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Befehlsübertragungsanlage mit mehreren als Drehmelder ausgebildeten
Befehlsgebern Zusatz zuin Patent 943 055 Im Hauptpatent ist eine Befehlsübertragungsanlage
beschrieben, bei der mehrere als Drehmelder ausgebildete Befehlsgeber auf denselben
Empfänger bzw. eine Mehrzahl parallel geschalteter Empfänger arbeiten, so daß der
an die Empfangsstelle zu übermittelnde Befehl von verschiedenen Stellen aus eingestellt
werden kann. Als Befehlsgeber und -empfänger werden die bekannten Wechselstrominduktionsfernzeigersysteme
benutzt, die alle parallel an die Adern der Fernübertragungsleitungen angeschlossen
sind und bei denen Geber und Empfänger ihre Rollen vertauschen können, so daß die
Verstellung auch nur eines der Geber oder Empfänger eine ebensolche Verstellung
aller übrigen Geräte zur Folge hat. Insbesondere also nehmen bei diesen Systemen
sämtliche Befehlsgeber stets die gleiche Befehlsstellung ein.
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Zur Verstellung der Befehlsgeber dienen bei der vorgeschlagenen Anlage
handbediente Getriebe, die aber so ausgebildet sind, daß nur bei Betätigung eines
Gebers sich das Getriebe dieses Gebers mit dessen Einstellorgan mechanisch kuppelt,
sonst aber entkuppelt wird. Damit wird erreicht, daß sich die nicht bedienten Befehlsgeber
ungehindert
auf die von anderer Stelle aus gegebenen Befehle einstellen
können, ohne daß ihr Einstellmoment größer zu sein braucht als beispielsweise das
der Empfänger, da sie dann auch nur einen Zeiger zu verstellen haben.
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Die vorliegende Erfindung hat eine Ausführungsform einer solchen Anlage
zum Gegenstand, die von dem im Hauptpatent gegebenen Ausführungsbeispiel in verschiedener,
teilweise vorteilhafter Hinsicht abweicht.
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Im Hauptpatent wird unter anderem vorgeschlagen, .die Anordnung so
auszubilden, daß die Kupplung des Verstellgetriebes mit dem Einstellorgan am Befehlsgeber
von einer Sperreinrichtung aufrechterhalten wird, die durch einen Elektromagnet-
lösbar ist.
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Dieses vorübergehende Festhalten der Kupplung in der eingerückten
Stellung ist notwendig, da sie andernfalls spätestens gleichzeitig mit dem Aufhören
der Verstellbewegung wieder ausgerückt würde und sich hierbei nicht vermeiden ließe,
daß das Einstellorgan des Befehlsgebers infolge des ihm erteilten Schwunges noch
-weiterläuft, was eine genaue Einstellung der beabsichtigten Befehlsgaben erschweren
oder unmöglich machen würde.
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Ferner betätigt bei. der Anordnung gemäß dem Hauptpatent jedes Verstellgetriebe
zu Beginn oder während seiner Verstellbewegung einen Kontakt, durch den die Elektromagnete
an sämtlichen Befehlsg@ebern an Spannung gelegt werden. Dadurch wird erreicht, daß,
sobald einer der Befehlsgeber betätigt, also verstellt wird, die Einstellorgane
sämtlicher anderer Befehlsgeber mit Sicherheit von ihrem Verstellgetriebe entkuppelt
sind und sich somit auf den neuen Befehl einstellen können, während das Verstellgetriebe
des zuletzt bedienten Befehlsgebers auch nach Beendigung der Verstellbewegung so
lange eingekuppelt bleibt, bis etwa ein anderer Befehlsgeber betätigt wird. Wie
schon in der Beschreibung zum Hauptpatent angedeutet, kann jedoch auf ein so langes
Verbleiben der Kupplung in eingerücktem Zustand unbedenklich verzichtet werden,
wenn wenigstens an einem Einstellorgan eines Befehlsgebers oder -empfängers eine
Rast- oder Sperreinrichtung vorhanden ist, die das Organ in den Befehlsgabepausen
gegen Drehung blockiert, aber bei Befehlsgabe elektromagnetisch gelüftet wind.
