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Adressendruckmaschine mit mechanischer Auswählvorrichtung Die I:rfindun
betrifft Adressendruckmaschinen mit mechanischer _\uswählvorrichtung, bei denen
die Maschinentätigkeit durch eine Abtastvorrichtung über\vacht wird, mit deren Hilfe
die durch die Maschine wandernden Druckplatten hinsichtlich der Lage oder des Vorhandenseins
oder Nichtvorhandenseinsvon Steuernierkinalen, wie Reitern, Lochungen u. dgl., überwacht
werden. Die Abfühlung der Druckplatten erfolgt durch mechanische .#,btaststifte
od. dgl., die in Abhängigkeit von dem Ergebnis des _Mifühlvorganges dann Steuerorgane
einstellen, die die Maschinentätigkeit bestimmen. Auf diese \\'eise kann beispielsweise
in Abhängigkeit von Druckplattenmerkmalen das Druckorgan unwirksam Beinacht werden,
so daß die betreffende Platte übersprungen wird. Oder es können bei Erscheinen bestimmter
gekennzeichneter Druckplatten Signale irgendwelcher Art betätigt werden, oder die
Maschine kann stillgesetzt werden, oder es kann eine sog. 'Iehrfachdruckvorrichtung
ein- und ausgerückt werden usf.
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Es ist bekannt, die jeweilige Steuerstellung der die llaschineiitätigkeit
überwachenden Organe beispielsweise in Abhängigkeit von dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein
einzelner Reiter festzulegen (Einzelauswahl) ; und es ist weiter bekannt, die Einstellung
der Überwachungsorgane von einer ganzen Gruppe von Reitern od. dgl. vornehmen zu
lassen. In diesem Fall erfolgt beispielsweise die Umstellung des Steuerorgans in
die Wirkstellung
nur dann, wenn die abgefühlten Druckplatten an
sämtlichen der Abfühlung durch die Stifte unterworfenen Stellen die betreffenden
Auswahlmerkinale tragen (Gruppenauswahl).
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Auch ist es bekannt, durch verschieden lange, in eine hin und her
gehende sogenannte Wählerbrücke gesetzte Abfühlstifte den durch .das Zusammenarbeiten
der Abfühlstifte mit den Druckplattenmerkmalen bestimmten Ausschlag der Wählerbrücke
zu verändern und, da dieser Ausschlag das Maß der Verstellung eines Steuergestänges
bestimmt, auf diese Weise auch die von diesem Steuergestänge abgeleitete Überwachung
der Maschinentätigkeit zu beeinflussen.
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Ziel der Erfindung ist es nun, die mechanische Auswä hlvorric'htung
einer Adressendruckmaschine finit hin und her gehender Stiftbrücke, bei der das
durch "Zusammenwirken der Abfühlstifte mit Druckplattenmerkmalen bestimmte Maß der
Verschwenlmiig die Größe der Verstellung des Steuergestänges und damit die Überwachung
der Maschinentätigkeit bestimmt, sowohl zur Einzelauswahl als auch zur Gruppenauswahl
heranziehen zu können, ohne daß dadurch im grundsätzlichen Aufbau der Wählerbrücke
und der mit ihr zusammenarbeitenden Teile umfangreiche Änderungen erforderlich werden.
Zu dieseln Zweck wird bei Maschinen der zuletzt genannten Art erfindungsgemäß eine
an der Wählerbrücke verschiebbare federbelastete Schiene (Gruppenschiene) angebracht,
die durch von der Wählerbrücke getragene, gruppenweise wirkende Sperrstifte gegen
Verschiebung gesperrt gehalten wird, solange nicht sämtliche dieser Stifte durch
Zusainnientreten mit einer vollständigen Gruppe entsprechender Druckplattenmerkmale
ihre Sperrstellung verlassen haben, worauf sieh die nunmehr freigegebene Gruppenschiene
verschiebt und jetzt ihrerseits mittels eines ausschließlich von ihr verstellbaren
Armes das die Maschinentätigkeit überwachende Steuergestänge verstellt.
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Es ist zwar an sich bekannt, die Überwachung der Maschinentätigkeit
in Abhängigkeit von dem Ergebnis einer durch Abfühlstifte durchgeführten Abfühlung
von Druckplattenmerkmalen durchzuführen, die sowohl gruppenweise gemeinsam als auch
einzeln über getrennte Verstelleinrichtungen zur Ausübung der Steuerwirkung herangezogen
«erden können. Zu diesem Zweck werden mehrere sich kreuzende Sätze von Taststangen
(entsprechend der Anzahl der Abfühlstifte) und Steuerstäben (entsprechend der Anzahl
der verschiedenen Gruppen- bzw. Einzelauswahlmöglichkeiten) verwendet, bei denen
zwischen jeder zu diesem Zweck mit Schlitzen und Löchern ausgerüsteten Taststange
und jedem gleichfalls mit Schlitzen und Löchern ausgerüsteten Steuerstab, also an
allen Kreuzungsstellen, weitere Kupplungsstifte eingesetzt werden, die den Merkmalen
der Druckplatte entsprechen. Die Sätze der Taststangen und Steuerstäbe erfahren
dabei besonderen federnden Antrieb, um die durch die Stellung der Abfühlstifte bestimmten
Steuer-,#virkungen auszulösen. Durch die große Anzahl der dabei notwendigerweise
erforderlichen, immer gleich in ganzen Sätzen gebrauchten Einzelelemente ist diese
mechanische Auswählvorrichtung für Gruppen- und Einzelauswahl von außerordentlich
verwickelter Bauart. Dadurch, daß die genannten Sätze von Taststangen und Steuerstäben
außerdem das Vorhandensein besonderer Antriebseinrichtungen zur Voraussetzung haben,
ist der Einbau in bestehenden Maschinen nicht ohne wesentliche Änderungen möglich,
und schließlich erfordert das Besetzen der sich kreuzenden Stangen und Stäbe mit
den ebenfalls in großer Anzahl gebrauchten Kupplungsstiften (die Abfühlstifte müssen
ohnehin vorhanden sein) große Aufmerksamkeit.
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Demgegenüber kommt die erfindungsgemäß ausgebildete mechanische Auswählvorrichtung
mit bedeutend weniger und einfachen Einzelteilen aus: die Abfühlstifte werden selbst,
also nicht erst unter Vermittlung besonderer Kupplungsstifte od. dgl., zur unmittelbaren
Überwachung des Gruppenwählers herangezogen; für jede Kennzeichnungsstelle der Druckplatte
ist nur ein einziger Stift erforderlich; es entfällt die Notwendigkeit, darüber
hinaus noch zusätzliche Sätze von Stangen und Stäben anzubringen und diese an allen
Kreuzungsstellen mit weiteren Kupplungsstiften od. dgl. zu besetzen. Da außerdem
die Gruppenschiene unmittelbar von der normalen Wählerbrücke getragen wird und damit
hin und her geht, so sind zusätzliche Antriebseinrichtungen überflüssig.
