DE94503C - - Google Patents

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DE94503C
DE94503C DENDAT94503D DE94503DA DE94503C DE 94503 C DE94503 C DE 94503C DE NDAT94503 D DENDAT94503 D DE NDAT94503D DE 94503D A DE94503D A DE 94503DA DE 94503 C DE94503 C DE 94503C
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acid
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glacial acetic
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acetic acid
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B59/00Artificial dyes of unknown constitution

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung besteht in der Herstellung von Farbstoffen aus Coerulignon durch Behandlung desselben mit primären aromatischen Basen, ihren Halogenverbindungen, Methoxyderivaten, Carbonsäuren und Sulfosäuren.
Suspendirt man Coerulignon in Anilin oder dessen Homologen und erhitzt einige Augenblicke über freier Flamme, so entsteht eine prachtvoll blaue Lösung. Man kann die oben genannten Farbstoffe zum Theil direct aus . dieser Lösung darstellen; es empfiehlt sich indessen mehr, gleichzeitig Lösungsmittel anzuwenden, von denen für Laboratoriumszwecke Eisessig den Vorzug verdient, aber auch Amylalkohol, Phenol, Toluol, Xylol, unter der Bedingung, dafs etwas Eisessig bei der Reaction hinzugesetzt wird, sowie ein Ueberschufs der angewendeten Base und andere geeignete Lösungsmittel verwendet werden können. Die Mengenverhältnisse sind für das Eintreten der Reaction nicht von besonderem Belang, aber wohl für die jedesmalige Ausbeute an Farbstoff. Am zweckmäfsigsten bedient man sich der Verhältnisse von ι Mol. Coerulignon (C16 H16 OJ auf etwas mehr als 2 Mol. der einwirkenden Verbindung. Die Menge des Lösungsmittels wird man variiren, je nachdem man den entstehenden Farbstoff gleichzeitig umzukrystallisiren oder in roherer Form zu gewinnen beabsichtigt. Die Reactionen . vollziehen sich überall sehr schnell, namentlich bei Temperaturen zwischen 110 bis 120°, meist in einer oder wenigen Minuten, viele verlaufen aber auch schon bei Wasserbadhitze in nicht zu langer Zeit. Eine allzulange Ausdehnung des Erhitzens ist nicht zweckmäfsig.
Beispiel 1:
Farbstoff aus p-Toluidin.
ioTheile Coerulignon werden mit 8 Theilen p-Toluidin und circa 120 Theilen Eisessig im siedenden Wasserbade erhitzt. Die Reaction tritt fast augenblicklich ein, indem die Lösung schön blau wird; mit fortschreitender Reaction scheidet sich bei der obigen Menge Lösungsmittel der entstehende Farbstoff in ziemlicher Menge schon in der Wärme dunkelmetallisch schimmernd aus. Nach einer Viertelstunde ist die Reaction beendet. Die Beendigung läfst sich leicht feststellen, indem man eine Probe des Reactionsproductes in kaltem Chloroform löst und durch Filtriren erfährt, ob noch unverbrauchtes Coerulignon auf dem Filter bleibt. Beim Erkalten der eisessigsauren Lösung krystallisirt der gröfste Theil des Farbstoffes aus, der letzte Rest kann durch Wasser ausgefällt werden, ist aber weniger rein, da er eine kleine Menge eines durch Oxydation gebildeten grauvioletten Nebenproductes enthält. Ein Umkrystallisiren des Farbstoffes für technische
Zwecke ist unnöthig; im Laboratorium bedient man sich dazu der unten angegebenen Lösungsmittel, zweckmäfsig kalten Chloroforms» Der Farbstoff ist in Alkohol sehr schwer, gut in siedendem Eisessig, Benzol, Toluol u. a. löslich, aus denen er beim Erkalten auskrystallisirt. Chloroform (auch Schwefelkohlenstoff) löst ihn in der Kälte reichlich; durch Abdestilliren des Chloroforms hinterbleibt er in roth-metallisch glänzenden Krusten, beim Einengen oder Fällen mit Ligro'in in kleinen Krystallen. Kalte alkoholische Salzsäure löst den Farbstoff, der dann durch Einlaufenlassen in Wasser feinflockig gefällt wird.
