DE79826C - - Google Patents
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
KAISERLICHES
Trotz der mannigfachen Uebelstände, welche der Rückstofs bei Feldgeschützen mit sich
bringt, und der zahlreichen Versuche, dieselben durch geeignete Vorrichtungen zu vermeiden,
ist man bis heute noch zu keinem günstigen Resultat gekommen. Diese Nachtheile zu beseitigen,
ist der Zweck der Laffete, welche den Gegenstand des vorliegenden Patentes bildet.
Die Laffete besteht im wesentlichen aus zwei Theilen, der eigentlichen Laffete und dem
Schwanz, die beide teleskopartig in einander geschoben werden können, und von denen der
eine am Erdboden befestigt wird, während der andere den Rückstofs mit dem Geschützrohr
mitmacht. Anstatt die Laffete aus zwei Theilen zusammenzusetzen, kann man auch eine gröfsere
Anzahl wählen, von denen dann einer im anderen verschiebbar ist.
Aufserdem ist die Anordnung der Laffete eine derartige, dafs man als Bremsvorrichtung
sowohl eine hydraulische, elektrische oder Fnctionsbremse oder eine andere beliebiger Art
verwenden kann.
Infolge dieser Anordnung bewegt sich bei jedem Schufs der eigentliche Laffetenkörper
relativ zum Schwanz und wird die dadurch geleistete Arbeit aufgespeichert, um das Geschützrohr
wieder in die Feuerstellung zu bewegen.
In den verschiedenen Ausführungen, die auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind,
ist der Schwanz fest gedacht und wird zu seiner Befestigung ein spatenartig ausgebildeter
Keil verwendet, der beim ersten Schufs in das Erdreich eindringt oder vorher durch die Bedienungsmannschaft
in die Erde gedrückt wird, indem sie zu diesem Zwecke den Schwanz mittelst des Richthebels herunterbewegen.
In einzelnen Fällen kann man auch den Schwanz frei zurücklaufen lassen und befestigt
dann den Laffetenkörper selbst mittelst eines ähnlich geformten Keiles.
Die in Fig. 1 der beiliegenden Zeichnungen im Längenschnitt und in Fig. 2 im Querschnitt
nach Linie a-a der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung enthält als feststehende Theile den
Schwanz 1, der am Ende mit dem spatenartigen Keil 2 versehen ist und aufserdem die
hydraulische Bremsvorrichtung enthält. In dem hinteren Ende ist eine Stange 3 mittelst einer
Schraube 4 oder einer sonstigen geeigneten Vorrichtung befestigt. Um diese Stange schnell
herausnehmen zu können, ist im Schwanzriegel 6 eine Oeffnung 5 angebracht, welche
ein Herausziehen, der Stange nach hinten gestattet. In dem hohlen Schwanz befindet sich
der zu den beweglichen Organen des Mechanismus gehörige Bremskolben 7, welcher Oeffnungen
8 besitzt, durch die die Bremsflüssigkeit von einer Seite zur anderen des Kolbens gelangen
kann, wobei der Durchflufsquerschnitt nach einem bestimmten Gesetz mittelst des der
Stange 3 gegebenen Querschnittes genau regulirt werden kann. Ferner befindet sich in dem
Schwanz eine bewegliche Scheidewand, durch welche die Stange 10 hindurchgeht und die
mit den nöthigen Abdichtungen versehen ist. Diese Wand hat den Zweck, die Bremsflüssig-
keit, welche auf der linken Seite der Wand sich befindet, von den auf der rechten Seite
derselben angeordneten, später noch näher zu beschreibenden elastischen Organen zu trennen.
Das elastische Organ, welches sich in dem freien Theil des Schwanzcylinders ι befindet,
kann entweder ein rein mechanisches sein, z. B. eine Spiralfeder, oder ein comprimirtes
Gas (comprimirte Luft oder jedes andere Medium).