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Schließlich wird im Hauptpatent noch darauf hingewiesen, daß auch
bei der Benutzung der neuen Befehlsübertragungsanlage das bekannte Rückmeldeverfahren
angewandt werden kann, d. h. also, daß an der Empfangsstelle eine Drehmeldegebeeinrichtung
an sich beliebiger Art aufgestellt ist, die über besondere Fernübertragungsleitungen
auf einen an der Befehlsstelle aufgestellten Drehmeldeempfänger arbeitet und dazu
dient, die empfangenen Befehle an die Befehlsgebestelle zu quittieren.
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Unter der Voraussetzung, daß ein solches Rückmeldesystem angewandt
wird, erreicht die vorliegende Erfindung denselben Zweck wie die im Hauptpatent
beschriebene Ausführungsform durch eine solche Ausbildung der Befehlsübertragungsanlage,
daß die bei Verstellung des Befehlsgebers sich mechanisch einrückende Kupplung des
Verstellgetriebes mit dem Verstellorgan am Befehlsgeber durch einen Elektromagnet
eingerückt gehalten wird, der durch eine die Stellung von Befehlsempfänger und Rückmeldegeber
(»Quittungsgeber«) vergleichende Nachlaufkontakteinrichtung so lange an Spannung
gelegt wird, bis der Rückmeldegeber in die mit dem Befehlsempfänger über-Die übereinstimmende
einstimmende Stellung gebracht ist. kann statt dessen auch auf .der Befehlsgebeseite
angeordnet sein und die Stellungen von Befehlsgeber und Rückmeldeempfänger (»Quittungsempfänger«)
vergleichen; in beiden Fällen wird erreicht, daß am bedienten Befehlsgeber das Einstellorgan
mit dem Verstellgetriebe so lange gekuppelt bleibt, bis der übertragene Befehl quittiert
isst.
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Zweckmäßig sind die Kupplungsmagnete sämtlicher Befehlsgeber an dieselbe
Steuerleitung geschaltet, die von der Nachlaufkontakteinrichtung an Spannung gelegt
oder unterbrochen wird.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich noch ,aus :der schematischen
Abbildung, die ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt.
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Die linke Seite G der Abbildung betrifft die Geberanordnung, während
die rechte Seite E Anordnungen darstellt, die sich auf den Empfänger der Befehl.sübertragungsanlage
beziehen. Das Befehlsübertragungssystem als solches, bestehend aus einer Anzahl
von Gebern und einem oder mehreren Empfängern, die untereinander durch die Fernübertragungsleitungen
verbunden sind, ist in die Abbildung nicht aufgenommen, da es durch die Erfindung
nicht grundsätzlich verändert wind. In der Zeichnung ist mit i ein Befehlsgeber
angedeutet, dessen Einstellwelle 2 durch das Handrad 3 verstellt werden kann. Das
Handrad 3, dessen Welle q. bei 5 und 6 gelagert ist, arbeitet über die Kegelradübersetzung
7, 8 auf eine Mitnehmeeinrichtung, die aus Scheibe g und Stift io gebildet wird,
auf die Kupplungsscheibe i i. Die Teile 8, g, io und ii sind auf der Welle 2 verdrehbar
angeordnet. Die Kupplungshülse 12 gleitet auf dem die Stiftscheibe 13 mit der Kupplungsscheibe
i i verbindenden Teil. Wird die Kupplung durch eine Drehung des Hebels 14 um die
Achse 1s nach oben eingerückt, so gerät der mit der Geberwelle 2 fest verbundene
Kupplungsstift 16 in eines der Löcher 17 auf die Kupplungsscheibe ii, womit Handrad
3 und Geberwelle 2 gekuppelt sind. Auf der Welle q. des Handrades 3 sitzt ein Knaggenrad
18 fest. Die Zahl seiner Knaggen entspricht der Zahl der am Geber i einstellbaren
Befehle. An dem Hebel 1q. ist eine Knaggenrolle ig drehbar befestigt, die in den
Knaggenlücken des Knaggenrades 18 einrastet. Sobald an dem Handrad 3 zwecks Einstellung
eines anderen Befehles am Geber gedreht wird, bewegt sich die Knaggenrolle ig mitsamt
dem Hebel 14 nach oben und rückt die Kupplung zwischen Handrad 3 und Geber i ein.
Da
bei der Einrückung der Kupplung die. Scheibe i i bereits einen gewissen Winkelweg
zurückgelegt hat, so sind die Löcher 17 so ausgebildet, daß der Stift 16 den inzwischen
verlorenen Weg aufholt (Nachholkupplung). 2o ist ein Elektromagnet, dessen Wicklung
an die von der Empfangsstelle aus nach allen Befehlsgebern durchgeführte Steuerleitung
21 angeschlossen ist.
