DE601269C - Verfahren zur Herstellung von Zubereitungen des den Oestrus hemmenden Zirbeldruesenwirkstoffes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zubereitungen des den Oestrus hemmenden Zirbeldruesenwirkstoffes

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DE601269C
DE601269C DEL75105D DEL0075105D DE601269C DE 601269 C DE601269 C DE 601269C DE L75105 D DEL75105 D DE L75105D DE L0075105 D DEL0075105 D DE L0075105D DE 601269 C DE601269 C DE 601269C
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oestrus
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pineal gland
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/55Glands not provided for in groups A61K35/22 - A61K35/545, e.g. thyroids, parathyroids or pineal glands

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Zubereitungen des den Oestrus hemmenden Zirbeldrüsenwirkstoffes Die Erfindung betrifft die Herstellung eines Zirbeldrüsenwirkstoffes, nämlich des den Oestrus hemmenden Zirbeldrüsenwirkstoffes, von beliebig eingestelltem Gehalt.
  • Die vorliegende Erfindung beruht auf der netten Erkenntnis, daß es gelingt, durch Ausziehen der frischen oder feucht bei Kühltemperatur aufbewahrten oder auch getrockneten Drüse, die gegebenenfalls durch mechanische Zerkleinerungs- oder chemische Aufschließungsmaßnahmen der Extraktion zugänglich .gemacht wurde, mit wäßrigen, gegebenenfalls salz-, alkohol- oder glycerinhaltigen, sauren oder alkalischen Lösungen, bei gleichzeitigem Wirkungsausleseverfahren- den den Oestrus hemmenden Wirkstoff aus dem zelligen Material herauszuholen, ohne daß seine Wirksamkeit verlorengeht.
  • Ein solches, ohne gleichzeitige Wirkungsauslese ausgeführtes Verfahren, welches den bei der Gewinnung anderer Wirkstoffe verwandten Methoden ähnlich ist, konnte indessen bisher nicht zum Ziele führen. Seine Anwendung wurde gemäß vorliegender Erfindung erst dadurch ermöglicht, daß gleichzeitig ein Wirkungsausleseverfahren Platz greift.
  • Diese wichtige und bisher ungelöste technische Aufgabe konnte man, da in-an über die chemische Konstitution des Wirkstoffes keine Vorstellung besitzt, auch nicht auf chemischem Wege lösen; es waren daher andere Mittel zur Erreichung dieses Zieles notwendig.
  • Diese bestehen erfindungsgemäß .darin, daß abgemessene Proben der Extrakte bestimmten Versuchstieren, z. B. Ratten, Mäusen o. dgl., zugeführt, beispielsweise eingespritzt werden, um so das Auftreten bzw. die Stärke der erfindungsgemäß spezifischen, den Oestrus hemmenden Wirkung zu beobachten.
  • Auf diese Weise können die inaktiven oder wenig aktiven Anteile verworfen bezIehungsweise einer Konzentrierung durch Einengen o. dgl. unterworfen werden, so daß man schließlich zu konzentrierten Zubereitungen gelangt: Diese Präparate können erfindungsgemäß ferner noch -durch Ausschütteln mit organischen Lösungsmitteln, z. B. zur Entfernung von begleitenden Fetten und Lipoiden vor oder nach Verseifung, Filtrieren durch Filter, Ultrafilter, semipermeable Membranen u. dgl. mit oder ohne Zuhilfenahme von Druck, Rühren oder elektrischen Potentialgefällen (Elektrodialyse), wobei der Wirkstoff diese Membranen passiert, Herausadsorbieren von Begleitstoffen mittels bestimmter. Adsorbentien oder auf beliebige andere Weise gereinigt werden.
  • Man erhält auf diese Weise Präparate, welche - einerlei ob sie Trockensubstanzen darstellen oder sich in Lösung befinden - auf einen bestimmten Wirkungsgrad eingestellt sind und z. B. als Injektionen oder auf anderem Zuführungswege, z. B. in der Tierzucht, Verwendung finden können.