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Weitere Einzelheiten und besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, in der die Erfindung
in Anwendung auf eine sogenannte überspringvorrichtung an Hand der Zeichnungen erläutert
wird. Zugrunde gelegt ist dieser Beschreibung als Beispiel eine Adressendruckmaschine
der Marke »Addressograph« Modell 2200, wie sie beispielsweise in der britischen
Patentschrift 377 057 beschrieben ist. Die Auswählvorrichtung nach der Erfindung
ist jedoch genau so gut auch auf andere Adressendruckmaschinen mit mechanischer
Auswahl anwendbar, beispielsweise auf solche nach der deutschen Patentschrift
631 355. In den Zeichnungen stellt dar Fig. i einen schematischen Längsschnitt
durch die Druckplattenförderbahn einer Adressendruckinaschine, Fig.2 eine Seitenansicht
derselben Maschine unter Weglassung zahlreicher zum Verständnis der l;i-findung
nicht erforderlichen Teile, Fig.3 eine Abfühl- und Steuereinrichtung nach der Erfindung
in vergrößertem Maßstah, Fig. 4 die Stiftbrücke der Abfühleinrichtung nach Fig.
3, herausgenommen, Fig. 5 und 6 zwei Teilansichten von oben auf den Mittelteil der
Stiftbrücke in verschiedenen Steuerstellungen in vergrößertem Maßstab, Fig.7 bis
9 Schnittbilder längs der entsprechenden mit römischen Zahlen versehenen Schnittlinien
der Fig. 5 und 6, Fig.io eine Draufsicht auf die Al>fälileinriclitilng nach Fi.g.3
unter Fortlassung gewisser Teile, Fig. i i eine Teildarstellung einer abgeänderten
Ausführungsform für 1)oppelgrnppenauswahl,
Fig. 12 eine Seitenansicht
der durch die Gruppen-und Einzelwähler betätigten Verstellvorrichtung, Fig. 13 ein
Schnittbild einer Einzelheit längs der Linie \l 1I-YIII der Fig. io und F ig. 1.1
eine Ansicht der Abfühlvorrichtung nach Fig. 3 von unten.
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lndernMaschinengestell i isteinhinundhergehender Hauptantriebshebel
2 auf dem Drehzapfen 5 schwenkbar gelagert. Von dem Hauptantriebshebel aus wird
über einen Verbindungslenker 7 ständig ei'] Schwingteil .4 angetrieben, von dem
aus die Druckplattenförderung abgeleitet wird. Dieser Schwingteil .4 ist an einem
im Maschinenrahmen sitzenden Drehzapfen 6 gelagert. Der Verbindungslenker 7 greift
an dein Schwingteil am Drehzapfen 9 all und sitzt all seinem anderen Ende auf dem
Drehzapfen 8 des Hauptantriebshebels 2. Der Hauptantriel>shebel 2 dient ferner zum
Antrieb eines gleichfalls auf dein Drehzapfen 5 gelagerten Schwinghebels 3, der
seinerseits den auf und nieder gehenden Druckarm betätigt. Je nachdem ob die Kupplungsklinke
20 des flauptantriebshebels 2 gegen ein Anschlagkissen i9 des Druckarmantriebshebels
3 stößt oder nicht, wird der Druckarm verschwenkt oder bleibt er in Ruhe.
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Die Adressendruckplatten 12 werden eine nach der anderen durch Förderklinken
i i aus dem Behälter 13 abgezogen und längs einer Förderbahn schrittweise zunächst
an eine Abfiühlstelle und dann all die Abdruckstelle über dem Widerlager 14 geführt.
Die hin und her gehende Bewegung der Förderklinken i i wird diesen in bekannter
Weise von dem Schwingteil 4 aus über ein Gestänge io erteilt. Gleichachsig zu dem
Drehzapfen 6 ist ein Druckarm 15 gelagert, der an seinem oberen Ende den Druckkopf
16 trägt. An seinem unterhalb des Drucktisches befindlichen Ende sitzt eine Rolle
17, die in einer Führungsbahn 18 des Schwinghebels 3 liegt. Wenn der flauptantriebshebel
2 im Uhrzeigersinn (in bezug auf die Darstellung nach den Fig. i und 2) verschwenkt
wird und wenn seine Stoßklinke 2o dabei die in den Zeichnungen dargestellte Lage
einnimmt, so wird auch der Schwinghebe13 in demselben Sinn verschwenkt, und der
Druckarm führt einen Arbeitshub aus. Beim Zurückgehen nimmt der flaitlltantriel>sllebel
2 mittels einer nicht näher dargestellten Mitnehmervorrichung den Scllwinglleliel
3 wieder mit zurück, bis dieser die in 1, ig. i dargestellte Lage einnimmt. Die
das Drucken oder Überspringen bestimmende Lage der um den Drehzapfen 2 i verschwenkbaren
Stoßklinke 2o des 1lauptantriebs,liebel2 wird nun durch die in ihren Grundzügen
bekannte Einrichtung nach Fig. 2 bestimmt.
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Die Stoßklinke hat einen niedrigeren Teil 22 und einen erhöhten Teil
23. Je nachdem ob ein auf dem ortsfest im Maschinengestell gelagerten Zapfen
2.1 sitzender Arill 25 mit seiner Rolle 26 auf den flachen oder auf den erhöhten
Teil der Stoßklinke zu liegen koniirit, ist diese entweder ein- oder ausgerückt.
Eine Feder 27 hält die Klinke 2o stets in Anlage an die Rolle 26. Die Steuerung
des Arms z5 erfolgt durch einen gleichfalls mit dem ortsfesten Zapfen 24 fest verbundenen
Winkelhebel 28, 29, den eine an dem aufwärts ragenden Arm 29 angreifende Feder 30
in entgegengesetzter Uhrzeigerrichtung zu verschwenken trachtet. Die Bewegung des
Winkelhebels wird dadurch begrenzt, daß sein horizontaler Arm 28 sich gegen einen
Stift 31 legt, der an dem einen Ende eines gegabelten, auf dem ortfesten Drehzapfen
33 gelagerten Winkelhebels 32 sitzt. An einem anderen ortsfesten Zapfen 34 ist ein
gabelförmiger Schwenkteil 35 gelagert. Er trägt einander gegenüberstehende Platten
36, 37, zwischen denen eine Einbuchtung 38 liegt. Neben der Schw#enkgabel35 sitzt
auf demselben Drehzapfen und fest finit ihm verbunden ein Arm 39, dessen Bewegungsbereich
durch zwei ortsfeste Anschläge 4o festgelegt ist. Der mit einer Ensenkung41 und
einem erhöhten Schulterteil42 versehene T-förmige Arm 39 dient zum Verstellen des
gabelförmigen Schwenkteils 35. Die Verschwenkung des Armes 39 erfolgt mittels einer
zur Abfühlvorrichtung durchgehenden Stange 43, die so eingestellt werden kann, daß
sie entweder, wie in Fig. 2 dargestellt, sich auf den Schulterteil 42 des Arms 39
aufsetzt oder in die Vertiefung 41 eingreift. Der so ausgebildete Arm 39 und die
mit ihm zusammenwirkende-Stange 43 können in an sich bekannter Weise dazu benutzt
werden, die Wirkungsweise der Auswählvorrichtung umzukehren (positive oder negative
Einstellung der Maschine). Eine Feder 44 sucht den gabelförmigen Teil 35 und den
an ihm sitzenden Arm 39 im Uhrzeigersinn (Fig. 2) zu drehen.
