ausschlaggebender Bedeutung für den Einsatz von Brennstaubfeuerungen. Härte, Zähigkeit und Höhe des Feuchtigkeitsgehaltes des zu verarbeitenden Brennstoffes sind die bestimmenden Faktoren sowohl für die Mühlenleistung als auch für den erforderlichen Kraftaufwand und den eintretenden Verschleiß. In Teuerungstechnischer Hinsicht kommen zusätzlich die Höhe des Zündpunktes sowie der Grad der Reaktionsfähigkeit sowie der Verbrennlichkeit des erzeugten Brennstaubes in Betracht.
  • Gegenüber den Rohkohlen besitzen im allgemeinen die entgasten Brennstoffe, in der Hauptsache die in den üblichen Kokerei- bzw. Gaswerksöfen erzeugten Hochtemperaturkokse, eine wesentlich geringere Mahlbarkeit; der Verschleiß der Zerkleinerungseinrichtungen erreicht deshalb oftmals eine untragbare Höhe. Neben dem hohen Verschleiß werden auch der hohe Zündpunkt sowie die träge Reaktionsfähigkeit und schwere Verbrennlichkeit des aus dem üblichen Hochtemperaturkoks erzeugten Brennstaubes als schwerwiegender Nachteil empfunden.
  • Ein weiterer wichtiger Nachteil liegt in dem gegenüber Rohkohlen sehr viel höheren Heizwertpreis der heute erhältlichen entgasten Brennstoffe. Die Ursache hierfür ist in den sehr hohen Entgasungskosten zu sehen, welche die heutigen Entgasungseinrichtungen, d. h. die üblichen Kokerei- bzw. Gaswerksöfen, erfordern. Hohes Anlagekapital, periodische Betriebsweise, sehr lange Entgasungszeiten von 12 bis 2o Stunden je nach Breite und Inhalt der Entgasungskammern usw. führen zu diesen hohen Entgasungskosten, die in einer entsprechenden Erhöhung des Heizwertpreises des Entgasungsrückstandes, d. h. des Kokses, ihren zwangläufigen Ausdruck finden müssen. Verschlechterung der Mahlbarkeit in Verbindung mit einer Erhöhung des Heizwertpreises sowie mangelhafte feuerungstechnische Eigenschaften stehen bisher einer Verwendung von entgasten Brennstoffen zur Erzeugung von Brennstaub entgegen.
  • Andererseits besteht jedoch ein sehr großer und ungedeckter Bedarf an Gas von hohem Heizwert, wie dies in der Hauptsache durch die Entgasung von gasreichen und bituminösen Brennstoffen erzeugt wird; dasselbe gilt für hochwertige, d. h. thermisch nicht zersetzte und daher ölreiche Teere. Nun bieten die bisherigen Verbrauchsstellen von Hochtemperaturkoks, vor allem die Hochöfen, Zentralheizungen usw., keine Aussicht, den künftigen Koksverbrauch in solchem Umfange zu steigern, daß die bei einer zusätzlichen Erzeugung von Entgasungsgas in Kokerei- bzw. Gaswerksöfen anfallenden zusätzlichen Koksmengen aufgenommen werden könnten. Da jedoch der Zwang zur zusätzlichen Erzeugung von Entgasungsgas besteht, so ist es demnach erforderlich, für den dabei anfallenden Entgasungsrückstand neue Verbrauchsstellen zu erschließen. Als ein derartiges, sehr aufnahmefähiges Absatzgebiet werden die industriellen Feuerungsanlagen und insbesondere die mit Brennstaubfeuerungen ausgerüsteten Kesselanlagen bei Kraftwerken usw. angesehen. Derartige Verbrauchsstellen stellen jedoch ihrerseits weitgehende Anforderungen an die Eigenschaften der zu verfeuernden Brennstoffe, und zwar sowohl in bezug auf deren Mahlbarkeit als auch auf deren feuerungstechnische Eigenschaften wie Zündpunkt, Reaktionsfähigkeit und Verbrennlichkeit. Schließlich darf bei derartigen Verbrauchsstellen der Heizwertpreis des entgasten Brennstoffes denjenigen der bisher verfeuerten Rohkohlen keinesfalls übersteigen.
  • Die Erfindung stellt eine Lösung dieser mehrfachen Aufgabe dar. Sie geht dabei von der Erkenntnis aus, daß in erster Linie an die Stelle der bisherigen Entgasungstechnik eine solche Art der Entgasung zu treten habe, daß neben der Erzeugung eines Entgasungsgases von hohem Heizwert und eines hoch-,vertigen Teeres die bisher mit der Entgasung verbundene Steigerung des Heizwertpreises des entgasten Brennstoffrückstandes vermieden wird.