  • Auszüge aus Zirbeldrüsen sind an sich bereits bekannt (vg1. z. B. v. J a u r e g g und B a y e r, Lehrbuch der Organotherapie, igi-., S. 25 i und 252, sowie L a q u e r , Hormone und innere Sekretion, 1928, S. io6). Von diesen vorbekannten Zubereitungen aus Zirbeldrüse unterscheiden sich aber die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten naturgemäß grundlegend durch ihren Wirkstoffgehalt, der das Ziel des vorliegenden Herstellungsverfahrens bildet und dessen Erreichung im Gegensatz zu allen v orbekannten Verfahren durch Anwendung des Wirkungsausleseverfahrens verbürgt ist.
  • Dieser entscheidende Fortschritt zeigt sich am klarsten durch die Äußerungen in den beiden :genannten Werken. Beide können über Hormonwirkungen und Wirkstoffgehalt der von ihnen erwähnten Extrakte keinerlei Angaben machen. Im Gegenteil heißt es z. B. an der angeführten Stelle bei v. J a u r e g g und B a y e r, daß der eine Untersucher derartiger Extrakte, v. C y o n , die Wirkung seiner Ephiphysenextrakte .als Folge. der Wirkung der in ihnen enthaltenen Salze ansah, und an der gleichen Stelle betonen die Verfasser, daß alle von ihnen zitierten Untersuchungen keinerlei sicherer Auskünfte über die Funktion der Ephiphyscn ergeben. Beispiele i. 5,g frischer Schweinszirbeldrüse werden zerkleinert und im Vacuum getrocknet, alsdann wiederholt mit Benzol ausgezogen. Man erhält so i .g entfettetes Drüsenpulver und nach Verjagen des Benzols 0,05 g Fettextrakt. Von diesen ersten beiden Fraktionen gibt die erstgenannte eine positive biologische Reaktion, d. h. o,1 g in Wasser aufgeschwemmt und binnen vier Tagen einer brünstenden weiblichen Maus unter die Haut gespritzt haben die Scheidenbrunst für insgesamt acht Tage vollkommen auf, d. h. o, i g Material entsprechend Mäuseeinheit.
  • 2. 5o g frische Schafzirbeldrüse werd.n fein zerkleinert und -wiederholt mit destilliertem Wasser ausgezogen, die vereinigten Auszüge durch Zentrifugieren geklärt und durch ein feines Filter filtriert. Die Zentrifugenriickstände enthalten bei der -biologischen Prüfung an der Maus nur noch in Mengen entsprechend 2,og der frischenDrüseeine Mäuseeinheit des Wirkstoffes (zusammen also nur 25 Mäuseeinheiten), der Filterrückstand mit 5 ccm Nasser aufgeschwemmt, zur biologischen Gehaltsprüfung verwendet, @ enthält gleichfalls nur auf je i ccin eine Mäuseeinheit, zusammen also nur 5 Mäuseeinheiten. Dagegen rufen von dem 2 500 ccm betragenden klaren Filtrat gerade 2 ccm biologische Reaktion an der Maus in der Wirkungsstärke von i Mäuseeinheit hervor (i ccm wirkten zu schwach, 3 ccm zu stark). Die Zentrifugen- und Filterrückstände werden daher als hormonarm verworfen, das i 25o Mäuseeinheiten des Wirkstoffs enthaltende Filtrat wird dagegen zur Weiterverarbeitung verwendet. Es wird auf 125 ccm eingeengt, woraufhin sich bei Anstellung der biologischen Reaktion o,i ccm als Träger von i Mäuseeinheit erweist, und dann siebenmal gegen je 70 ccm Außenflüssigkeit (destilliertes Wasser) dialysiert. Die Innenflüssigkeit wird daraufhin, da sie bei der biologischen Gehaltsprüfungnur' nochinsgesamt ioo Mäuseeinheiten Wirkstoff enthält, verworfen, die Außenflüssigkeiten werden vereinigt und auf ioo ccm eingeengt, von denen wiederum je o,i ccm die biologische Reaktion in Stärke von i Mäuseeinheit zeigt.