Der bewegliche Theil der Laffete besteht aus dem Geschützrohr 11, den Laffetenwänden 12
und dem eigentlichen Laffetenkörper. Letzterer ist ein Hohlcylinder 13, dessen hinteres Ende
über den Schwanzcylinder 1 geschoben ist, während ein Cylinderdeckel 14 an der Stange 10
des Bremskolbens befestigt ist. An dem oberen Theil bei 1 5 ist der Cylinder mit den Laffetenwänden
verbunden, die auch mit ihm aus einem Stück bestehen können, und ruht unverrückbar
auf Radachse 16, die zu diesem Zwecke im mittleren Theil durchgekröpft ist
(Fig. 4)·
Der zum Befestigen des Schwanzes in der
Erde dienende Keil 2 besitzt die durch die Fig. ι und 3 dargestellte Form. Derselbe ist
behufs schnellen Losmachens und Befestigens an dem Schwanzriegel am oberen Theil mit
einem Zapfen 17 versehen, der in eine entsprechende Nuth des Schwanzriegels 6 pafst.
Gebildet wird der Keil 2 aus zwei senkrechten Seitenplatten 18 und einer hinteren schrägen
Platte 19.
In einzelnen Fällen kann die Feststellvorrichtung auch aus einer einfachen ebenen
oder gewölbten Platte bestehen, deren Seitenkanten behufs leichteren Eindringens in das
Erdreich scharf gemacht sind, und ist diese Construction in Fig. 10 dargestellt.
An Stelle der in der Schwanzcylinderachse angeordneten Stange 3, welche sich als das
Zweckmäfsigste erwiesen hat, kann auch in gewissen Fällen die Verwendung einer der
folgenden Constructionen nöthig werden. In der durch die Fig. 5 und 6 dargestellten Ausführung
sind die Oeffnungen 8 auf der Peripherie des Bremskolbens angeordnet und behufs Regelung
des Durchflufsquerschnittes proportionell zu der in jedem Moment sich ändernden Rückstofskraft
eine Anzahl Leisten 20 vorgesehen, deren genau bestimmter Querschnitt die Oeffnungen
8 mehr oder weniger drosselt.
In anderen Fällen (Fig. 7 und 8) bleibt um den ganzen Bremskolben 7 ein der Flüssigkeit
den Durchgang gestattender Ringraum, dessen Querschnitt dadurch, dafs man der Innenwandung
des Bremscylinders ein bestimmtes Profil giebt, genau dem jeweiligen Rückstofs entsprechend regulirt wird.
Bei Beginn des Schiefsens ruht der Keil mit seiner Spitze auf dem Erdboden, um
beim ersten Schufs sich mehr oder weniger, je nach der Beschaffenheit des Erdreiches, in
dasselbe einzugraben und dann bei den nächsten Schüssen ein Widerlager zu bilden, welches
einerseits den Rückstofs aufzunehmen, andererseits die nöthige Energie zur Rückbewegung
des Geschützes in die Feuerstellung aufzuspeichern ermöglicht. Infolge des Rückstofses
gleitet bei jedem Schufs der Laffetenkörper 13 über den Schwanzcylinder 1, wobei er die
Räder und den Bremskolben mit sich nimmt. Letzterer comprimirt einerseits die Bremsflüssigkeit,
andererseits drückt er sie durch die Oeffnung 8 hindurch. Gleichzeitig aber nimmt
die in den Cylinder eintretende Kolbenstange 10 einen vorher von der Flüssigkeit eingenommenen
Raum ein und bewirkt dadurch eine Verschie-. bung der beweglichen Wand 9 in dem Rückstofs
entgegengesetzter Richtung. Infolge dessen wird das elastische Organ gespannt und so
Kraft aufgespeichert, welche beim Aufhören des Rückstofses das Geschütz wieder in die
Feuerstellung zurückführt. Sollte aus irgend einem Grunde die Bremsvorrichtung oder der
Vorschubmechanismus nicht functioniren, so verbindet man den Schwanz starr mit der
Laffete und das Schiefsen kann dann mit derselben fortgesetzt werden, indem die Laffete
nunmehr als gewöhnliche Laffete mit Befestigungskeil und festem Schwanz wirkt.