  • Gleichzeitig muß die bisherige Verschlechterung der Mahlbarkeit und der feuerungstechnischen Eigenschaften eine so weitgehende Abschwächung erfahren, daß die angestrebte Verwendung des entgasten Rückstandes als Brennstaub in der Praxis nicht mehr behindert wird.
  • Es ist bekannt, gut mahlfähigen Schwelkoks für Staubfeuerungen beispielsweise durch Tieftemperatur-@erkol:ung herzustellen, da hierbei weniger graphitierte Anteile entstehen, die die Mahlfähigkeit insbesondere des normalen Kokses beeinträchtigen. Entweder verzichtet man dabei aber auf eine möglichst weitgehende Gewinnung der Kohlewertstoffe, oder es bedarf mit dem üblichen Verfahren derart langer Behandlungszeiten, daß der erzeugte Schwelkoks nicht zur Vermahlung und Verwendung in Staubfeuerungen abgesetzt werden kann, da er zu teuer ist.
  • Allgemein sind Verfahren zur thermischen Behandlung von Brennstoffen bekannt, die auf dem Prinzip beruhen, den Brennstoff durch unmittelbaren Kontakt mit aufgeheizten, festen Körpern zu erhitzen. Bei einem älteren bekannten Verfahren (deutsche Patentschrift 189 32q.) werden Briketts zum Trocknen oder Verkoken in erhitzten Sand eingebettet und der Sand nach einer Behandlungsdauer abgesiebt, um wieder in den Kreislauf eingeführt zu werden. Irgendwelche bestimmten Angaben, auf Grund deren der Brennstoffrückstand unter weitgehender Gas- und Teergewinnung für die Verarbeitung von Brennstaub besonders geeignet erschiene, werden dabei nicht gemacht.
  • In einem ferner bekannten Verfahren zur Destillation fester Brennstoffe (deutsche Patentschrift 375 46=) werden als umlaufende erhitzte Festkörper Eisenkugeln von roo bis 125 mm Durchmesser verwandt. Diese sollen gleichzeitig in der Anpassung an die Grenzbedingungen einer Tieftemperaturveikokung die Wärme einführen und gleichzeitig durch Transport des Brennstoffwärmeträgergemisches durch eine Drehtrommel den entstehenden Halbkoks in Stücke schlagen. Wenn sich dieser Halbkoks nach dem Vorhergesagten unter Umständen gut zu Brennstaub vermahlen ließe, so ist doch die Kohlewertstoffgewinnung bei diesen Verfahren unzureichend. Im übrigen ist trotz einer vorhandenen Relativbewegung zwischen Brennstoff und Eisenkugeln die Behandlungsdauer zu lang, da die großen Kugeln in der Summe nur eine kleine Oberfläche für den Wärmeübergang bieten.
  • Zur Beschleunigung von Destillationsvorgängen mit Hilfe erhitzter Festkörper ist es bekannt, das Destillationsgut und den Wärmeträger, z. B. Sand, bei entsprechender Zerkleinerung zu einem im wesentlichen homogenen Gemenge zu vermischen und das Gemisch durchzurühren (deutsche Patentschrift 399 o32). Die Mischkomponenten sollen und können nach dem Destillationsvorgang nicht ohne weiteres voneinander getrennt werden, so daß gar kein Rückstand entsteht, der zur Weiterverarbeitung auf Brennstaub geeignet wäre.
  • Somit ist .grundsätzlich die Verwendung erhitzter fester Stoffe als Wärmeträger, auch für die Wärmebehandlung von Brennstoffen, bekannt. Relativbewegungen zwischen dem Wärmeträger und dem Brennstoff sind ebenfalls bekannt. Auch sind die Erkenntnisse, welche Forderungen man an einen gut mahlfähigen und zündfähigen Brennstaub stellen muß, Allgemeingut der Technik. Die Erfindung schafft durch den Vorschlag der Anwendung fester Wärmeträger und zusätzlicher Maßnahmen, nämlich hinsichtlich einer im Vergleich zum Brennstoff bestimmten Wärmeträgermenge, einer Temperaturangabe und einer Angabe, bis zu welchem Restgehalt an flüchtigen Bestandteilen die Entgasung und Entleerung getrieben werden soll, eine Verbindung in der Erkenntnis, daß auf die angegebene Weise eine hohe Gutschrift an gewonnenem Gas und umzersetztem Teer, und gleichzeitig durch eine Schnellvergasung ein tragbarer Preis für ein zudem gut mahliähiges Produkt für die Brennstaubfeuerung erzielt wird.
