DE91040A - - Google Patents
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Description
t^M mi
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE
15#1d ruckerei.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bogenausleger an Schnellpressen etc. Bei den
meisten jetzt vorhandenen mechanischen Bogenauslegern wird der bedruckte Bogen von den
Greifern eines rotirenden Cylinders oder durch Bänder gefafst und von dem eigentlichen Druckcylinder
abgezogen; er läuft hierbei mit seiner bedruckten Seite über den Auslegecylinder und
dann auf Bändern oder Schnüren dem Auslegerechen zu, welcher den Bogen wendet und
mit der bedruckten Seite nach oben auf den Auslegetisch ablegt; dabei müssen die Stäbe
des Rechens den Bogen wieder auf der bedruckten Seite berühren. Da die bedruckte
Seite des Bogens mit der Auslegetrommel und Schnüren etc. in Berührung kommt, überträgt
sich die frische Farbe auf die genannten Theile und wird von denselben -an den nächsten
Bogen wieder abgegeben, wodurch derselbe beschmutzt und in vielen Fällen unbrauchbar
wird.
Dieser Uebelstand wird bei der vorliegenden Erfindung dadurch vermieden, dafs der Bogen
von den Greifern oder Saugern an seiner Vorderkante gefafst, ohne über eine Trommel geführt
zu werden, vom Druckcylinder ab- und hochgezogen wird, und hierauf durch ein Walzen-
und Bändersystem, das sich vom Cylinder her gegen seine unbedruckte Seite bewegt, mit der
frisch bedruckten Seite nach oben in nahezu horizontale Lage gebracht wird.
Die Ausführung aus der Maschine erfolgt dann durch eine Transportvorrichtung, und
kommt die bedruckte Seite des Bogens weder mit einer Trommel noch mit Schnüren oder
Stäben in Berührung. Die Bewegung des Walzen- und Bändersystems kann auf verschiedene
Arten ausgeführt werden, z. B. durch sogenannte Nürnberger Scheeren, oder durch
Ketten ohne Ende, bei welchen zwei Glieder eines Paares durch eine Walze verbunden sind,
die den Bogen von hinten erfafst und in nahezu horizontale Lage bringt. In Folgendem wird
eine Ausführungsform beschrieben und durch die beiliegenden Zeichnungen erläutert.
Das Abziehen des Bogens vom Druckcylinder c erfolgt in der bis jetzt üblichen Weise durch
einen Greifermechanismus, welcher jedoch drehbar zwischen zwei seitlich angebrachten, vom
Druckcylinder durch Zahnräder angetriebenen Curvenscheiben α angeordnet ist.
Da an Stelle der Trommel nur zwei seitliche Scheiben vorhanden sind, wird eine Berührung
des Bogens auf der frisch bedruckten Seite vermieden. Beim Weitergang des Cylinders c
schwingt der eigentliche Ausleger um den Punkt e in der Pfeilrichtung (Fig. 1). Die
Walze ι trifft dabei, wie oben erwähnt, auf die unbedruckte Rückseite des Bogens und
drückt denselben dem Auslegebrett zu.
Die an den Stangen 7 angebrachten Rollen 4 treten in die Gurven d der Scheiben α und
bewirken durch Stangen 9, dafs sich der Ausleger zur geraden Linie streckt, auf welcher
der Bogen mit seiner bedruckten Seite nach oben liegt. Der Ausleger schwingt so weit, bis
er waagrecht steht; dabei treffen die Walzen 2 und 3 auf rotirende Scheiben ff und werden
durch dieselben sammt den die Walzen 1, 2, 3 verbindenden Schnüren in der Pfeilrichtung in
Bewegung gesetzt (Fig. 2 c), welcher Bewegung der auf den Schnüren liegende Bogen folgt,
nachdem ihn die Greifer h des Mechanismus b freigegeben haben. Der Bogen läuft dann
auf einem feststehenden und stetig umlaufenden Bändersystem ^ bis x, wo er von Hand
abgenommen und auf das Auslegebrett A abgelegt wird.