  • 3. 5,o g frischer Schweinszirbeldrüse werden in einem Zellzertrümmerungsapparat zerkleinert, mit io v. H. Glycerin enthaltendem Wasser im Soxhletapparat bei erniedrigtem Druck und q.0° C ausgezogen. Die so gewonnene klare Lösung enthält den zellfreien Wirkstoff.
  • 4.:2 g zerkleinerte, im Vakuum getrocknete Zirbeldrüse vom Kalb werden i Stunde mit n/2-Natronlauge digeriert. Dann wird das Gemisch mit Salzsäure leicht angesäuert und zentrifugiert. Die überstehende Lösung enthält .den Wirkstoff frei von geformten Bestandteilen der Drüse.
  • 5. Ein wäßriger Auszug aus 2o g Zirbeldrüse, der in i ccm i Mäuseeinheit Zirbeldrüsenwirkstoff enthält, wird in bekannter Weise durch Ferrum sesquichloratum dialysatum enteiweißt. Das eiweißfreie Filtrat enthält unverändert je i ccm i Mäuseeinheit, -während der Trockenrückstand der Lösung, also die jeder Wirkstoffeinheit anhaftende Ballastmenge auf 1/1o verringert Worden ist.
  • 6. Ein wäßriger Auszug aus 2o g Zirbeldrüse, der noch nicht von dem -zerkleinerten Extraktionsgut getrennt worden ist, wird der Elektrodialyse durch eine Pergamentmembran unterworfen. Das Elektrodialysat ist frei von Eiweißstoffen, zugleich auch von allen geformten Bestandteilen der Drüse, von sonstigen schwer oder gar nicht dialysablen Beimengungen, wie Lipoiden, Cholesterin u. a. m., befreit, aber an Wirkstoffgehalt unverändert geblieben.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Zabereitungen des den Oestrus hemmenden Zirbeldrüsenwirkstoffes von beliebig eingestelltem Gehalt, dadurch gekennzeichnet, daß das gegebenenfalls zerkleinerte oder chemisch aufgeschlossene, frische oder feucht aufbewahrte oder getrocknete Drüsenmaterial ,in wäßrigen, gegebenenfalls salz-, alkohol- oder glycerinhaltigen, sauren oder alkalischen Lösungen extrahiert wird, wobei die Extrakte unter Zuhilfenahme einer biologischen Wirkungsauslese auf den gewünschten Gehalt an Wirkstoff gebracht werden, die darin besteht, daß abgemessene Proben der Extrakte bestimmten Versuchstieren zugeführt werden, um so das Auftreten bzw. die Stärke der erfindungsgemäß spezifischen, den Oestrus hemmenden Wirkung zu beobachten. z. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß .die wäßrigen Auszüge durch Ausschütteln mit organischen Lösungsmitteln, Filtrieren, Dialyse, Elektrodialyse, Adsorption von Begleitstoffen oder anderen beliebigen ReinigUngsmaßnahmen gereinigt werden, wobei .durch die biologische Wirkungsauslese die jeweils wirkstoffhaltige bzw. hormonreichste Reinigungsfraktion ausgesucht sowie .der Gehalt der gewonnenen Zubereitungen an Wirkstoff beliebig eingestellt werden kann.
DEL75105D 1929-05-12 1929-05-12 Verfahren zur Herstellung von Zubereitungen des den Oestrus hemmenden Zirbeldruesenwirkstoffes Expired DE601269C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1985004583A1 (en) * 1984-04-13 1985-10-24 Alan George Walton Bioactive compositions affecting human skin tissue

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1985004583A1 (en) * 1984-04-13 1985-10-24 Alan George Walton Bioactive compositions affecting human skin tissue
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