  • Die Durchführung der Erfindung wird von folgenden Gesichtspunkten gelenkt Ar Stelle der heute fast ausschließlich herrschenden, periodisch betriebenen Entgasung durch mittelbare Wärmeübertragung in außenbeheizten Kammern tritt bei dem neuen Verfahren eine unmittelbare Wärmeübertragung auf den zu entgasenden Brennstoff in stetiger Betriebsweise, und zwar so, daß jedes einzelne Brennstoffstück allseitig von einem erhitzten feinkörnigen oder kleinstückigen Wärmeträger, z. B. Sand, Feinerzen usw. oder kleinen Kugeln oder Stücken mit einem Durchmesser von etwa i bis io mm od. dgl., umgeben ist. Im allgemeinen wird die zwei- bis vierfache Gewichtsmenge an Wärmeträgern dem Brennstoff zugemischt, wobei die Temperaturhöhe derartiger Wärmeträger je nach den Verhältnissen des Einzelfalles zwischen 6oo und goo° C schwankt. Dieses Gemisch, bestehend aus den in den erhitzten Wärmeträger eingebetteten Brennstoffstücken, wird in einer stetigen Bewegung gehalten, und zwar so, daß ständig neue Teile des Wärmeträgers mit der Oberfläche des einzelnen Brennstoffstückes in eine unmittelbare Berührung gebracht werden. Eine Relativbewegung zwischen den einzelnen Brennstoffstücken und dem erhitzten Wärmeträger, -wie sie beispielsweise in Drehöfen mit eingebauten Spiralen, Wendeleisten, Mitnehmertaschen od. dgl. zu erzielen ist, führt zu einer besonders schnellen und intensiven Wärmeübertragung auf den zu entgasenden Brennstoff. Falls die Größe der einzelnen Brennstoffstücke etwa io bis 30 mm beträgt, so ist der Wärmeaustausch in wenigen Minuten vollzogen und damit die angestrebte weitgehende Entleerung und Entgasung des Brennstoffes bis zu einem Restgehalt von etwa 5 bis io °/o flüchtiger Bestandteile im Rückstand des Brennstoffes erreicht. Grundsätzlich sind jedoch auch die sonstigen Stückgrößen, desgleichen auch Kohlenschlamm, Windsichterstaub usw. für das neue Verfahren verwendbar.
  • Die außerordentliche Verkürzung der Entgasungszeiten in Verbindung mit dem Übergang zur stetigen Betriebsweise führt erst einmal zu einer außerordentlichen Senkung der Entgasungskosten und damit des Heizwertpreises des entgasten Rückstandes; damit wird von der wirtschaftlichen Seite her die entscheidende Voraussetzung zur Verbindung einer Gas- und Teergewinnung mit der Brennstaubfeuerung geschaffen. Außerdem bietet diese Schnellvergasung jedes einzelnen Brennstoffstückes die Gelegenheit, sowohl das Gefüge der entgasten Brennstoffstücke zur Verbesserung ihrer Mahlbarkeit als auch ihre feuerungstechnischen Eigenschaften in Richtung auf die besonderen Anforderungen der Brennstaubfeuerung zu beeinflussen.
  • Im Entgasungsverlauf jeder bituminösen Kohle liegt ein bestimmter Punkt, an dem für diese Kohle bzw. für den daraus erzeugten entgasten Rückstand das Optimum seiner Mahlbarkeit erreicht wird. Dieser Punkt läßt sich durch einen darauf abgestellten Entgasungs- und Mahlversuch ermitteln. Der Vorteil des neuen Entgasungsverfahrens besteht nun darin, daß sich seine Durchführung und damit der Entgasungsverlauf weitgehend an die Eigenschaften der zu entgasenden Kohle zwecks Erreichung dieses Optimums an Mahlbarkeit des entgasten Rückstandes anpassen läßt. Der Weg hierzu liegt in erster Linie in der Bemessung der je Zeiteinheit an die zu entgasende Kohle heranzuführende und zu übertragende Wärmemenge sowie deren Temperaturhöhe. Die entsprechende Maßnahme besteht demgemäß in einer entsprechenden Regelung von Menge und Temperatur des der Rohkohle zuzumischenden Wärmeträgers.