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Die Betätigung dieser die Stellung der Stoßklinke 20 überwachenden
Organe erfolgt von dem Schwingteil 4 aus, der im Gleichtakt mit der Druckplattenförderung
hin und her geht. Auf diesem Schwenkteil sitzt an einem Drehzapfen 45 eine drehbare
Klinke 46, die bei jeder Verschwenkung des Schwingteils 4 gegen die gegenüberliegende
Anschlagplatte 47 des nach oben ragenden Arms des gegabelten Teils 32 stößt. Dabei
geht der Stift 31 also von der in Fig. 2 dargestellten Lage aus nach oben und tritt
aus der Einsenkung 38 der Gabel 35 heraus. Wie noch näher beschrieben werden wird,
ist diese Schwinggabel 35 so eingestellt, daß entweder die Platte 36 oder die Platte
37 oder die Gabelaussparung 38 in der Bewegungsbahn des Stiftes 31 liegt bzw. unter
den Stift 31 zu liegen kommt, wenn dieser aus der Gabel ausgetreten ist. Wenn jetzt
die Nase der Klinke 46 von der Gegenplatte .17 abläuft und der gegabelte Hebel 32
im Sinne des Uhrzeigers wieder in seine Ausgangslage zurückgehen will, so kommt
es auf die Einstellung des Gabelteils 35 an, wie weit der Hebel 32 im Uhrzeigersinn
zurückgehen kann. Wenn die Gabelaussparung 38 unter dem Stift 31 liegt, so kann
dieser Stift in diese Aussparung eintreten. In diesem Fall kann auch der alt den
Stift anliegende Arm 28 des Winkelliel>els 28, 29 in die in Fig. 2 dargestellte
Lage gehen, und damit kommt wiederum die Rolle 26 des Arms 25 auf den niedrigen
Teil 22 der Stoßklinke 20 zu liegen, wie es in Fig. 2 dargestellt ist. Wenn aber
der Stift 31 beim Zurückgellen des gegabelten Arms 32 entweder auf die Platte 36
oder
auf die Platte 37 des gabelförmigen Teils 35 auftritt, so wird
der Arm 28 in einer etwas angehobenen Stellung festgehalten, und die Rolle 26 kommt
auf den erhöhten Abschnitt 23 der Stoßklinke 20 zu liegen. Diese wird dadurch so
weit herabgedrückt, daß sie nicht mehr gegen die Platte i9 des Schwinghebels 3 stößt,
sondern beim Arbeitshub des Hauptantriebsteils 2 an der Platte i9 vorbeigeht, so
daß in diesem Fall .also dem Sc'.hwingteil3 keine Bewegung erteilt wird. Infolgedessen
wird auch der Druckarm bei diesem Arbeitsgang nicht mitgenominen, sondern bleibt
in Ruhe.
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Der im Gleichtakt mit der Druckplattenförderung hin und her gehende
Sohwingteil4 trägt auf einem Drehzapfen 48 noch eine zweite schwenkbare Klinke 49,
die bei der geschilderten Bewegung des Schwingteils ,4 gegen eine Anlaufleiste 5
i stößt und dabei einen mit dieser verbundenen, auf einem ortsfesten Zapfen 9o gelagerten
bügelförmigen Maschinenteil 5o so lange verschwenkt, bis die Klinke 49 von der Anlaufleiste
51 wieder abgelaufen ist. Bei der Verschwenkung des bügelförmigen Teils 50 wird
ein mit diesem federnd verbundener Wählerträger 6o und ein an diesem sitzender Arm
6i mitgenommen. Das Maß dieser Mitnahme wird bestimmt durch die am Wählerträger
sitzende Abfiühlvorrichtung, deren Stifte 85, 86 bei Auftreffen auf den Reiter einer
an der Abfühlstelle liegenden Druckplatte in unten näher beschriebener Weise aufgehalten
werden.
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Unterhalb der Abfühlstifte liegt im Maschinenbett eine Platte97 mit
zu den Auswählstellungen ausgerichteten Löchern 98, in die dieAbfühlstifteder Auswählvorrichtung
eintreten können, falls sie nicht vorher durch dazwischenliegende Reiter der Druckplatte
aufgehalten werden. Von dem Maß des Herabgehens der mit dem Wählerträger verbundenen
Teile, beispielsweise des Arms 6i, 'hängt es ab, ob und wie weit die Stange 43 beim
Abfühlvorgang gesenkt wird. Da diese Stange mit ihrem unteren Ende an dem Arm 39
anliegt, ist das Maß ihrer Senkbewegung ausschlaggebend für die Lage des Gabelteils
35. Je nach der Schwenklage der Gabel 35 wird der Druckarmantrieb ein- oder ausgekuppelt.
Ist das Gabelstück 35 in einer Mittelstellung, wie sie in Fig. 2 dargestellt
ist (entsprechend beispielsweise einer geringen Senkung der Steuerstange 43), so
kommt der Stift 31 in die Vertiefung38 der Gabel 35 zu liegen, und es wird gedruckt.
Ist das Gabelstück 35 dagegen im Uhrzeigersinn verschwenkt (entsprechend beispielsweise
einerhöheren, als Grundstellung anzusehenden Lage der Steuerstange 43) oder ist
es entgegen dem Uhrzeigersinn %,erschwenkt (entsprechend beispielsweise einer starken
Senkung der Steuerstange 43), so kommt der Stift 3 i entweder auf die Platte 36
oder auf die Platte 37 zu liegen, der Arm 28 des Winkel-17ebelS 28, 29 kann nicht
so heruntergehen, und die betreffende Druckplatte wird übersprungen.
