DE702722C - Verfahren zur Darstellung haltbarer therapeutischer Praeparate aus Darmschleimhaut - Google Patents

Verfahren zur Darstellung haltbarer therapeutischer Praeparate aus Darmschleimhaut

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DE702722C
DE702722C DE1935I0052933 DEI0052933D DE702722C DE 702722 C DE702722 C DE 702722C DE 1935I0052933 DE1935I0052933 DE 1935I0052933 DE I0052933 D DEI0052933 D DE I0052933D DE 702722 C DE702722 C DE 702722C
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DE
Germany
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intestinal mucosa
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preparations
water
therapeutic preparations
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Expired
Application number
DE1935I0052933
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English (en)
Inventor
Dr Carl Ludwig Lautenschlaeger
Dr Fritz Lindner
Dr Rudolf Rigler
Dr Otto Schaumann
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IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
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Publication date
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Publication of DE702722C publication Critical patent/DE702722C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/37Digestive system
    • A61K35/38Stomach; Intestine; Goblet cells; Oral mucosa; Saliva

Description

  • Verfahren zur Darstellung haltbarer therapeutischer Präparate aus Darmschleimhaut _ Bekanntlich übt die Darmschleimhaut einen entgiftenden Einfluß auf die durch bakterielle und andere Spaltungsvorgänge im Darmkanal entstehenden Giftstoffe aus. Über die Natur der dieser entgiftenden Wirkung zugrunde liegenden Stoffe herrscht noch keine Klarheit, und es ist noch nicht versucht worden, diese Eigenschaft der Ds.rmschleimhant therapeutisch zu verwerten.
  • Es wurde nun gefunden,. daß man zu haltbaren therapeutisch anwendbaren, hochwirksamen Präparaten aus Darmschleimhaut gelangen kann, wenn man Darmschleimhaut mit einer Pufferlösung behandelt, das Gemisch filtriert, zu dem Filtrat ein wasserlösliches organisches Lösungsmittel fügt und die entstandene Fällung abtrennt. - Mit Rücksicht auf die Hitzeempfindlichkeit der zu gewinnenden Wirkstoffe -ist das Verfahren unter Ausschluß von Hitzeeinwirkung durchzuführen. So ist insbesondere die Extraktion bei niederer Temperatur vorzunehmen; allenfalls kann, um die Extraktion ergiebiger zu gestalten, die Extraktlösung kurzfristig auf Temperaturen bis etwa 38° erwärmt werden. Um eine vorzeitige Zerstörung der wirksamen Stoffe zu verhindern, ist es zweckmäßig, die Darmschleimhaut gleich nach ihrer Gewinnung mit einem Desinfektionsmittel zu behandeln und einzufrieren. Das so behandelte Ausgangsmaterial kann dann zu einem beliebigen Zeitpunkt der Einwirkung der Pufferlösung gemäß dem oben beschriebenen Verfahren unterworfen werden. Für die Vorbehandlung der Schleimhäute kann man sowohl schlachtfrische Schleimhäute als auch den nach Vorweichen der Därme in kaltem Wasser erhaltenen Abfallschleim benutzen. Als Desinfektionsmittel können die verschiedensten Stoffe verwendet werden, z. B. komplexe Quecksilberverbindungen, Amine höherer Fettsäuren u. a.
  • Hat man, wie oben angeführt, den Darmschleim mit Pufferlösung behandelt und zu der filtrierten Lösung ein organisches wasserlösliches Lösungsmittel gegeben, so fallen die wirksamen Stoffe zusammen mit einem Teil der verwendeten Pufferstoffe aus und können durch Filtration oder Abschleudern abgetrennt werden. Das Wesen des Verfahrens besteht also darin, daß durch die Behandlung des organischen Materials mit Pufferlösungen und Fällung der erzielten Lösungen mit wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln eine weitgehende Reinigung der wirksamen Stoffe herbeigeführt wird und daß die so gereinigten Stoffe mit den teilweise ebenfalls ausfallenden, als Träger wirkenden Puffern niedergeschlagen werden, wodurch die Haltbarkeit des Produktes bedeutend erhöht ist.
