DE820787C - Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels

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DE820787C
DE820787C DEP2189A DEP0002189A DE820787C DE 820787 C DE820787 C DE 820787C DE P2189 A DEP2189 A DE P2189A DE P0002189 A DEP0002189 A DE P0002189A DE 820787 C DE820787 C DE 820787C
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DE
Germany
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acetone
ether
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alcohol
hemostatic
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Expired
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DEP2189A
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English (en)
Inventor
Adrien Dr Med Schoch
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Gibone Anstalt
Original Assignee
Gibone Anstalt
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/30Nerves; Brain; Eyes; Corneal cells; Cerebrospinal fluid; Neuronal stem cells; Neuronal precursor cells; Glial cells; Oligodendrocytes; Schwann cells; Astroglia; Astrocytes; Choroid plexus; Spinal cord tissue

Description

Es ist bereits ein Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten, d. h. auf alle Gerinnungsfaktoren wirkenden Blutstillungsmittels bekannt, gemäß welchem Gehirn oder andere parenchymatöse Gewebe in einen wässerigen Brei übergeführt und zur Fettextraktion mit Äther behandelt werden, darauf einer Mazeration in Gegenwart von Wasser unterworfen werden, bei welcher durch Einwirkung der im Gehirn vorhandenen eiweißabbauenden Fermente das Blutstillungsmittel aus der Komplexverbindung mit Eiweiß abgetrennt wird, worauf man die wässerige Lösung des Blutstillungsmittels nach Ausfällen des Eiweißes vom Rückstand trennt und zur Trockne einengt.
Es hat sich herausgestellt, daß in dem nach diesem Verfahren hergestellten Produkt kein Eiweiß mehr nachweisbar ist, d. h. daß das Produkt theoretisch eiweißfrei ist, daß aber trotzdem gelegentlich irgendwelche Eiweiß enthaltende Körper vorhanden sein müssen, welche bei Anwendung des Produktes im ao menschlichen Körper eine Schockwirkung auslösen können.
Es hat sich gezeigt, daß man nach dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung ein Produkt herstellen kann, aus welchem die eine Schockwirkung as auslösenden Eiweiß enthaltenden Bestandteile restlos entfernt sind, wobei das erfindungsgemäße Verfahren außerdem eine höhere Ausbeute und eine bessere Thermostabilität des Produktes mit sich bringt. Das neue Verfahren kann zudem Anwendung finden auf verschiedene parenchymatöse Organe, beispielsweise Lunge, Leber, Niere.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels ist dadurch
gekennzeichnet, daß ein parenchymatöses Gewebe, nachdem es in einen homogenen Brei übergeführt wurde, mit Aceton und dann mit Äther behandelt wird, wobei das Aceton das Eiweiß ausfällt, Wasser und Neutralfette entzieht und der Äther die nicht blutstillenden Lipoide aufnimmt, worauf die so vorbehandelte Substanz der Einwirkung von wasserhaltigem Äthanol ausgesetzt wird, bei welcher die Lipoproteide des Ausgangsmaterials aufgespalten
ίο und der frei gewordene Phosphatidanteil im Alkohol gelöst wird, welche Lösung dann im Vakuum eingeengt wird.
Man kann aber auch so verfahren, daß man den homogenisierten Organbrei, in welchem durch die
*5 Homogenisierung die in den Zellen enthaltenen proteolytischen Fermente in Freiheit gesetzt werden, zuerst einer Mazeration unterwirft, bei welcher mindestens ein Teil der Lipoproteide aufgespalten wird, worauf dann die Behandlung mit Aceton, Äther und zuletzt mit wasserhaltigem Äthanol erfolgt, in welch letzterem der frei gewordene Phosphatidanteil sich löst.
Beispiel
a5 Frisches Rinderhirn wird von der Hirnhaut befreit und in Wasser sauber gespült. Das von Blut gereinigte Gehirn wird in einem Homogenisierapparat, z. B. in einem Turmixapparat, zu einem völlig homogenen Brei verarbeitet. Dieser Brei wird
mit etwa der fünffachen Menge von auf o° C abgekühltem, wasserfreiem Aceton 1U Stunde lang auf der Schüttelmaschine geschüttelt. Nach Entfernung des überstehenden Acetons wird nochmals die gleiche Menge kalten, wasserfreien Acetons zugegeben und wiederum 1A Stunde lang geschüttelt. Darauf wird der Brei durch Abnutschen vom Aceton befreit. Die Behandlung mit dem Aceton hat den Zweck, daß im Brei ursprünglich vorhandene Wasser und das Neutralfett zu entfernen sowie das Eiweiß auszufällen.
Nach dem Abnutschen des Acetons kann noch mehrmals mit kaltem Aceton nachgewaschen werden.
Soll der nach Entfernung des Acetons erhaltene Rückstand nicht sofort weiterverarbeitet werden, so wird er in dünner Schicht auf Filtrierpapier ausgebreitet, und man erhält in wenigen Stunden ein trockenes Pulver, das bei Aufbewahrung im Eisschrank lange haltbar bleibt.
Bei sofortiger Weiterverarbeitung des Rückstandes wird dieser nicht getrocknet, sondern in noch feuchtem Zustand mit etwa der zehnfachen Menge von auf o° C abgekühltem Äther versetzt und 1Is Stunde lang auf der Schüttelmaschine geschüttelt. Dann wird der Äther durch Abnutschen " entfernt und der Rückstand kurze Zeit, d. h. etwa Vz Stunde lang, ausgebreitet und an der Luft getrocknet. Auch das so erhaltene Pulver ist bei kühler Aufbewahrung ebenfalls lange haltbar.
Das Pulver wird mit dem zehnfachen Volumen 6o °/oigen Äthanols, das auf o° C abgekühlt ist, 1Zi Stunde auf der Schüttelmaschine geschüttelt. Dabei erfolgt eine Spaltung der Lipoproteide in Phosphatid und Eiweiß. Das Phosphatid ist der wirksame blutstillende Stoff, der sich im Äthanol löst, während das Eiweiß ungelöst bleibt. Die alkoholische Phosphatidlösung wird vom Rückstand getrennt und bei tiefer Temperatur im Hochvakuum zur Trockne verdampft.
Die dabei erhaltene wirksame Substanz ist ein gelblichweißes Pulver, das leicht wasserlöslich ist. Die wässerige Lösung ist thermostabil. Sie kann im Autoklaven 15 Minuten lang auf 1150C erhitzt werden, ohne daß ein Aktivitätsverlust eintritt.
Man kann aber auch so verfahren, daß man den, wie oben beschrieben, aus frischem Gehirn hergestellten homogenen Gehirnbrei 10 Stunden lang im Eisschrank bei 50C mazeriert, worauf dann die bereits beschriebene Behandlung mit Aceton, Äther und Äthanol erfolgt. Bei der Mazeration wird durch die Wirkung der im Gehirnbrei vorhandenen proteolytischen Fermente mindestens ein Teil der Lipoproteide in Phosphatid und Eiweiß aufgespalten. Durch die Behandlung mit Äthanol wird diese Aufspaltung, falls nötig, vervollständigt und der Phosphatidanteil im Alkohol gelöst.
Das Verfahren kann weiterhin in der Weise abgeändert werden, daß die den Phosphatidanteil enthaltende alkoholische Lösung nicht bis zur Trockne, sondern im Vakuum nur so weit eingeengt wird, bis aller Alkohol entfernt ist. Der noch wasserhaltige Rückstand wird mit Wasser auf die gewünschte Endkonzentration verdünnt, und nach Abzentrifugieren von Unlöslichem erhält man eine gebrauchsfertige Lösung der blutstillenden Substanz.
Statt Gehirn können gemäß den oben beschriebenen Arbeitsweisen mit gleichem Erfolg auch Rinderlungen, -lebern oder -nieren verarbeitet werden. Rinderlunge wird dabei dadurch von Blut befreit, daß ein kräftiger Wasserstrahl durch die Lungenarterien geleitet wird, bis das Gewebe käsigweiß erscheint. Die Lunge ist dann sehr wasser- haltig. Sie wird von Hand zerkleinert und ausgepreßt und im Turmixapparat zu homogenem Brei verarbeitet, der dann wie beschrieben ohne oder mit Mazeration weiterverarbeitet wird.