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Bei einer solchen hier als Beispiel gewählten Anordnung und Einstellung
bewirkt also nur ein gewisses, verhältnismäßig geringes Niederdrücken der Steuerstange
durch die betreffenden Teile der Auswählvorrichtung, daß gedruckt wird. Dagegen
bleibt der Druckarm unwirksam, wenn entweder gar kein Niederdrücken der Steuerstange
erfolgt oder wenn diese um einen erheblichen Betrag niedergedrückt wird.
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So weit ist die Einrichtung bekannt.
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Um nun erfindungsgemäß die Maschinentätigkeit nicht nur unter Steuerung
durch Einzelmerkmale, sondern gleichzeitig unter Steuerung durch eine ganze Gruppe
von Merkmalen überwachen zu können, ist die Auswählvorrichtung wie folgt ausgebildet:
Der im Gleichtakt mit der Druckplattenförderung durch die Stoßklinke49 über die
Anlaufleiste 5 i betätigte Maschinenteil 5o bildet einen quer über die Druckplattenführu:ngsbahn
ragenden bügelförmigen Teil, der auf der anderen Seite auf einem im Maschinenrahmen
gelagerten Drehzapfen 9i sitzt. Die Drehzapfengo und 9i werden dabei gehalten von
beiderseitig übergreifenden ortsfesten Lageraugen einer oberhalb der Druckplattenbahn
ruhenden festen Platte 92. Zwischen dem den Drehzapfen 9o tragenden Lageraugenteil
dieser gegabelten Platte 92 und einem nach links in bezug auf die Fig. i, 2 und
12 überstehenden hinteren Ansatz des Bügelteils 5o sitzt eine Feder 93, die den
Bügelteil nach Ablaufen der Klinke 49 immer wieder in die in den Figuren dargestellte
Ausgangslage zurückbringt. Neben dem Angriffspunkt der Feder 93 trägt der bügelförmige
Schwenkteil 5o eine nach oben gerichtete Schulter 53 mit einer Feder 52, die sich
ihrerseits gegen einen brückenförmigen Teil 6o der Auswählvorrichtung legt (vgl.
Fig. i3). Der bügelförmige Teil 5o ist nach der anderen Seite (nach rechts) zu mit
einer Verlängerung 54 ausgerüstet, auf die eine gabelförmige Platte 55 aufgeschraubt
ist. Diese gabelförmige Platte 55 dient als Lager und Führung für einen um einen
Drehzapfen 56 drehbaren Schwenkhebel 57. Der Bewegungsbereich dieses flachen, mit
mehreren Schultern versehenen Hebels 57 wird begrenzt durch einen vom Gabelteil
55 getragenen Bolzen 58, der durch ein Langloch des Schwenkhebels 57 greift. Eine
kleine, im Gabelteil 55 sitzende Feder 59 sucht den Schwenkhebel 57 entgegen dem
U.hrzeigersinn, d. h. im Sinne des in Fig. io eingezeichneten Pfeils, zu schwenken.
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Gleichachsig mit dem Bügelteil 50 sitzt auf den beiderseitigen
Drehzapfen 9o und 9 1 des Maschinengestells der bereits erwähnte Brückenteil
6o, der, wenn er nicht zurückgehalten wird, unter der Wirkung der Feder 52 die Bewegungen
der Schulter 53 des Bügelteils 50 mitmacht. Von dem Brückenteil 6o aus ragt
der fest an ihm sitzende Hebel 61 nach vorn, und zwar seitlich vom Druckplattenführungsweg,
oberhalb der Steuerstange 43, und neben dem Schwenkhebel 57 des Bügelteils 50. Nach
hinten ragt ein fester Ansatz 62 mit einem Anschlagkissen, das sich in der Ruhestellung
auf einen ortsfesten Teil der Maschine auflegt. Gerade oberhalb des Druckplattenführungsweges,
also zwischen den beiderseitigen Lageraugen des Brückenteils 6o, erstreckt sich
dieser mit gegabelten Platten 63 nach vorn. Die obere Platte 63 läuft quer über
die Auswahlorgane,
während der untere Plattenteil eine Aussparung
enthält, in die die eigentliche Auswahlbrücke 7 o eingesetzt werden kann. Zu diesem
Zweck sind die gabelförmigen Plattenteile 63 auf der linken Seite in Itezug auf
1i". 3 durch einen Bolzen 64 verbunden, während auf der gegenüberliegenden Seite
des Druckplattenfü'hrungsweges eine Schnappklinke 65 <im Brückenteil 6o federnd
gelagert ist. Im linken Ende des oberhalb der eigentlichen Abffihlstelle lmfndlichen
Brückenteils 6o ist eine quer zur [)i-ticlailrtttetifiilirungshahn verlaufende Stange
6f> gelagert, die an ihrem äußeren Ende eine Platte 67 trägt, die sich mit einer
Schulter gegen die Seitenfl;iche des Schwenkhebels 57 legen kann (Fig.3). Untc -Fall>
dieses Schwenkhebels trägt die Platte 67 eine l,iiltrtiiigsstatige 68, die in eine
Bohrung 69 des Hebels 01 eingreift und in dieser verschiebbar ist.
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Die eigentliche Auswahlbrücke besteht aus einem über die Druckplattenführungsbahn
reichenden Teil 7o mit erhöht liegenden Enden. Das linke Ende7r ist gegabelt und
faßt in der Arbeitsstellung um den vom Brückenteil 6o getragenen Bolzen 64. Das
entgegengesetzte erhöhte Ende 71 der Auswahlbrücke 70 hat schräge Anlaufflächen,
die nach Einsetzen der Aiis«-alilhriicke in den Brückenteil 6o von dessen Sclineliltet-()5
ergriffen und festgehalten werden. Zum Auswechseln der Wählerbrücke braucht der
Schnepper nur etwas nach rechts gegen die Wirkung seiner Feder verschwenkt zu werden,
und die Auswahlbrücke 7o kann dann aus dem Brückenteil 6o herausgenommen «erden.
Die Auswahlbrücke trägt schlitzartige Löcher 73 zum Einsetzen entsprechend profilierter
Abfühlstifte 85 und 86. Im hinteren Teil der AUswalilbrilcke trägt diese Führungsbolzen
74, die in Langlöcher 81 einer in Längsrichtung der Auswahlbrücke verschiebbaren
Schiene 8o (Gruppenschiene) eingreifen. Unterhalb dieser auf dein hinteren Teil
der Auswahlbrücke liegenden Gruppenschiene 8o besitzt die Auswahlbrücke einen Ausschnitt
75, in dem eine kleine Feder 76 gelagert ist (Fig.zo und i4), die an ihrem linken
Ende. bei 77 fest mit dem Körper der Auswahlbrücke 70 verbunden ist. Am rechten
Ende greift diese Feder an einem in die Aussparung75 der Auswahlbrücke 7o hinunterreichenden
Stift 82 der Gruppenschiene 8o an. Die Feder 76 sucht also die Gruppenschiene 8o
gegenüber der Auswahllirücke 70 nach links zu ziehen, wobei die Führung durch
die Bolzen 74 der Auswahlbrücke und die l.atigliiclier 8t der Gruppenschiene erfolgt.