Die Verbindung des^ Schwanzes mit dem eigentlichen Laffetenkörper zu einem starren
Ganzen kann in verschiedener Weise erfolgen. Zunächst kann man .die Stange 3, deren Auswechselung
eine sehr einfache ist, wie oben nachgewiesen wurde, durch eine andere Stange von solchem Durchmesser und solcher Länge
ersetzen, dafs die Stange bei der Feuerstellung des Geschützes gegen den Bremskolben stöfst,
oder man kann die Stange selbst mit einem Aufsatz von der gewünschten Form und Gröfse
versehen. Ferner kann man um den Schwanzcylinder ein zwei- oder mehrtheiliges Rohr 21,
in der Fig. 3 punktirt angedeutet, legen, welches mit seinem hinteren Ende gegen einen
Bund 22 des Cylinders 1 stöfst und mit dem vorderen Ende die hintere Fläche 23 des
Laffetenkörpers berührt. Schliefslich ist auch ein Feststellen der beiden Cylinder dadurch
möglich, dafs man, wenn die Gröfsenverhältnisse des Schwanzcylinders es gestatten, einen
zweitheiligen Sperrring in eine zu diesem Zwecke im Cylinder 1 vorgesehene Nuth einlegt,
welche sich gegen die hintere Fläche des Laffetenkörpers legt und diesen in der Feuerstellung
hält.
In Fig. 3 ist eine der Fig. 1 ähnliche Ausführung dargestellt; dieselbe besteht auch im
wesentlichen aus zwei Theilen, dem eigentlichen Laffetenkörper und dem Schwanz, welche
beide teleskopartig in einander schiebbar sind,
nur sind hier die Räder mit dem Schwanz fest verbunden und nehmen nicht an dem
Rücklauf Theil. In diesem Falle sitzt an dem Laffetenkörper eine Gleitplatte 24, während auf
der gekröpften Radachse (Fig. 3 und 4) eine Führung 25 befestigt ist, die durch zwei
Seitenlaschen 26 fest mit dem Schwanz verbunden ist.
Man hat also, wenn man, wie vorher, bei der Laffete bewegliche und feste Theile unterscheidet,
auf einer Seite den eigentlichen Laffetenkörper, die Seitenwangen und das Geschützrohr,
auf der anderen Seite den Schwanz, die Führung und die Räder.
Die Wirkungsweise unterscheidet sich von der vorher beschriebenen Ausführungsform nur
dadurch, dafs die Räder nicht mit dem Rohr zurücklaufen. Die Bremse, sowie die Vorschubvorrichtung
können analog den bei Fig. 1 beschriebenen Ausführungen construirt werden
Und gilt dasselbe von den Mitteln zum Verbinden der beiden beweglichen Theile zu. einem
starren Ganzen.
Die Fig. 9 stellt eine dritte Ausführung dar, welche sich von den früheren nur durch die
innere Anordnung der Bremse und des Accumulators unterscheidet. Dieselbe kann sowohl in
dem Falle, wo die Räder den Rückstofs mitmachen, als auch da, wo sie während des
Rücklaufes des Rohres stehen bleiben, verwendet werden. Die Bremse ist in diesem
Falle der Laffetenkörper 13, der Accumulator oder Kraftsammler der Schwanzcylinder 1,
dessen vordere Fläche 7 als Bremskolben wirkt. Die Stange 3 trägt an ihrem hinteren Ende
die bewegliche Wand 9, die bei dieser Ausführung als wirklicher Kolben ausgebildet ist.
Als Feststellvorrichtung für den Schwanz dient der bereits oben beschriebene und durch Fig. 10
dargestellte Keil 2.
Die Wirkungsweise dieser Ausführung ist genau dieselbe wie oben und kann als Accumulator
entweder eine mechanische oder hydraulische Vorrichtung verwendet werden.