  • Um die Wärmeübertragung auf die Rohkohle zwecks Beeinflussung des sich bildenden Gefüges des in der Entgasung befindlichen Brennstoffes besonders wirksam zu gestalten, kann es zweckmäßig sein, die zur vollen Entteerung und Entgasung der Rohkohle erforderliche Menge von Wärmeträgern nicht auf einmal, sondern in mehreren Teilmengen der Rohkohle beizumischen, wobei weiterhin diese einzelnen Teilmengen des Wärmeträgers eine unterschiedliche Temperaturhöhe besitzen können. Die Durchführung dieser Maßnahme kann beispielsweise durch die Anwendung mehrerer Kreisläufe des Wärmeträgers erfolgen. Durch eine derartige Anpassung der Wärmeübertragung an die Eigenschaften der zu entgasenden Kohle gelingt es, die der Rohkohle eigne Härte und Zähigkeit in eine solche Sprödigkeit des entgasten Rückstandes umzuwandeln, daß die Mahlbarkeit desselben den Anforderungen der Brennstaubfeuerung entspricht.
  • Die schwere Mahlbarkeit der in den Kokerei- bzw. Gaswerksöfen: erzeugten Entgasungsrückstände, d. h. der Hochtemperaturkokse, wird wesentlich durch eine starke Graphitierung der Oberfläche des Koksgefüges verursacht. Diese Graphitierung ist die Folge der in den heutigen Entgasungseinrichtungen unvermeidlichen und weitgehenden Zersetzung der während der Kohlenentgasung sich bildenden Teerdämpfe. Bei Anwendung des neuen Verfahrens läßt sich demgegenüber dieser unerwünschte Vorgang völlig vermeiden. Dies rührt daher, daß im Gegensatz zur Betriebsweise der Kokerei- bzw. Gaswerksöfen bei dem neuen Verfahren die Entgasungseinrichtungen nur mit einer so dünnen Schicht der zu entgasenden Kohle arbeiten, daß die sich bildenden Teerdämpfe sogleich die heiße Umgebung verlassen und in die kühleren Teile der Entgasungseinrichtung abziehen können. Eine thermische Zersetzung der Teerdämpfe und als Folge davon eine Ausscheidung von fixem Kohlenstoff und Teerkoks sowie deren Niederschlag auf der Oberfläche des entstehenden Entgasungsrückstandes, d. h. dessen Graphitierung, wird demnach wirksam vermieden, obwohl der Vergasungsprozeß bei hoher Temperatur abläuft. Wird beispielsweise zur Durchführung des neuen Verfahrens ein Drehofen verwendet, so füllt das Gemisch aus Kohle und Wärmeträger nur etwa ein Drittel des Innenraumes des Drehofens aus, so daß den Teerdämpfen ein schnelles Entweichen aus der heißen Entgasungsphase möglich ist. Die über dem Gemisch verbleibenden zwei Drittel des Innenraumes des Drehofens bilden den Sammelraum für die sich im unteren Drittel bildenden Gase und Teerdämpfe; sie können aus diesem Sammelraum an einer oder mehreren Stellen sogleich abgezogen und damit völlig aus der Gefahrenzone entfernt werden. Diese Maßnahme läßt sich noch dadurch verbessern, daß dieser Sammelraum dauernd von Wasserdampf durchspült wird; auf dies Weise wird ein besonders hochwertiger und vor allem ölreicher Teer gewonnen, was an sich bekannt ist.
  • Die eint- oder mehrstufige Abführung der sich bildenden Teerdämpfe bildet kein Hindernis, daß die Entgasung des bereits entteerten Rückstandes anschließend auf eine höhere Temperaturstufe getrieben wird, um die Gasausbeute zu vermehren und den Restgehalt der im Entgasungsrückstand verbleibenden flüchtigen Bestandteile, insbesondere zwecks Beeinflußung des Zündpunktes, der Reaktionsfähigkeit und Verbrennlichkeit, auf ein bestimmtes Ausmaß, z. B. 5 bis io °/o, zu bringen.
  • Zwecks Ausnutzung des Wärmeinhaltes sowie zur Vermehrung der Gasausbeute durch eine Wassergaserzeugung kann es ferner vorteilhaft sein, nach baendeter Entteerung und Entgasung in das heiße Gemisch aus entgastem Brennstoff und Wärmeträger Wasserdampf einzuleiten, zumal eine derartige ebenfalls bekannte Maßnahme in, manchen Fällen geeignet ist, die Härte des entgasten Brennstoffrückstandes herabzusetzen und damit dessen Mahlbarkeit zu verbessern.