Der Auslegermechanismus besteht aus zwei auf einer Welle 5 sitzenden Bügeln 6, welche
in ihren unteren Enden durch die Walze 1 verbunden sind; auf den Zapfen der Walze 1
sitzen die geraden Stangen 7, welche an ihren anderen Endpunkten die Walze 2 tragen. Auf
den Zapfen dieser Walze sitzen wiederum Stangen 8, zwischen denen dann die Walze 3
gelagert ist; diese drei Walzen sind durch Schnüre oder Bänder mit einander verbunden,
so dafs, wenn eine der Walzen in Umdrehung versetzt wird, die anderen sammt· den Bändern
dieser Bewegung folgen müssen.
Die Stangen 7 werden, wenn die an ihnen sitzenden Rollen 4 in die Curven d der Scheiben
α eintreten, um die Zapfen der Walze 1 gedreht. Dieser drehenden Bewegung folgen
auch die Stangen 8, da sie an den Stangen 7 angehängt sind; die Stangen 8 erhalten jedoch
eine weitere Drehung durch Stangen 9, welche an den Bügeln 6 auf Zapfen 11 drehbar
aufgehängt sind und an den Stangen 8 in Zapfen 16 angreifen. Dadurch, dafs die
Stangen 7 um die Zapfen der Walze 1 schwingen, vergröfsert sich die Entfernung zwischen den
Punkten 11 und 12. Da aber die Stangen 9
ihre Längen behalten, werden die Stangen 8 gezwungen, sich um den Punkt 12 zu drehen,
um durch die Stücke 12 bis. 16 die vergröfserte
Entfernung der Punkte 12 und 11 auszugleichen.
Der ganze Mechanismus erhält seine Bewegung von einer Welle 20 der Maschine, durch
ein Excenter 21, vermittelst Hebel 22, Stange 23 und Segmenthebel 24, welcher in das auf
Welle e sitzende Getriebe 25 eingreift.
Um die Stangen 6, 7, 8 und 9, bevor sie durch Rollen 4 vermittelst Curven d gedreht werden,
zu einem festen Ganzen zu verbinden, ist an jedem Bügel 6 ein Haken 14 angebracht, der
durch Feder 13 in seiner Stellung gehalten wird (Fig. 1); diese Haken greifen an den
Stangen 7 an und geben dadurch eine feste Verbindung der Stangen 6, 7, 8 und 9 unter
einander.
Soll nun die Gelenkverbindung bewegt und gedreht werden, so mufs die feste Verbindung
aufgehoben, die Haken 14 müssen ausgelöst werden. Dies geschieht, indem die Rollen 15
der Haken 14 gegen Curven k anlaufen, wodurch die Haken 14 ausgelöst werden (Fig. 2 a)
und die Stangen den durch die Curven d bedingten Bewegungen folgen können.
Fig. 3 zeigt einen Grundrifs der Anordnung des Auslegers; 33, 33 sind zum Ausbalanciren
der Curvenscheiben α dienende Scheiben, 34 sind die Lager der Scheiben α α und 33, 33.
Die Arbeitsweise des Auslegers (Fig. 1) ist folgende:
Der auf dem Brett B liegende Bogen wird auf dem Einlegetisch C in gewöhnlicher Weise
gegen den Druckcylinder c gelegt, von den Greifern desselben gefafst und zum Druck geführt.
Der rotirenden Bewegung des Cylinders c folgen auch die Scheiben α mit dem Greifermechanismus
b. Gelangen nun die Greifer des Cylinders c an die Stelle, wo der Zwischenraum
zwischen Cylinder c und Scheiben α der kleinste ist, so öffnen sich die Greifer des Cylinders c
und gestatten dem Bogen, den Greifern h, welche kurz vorher den Bogen erfaßten, zu
folgen.
Jetzt beginnt der Ausleger sich langsam durch Excenter 21 zu bewegen und ist, wenn
der Greifermechanismus b in die in Fig. 1 bezeichnete Stellung gelangt, so weit vorwärts gegangen,
dafs seine Walze 1 gegen die Rückseite des Bogens zu liegen kommt. Während
Cylinder c und Scheiben α ihre Umdrehung fortsetzen, schwingt der Ausleger der Geschwindigkeit
des ablaufenden Papiers entsprechend weiter, bis er in die in Fig. 2 a gezeichnete
Stellung gelangt.