An der 11 interkatite der Gruppenschiene 8o sitzt ein nockenartiger .liisatz
83, gegen den sich das rechte Ende der vorn Brückenteil 6o getragenen Stange 66
legt. ritt der etwa in der Mitte der Auswahlbrücke 70 liegenden Vorderkante der
Gruppenschiene 8o besitzt diese nach vorn offene Kerben84, wobei die zwischen diesen
Kerben stehengebliebenen Teile leicht abgestuft sind. Die Höhe der Gruppenschiene
8o ist so bemessen, daß zwischen ihrer oberen Abschlußfl;i.che und der über der
ganzen Auswahlbrücke liegenden oberen Platte63 des Brückenteils 6o noch ein gewisser
Spielraum verbleibt. Nach Herausnehmen der die Gruppenschiene 8o tragenden Auswahlbrücke
7o aus dein Brückenteil 6o kann die Auswählvorrichtung mit den Abfühlstiften besetzt
werden, die je nach ihrer Funktion verschiedene 1_ärige und Gestalt besitzen. Für
das Verständnis der Erfindung und zur Erläuterung der wichtigsten Anwendungsweise
genügt die Beschreihung dreier verschiedener Arten von Abfühlstiften `;, 86 und
86'. Jedoch können, wie die weitere Beschreibung ergeben wird, offensichtlich auch
noch @\ eitere Stiftformen und -größen verwendet werden, je nach den Arbeiten, die
mit der Maschine ausgeführt werden sollen.
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Zunächst die Gruppenstifte: Diese bestehen aus einem ceriiingten,
rechteckig profilierten Schaft 85 mit einem zweiseitigen Kopfteil 87, 88.
Beim Einsetzen der Gruppenstifte in die herausgenommene Aus\\'ahlbrücke wird die
Gruppenschiene 8o entgegen der Wirkung der Feder 76 nach rechts in die gespannte
Lage verschoben, in der die Zwischenräume 84 der gegabelten Gruppenschiene 8o zu
den Löchern 73 der Auswahlbrücke 7o ausgerichtet liegen (vgl. Fig. 5). Wird nunmehr
ein Gruppenstift 85 eingesetzt, so legt er sich mit dem vorderen Teil seines Kopfes
87 auf die Oberfläche an der Vorderkante der Auswahlbrücke 7o auf. Mit seinem zum
Zweck ausreichenden Spiels etwas niedriger gehaltenen hinteren Kopfteil
88 greift er in die entsprechende Aussparung 84 der Gruppenschiene 8o eilt
lind hält diese somit gegen Verschiebung unter dem Einfluß der Spannfeder 76 gesperrt
(vgl. Fig.7). In derselben Weise werden für Gruppenauswahl sämtliche zu einer Gruppe
zusammengefaßten Stellungen mit solchen Gruppenstiften 85 besteckt.
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Es sei einmal angenommen, daß die Stellungen 4, 5. 7 mit solchen Gruppenstiften
besteckt sind. Wenn die so vorbereitete Auswahlbrücke eingesetzt und die \laschine
in Gang gesetzt wird, so fühlen diese Gruppenstifte in an sich bekannter Weise die
unter ihnen befindliche Druckplatte auf Vorhandensein oder Fehlen entsprechender
Reiter ab. Stößt ein Gruppenstift auf einen Reiter, so wird er bei weiterem Herabgehen
der Auswahlbrücke leicht angehoben. Denn zwischen seiner Oberkante und der darüberliegenden
Anschlagplatte63 ist ja noch ein "Zwischenraum. Das Anheben eines Stiftes allein
würde aber bei Vorhandensein mehrerer Gruppenstifte noch keine Wirkung auslösen.
Denn die anderen nicht auf entsprechende Gruppenreiter gestoßenen Stifte bleiben
ja in ihrer Sperrlage. Erst wenn sämtliche Stifte auf entsprechende Reiter auftreffen
und somit gleichzeitig angehoben werden, wird die Sperrung der Gruppenschiene 8o
aufgehoben, und diese kann nunmehr unter dem Einfluß der Feder 76 nach links gehen.
Dadurch drängt sie mit ihrem Ansatz 83 auch die im Brückenteil 6o gelagerte Stange
66 nach links, und die Stange verschwenkt nunmehr ihrerseits mittels der Platte
67 den Schwenkhebel 57 aus der inFig. ro ausgezogenen Lage in die dort gezeichnete
strichpunktierte Lage.
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Um diesen Schwenkhebel 57 gemäß der gruppenweisen Abtastung nun gleichfalls
zur Steuerung der
Maschine heranziehen zu können, ist die eingangs
beschriebene Steuerstange 43, die an ihrem unteren Ende bekanntlich die Stellung
des Gabelstückes 35 und damit die Stellung der Stoßklinke 20 überwacht, an ihrem
oberen Ende gegabelt. Wie besonders Fig. 3 erkennen läßt, läuft sie dort in einen
Arm 95 und in einen zweiten Arm 96 aus. Der Arm 95 liegt unter dem üblichen, die
Einzelauswahl bewirkenden Hebelbi (Einzelhebel), während der etwas längere Arm 96
unter dem die Gruppenauswahl bewirkenden Schwenkhebel 57 (Gruppenhebel) liegt, wenn
dieser sich in der in Fig. io strichpunktiert gezeichneten verschwenkten Lage befindet.
Das Zusammenarbeiten des Einzelhebels und des Gruppenhebels mit den beiden Armen
95 und 96 der Steuerstange 43 wird unten noch näher erläutert werden.
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Neben der durch die Abfühlstifte 85 erfolgenden gruppenweisen Abtastung
verläuft nun in üblicher Weise die Abtastung der Druckplatten auf Einzelmerkmale
mit Hilfe von Abtaststiften 86 (Einzelstifte). Ein solcher Stift ist in Fig.9 dargestellt.
Er besitzt einen dickeren Kopf 89, der oben dicht unter der Platte 63 liegt, aber
im Gegensatz zu den Gruppenstiften 85 keinen nach hinten in die Aussparungen der
Gruppenschiene 8o eingreifenden Ansatz trägt. Stößt ein solcher Stift 86 beim Nieder-,Zeilen
der Auswahlbrücke auf einen Einzelreiter der Druckplatte, so wird der Brückenteil
6o nach verhältnismäßig kurzem Niedergehen aufgehalten, wodurch der Einzelhebel
61 die Steuerstange 95, 43 nur so weit senkt, daß das Gabelstuck 35 in die in Fig.2
gezeigte Mittelstellung gelangt, so daß ein Abdrucken erfolgt.