  • Das Zusammenführen und innige Vermischen der zu entgasenden Rohkohle mit dem erhitzten Wärmeträger bietet keine Schwierigkeit. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für das Trennen der beiden Stoffe nach beendeter Entteerung und Entgasung. Unter Ausnutzung der unterschiedlichen Stückgrößen, der unterschiedlichen spezifischenGewichteoderdesmagnetischenVerhaltens ; erfolgt die Trennung entweder durch Siebvorrichtungen, durch Ausschleudern, durch Magnetscheidung oder andere, an sich bekannte Trennungsvorrichtungen.
  • Der von dem entgasten Brennstoffrückstand abgetrennte Wärmeträger wird im Kreislauf gehalten und einer erneuten Aufheizung zugeführt. Diese Aufheizung kann sowohl mit Hilfe der in der Brennstaubfeuerung erzeugten Wärme, z. B. innerhalb der Kesselfeuerung, oder unter Verwendung der heißen Abgase derselben, erfolgen. Es kann je nach Lage des Einzelfalles jedoch auch zweckmäßig sein, eine besondere Vorrichtung und Wärmequelle, z. B. einen gasgefeuerten Dreh- oder Tellerofen, zur erneuten Aufheizung des Wärmeträgers zu verwenden.
  • Schließlich kann es zur Verbesserung der Mahlbarkeit des entgasten Rückstandes oder zur Beeinflussung von dessen feuerungstechnischen Eigenschaften von Vorteil sein, dem entgasten Brennstoffrückstand vor seiner Vermahlung einten gewissen Anteil, z. B. 2o v. H., der Rohkohle beizumischen. Für diesen Zweck können beispielsweise die Stückgrößen unter io mm oder Kohlenschlamm, Winidsichterstaub usw. verwendet werden.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen, wobei nach der Entgasung der Schwelkoks gemahlen wird, dadurch gekennzeichnet, daß bituminöse Brennstoffe in an sich bekannter Weise mit erhitzten feinkörnigen oder kleinstückigen Wärmeträgern innig gemischt werden und diese Mischung in steter Bewegung gehalten wird und bei Anwendung einer zwei- bis vierfachen Gewichtsmenge eines auf 6oo bis goo° C erhitzten Wärmeträgers und einer bei einer Stückgröße des Brennstoffes von io bis 30 mm wenige Minuten, dauernden Wärmeübertragung ein Schwelkoks mit einem Restgehalt von 5 bis io °/a an flüchtigen Anteilen erzeugt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Entteerung und Entgasung des Brennstoffes in Anwesenheit von Wasserdampf erfolgt und die Entfernung der sich bildenden Teerdämpfe aus dem Entgasungsraum schnell, z. B. an mehreren Stellen, vorgenommen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entteerung und Entgasung des Brennstoffes in mehreren Stufen bzw. durch mehrere in der Temperaturhöhe unterschiedliche Kreisläufe des Wärmeträgers erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch r bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an die Entteerung und Entgasung des Brennstoffes Wasserdampf in das heiße Gemisch aus Wärmeträger und entgastem Brennstoff eingeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach beendeter Entteerung und Entgasung der feinkörnige bzw. kleinstückige Wärmeträger durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch Sieben,. Ausschleudern, Magnetscheidung od: dgl., von dem entgasten Brennstoffrückstand abgetrennt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeträger in, einem oder mehreren Kreisläufen gehalten wird, wobei seine jeweilige erneute Aufheizung entweder mit Hilfe der nachgeschalteten Brennstaubfeuerung, z. B. der Kesselfeuerung bzw. deren heißen Abgasen oder aber mit Hilfe einer basonderen Vorrichtung und durch eine besondere Wärmequelle, z. B. einen gasgefeuerten Dreh- oder Tellerofen od. dgl., erfolgt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem entteerten und entgasten und von dem Wärmeträger abgetrennten Brennstoffrückstand vor seiner Vermahlung zu Brennstaub ein Anteil an Rohkohle, z. B. 2o v. H., zugemischt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 399 032, - 375 461, 189 324; französische Patentschriften Nr. 617 522, 627 415, 494 181; britische Patentschriften Nr. 301775, 586 391; Adolf Thau, »Kohlenschwelung«, 1938, S.163; »Brennstoff- und Wärmewirtschaft«, 24. Jahrgang (1942), S.7ff; Thäu, »Brennstoffschwelungcc, Bd. I, 1949, S. 129; Bleibtreu, »Kohlenstaubfeuerungen«, 1922, S. ro.
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