AT117228B - Verfahren zur Darstellung von Organpräparaten durch Extraktion. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Organpräparaten durch Extraktion.

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  Verfahren zur Darstellung von   Organpräparaten   durch Extraktion. 



   Zur Darstellung von Hormonen bzw. wirksamen Substanzen aus   Geschlechtsdrüsen,   Plazenta und andern Organen werden die Organe in der Regel mit einem flüchtigen Lösungsmittel, das mit Wasser mischbar ist, z. B. Alkohol, Methylalkohol oder Azeton, extrahiert, worauf man das so entwässerte Gewebe allenfalls noch mit einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel (wie Äther, Petroläther, Benzol) erschöpfend ausholt und aus den vereinigten Auszügen die lipoiden Substanzen gewinnt. Ferner sind Verfahren bekannt, die von einem vorerst im Vakuum bei mässiger Temperatur getrockneten Gewebe ausgehen. Diese Methode hat den Vorteil, dass das getrocknete Gut nach entsprechender   Zerkleinerung-   unmittelbar mit einem mit Wasser nicht mischbaren flÜchtigen Lösungsmittel extrahiert werden kann. 



  Die hornigen Massen, die selbst bei schonendster Trocknung der Organe entstehen, sind aber für das Lösungsmittel schwer durchlässig, so dass auch das feinst vermahlene Gut mit   flüchtigen   Lösungsmitteln nicht vollkommen extrahiert werden kann. 



   Das vorliegende Verfahren ermöglicht es, einerseits ohne eine Extraktion mit Lösungsmitteln, die mit Wasser mischbar sind, zum Ziel zu kommen, also diese grossen Kosten zu sparen, anderseits auch die vorgängige Trocknung des Organs und ihre nachteiligen Folgen zu vermeiden. Dabei hat das Verfahren noch den Vorteil, die Trennung der wasserlöslichen und wasserunlöslichen Anteile der Gewebe in kurzem Wege zu bewirken und dadurch die Gewinnung sowohl   wasserlöslicher   als auch   wasserunlös-   licher wirksamer Bestandteile aus den Geweben zu vereinfachen. 



   Die betreffenden Organe werden der Erfindung gemäss, frisch oder in konserviertem Zustand, vorzugsweise nach vorheriger Zerkleinerung, in Berührung mit Wasser bis zur   Koagulienmg   der Eiweissstoffe erhitzt und hernach durch mechanische Mittel von den flüssigen Anteilen möglichst vollkommen 
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 die mit Wasser nicht mischbar sind. 



   Man bringt das Organ beispielsweise in etwa die Hälfte seines Gewichtes an siedendem Wasser ein oder setzt es mit kaltem Wasser an und kocht nach einer Weile auf. Vor dem Aufkochen säuert man zweckmässig mit Essigsäure an, um die Koagulation der Eiweissstoffe zu beschleunigen. Man seiht nun den wässerigen Extrakt heiss von dem extrahierten Material (Koagulum) ab, wäscht mit wenig siedendem Wasser nach und schleudert das koaguliert Gut auf einer Zentrifuge trocken oder presst es möglichst stark ab, so dass es nach dieser Behandlung nur wenige Prozente Wasser enthält. 



   Um bei der nachfolgenden Extraktion des in dieser Weise mechanisch soweit als möglich ent- 
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 eine vollständige Entwässerung des Gutes herbeizuführen, kann man sich mit grossem Vorteil einer neuartigen Methode bedienen, die darin besteht, dass das   Koagulum   mit flüchtigen Lösungsmitteln, die bei der Destillation Wasser mitnehmen, so lange destillierend behandelt wird, bis kein Wasser mehr übergeht. Zu diesem Zweck bieten sich vorzugsweise Kohlenwasserstoffe der aromatischen Reihe oder auch der Fettreihe oder deren   Halogen-oder Nitrosubstitutionsprodukten   als geeignet dar. Man kocht beispielsweise so lange destillierend mit Benzol, bis dieses klar überläuft und kein Wasser mehr mitnimmt. 



  Es verbleibt im Rezipienten eine wasserfreie   benzolische   Lösung, welche sämtliche Fette und lipoiden Substanzen, insbesondere auch die wirksamen Substanzen, enthält. 



   Die so gewonnene wasserfreie Lösung (im folgenden der Einfachheit halber als benzolisehe Lösung angenommen) kann nun in verschiedener Art weiter verarbeitet werden. Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Weiterverarbeitung wie folgt vorgenommen : Die benzolische Lösung wird auf ein kleines Volumen eingeengt und dann mit etwa dem gleichen Volumen Methylalkohol vermischt. An Stelle von Methylalkohol können auch andere mit Wasser mischbare Alkohole oder Ketone, wie Azeton, verwendet werden ; mit Methylalkohol wurden aber die besten Resultate erhalten. Zu dieser Mischung setzt man so lange Wasser zu, bis sich deutlich zwei Schichten bilden, deren Trennung man durch Zentrifugieren beschleunigen kann.

