DE92169C - - Google Patents

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist vielfach versucht worden, gewisse Diazo- und Tetrazoverbindungen, vor allem die Tetrazoverbindungen der Diphenylreihe, welche in der Färberei und Druckerei zur Erzeugung von Azofarbstoffen auf der Faser Verwendung finden, in fester und beständiger Form aus ihren wässerigen Lösungen abzuscheiden und so in den Verkehr zu bringen. Nachdem Königs aus Diazobenzolchlorid und benzolsulfinsaurem Natrium das benzolsulfinsaure Diazobenzol, welches sich aus der Lösung ausscheidet, erhalten hatte, wurden analoge Verbindungen aus den Tetrazoderivaten der Diphenylreihe und naphtalinsulfosauren, p-nitrotoluolsulfosauren und anderen Salzen von Sulfosäuren oder Carbonsäuren der aromatischen Kohlenwasserstoffe dargestellt.
Versuche, Sulfosäuren von Naphtolen zu verwenden, sind bislang nicht unternommen worden und liefsen von vornherein kaum ein brauchbares Resultat erwarten, da bekanntlich die Tetrazoverbindungen mit Naphtolsulfosäuren nicht allein in alkalischer Lösung (vergl. Patent Nr. 22038 und Berichte XXVII, 1209), sondern auch in saurer Lösung bei Gegenwart von essigsauren oder analogen Salzen unter Bildung 1 von Azofarbstoffen zu reagiren vermögen. Selbst in schwach mineralsaurer Lösung lassen sich manche Oxyderivate mit Diazoverbindungen zu normalen Azokörpern combiniren.
Es hat sich indessen gezeigt, dafs bestimmte Naphtolsulfosäuren, und zwar die Trisulfosäuren des ß-Naphtols in Form ihrer Salze mit den mineralsauren Tetrazosalzen der Diphenylreihe in mineralsaurer oder neutraler Lösung keine Azofarbstoffe, sondern schwerlösliche ß-naphtoltrisulfosaure Tetrazodiphenylderivate liefern, welche sich trotz der vielen Sulfogruppen aus den wässerigen Lösungen leicht in Form krystallinischer orangegefärbter Niederschläge ausscheiden. Sie lösen sich in reinem Wasser leicht wieder auf, und zwar mit gelber oder oranger bis brauner Farbe.
. In ihnen ist die Reactionsfähigkeit der Tetrazoverbindung noch ungeschwächt erhalten. Giefst man zur wässerigen Lösung des ß-naphtoltrisulfosauren Salzes einer Tetrazoverbindung wässerige Sodalösung, so bleibt die Lösung zunächst fast unverändert. Bald aber tritt Zerlegung des Salzes und Rothfärbung ein, indem sich die Tetrazoverbindung mit der von ihr zuvor abgetrennten ß-Naphtoltrisulfosäure zum Zwischenproducte combinirt; nach und nach wird die Lösung blauer und es findet Abscheidung des wahren Disazofarbstoffes statt, der sich leicht in Wasser mit blaurother bis violetter Farbe löst. Fügt man dagegen zur Lösung der Salze der ß-Naphtoltrisulfosäure mit den Tetrazoverbindungen eine alkalische Lösung von ß-Naphtol, so erfolgt sofort die Bildung des unlöslichen Disazokörpers aus der Tetrazoverbindung und ß-Naphtol, während die ß-Naphtoltrisulfosäure sich an der Combination nicht betheiligt, sondern als Natronsalz in die Lösung geht, der es eine intensiv grüne Fluorescenz ertheilt. In derselben Weise findet auch bei der Anwendung der 8-naphtoltrisulfosauren Tetrazodiphenylsalze zu Zwecken der Erzeugung

Claims (1)

  1. von Azofarben auf der Faser immer nur eine Vereinigung mit ß-Naphtol bezw. den anderen benutzten Componenten statt, ohne dafs die zur Ausscheidung der Tetrazoverbindung verwendete und bei der Darstellung des Azokörpers auf der Faser wieder frei werdende ß-Naphtoltrisulfosäure an der Bildung des Azofarbstoffes selbst mit theil nimmt.
    Aus diesen Eigenschaften der Salze derTetrazoverbindungen mit ß-Naphtoltrisulfosäuren folgt unzweifelhaft, dafs hier in der That derartige Salze und nicht Oxyazokörper vorliegen, wie sie in der Patentschrift Nr. 22038 und Berichte XXVII, S. 1209 beschrieben bezw. erwähnt worden sind.
    Beispiel:
    Eine (zweckmäfsig in möglichst cone. Lösung hergestellte) Lösung von Tetrazodianisolchlorid, deren Menge 7 kg Natriumnitrit entspricht, wird mit einer Lösung von 45 kg ßj-napthol- ß-2 ßä a4" trisulfosaurem Natron und eventuell noch Kochsalz versetzt. Es scheidet sich das ß-naphtoltrisulfosaure Natriumdoppelsalz des Tetrazodianisols aus, das abfiltrirt und abgeprefst wird. 4
    Das Resultat bleibt dasselbe, wenn an Stelle der im Beispiele genannten ß-Naphtoltrisulfosä'ure die gleiche Menge derjenigen Isomeren genommen wird, die beim Verschmelzen von Naphtalintetrasulfosäure (aus Naphtalin-ßj ß3-disulfosäure durch Sulören) mit Alkalien neben einer isomeren a-Naphtoltrisulfosäure gewonnen werden kann. Da die letztere mit den Tetrazoverbindüngen leicht lösliche Salze bildet, so ist ein vorheriges Abtrennen derselben von der ß-Säure nicht nothwendig. Die Trennung erfolgt bei der Darstellung der Salze mittelst der Tetrazoderivate. Da die Trennung dieser beiden in der Alkalischmelze neben einander entstehenden Isomeren, der α- und ß-Naphtoltrisulfosäure, durch Umkrystallisiren ihrer Salze nur unvollständig und mit grofsen Verlusten möglich ist, so ist in ihrem verschiedenen Verhalten zu Tetrazoverbindungen gleichzeitig eine neue Methode zu ihrer Trennung gegeben.
    An Stelle des Tetrazodianisolchlorids können andere Tetrazosalze der Diphenylreihe, wie die aus Benzidin, Tolidin, Nitrobenzidin, Nitrotolidin u. s. w. dargestellten Tetrazoverbindungen, Verwendung finden.
    Pa tent-A ν s ρ r υ c η :
    Verfahren zur Darstellung von schwerlöslichen Salzen der Tetrazodiphenylbasen, darin bestehend, dafs man die Lösungen der mineralsauren Salze- von Tetrazodiphenylbasen bei Gegenwart oder Abwesenheit überschüssiger Mineralsäuren mit ß-naphtoltrisulfosauren Metallsalzen versetzt.
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