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An der Empfangsstelle sind der Empfänger und der dazugehörige Quittungsgeber
(beide nicht dargestellt) in der üblichen Weise koaxial angeordnet zu denken. Die
von diesen beiden betätigte Nachlaufkontakteinrichtung besteht aus dem um die Geräteachse
drehbaren Kontaktschleifring 22, der beispielsweise vom Befehlsempfänger verdreht
wird, und. dem .darauf gleitenden Kontaktfinger 23, der beispielsweise vom Quittungsgeber
verstellt wird. In der gezeichneten gegenseitigen Einstellung von Kontaktschiene
und Kontaktfinger stimmen die Stellungen von Befehlsempfänger und Quittungsgeber
Überein. Verstellt sich jetzt der Befehlsempfänger, so läuft der Kontaktfinger 23
auf der Kontaktschiene 22 auf und legt damit das Relais 24 an Spannung. Dieses schließt
seinen Kontakt 24', wodurch die Steuerleitung 21 an positive Spannung gelegt wird.
Damit bekommen sämtliche Elektromagneto 2o der Befehlsgeber Strom, falls die Kontakte
25 in der Anlage nicht vorhanden - also im Schaltbild überbrückt zu denken - sind.
Die Elektromagnete 20 sind indessen zweckmäßigerwei.se so bemessen oder angebracht,
daß sie ihre an den Kupplungshebeln 14 sitzenden Anker 26 nicht anzuziehen vermögen,
sondern nur den Anker der gerade eingerückten Kupplung, so daß also die Kupplung
desjenigen Befehlsgebers, der gerade verstellt wird und die angenommene Verstellung
des Befehlsempfängers hervorruft, in eingerücktem Zustand verbleibt, und zwar so
lange, bis der Bedienende an der Befehlsempfangsstelle durch Einstellung seines
Quittungsgebers auf den vom Befehlsempfänger angezeigten Befehl die Nachlaufkontakteinrichtung
22, 23 wieder unterbricht und sämtliche Elektromagnete 2o stromlos macht. Um zu
erreichen, daß bei einer Befehlsgabe in der beschriebenen Weise nicht alle Elektromagnete
2o Strom erhalten, sondern nur der des bedienten Befehlsgebers, ist zwecks Ersparnis
elektrischen Leistungsaufwandes an jedem Befehlsgeber zweckmäßig noch ein Kontakt
25 angeordnet, der eine Stromzufuhr zu dem zugehörigen Elektromagnet 2o nur bei
eingerückter Kupplung zuläßt, indem die am Kupplungshebel 14 angebrachte Nase 26'
den Kontakt 25 beim Einrücken der Kupplung schließt.
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Das Rastrad 27 ist auf der Achse des Befehlsempfängers angebracht
zu denken, so daß es sich mit diesem verdreht. Die Verdrehung kann jedoch nur dann
stattfinden, wenn die Rastrolle 28 durch die Wirkung des Elektromagnets 29 gegen
die Kraft der Feder 3o ausgerückt ist. Da der Befehlsempfänger während einer Befehlsgabe
frei einstellbar sein muß, so kann der Elektromagnet29 ebenfalls an die Steuerleitung
21 angeschlossen werden. Es ist dann jedoch erforderlich, daß zu Beginn der Einstellung
eines neuen Befehls die Steuerleitung 21 schon kurzzeitig an Spannung gelegt wird,
ehe der Befehlsempfänger sich verstellt und- die Nachlaufkontakteinrichtung 22,
23 die Steuerleitung an Spannung legt. Dies geschieht durch einen weiteren Kontakt
31 am Befehlsgeber, der in dem gezeichneten Beispiel durch eine ebenfalls in das
Knaggenrad 18 einrastende Rolle 32 betätigt wird.
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An die Steuerleitung 2i sind auch noch zweckmäßig @die Wecker 33 (.an
der Befehlsempfangsstelle) und 34 an der Befehlsstelle angeschlossen. Sie ertönen
von dem Beginn einer neuen Befehlseinstellung ab so lange, bis der Quittungsgeber
ordnungsgemäß auf den angezeigten Befehl eingestellt ist und die Nachlaufkontakteinrichtung
22, 23 die Steuerleitung 2i spannungslos macht.