In den Fig. 11 bis 20 der beiliegenden
Zeichnungen sind nun verschiedene Ausführungen der Bremsvorrichtung dargestellt. Dieselbe besteht im ersten Falle (Fig. 11) aus einer
cylindrisch gebogenen Platte 27,' welche mit Holz 28, Leder oder einem anderen geeigneten
Stoff überzogen ist; in einzelnen Fällen läfst man diesen Ueberzug weg und bearbeitet die
Oberfläche der Platte derart, dafs Gewähr für eine starke Reibung gegeben ist. Die Platte
ist in der Längsrichtung gespalten und um den Schwanzcylinder 1 gelegt, und zwar derart,
dafs sie in der Längenrichtung einen gewissen ' Spielraum zwischen den Bunden 31
und 32 des Cylinders 1 hat. In der Platte sind zwei schräge Schlitze 33 angebracht, in
die zwei Haken 34 des Schwanzcylinders
greifen. Bei Beginn des Rückstofses ist die Reibung zwischen der Platte 27 und dem
Laffetenkörper 13 genügend, um ein Mitnehmen der ersteren durch den letzteren zu bewirken,
zumal die Platte während dieser Zeit den ihr gelassenen Spielraum 29, 30 durchläuft; gleichzeitig
wird die Platte aber durch die in den schrägen Schlitzen sich bewegenden Haken aus
einander gedruckt und dadurch die Reibung zwischen der Platte und dem Laffetenkörper
vergröfsert. Das Mafs des Auseinanderpressens und somit auch die Reibung hängt ausschliefslich
von der Neigung der Schlitze ab und kann dementsprechend genau dem jeweiligen Rückstofs gemäfs regulirt werden. In gewissen
Fällen wird es zweckmäfsig sein, nicht direct auf die Platte 27 zu wirken, sondern eine
oder mehrere Federn auf dieselbe wirken zu lassen.
Bei der Rückkehr in die Feuerstellung folgt die cylindrische Platte 27, da sie noch mit
einer gewissen Kraft gegen den Laffetenkörper gedruckt wird, der Bewegung des letzteren,
wobei die Schlitze 33 auf den Haken 34 zurückgleiten und die Platte wieder nach dem
Schwanzcylinder zurückziehen. Man sieht also, dafs die Wirkung der Bremse vollständig selbstthä'tig
ist und nach Belieben regulirt'werden kann.
Bei der zweiten, in den Fig. 12 und 1 3 dargestellten
Ausführungsform ist der Laffetenkörper genau wie bei der vorherigen, und ebenso lassen die Bunde 31 und 32 des Cylinders
ι dem Kolben 27 einen Spielraum 29, 30 in der Längsrichtung. Der Bremskolben besteht
ebenfalls aus einer cylindrisch gebogenen Platte, die in der Längenrichtung gespalten ist,
wie Fig. 13 andeutet; in einzelnen Fällen kann der so gebildete Cylindermantel auch aus
vier oder noch mehr Theilen bestehen, wie Fig. 14 zeigt. Zwischen die Kanten 35, 36
desselben tritt ein Keil 37, auf welchen eine Spiral- oder Blattfeder wirkt, die den Keil
mehr oder weniger in den freigelassenen Spalt drückt. Der hierdurch aus einander getriebene
Mantel 27 wird mit um so gröfserer Kraft gegen die ihn umgebende Cylinderwandung
gedrückt, je mehr die Federn 38 gespannt werden. Bewirkt wird die veränderliche Spannung dadurch, dafs man dem vorderen
Ende 39,40 des Schwanzcylinders 1 ein bestimmtes Profil giebt. Die vordere Stange ist
auch hier der Träger der beweglichen Wand 9, welche den Accumulator schliefst und den
Druck des elastischen Organs aufnimmt.