Gerade so wie das p-Toluidin verhalten sich bei obiger Reaction ο- und m-Toluidin, ferner Anilin, symmetrisches Xylidin, Pseudocumidin u. a., wobei die Löslichkeit der Farbstoffe mit , der Zahl der Methylgruppen zunimmt, p- und m-Chlor- (und ebenso Brom-) Anilin, o-Anisidin, o- und m-Amidobenzoesäure und viele andere geben ebenso die entsprechenden Farbstoffe, die in ihrer Zusammensetzung von den vorigen nur entsprechend der veränderten Zusammensetzung der Ausgangsbasen — von denen 2 Mol. auf 1 Mol. Coerulignon kommen — variiren.
Gewisse primäre Amine, wie die Naphtylamine, Phenylen-, Toluylen- und Naphtylendiamine, Monoacetylphenylendiamin, p-Anisidin u. a. geben weniger lebhafte blaue bis rothe Farben. Dagegen giebt Amidothymol einen schönen rothen Farbstoff.
Beispiel 2:
Farbstoff mit o- oder m-Amidobenzoesäure.
Die Darstellung kann genau wie oben vorgenommen werden unter Ersatz der 8 Theile Toluidin durch 10 Theile o- oder m-Amidobenzoe'säure. Zur Reinigung wird der beim Erkalten auskrystallisirte Farbstoff nach dem Auswaschen des Eisessigs in kalter verdünnter Soda gelöst, in der er leicht mit schön blauer Farbe löslich ist. Aus dieser Lösung kann er durch Kochsalz als Natriumsalz oder durch Säuren in violettrothen Flocken gefällt werden.
Beispiel 3:
Farbstoff mit SuIfanilsäure. .
Etwas mehr als 2 Mol. sulfanilsaures Natron werden in möglichst wenig kochendem Wasser gelöst und der siedenden Mischung von 1 Mol. Coerulignon im etwa zehnfachen Gewicht Eisessig zugesetzt. Sofort tritt eine schön blaue Reaction ein und nach wenigen Minuten fortgesetzten Kochens scheidet sich der Farbstoff aus. Derselbe wird durch Lösen in Wasser und Wiederfällung mit Kochsalzlösung gereinigt.
Aehnlich verhalten sich andere Sulfosäuren, wie Metanilsäure, Disulfanilsäure, Brönnersche Säure, ßj-Naphtylamin-ßg a4-disulfosäure (y-Säure) und andere.
In nachstehender Tabelle sind die Eigenschaften einiger der hierher gehörigen Farbstoffe angegeben:
Farbstoff
aus Coerulignon mit:
Eigenschaften Mit alkoholischer
schwefliger Säure
schnell Leukopro-
ducte; desgl. durch
Eisessig und Zink
staub , daraus mit
Wasser als später
krystallisirende
weifse Milch, durch
Chromsäurelösung
wieder in den Farb
stoff verwandelt
Bemerkungen färben Seide blau
Anilin, p-Toluidin, Xy
lidin, Pseudocumidin
Unlöslich in Wasser, ver
dünnten wässerigen Säu
ren; sehr schwer löslich
in kaltem Alkohol, Eis
essig, Benzol, Aether;
schwer löslich auch heifs,
mit Ausnahme von heifsem
Eisessig. Leicht löslich in
kaltem Chloroform; sehr
leicht in starker alkoholi
scher oder Eisessig-Salz
säure löslich. Durch
Wasser aus diesen Lö
sungen fällbar frei von
Salzsäure
Pseudocumidinfarb-
stoff ist viel löslicher
als die niedrigeren
Homologen.
Eigenschaften:
Schöne rothe me
tallisch glänzende
Nadeln bezw.dunkel
kantharidengrüne
Pulver
o-Anisidin In Chloroform und Eis
essig, ziemlich gut auch in
heifsem Alkohol löslich
Metallisch glän
zende. Nadeln
B?o°mr:SA^ In allen Lösungsmitteln
viel schwerer löslich
Tief dunkle Nadeln
Farbstoff
aus Coerulignon mit:
Eigenschaften.· Bemerkungen färben
Anthranilsäure,
m-Amidobenzoesäure
Kalt in der äquivalenten
Menge Soda löslich; durch
stark überschüssige Soda
als Natronsalz, durch
Säuren violett gefällt"
Tief dunkle Nadeln Seide blau.
o-Nitro-p-toluidin Sehr schwer löslich in
heifsem Eisessig, Benzol,
Alkohol
—'
Sulfanilsaurem Natron Als Natronsälz löslich in
kaltem Wasser, unlöslich
in Alkohol
Metallisch
glänzende violett-
rothe Masse.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen durch Erwärmen von Coerulignon, mit und
    ohne Lösungsmittel, mit primären Basen der aromatischen Reihe, deren Halogensubstitutionsproducten, Methoxylderivaten, Carbonsäuren und Sulfosäuren.
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