  • Bei der Behandlung der Darmschleimhaut mit Pufferlösungen wählt man zweckmäßig eine neutrale bis schwach alkalische Reaktion. Zur Erzielung keimfreier Präparwe ist es vorteilhaft, die Lösungen durch bakteriendichte Filter zu filtrieren.
  • D:e Ausbeute läßt sich noch steigern, wenn die zur Fällung der Wirkstoffe benutzten wasserlöslichen organischen Lösungsmittel unter o°, beispielsweise auf - 5 bis - io ', vorgekühlt werden. - Um zu ganz reinen Produkten zu gelangen, kann es zweckmäßig sein, die ausgefällten Produkte erneut in Pufferlösungen zu lösen und diese Lösungen entweder wiederum mit wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln zu versetzen oder sie, zweckmäßigerweise nach Einengen im Vakuum, durch besonders schonende Verfahren, z. B. durch Verwendung von Vakuurnwalzentrocknern, Vakuumzerstäubern, oder durch Trocknen unter vermindertem Druck in gefrorenem Zustand zur Trockne zu bringen.
  • Als Puffer lassen sich die üblichen Stoffe dieser Klasse, z. B. Natritiinphosphat-, Ammonitimchlorid-, Ammoniak-, Glykokollpuffer und andere, verwenden. Auch können diesen Pufferlösungen geeignete Stoffe, wie Glycerin u. a., zugesetzt werden. Als wasserlösliche organische Lösungsmittel kommen beispielsweise niedermolekulare aliphatische Ketone, wie Aceton, lletliylrithyllteton, Äther mehrwertiger Alkohole, wie Glykolmonoäthyläther, Glycerinmonoäthyläther u. a., in Betracht.
  • Wie weiter gefunden wurde, ist das Verfahren nicht auf die Anwendung frischer Darmschleimhaut beschränkt, vielmehr lassen sich mit gleichem Erfolge die bei der Entschleimung der Därme zum Zwecke der Wurstbereitung abfallenden Schleimhäute verwenden.
  • Die nach dem Verfahren erhaltenen Produkte sind wasserlöslich und können peroral oder parenteral verabfolgt werden. Die Präparate können durch Bestimmung der Histaininzerstörung, durch die Zerstörung der H-Substanz (anaphylaktisches Gift) oder in prophylaktischen Tierversuchen durch Verhinderung des anaphylaktischen Schocks bei Reinjektion von sensibilisierten Tieren auf einen bestimmten Wirkungswert eingestellt werden.
  • Ferner besitzen die Präparate die Eigenschaft, den normalen und insbesondere den krankhaft gesteigerten Blutaminosäurespiegel zu senken, über dessen pathophysiologische Bedeutung zusammenfassende Angaben z. B. im Handbuch der Biochemie, Ergänzungswerk, Bd.3 (i936) in einer Zusammenfassung von Gottschalk vorliegen. Weiterhin können die so gewonnenen Präparate den infolge erhöhter Resorption von Stoffwechselschlacken oder infolge mangelhafter Entgiftung im Dünndarm erhöhten Xanthoproteinspiegel im Blut, wie er bei einer Reihe von Erkrankungen, z. B. Rheumatismus und bei Leberschädigung, auftritt, senken. Schließlich üben die Präparate auf die krankhaft erhöhte Nlagensehretion eine senkende Wirkung aus-.
  • Es ist zwar bekannt, daß man aus tierischen Organen, insbesondere aus Leber und Nieren, nach voraufgehender Acetontrocknung durch Behandlung mit einem Phosphatputfer und nachfolgende Ausfällung mit Aceton ein histaminasehaltiges Präparat herstellen kann, dem jedoch die sonstigen vorstehend beschriebenen Eigenschaften des aus der Darmschleimhaut erhältlichen Präparates nicht zukommen. Darüber hinaus war bekannt, daß die unmittelbar nach der Schlachtung entnommene Darmschleimhaut des Hundes bistaminasehaltig ist. Aus dieser 1. eststellung war aber nicht ohne weiteres zu entnehmen, daß auch die in größerem Umfang zur Verfügung