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Will man aus irgendwelchen Gründen von der gruppenweisen Auswahl ganz
absehen, so kann ein Sperrstift verwendet werden, der mit einem kurzen, in den Löchern
der Auswahlschiene 7o geführten Schaft versehen ist und mit seinem dickeren, dem
Kopfteil 89 des Einzelstiftes entsprechenden Kopfteil in die entsprechende
Aussparung 84 der gespannten Gruppenschiene8o eingreift. Da dieser Sperrstift nach
oben keinen Spielraum hat, so sperrt er die Gruppenschiene 8o vollständig, so daß
die ganze Auswahlvorrichtung nunmehr nur noch in der üblichen Weise mit Einzelauswahl
arbeitet. Durch die im Gegensatz zu den früher üblichen runden Abfühlstiften und
Einstecklöchern vorgesehene längliche Ausbildung des Querschnitts dieser Stifte
und der zugehörigen Löcher 73 ist es also möglich, ein und denselben Stift je nach
seiner Einstellage ztt verschiedenenFunktionen heranzuziehen. Für besondere Zwecke
können auch Einzelstifte verwendet werden, die in jeder Einstecklage außer der Einzelauswahl
eine Sperrung der Gruppenauswahl herbeiführen. Solche Stifte würden dann außer dein
nach vorn ragenden Kopfteil 89 noch den in Fig. 9 strichpunktiert gezeichneten,
nach hinten ragenden Kopfteil 89' besitzen, der ständig in die Aussparungen 84 der
Gruppenschiene eingreift und diese gesperrt hält.
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Wird der Stift 86 länger ausgeführt, also so wie der in Fig.3 sichtbare
Stift86', so wirkt er als Sperrstift. um in unten näher erläuterter Weise eine Sperrung
der Grul>lw nach oben herbeiführen zu können. In diesem Fall wird nämlich das Herabgehen
des Brückenteils 6o durch vorzeitiges Aufstoßen der Spitze des verlängerten Sperrstiftes
86' auf einen Reiter bereits in einem so frühen Zeitpunkt aufgehalten, daß der Einzelhebel
61 gar nicht mehr auf die Steuerstange 95. 43 stößt, so daß also der Gabelteil
35 nicht einmal bis in die in Fig.2 dargestellte Lage herabgedrückt wird,
sondern gegenüber dieser Lage ein Stuck in Uhrzeigerrichtung verschwenkt stehenbleibt.
Der Stift 31 kommt dann auf die Platte 36 ztt liegen, und es findet kein Abdruck
statt. ' Wenn schließlich keiner der Stifte auf einen Reiter auftrifft, so kann
der Einzelhebel 61 die Steuerstange 95, 43 ganz weit herunterdrücken, den Gabelteil
35 also noch weiter entgegen dem Uhrzeiger versch-,venken. als es in Fig.
2 dargestellt ist, und es findet ebenfalls kein Abdruck statt, da der Stift 3i sich
dann auf die Platte 37 aufsetzt.
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Durch Verwendung entsprechender Stifte, gegebenenfalls verschiedener
Länge, lassen sich außerdem in an sich bekannter Weise noch weitere Steuerwirkungen
erzielen, wobei auch Reiter mit mehreren Aufstoßebenen, etwa gemäß der deutschen
Patentschrift 626 293, verwendet werden können. Auch können durch entsprechende
Änderungen in an sich bekannter Weise andere und zusätzliche Steuerwirkungen ausgeübt
werden.
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Die Abfühlung und die daraufhin erfolgende oder unterbleibende Beeinflussung
der Steuerstange 43 geschieht während des Herabgehens des bügelförmigen Maschinenteils
5o und der von ihm getragenen oder mitgenommnen Teile der Ausw-älilvorrichtung.
Wenn dabei in der oben geschilderten #N 'eise eine Gruppe erfüllt ist, so kommt
der Gruppenhebel 57 in die über dein Stangenende 96 liegende Wirkstellung. Wenn
die Gruppe nicht erfüllt ist, so geht der Gruppenhebel unwirksam am Stangenende
96 vorbei. Wenn die Klinke 49 vom Ansatz 5 1 abgelaufen ist, so wird die
Auswählvorrichtung durch die am Bügelteil 5o angreifende Feder 93 wieder in die
angehobene Lage zurückgedrückt. Während dieses Zurückgehens läuft nun der Gruppenhebel
57 mit seiner linken Schulter gegen die schräge Anlauffläche eines fest am ortsfesten
Maschinenteil 92 sitzenden Rückstellnockens 94. Dieser Nocken drückt dabei den Hebel
57 wieder in die in Fig. io ausgezogen gezeichnete Lage. Über die Platte 67 und
die Stange 66 wird dabei auch der Ansatz 83 der Gruppenschiene 8o wieder nach rechts
gedrückt und die Gruppenschiene gespannt. Die Gruppenstifte können somit wiederum
in die erneut zu ihnen auesgerichteten Aussparungen 84 der Gruppenschiene einfallen,
und die Auswählvorrichtung ist für das nächste Arbeitsspiel bereit.