   Die gelösten Stoffe verteilen sich nun auf die methylalkoholische und die benzolisehe Lösung derart, dass diese letztere, insbesondere wenn man die Extraktion mit Methylalkohol wiederholt, nur unwesentliche Mengen wirksamer Substanz enthält. Die methylalkoholisehe   Lösung, welche   die wirksamen Stoffe fast zur Gänze aufgenommen hat, kann noch einmal gegen Benzol gereinigt werden. Verdünnt man diese Lösung hernach mit dem Mehrfachen an reinem Methylalkohol und kühlt sie ab, so erhält man eine Fällung und Kristallisation, durch welche noch vorhandene unwirksame Substanzen ausgeschieden werden. Cholesterin und Cholesterinfette sowie freie Fettsäuren sind nunmehr aus der methylalkoholischen Lösung der Hauptsache nach entfernt. 



   Die so gereinigte   methylalkoholische   Lösung enthält die in flüchtigen Lösungsmitteln   löslichen   wirksamen Stoffe des behandelten Organs im allgemeinen in einer für praktische Zwecke genügend reinen Form. Will man eine weitere Reinigung vornehmen, so kann man sich hiezu in bekannter Weise entweder der Verseifung oder der Reinigung mit Bleiverbindungen bedienen ; desgleichen können etwa noch 

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 bindungen ergeben. 



   Wenn die bei der Anfangsbehandlung des Organs mit Wasser gewonnene Lösung ebenfalls wirksame Stoffe enthält, so wird sie der Erfindung gemäss wie folgt weiterbehandelt : Man vereinigt diese 
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 Kaliumphosphat usf. Doch ist ein solcher Zusatz in der Regel nicht notwendig. Das Konzentrat wird mit dem doppelten Volumen Alkohol behandelt, wobei neben Salzen hauptsächlich Leim und Glykogen abgeschieden werden. Die Lösung wird konzentriert und kann noch mit Lösungsmitteln, welche mit Wasser nicht mischbar sind, z. B. mit Äther, Benzol, Petroläther, extrahiert werden.

   Die verbleibende wässerig-alkoholische Lösung enthält die physiologisch wirksamen Substanzen, soweit sie in   Wasser löslich     und in mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmitteln, wie Äther, Benzol, Petroläther etc. unlöslich sind, von unwirksamen Bestandteilen praktisch befreit.   



   Wurde die   wässerig-alkoholische   Lösung, wie oben angegeben, mit flüchtigen, mit Wasser nicht mischbaren   Lösungsmitteln   extrahiert, um die geringen Anteile in solchen Lösungsmitteln löslicher Stoffe, welche sie etwa enthalten mag, herauszuholen, so wird dieser Auszug mit der Hauptmasse der in flüchtigen Lösungsmitteln löslichen Stoffe des Koagulums gemeinsam weiterverarbeitet. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Darstellung von Organpräparaten durch Extraktion, dadurch gekennzeichnet, dass das betreffende Organ, vorzugsweise im zerkleinerten Zustande, in Berührung mit Wasser bis zur   Koagulieiung   der Eiweissstoffe erhitzt und hernach durch mechanische Mittel von den flüssigen Anteilen möglichst vollkommen befreit wird, worauf das in dieser Weise entwässerte Koagulum unmittelbar mit flüchtigen Lösungsmitteln ausgeholt wird, die mit Wasser nicht mischbar sind.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das Organ mit kochendem, schwach angesäuertem Wasser behandelt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2 zur Gewinnung der in flüchtigen Lösungsmitteln löslichen wirksamen Stoffe, dadurch gekennzeichnet, dass das nach der mechanischen Entwässerung verbleibende Koagulum mit Benzol oder ähnlichen mit Wasser nicht mischbaren flüchtigen Lösungsmitteln, welche bei der Destillation Wasser mitnehmen, so lange destillierend behandelt werden, bis kein Wasser mehr übergeht.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der destillierenden Behandlung mit Benzol oder ähnlichen mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmitteln entstehende wasserfreie Lösung der extrahierten Stoffe in dem betreffenden mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, nach Einengung, mit Alkoholen oder Ketonen, welche mit Wasser mischbar sind, insbesondere mit Methylalkohol oder Azeton, vermischt und mit Wasser bis zur deutlichen Bildung von zwei Schichten versetzt wird, wobei die wirksamen Stoffe in das mit Wasser mischbare Lösungsmittel übergehen.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung der wirksamen Stoffe in dem mit Wasser mischbaren Lösungsmittel mit dem betreffenden Lösungsmittel verdünnt und bis zur Ausscheidung eines Niederschlages abgekühlt wird.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2 zur Gewinnung der in Wasser löslichen wirksamen Stoffe, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Behandlung des Organs mit Wasser abgeschiedene wässerige Lösung, gegebenenfalls unter Zusatz von Eiweissfällungsmitteln, eingeengt, mit einem Überschuss von Alkohol versetzt und vom gebildeten Niederschlag getrennt wird, worauf die so erhaltene wässerigalkoholische Lösung durch Extraktion mit Lösungsmitteln, die mit Wasser nicht mischbar sind, allenfalls noch von in diesen Lösungsmitteln löslichen Stoffen befreit werden kann.
AT117228D 1929-03-09 1929-03-09 Verfahren zur Darstellung von Organpräparaten durch Extraktion. AT117228B (de)

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