DE833102C - Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen, unloeslichen Faeden oder Fasern aus Proteinen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen, unloeslichen Faeden oder Fasern aus ProteinenInfo
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- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F4/00—Monocomponent artificial filaments or the like of proteins; Manufacture thereof
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von künstlichen, unlöslichen Fäden
oder Fasern durch Verspinnen von Lösungen aus tierischen oder pflanzlichen Proteinen, wie Casein
oder Erdnußproteinen, in ein angesäuertes salzhaltiges Spinnbad.
Die fadenartigen Produkte, die aus dem Spinnbad erhalten werden, sind noch leicht löslich in verdünnten
salzhaltigen Lösungen. Sie können durch eine Härtebehandlung mit Formaldehydlösungen
gegenüber verdünnten salzhaltigen Lösungen und kaltem Wasser unlöslich gemacht werden. Sollen
die koagulierten fadenartigen Produkte zu Textilgebrauchszwecken verwendet werden, so müssen sie
widerstandsfähig sein gegenüber der Einwirkung von siedendem Wasser, damit sie ohne aneinander
zu kleben, getrocknet werden können, und müssen widerstandsfähig sein gegen heiße, verdünnte
Säurelösungen, wie sie beim Färben mit sauren Wollfarbstoffen zur Verwendung gelangen. Die
Unlöslichmachung zu diesem Zweck kann durch Formaldehyd in stark salzhaltigen Lösungen von'
hohem Säuregehalt erreicht werden und insbesondere auch durch Behandlung der koagulierten
fadenartigen Produkte, entsprechend dem in der britischen Patentschrift 513 910 beschriebenen
Verfahren. Zu diesem Zweck kann vorteilhaft eine angesäuerte salzhaltige Formaldehydlösung verwendet
werden, die ungefähr auf 100 Gewichtsteile Wasser 30 Gewichtsteile Natriumchlorid und
genügend Salzsäure oder Schwefelsäure enthält, damit der pH-Wert unter 1 liegt. Die Spinnbadflüssig-
keit, die gewöhnlich Natriumsulfat und Schwefelsäure enthält, wird gewünschtenfalls aus dem
koagulierten fadenartigen Produkt vor der Zugabe zur unlöslichmachenden Lösung durch Eintauchen
des Produktes in starke Salzlösung ausgewaschen. Die Behandlung zur Unlöslichmachung verläuft
relativ langsam und kann daher nicht durchgeführt werden, während sich der Faden langsam aus dem
Spinnbad fortbewegt. Nach dem ersten Zusammennehmen des frisch koagulierten Fadenmaterials aus
der Spinnmaschine, welches in einem linearen Verhältnis, das größer ist als das Ausstoßverhältnis,
durchgeführt wird, wird es meist anschließend gestreckt. Das sich ergebende, immer noch leicht
lösliche Material, ist in diesem Stadium seiner Länge nach noch sehr stark schrumpfbar. Wenn es
aber während des anschließenden Unlöslichmachens vor dem Schrumpfen bewahrt wird, so entstehen
unlösliche Produkte mit guten physikalischen Eigenschaften und gewünschten Griff. Es ist nicht
einfach, das koagulierte fadenartige Material unter Zug beim Unlöslichmachen unter Spannung zu
halten und daher wurden schon verschiedene Vorbehandlungen vorgeschlagen, um die frisch koagulierte,
nicht gehärtete Faser, gestreckt oder nicht gestreckt, vor dem Schrumpfen, vor oder während
des Unlösiichmachens, zu bewahren. Werden die koagulierten und ungehärteten Produkte nicht vor
dem Schrumpfen bewahrt, so zeigen die unlöslichgemachten Produkte im allgemeinen schlechten
Griff, Glanz und Verlängerung im Bruch. Die vor dem Unlöslichmachen des kontinuierlich fortschreitenden
fadenartigen Produktes zur Verhinderung einer übermäßigen. Längenschrumpfung
durchgeführten Behandlungen, z. B. Zugbehandlungen, erfordern Apparate, in die das Produkt so
eingebracht werden kann, daß jeder Einzelbestandteil der fortschreitenden Faser während einer genügenden
Zeit unter Zug gehalten werden kann, was sehr umständlich und teuer ist. So'wird beispielsweise
in der britischen Patentschrift 543 586 ein Verfahren beschrieben, bei dem die koagulierten
Fasern zwecks Verringerung ihrer Längsschrumpfung unter Zug in einer gesättigten
Natriumchloridlösung mehrere Minuten lang auf einer bestimmten Länge gehalten werden.