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Wenn es aus organisatorischen Gründen erwünscht ist, außer der Einzelauswahl
auch eine Gruppenauswahl nach mehr als einer Gruppe durchzuführen, so kann die Gruppenschiene
8o gemäß der schematischen Darstellung nach Fig. i i auch in mehreren voneinander
unabhängig verschiebbaren Gruppenschienen 8o° und Bob aufgeteilt werden. Die Aus-
| wahlbrücke7() wird datllt finit einer entsprechenden |
| 1lehrzahl von I#üllrutigastiftcn74 und Rückzugein- |
| riclltun@etl ; < aus@@erüstet. jede der Gruppen- |
| scliieneii So" u11,1 Sot' i,esitzt gleichfalls die ent- |
| s()rcciletldc#n _\u@:;hnittc 8d° tlnd 84b an ihrer |
| \@)rdcrkatite lind a@tl.,#erdeni je einen Steueransatz |
| 83" 1)zw. S3" a11 i111-V17 I lintcrkante- :1t1 Stelle einer |
| Stange (,0 werden (11111i mehrere Stangen 66° und 66b |
| vcrw-en<lct, clie finit <letz ciitsprechenden Vorsprüngen |
| R3" und `3" in derscll)clt \\'eisc zitsatnnietiw-irkcn, |
| wj; ts oben für die St:t!i1ul;6 und den Vorsprung 83 |
| lx#sclirielxn w@>r@len ist. 1kide Stangen 66R und 66n |
| wii-kc#11 clattn ;@rmritt:am auf die 1'lattc f,7 zur |
| Stenertitig lies l@ru()()cilhel>els 57. Wenn 1>e1 einer |
| solchen :\usführungsform beispielsweise die eitle |
| Gru(1Pe clurclt die Steilurigen 1. ;. 7 und (lie zweite |
| Grnppc durch clic Ute llutlgen to und i i bezeichnet |
| ist und wenn 1)e1 entsprechender Stifthesetzun;,r |
| 1)eis()iclswc is;# ,ine Platte erscheint. die nur die |
| l@ru(>(>e to. r t. nicht sllrer die (drul>ped, 5, 7 tragt, |
| so wird nuntllellr der Steuerimpuls von der zweiten |
| Grul)llenscllictt: `oj' in derselben Weise geliefert, |
| wie es c>hen für (lie Stetierachietie 8o geschildert |
| wurde. I )ie I@ü; kstcllutl der Steuerschiene in die |
| geal)annte licr-citschaftslage erfolgt genau so, wie |
| 1)e1 der .\nsführutlgsf@#rm mit nur einer Gruppen- |
| schiene. Durch \-erw-en@lung entsprechender Sperr- |
| stifte kann auch w-alilw-cise die eine oder die andere |
| Gruppenschiene unwirksam gemacht werden tisw-: |
| Zur I:rl<iuteruti@@ der Wirkuilgsweise sollen jetzt |
| einige -\rheitsal)iele beschrieben werden, die sich |
| jedoch durch \erwendutlg entsprcciiender Stifte und |
| i\nordnung der -\uswahl@)rgatie noch vermehren und |
| den jetveils auftretenden Bedürfnissen anpassen |
| lielkli. Iss sei ailginonltilen, (1a1.) es sich nm eine |
| Gruppe handelt, clcren ;;teulrstellett bei 4. 5 und 7 |
| liegen, tillcl dal.l aul.ierdem noch (lie Einzelstelltit1g
1 2 |
| interessiert- l)ie -\uswaltll@rücke wird dazu an den |
| Stcllcil und ; lnit Gruppcllstiften 85 und an |
| der Stelle 12 finit eilu#til I.:inzelstift 86 besteckt. |
| Die Aufgabe sei zunächst, sämtliche Platten eines |
| Druckplattcnstapels abzudrucken,die entweder bei 4, |
| 5, 7 bereitert sind, also (lie Gruplx erfüllen, oder die |
| keinen der Reiter 4. 5. ; tragen, alter 1)e1.12 hereitert |
| sind, oder die sowohl (lie Gruppe erfüllen und den |
| Einzelreiter an der z\viilften Stelle tragen. Er- |
| scheint nutz eine Platte ohne Reiter, so trifft keiner |
| der Stifte auf eineu Widerstand. infolgedessen kann |
| sowohl der Ilü@@elteil 5o mit seinem stets den vollen |
| Hub initausführetielen Gruppenhebel 57 (in nicht |
| verschwenkter Lage. wie er in l@ ig. to voll ausge- |
| zogen gezeichnet ist) als auch der Brückenteil 6o |
| mit seinem Hinzelliebel 61 den vollenHub ausführen. |
| Der 1, inzelliebel61 st('ißt dabei auf die Steuerstange |
| 95, 43 titld drückt diese so weit lieral), daß der |
| halx#ltcil 35 in die weitest ausgeschwenkte Lage |
| gelangt. in ( ler der Stift 31 auf die Platte 37 zu |
| liegen konnnt, so dar:) die Antriel)sklitike 2o am |
| I)rurl:armatitriel>ahelx#13, i9 vorl>eigelit. 1? s wird |
| also nicht gedruckt. Der Gruppenllel>#el 57 gellt Ohne- |
| hin unwirksam seitlich an dein Zweig96 der ge- |
| gabelten Stetieratange vorbei. jetzt soll eine |
| Druckplatte erscheinen. die die Gruppe erfüllt und |
| gegehetienfalls noch weitere Reiter tragen kann. In |
| dieseln Fall wird heim Herabgehen des Bügelteils |
| 5o. des l'#r@ickettteils 6o und der Auswahlbrücke 70 |
| clit Gruppenschiene 8o aus der Sperrung gelöst, da- |
| durch, claß die Gruppenstifte 85 auf die entsprechen- |
| den Reiter aufstoßen und etwas angehoben werden. |
| Padurch wird der Gruppenhebel 57 in die strich- |
| punktiert gezeichnete Lage « nach Fig. io ver- |
| sc1m-enkt, in der er über dem Ende 96 der Steuer- |
| 43 zu liegen kommt. Beim weiteren |
| 1leral)gehen drückt der Gruppenhebel |
| 57 also die |
| Stange c)6. 13 Herab. Durch entsprechende Be- |
| niessung der "feile und durch das Anstoßen der |
| 1@@1>fe der iiutiinehr angehobenen Gruppenstifte85 |
| an die Platte 63 des Brückenteils 6o wird die Steuer- |
| st@rige @3 nin ein begrenztes Maß gesenkt, bis der |
| (@al,.#Itcil35 :n die Mittellage nach Fig.2 gelangt. |
| l!ifo>lgedcsscn kann die Stoßklinke 2o den Druck- |
| a1-rtisChw-enkteil 3 mitnehmen, und es wird gedruckt. |
| k-tzt soll eineDruckplatte erscheinen, die mindestens |
| alt (1e1- Stelle 12 einen Reiter trägt, jedoch kehlen |
| (@rul>1>enrciter. In diesem Fall wird das Herabgehen |
| des Ilrückcnteils 6o null damit des Einzelhebels 61 |
| nach e:rlct- gewissen Zeit aufgehalten, sobald der |
| h:iuzrla:ftBC, nämlich auf den Reiter gestoßen ist. |
| Durch entsprechende Bemessung der Teile wird |
| dahci slic Steuerstange 95, 43 durch den Einzelhebel |
| 61 wiederum bis in die Mittellage gemäß Fig.2 |
| nicclergedrücl:t, und es wird gedruckt. Der infolge |
| l#hlclis eitles Gruppenreiters nicht verschwenkte |
| (irul@(>cnhel)cl 57 geht dabei unwirksam an seinem |
| I:ticlec@ti der Stetterstatlge-43 vorbei. Wenn jetzt |
| eitre Platte kommt, die sowohl die Gruppe erfüllt als |
| auch dcii I?inzelreiter 12 trägt, so wird .die -Steuer- |