Claims (6)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels, dadurch gekennzeichnet, daß ein parenchymatöses Organ, nachdem es in einen homogenen Brei übergeführt wurde, mit Aceton und dann mit Äther behandelt wird, wobei das Aceton Wasser und Neutralfett aufnimmt und Eiweiß ausfällt, während der Äther die nicht blutstillenden Lipoide löst, worauf die so behandelte Substanz der Einwirkung von wasserhaltigem Äthanol ausgesetzt wird, durch welche die Lipoproteide des Ausgangsstoffes aufgespalten und das dabei frei gewordene, die blutstillende Substanz bildende Phosphatid im Alkohol gelöst wird, welche Lösung dann im Vakuum eingeengt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit Aceton, Äther und Äthanol bei einer Temperatur von etwa o° C erfolgt.
3. Verfahren nach Ansprüchen ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das in Breiform übergeführte parenchymatöse Organ vor der Behandlung mit Aceton einer Mazeration unterworfen wird, bei welcher durch Einwirkung der im Brei enthaltenen proteolytischen Fermente mindestens ein Teil der Lipoproteide aufgespalten wird, so daß der frei gewordene Phosphatidanteil bei der Behandlung mit Alkohol von diesem gelöst wird.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die alkoholische Lösung des Phosphatidanteils im Hochvakuum bei tiefer Temperatur zur Trockne eingedampft wird.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die alkoholische Lösung bis zur Entfernung des Alkohols im Vakuum eingedampft und der noch wasserhaltige Rückstand durch Zusatz von Wasser auf eine gewünschte Endkonzentration verdünnt wird.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mazeration etwa 10 Stunden lang im Eisschrank bei einer Temperatur von etwa 50 C durchgeführt wird.
O 2169 11.51
DEP2189A 1948-06-11 1949-03-12 Verfahren zur Herstellung eines polyvalenten Blutstillungsmittels Expired DE820787C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1212678B (de) * 1958-11-26 1966-03-17 Dr Henri Joseph Marie Clement Verfahren zur Gewinnung von Arzneipraeparaten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
CH658785A5 (de) * 1984-06-15 1986-12-15 Pentapharm Ag Haemostyptisch wirksames hautpflegemittel.

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DE1212678B (de) * 1958-11-26 1966-03-17 Dr Henri Joseph Marie Clement Verfahren zur Gewinnung von Arzneipraeparaten

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CH271774A (de) 1950-11-15
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