Im Fall von fadenartigen Produkten, die aus gewissen Pflanzensamenglobulinen, wie Erdnußglobulin,
hergestellt sind, ist die Farbe der unter Verwendung von angesäuerten, salzhaltigen, unlöslichmachenden
Formaldehydlösungen hergestellten Fäden oftmals weniger weiß als dies wünschenswert
wäre.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die nichtgehärteten koagulierten, fadenförmigen Produkte
der Einwirkung von Formaldehyd in einer im wesentlichen gesättigten Natriumchloridlösung
bei einem pn-Wert zwischen 4 und 6 bei gewöhnlicher Temperatur unterworfen. Diese Behandlung
wird bei einer Temperatur durchgeführt, die nicht ausreicht, um die fadenartigen Produkte zu erweichen.
Die so behandelten Produkte werden anschließend in einer angesäuerten salzhaltigen Formaldehydlösung,
die nicht weniger als ungefähr 30 Gewichtsteile Natriumchlorid auf 100 Gewichtsteile
Wasser und genügend Salzsäure oder Schwefelsäure, um den p^-Wert unter 1 zu bringen,
enthält, unlöslich gemacht.
Es ist ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens,
daß es unnötig ist, die koagulierten Fäden während der Behandlung mit salzhaltiger Formaldehydlösung
bei einem pH-Wert 4 bis 6 unter Zug zu halten, da gewöhnlich während dieser Behandlung
nur eine geringe oder gar keine Schrumpfung stattfindet. Ebenso ist es unnötig, die Behandlung
der koagulierten Fäden mit salzhaltiger Formaldehydlösung, die auf einen ρπ-Wert unter 1 angesäuert
ist, unter Zug durchzuführen. Auch wenn in irgendeinem der beiden Bäder eine Schrumpfung
eintreten sollte, werden trotzdem Produkte mit gutem Griff, Glanz und guten physikalischen Eigenschaften
erhalten. Überdies werden z. B. die fadenartigen Produkte aus Erdnußproteinen weit eher
weiß, als wenn das Unlöslichmachen nach dem bekannten Verfahren durchgeführt wird.
Zur Durchführung der Erfindung wird die ver wendete Spinnbadlösung, die vorteilhaft aus einer
angesäuerten Natriumsulfatlösung besteht, gewünschtenfalls mit einer gesättigten Salzlösung aus
dem fadenartigen Produkt ausgewaschen und dieses wird dann mit einem großen Überschuß der salzhaltigen
Formaldehydlösung mit einem pn-Wert von ρ» 4 bis 6 in Berührung gebracht, und zwar
einige Minuten bei 400 bis zu einigen Stunden bei Zimmertemperatur.
In der salzhaltigen Formaldehydlösung vom pH-Wert 4 bis 6 ist die erforderliche Formaldehyd- ·*
konzentration nicht sehr hoch und beträgt etwa ι bis 3%. Die handelsüblichen Formaldehydlösungen
besitzen eine saure Reaktion, so daß diese zur Herstellung der salzhaltigen Formaldehydlösung
ausreicht, um den pH-Wert in den gewünschten Bereich zu bringen. Ist die saure Reaktion
zu gering oder zu groß, so wird sie durch Zugeben von Säure oder Alkali eingestellt.
Die anschließende Behandlung mit einer Lösung von Formaldehyd, Natriumchlorid und Salzsäure
oder Schwefelsäure, mit einem p^-Wert unter 1, gemessen bei Zimmertemperatur, kann vorteilhaft
l>ei etwas erhöhten Temperaturen. /.. 1?. bei 35 bis
500, durchgeführt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist in dem folgenden Beispiel näher erläutert.
Eine viskose gealterte Lösung von Erdnußglo'bulin, die ungefähr 24% des Proteins in einem
Lösungsmittel, bestehend aus einer i,35%igen Natriumhydroxydlösung, enthält und eine Viskosität
von etwa 80 Poiseeinheiten bei 200 aufweist, 12p wird durch eine mehrlöcherige Spinndüse in ein
Spinnbad ausgepreßt, das aus 2% Schwefelsäure, 20% Natriumsulfat und 78% Wasser von 300 besteht.
Die Umlaufgeschwindigkeit der Sammlerrolle ist so gewählt, daß die gesammelten Fäden ias
mit einer linearen Geschwindigkeit aufgespult
. die mehrfach höher ist als die Geschwindigkeit, mit der die viskose Lösung durch die
öffnungen der Spinndüse ausströmt. Die sich ergebenden Fadenbündel werden in einem Strom von
gesättigter Natriumsulfatlösung zu Fasern zerschnitten. Diese Stapelfasern werden in einem
relativ großen Volumen einer Lösung eingetaucht, die dadurch hergestellt wird, daß handelsübliche
Formaldehydlösung in einer starken ίο Natriumchloridlösung gemischt wird, so daß eine
Formaldehydkonzentration entsteht, worauf Natriumchlorid bis zur Sättigung und Salzsäure
oder Natriumchlorid, je nach Bedarf, zugegeben wird, um den p^-Wert auf 5,0 einzustellen.