Cylinder c und Scheiben α haben ihre Umdrehung
vollendet und stehen still.
Die auf Scheiben α befindlichen Curven d correspondiren jetzt mit den an den Seitentheilen
der Maschine befestigten Curven dv so dafs die Curven dx die Fortsetzung der Curven
d bilden.
Die Rollen 4 des Auslegers sind bis an die "Curven d gelangt und treten in dieselben ein,
die Haken 14 sind durch Curven k und Rollen 15
ausgelöst. Der Ausleger schwingt weiter, die Rollen 4 laufen in den Curven d und strecken
den Ausleger, welcher nun den Bogen in seiner ganzen Länge umlegt (Fig. 2 b), bis er in
nahezu waagrechter Stellung sich befindet.
In dieser Stellung (Fig. 2 c) treffen die Walzen 2 und 3 gegen die rotirenden Scheiben ff,
welche durch Friction die Walzen 1,2 und 3 sammt den sie verbindenden Schnüren in
Drehung versetzen.
Der Greifermechanismus (Fig. 2 und 3), bestehend aus der die Greifer h tragenden Stange g,
mit welcher durch die Stücke b die Stange g1
verbunden ist, auf der die für die Greifer h als Unterlage dienenden Kloben A1 sitzen, wird
durch den auf der Welle e sitzenden Hebel 26 nach unten gedreht. Dies geschieht dadurch,
dafs Hebel 26 beim Drehen der Welle e gegen die mit Kurbel an der Greiferstange g befestigte
Rolle 27 trifft und bei Fortsetzung der Drehung der Welle e die Rolle nach oben drückt, wodurch
die Greiferstange g um sich selbst ge-
dreht und die durch b mit g verbundene Stange gl mit Kloben Zz1 nach unten bewegt
wird, wodurch ein Knicken der von den Greifern h erfafsten vorderen Bogenkante verhütet
wird. In dem Augenblick, in welchem die Walzen 2 und 3 gegen die Rollen ff
treffen, stöfst ein Ansatz des Hebels 6 gegen den Hebel 28, welcher durch Stange 29 den
Hebel 30 nach unten drückt und somit den beim Drehen des Greifermechanismus b nach
oben gekommenen, auf der Greiferstange g sitzenden, mit Rolle versehenen Hebel 31
ebenfalls nach unten bewegt, wodurch, die Greifer h sich öffnen und den gefafsteh Bogen
freigeben, welcher nun der rohrenden Bewegung der Walzen 1, 2 und 3 folgen kann
und auf den Schnüren ^ weiter läuft (Fig. 2 c). Ist der Bogen bei χ angelangt (Fig. 1), so
schwingt der Ausleger zurück und legt sich dabei, weil Rollen 4 in den Curven d dx laufen,
zusammen. Kommen die Rollen 4 an das Endstück der Curven.if, so hängen sich die
Haken 14 wieder ein und der Ausleger schwingt, nachdem die Rollen 4 die Curven verlassen
haben, als starres Ganzes in seine Anfangsstellung zurück.
Inzwischen ist ein neuer Bogen angelegt worden; er wird vom Cylinder c zum Druck
geführt, und der Vorgang wiederholt sich.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Bogenausleger, dadurch gekennzeichnet, dafs unter sich durch Bänder verbundene Walzen (i, 2, 3), welche in gelenkartigen, von Hebeln (6) getragenen Armen (7, 8, 9) angeordnet sind, durch Drehung der Traghebel (6) und unter Benutzung einer Curvenführung (d), in welche Rollen (4) der gelenkartigen Arme (7, 8, 9) eintreten, an die unbedruckte Seite des von Greifern (h) gefafsten Bogens angelegt und gleichzeitig mit demselben, während die Greifer (h) behufs Verhinderung einer Knickung des Bogens eine Drehbewegung nach unten ausführen, bis zur Abgabestelle gehoben werden, an welcher der Bogen mit der bedruckten Seite nach oben abgenommen wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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