stehende Darmschleimhaut von -Schlachttieren gleichfalls Histaminase enthält. Jedenfalls hat man bisher noch nicht versucht, aus der Darmschleimhaut therapeutisch anwendbare Präparate zu gewinnen. Der Grund hierfür dürfte in dem Umstand zu suchen sein, daß aus Darmschleimhaut gewonnene Auszüge infolge bakterieller und sonstiger Zersetzung schon nach kurzer Zeit unwirksam werden. Mit dem hier beschriebenen Verfahren ist erstmalig ein Weg gezeigt, um zu haltbaren, die Wirkstoffe der Darmschleimhaut in einer unmittelbar therapeutisch anwendbaren Form enthaltenden Präparaten zu gelangen.
  • Schließlich ist ein auf die Gewinnung von Sekretin gerichtetes Verfahren bekannt, wonach Darmschleimhaut mit einer Phosphatlösung behandelt wird. Dieses Verfahren unterscheidet sich von dem Gegenstand der vorliegenden Erfindung jedoch grundsätzlich schon dadurch, daß die Extraktion durch Kochen vorgenommen wird, während das vorliegend beschriebene neue Verfahren, eben mit Rücksicht auf die erwähnte Hitzeempfindlichkeit der zii gewinnenden Wirkstoffe, Kochtemperaturen unter allen Umständen vermeidet. Beispiele i. 5o kg Schleimhaut von frischen Schweinedünndärmen werden sofort nach der Gewinnung mit einer wässerigen Lösung von ioog eines Gemisches, das zür Hälfte aus Kochsalz und zur Hälfte aus dem salzsauren Salz des aus Palmkernölfettsäure erhältlichen Amingemisches besteht, verrührt und eingefroren. Nach dem Zermahlen im Fleischwolf wird mit ioo 1 n/io Phosphatpuffer (pl, etwa 7,4) über Nacht bei niederer Temperatur, dann noch eine Stunde bei 38° verrührt, abgeschl`eudert und die Lösung durch ein Entkeimungsfilter filtriert. Das Filtrat, wird ausgekühlt und mit dem i,5fachen Volumen auf - 5° vorgekühltem Aceton gefällt. Die erhaltene Fällung wird sofort abgeschleudert, je zweimal mit Aceton und mit Äther gewaschen und im Vakuum getrocknet.
  • 2. 5o kg Schleimhaut, wie sie bei der Darmschleimerei nach Vorweichen in eiskaltem Wasser anfällt, werden nach Beispiel i verarbeitet. Das erhaltene Trockenprodukt wird nochmals in Phosphatpuffer gelöst, die Lösung durch Entkeimungsfilter filtriert, im Vakuum auf etwa ;/:to eingeengt, wobei die Temperatur nicht über 2o° beträgt, und das so erhaltene Konzentrat unter vermindertem Druck in gefrorenem Zustand getrocknet. Man erhält ein sehr lockeres, nicht hygroskopisches Pulver, das in Wasser spielend leicht und klar löslich ist.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Darstellung haltbarer therapeutischer Präparate aus Darmschleimhaut, dadurch gekennzeichnet, daß man die Darmschleimhaut bei niederer Temperatur, allenfalls unter kurzfristigem Erwärmen bis etwa 38o, mit Pufferlösungen behandelt und aus den filtrierten Auszügen die Wirkstoffe mit wasserlöslichen organischen Lösungsmitteln ausfällt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß für die Ausfällung der Wirkstoffe aus den Extrakten unter 0J abgekühlte wasserlösliche organische Lösungsmittel verwendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösungen der Wirkstoffe, gegebenenfalls nach Einengen im Vakuum, bei niederer Temperatur zur Trockne gebracht werden.
DE1935I0052933 1935-08-02 1935-08-02 Verfahren zur Darstellung haltbarer therapeutischer Praeparate aus Darmschleimhaut Expired DE702722C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1981002977A1 (en) * 1980-04-25 1981-10-29 Orthana Kemisk Fab As Sterilized,preserved,stable mucine-containing solutions and sterilization method

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO1981002977A1 (en) * 1980-04-25 1981-10-29 Orthana Kemisk Fab As Sterilized,preserved,stable mucine-containing solutions and sterilization method

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