Die Temperatur der Lösung beträgt 200, und die Stapelfasern bleiben 2 Stunden in der Lösung eingetaucht.
Sie werden dann herausgenommen, abtropfen gelassen und in ein unlöslichmachendes Bad eingetragen,
das aus einer stark angesäuerten Formaldehydlösung besteht, die Natriumchloridlösung mit
einem Überschuß an Natriumchlorid, iVaVo Formaldehyd
und 21A0Ap Schwefelsäure enthält. Die
Temperatur dieses Bades beträgt 380, und die Stapelfasern verbleiben 18 Stunden in dieser
Lösung. Die sich ergebenden Fasern werden mit Wasser gewaschen und zentrifugiert. Sie werden
nun in einer verdünnten Suspension von Natriumcetylsulfat eingeweicht und der verbleibende Säuregehalt
wird durch Einwirkenlassen der 25fachen Gewichtsmenge einer o,5%igen Natriumcarbonatlösung
bei Zimmertemperatur während ungefähr 20 Minuten entfernt. Die Fasern werden anschließend
erneut gewaschen, zentrifugiert und bei ungefähr 400 im Luftstrom getrocknet.
Als Ergebnis dieser Behandlung zeigen die Fasern eine befriedigende Widerstandsfähigkeit
gegen 90 Minuten lange Behandlung mit einem wäßrigen 900 warmem Bad, das 0,1% Schwefelsäure
und 0,25% Natriumsulfat enthält.
Die Faser ist blaß gefärbt und zeigt guten Glanz und guten Griff und wirft sich gut. Der
Durchmesser beträgt 23 Mikron und die Dehnbarkeit bis zum Zerreißen ungefähr JJ0Zo.
Zwecks Feststellung der Behandlung von versponnenen Proteinfasern in der besonderen Formaldehydlösung
werden Fasern aus einer Erdnußglobulinlösung in ein Spinnbad versponnen und zerschnitten und in einem Bad, das iV2% Formaldehyd
und 2Vä% Schwefelsäure in gesättigter Natriumchloridlösung enthält, behandelt und in der
üblichen Weise nachbehandelt. Fasern des gleichen Ursprungs werden jedoch einer vorhergehenden
Formaldehydbehandlung in einem Salzbad mit einem p^-Wert von 5 unterworfen, und es wurde
gefunden, daß die ohne eine solche Vorbehandlung hergestellten Fasern dunkler gefärbt sind, einen
schwächeren Glanz und weniger befriedigenden Griff und schlechtere Eigenschaften als Fasern besitzen,
die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren einer Vorbehandlung unterworfen wurden. Der
Durchmesser der Fasern, die ohne eine solche Vorbehandlung hergestellt wurden, ist auch etwas
größer, und die Dehnbarkeit der Fasern bis zum Zerreißen ist wesentlich niedriger.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung von künstlichen, unlöslichen Fäden oder Fasern durch Verspinnen von Lösungen aus tierischen oder pflanzlichen Proteinen, wie Casein oder Erdnußproteinen, in ein angesäuertes salzhaltiges Spinnbad, dadurch gekennzeichnet, daß die von Spinnbadresten durch Spülen in einer gesättigten Salzlösung befreiten Fäden oder Stapelfasern während einiger Minuten mit einer mit Natriumchlorid gesättigten und 1 bis 3% Formaldehyd enthaltenden Lösung, die einen pH-Wert von 4 bis 6 und eine Temperatur von etwa 400 hat, behandelt und anschließend in einer mit Salzsäure oder Schwefelsäure angesäuerten Formaldehydlösung, die nicht weniger als 30 Gewichtsprozent Natriumchlorid und einen pH-Wert unter 1 aufweist, bei einer Temperatur von l>eispielsweise 25 bis 500 fertig gehärtet werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Formaldehydsalzbad von einem pH-Wert von 4 bis 6 in großem Über- go schuß verwendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das koagulierte, ungehärtete Material mit dem Formaldehydsalzbad vom pH-Wert 4 bis 6 einige Stunden bei Raumtemperatur in Berührung gelassen wird.3338 2.
Applications Claiming Priority (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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