| nur durch den nunmehr verschwenkten |
| Gruppenlicbel @7 um beschränktes Maß gesenkt, und |
| es wird w-ieclerum gedruckt, während der Einzel- |
| helrel 6i gar nicht erst mit seinem Ast 95 der Steuer- |
| in Berührung kommt, da der Brückenteil |
| ckirch die Köpfe der angehobenen Gruppenstifte |
| daran gehindert wird, weiter herunterzugehen. Jetzt |
| i n( 'i"e , eine Druckplatte kommen, die, gegebenenfalls |
| aul3:r weiteren Reitern, z. B. auch einen in der |
| i'ositiotl12, nur zwei Reiter der Gruppe -1, 5, 7, |
| beispielsweise die Reiter .4 und 7, trägt. In diesem |
| Fall werden zwar die Gruppenstifte 4 und 7 ausge- |
| hoben. Da aller der Gruppenstift 5 auf keinen Reiter |
| trifft, so wird die Gruppenschiene 8o trotzdem |
| weiter gesperrt gehalten, verschwenkt also auch |
| nicht den Gruppenhebel 57. Aus demselben Grunde |
| \vie beint vorigen Beispiel wird auch bei Vor- |
| hanrlensein des Einzelreiters 12 der Einzelhebel 61 |
| frühzeitig aufgehalten, und es wird nicht gedruckt, |
| cla der nicht verschwenkte Gruppenhebel 57 unwirk- |
| sattt 1111 (lein ilini zugeordneten Ende 96 der Steuer- |
| stange 43 vorbeigeht und der Einzelhebel 61 das |
| andere 1aide 95 der Steuerstange gar nicht erreicht. |
| Wenn die Aufgabe gestellt ist, nur diejenigen |
| Platten abzudrucken, die die Gruppe erfüllen, im |
| übrigen aber an einer bestimmten Stelle, z. B. der |
| Stelle 12. keinen Reiter tragen dürfen, so wird außer |
| dcii Gruppenstiften an der betreffenden Stelle 12 ein |
| Sperrstift eingesetzt. der länger ist als die gewöhn- |
licht>? Stifte. Bei dieser sogenannten Sperrung nach oben verläuft
die Arbeitsweise wie folgt: Wenn die Gruppe erfüllt ist, so wird, wie oben beschrieben,
gedruckt dadurch, claß der Gruppenhebel 57 die Steuerstange 96. 43 um ein begrenztes
Stück senkt. Derslbe Vorgang tritt ein, wenn an irgendeiner Stelle außer der gesperrten
Stelle 12 noch ein weiterer Reiter sitzt. Ist die Gruppe nicht erfüllt. (I. h. sind
Gruppenreiter in unvollständiger Anzahl vorhanden. so wird aus den oben dargelegten
Gründen ohnehin nicht gedruckt. Erscheint aber eine Platte mit einem Reiter an der
Stelle r2, so ,#x-ird nicht gedruckt, selbst wenn diese Platte die Gruppe erfüllen
sollte. Denn der lange Sperrstift86' bringt den zunächst zusammen mit dein Bügelteil
5o verschwenkten Brückentei16o durch Auftreffen auf den Reiter so frühzeitig zum
Stehen, daß der Einzel-61 nicht in der Lage ist, die Steuerstange 43 wet genug zu
senken, damit sie in die in Fig. 2 darsie llte Druckstellung gelangt. Ein Ausheben
der Gruppenstifte und damit ein Lösen der Gruppenschien: 8o und Verschwenken des
Gruppenhebels 57 kann in diesem Fall nicht erfolgen, weil der Sperrstift S6' die
Abwärtsbewegung der Auswahlbrücke 7o bereits aufhält, bevor die Gruppenstifte so
weit angelioben worden sind. daß sie die Gruppenschiene 8o freigeben. Denn der Sperrstift
86' stößt ja infolge seines dicken Kopfes bei Auftreffen auf eineu Reiter auch sofort
oben gegen die Platte 63 des Brückenteils 6o. Wie Fig. 3 erkennen läßt, ist die
Dinge des Schaftes unterhalb des Brückenteils 70 ltei dem Sperrstift 86' ebenso
groß wie bei den Gruppenstiften 85. Dem Sperrstift fehlt aber die den Gruppenstiften
eigene Verschiebbarkeit nach oben. Diese Verschiebbarkeit fehlt zwar dem Einzelstift
86 gleichfalls; dieser ist aber, um die geschilderte .'\rl>eitsweise zu ermöglichen,
entsprechend kürzer, ragt also nicht so weit über die Auswahlbrücke 70 stach unten
hinaus, daß er, wie es der Sperrstift 86' tut, die geschilderte Arbeitsweise der
Gruppenstifte beeinträchtigt. Der Sperrstift 86' verhindert infolge dieser von den
Einzelstiften 86 abweichenden 1.;ingenl)emessung gleichzeitig auch in an sich bekannter
«'eise, daß etwa durch Einzelstifte 86 und t,ntsprechende Reiter der Druck ausgelöst
werden könnte. Denn diese kürzer bemessenen Einzelstifte .`6 lassest ja den Brückenteil
6o bis zu der den Druck auslösenden Lage herabgehen, da sie infolge ihrer geringeren
Länge erst später auf die Reiter stoßen.
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1)i:# vorstehend gegebenen Beispiele für verschiedene Arbeitsweisen
stellen nur eine Auswahl der durch die Erfindung eröffneten Möglichkeiten dar, und
durch entsprechende Bemessung und Anordnung der Stifte, Reiter und der Gruppeneinstellung
lassen sich ohne weiteres auch mehr Arbeitsweisen erreichen.
-
Auch können zahlreiche Einzelheiten der beschriebenen Auswählvorrichtung
geändert werden, ohne daß der Erfindungsbereich verlassen würde. So wäre es beispielsweise
möglich, den auf die sperrbare Gruppenschiene oder ein ihr entsprechendes Organ
ausgeübten Verstellimpuls nicht durch Federkraft (Feder 76), sondern durch einen
federnd gelagerten Nocken od. dgi. itn Arbeitskontakt der Maschine auszuüben tisw.
Die Erfindung ist gleichermaßen auf kraftangetriebene wie auf handangetriebene 'Maschinen
anwendbar. Praktisch bedeutungsvoll ist die Möglichkeit. die Auswählvorrichtung
nach der Erfindung mit ganz geringen Änderungen in vorhandene Maschinen einzubauen.
Denn wie die Beschreibtttig gezeigt hat, ist außer der Änderung an der als Ganzes
leicht auswechselbaren Ahtastvorrichtung selbst nur eine Gabelung (!ei, Steuerstange
43 oder eines ihr entsprechenden Org,ans erforderlich, um die Bekannten Maschinen
auch zur Einzel- und Gruppenauswahl benutzen zu können. Auch können ohne weiteres
Signaleinrichtungen eingebaut werden, durch die beispielsweise das Erscheinen einer
Gruppe angezeigt wird. Ein solches Gruppensignal könnte beispielsweise ausgelöst
werden durch einett mitgenommenen Teil. gegen den der Gruppenltebel " titir dann
stößt, wenn er bei seinem die verschwenkte Lage einnimmt. Die im übrigen bekannte
Einstellung der Maschine auf positive oder negative Arbeitsweise kann selbstverständlich
beibehalten werden.