Die Wirkungsweise ist bei dieser Ausführung folgende:
Zu Anfang des Rücklaufes ist die Reibung zwischen der Platte 27 und dem Laffetenkörper
ι 3 genügend, um erstere der Bewegung des letzteren folgen zu lassen, zumal die Platte
zwischen den Bunden 31 und 32 vom Punkt 29
nach 30 freien Spielraum hat. Bei dieser Bewegung steigen die Federn 38 allmälig auf den
geneigten Flächen 39 und 40 des Cylinders 1 an und werden dadurch eingespannt, in welchem
Zustande sie bis zum Schlufs des Rücklaufes verbleiben. Sobald die Rückkehr in
die Feuerstellung beginnt, geht die Platte 27 zugleich mit dem Laffetenkörper zurück, bis
sie an den Bund 32 stöfst, alsdann wird die Spannung der Federn vermindert und dadurch
auch die Reibung, so dafs die letzte Bewegung leicht vor sich gehen kann. Es ist leicht ersichtlich,
dafs die Keile 37 auch durch andere Vorrichtungen ersetzt werden können, die das
gleiche Resultat erzielen lassen.
In Fig. 15 ist eine weitere Modification dargestellt,
bei welcher die Construction des Laffetenkörpers genau wie. die vorherige ist, der Bremskolben dagegen besteht aus einem
in eine beliebige Anzahl Theile zerlegten Ringe (in der Zeichnung vier), welcher zwischen den
Bunden 31, 32 des Schwanzcylinders angeordnet ist. Bei der Feuerstellung des Geschützes legt
sich der Ring infolge des Druckes der Federn 38, die in diesem Falle als Blattfedern
gezeichnet sind, leicht gegen die Innenwandung des Laffetenkörpers 13. Das vordere Ende des
Schwanzcylinders ist konisch geformt, so dafs während des Rücklaufes die Pressung des
Ringes gegen den Laffetenkörper 13 allmälig bis zum Ende desselben vergröfsert wird.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist genau dieselbe wie vorher, nur dafs hier auf die einzelnen
Theile des Ringes in der Richtung der Achse gewirkt wird und nicht auf die Kanten
der einzelnen Segmente.
Es ist leicht ersichtlich, dafs in diesem, sowie in dem vorhergehenden Falle jeder Theil
des den Kolben bildenden Ringes mit dem ihn umgebenden derart verbunden werden kann, dafs die Spannung des Ringes frei eintreten
kann.
Wie schon oben erwähnt wurde, kann die Bremswirkung in einzelnen Fällen am äufseren
Umfang eines der in einander verschiebbaren Theile ausgeübt werden, wie es in den Fig. 16
bis 20 veranschaulicht ist. Die Laffete besitzt wieder dieselben Theile, wie vorhin. Mit dem
Laffetenkörper 13 ist der die Bremswirkung ausübende Ring 55 mittelst zweier seitlicher
Arme 41 verbunden, die bei 42 durch Bolzen auf dem Ring befestigt sind und eine Gleitbahn
43, 44 für die an dem Laffetenkörper 13
sitzenden Bolzen 45 bilden. Der Ring 55 bewegt sich nun entweder direct auf dem festen
Schwanzcylinder, oder es ist zwischen beiden noch ein Futter 46 angeordnet, welches eine
starke Reibung erzielen läfst. Die freien Enden des Ringes endigen in zwei senkrechte Arme 47,
durch welche ein an einem Ende mit Rechts-, am anderen mit Linksgewinde versehener
Bolzen 48 geht. Je nachdem nun dieser Bolzen rechts oder links gedreht wird,
werden die beiden Arme 47 einander genähert oder von einander entfernt und dementsprechend
der Ring auf dem Schwanz 1 angezogen oder gelöst; ersteres findet beim Rücklauf, letzteres
beim Vorschieben in die Feuerstellung statt. Auf dem Bolzen 48 sitzt ein Hebel 49 von
bestimmter Form, dessen Bewegung durch zwei schräge Auflaufflächen regulirt wird, indem
dieselben , je nach der Stellung des Ringes 55, den Hebel nach der einen oder anderen Richtung neigen.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist kurz folgende: ,
Sobald das Geschütz abgefeuert ist, läuft der Laffetenkörper 13 anfangs infolge der Schlitze
43,44, unabhängig von dem Ring 55, zurück, bis er gegen denselben stöfst. Während dieser
Zeit ist die Spannung des Ringes erfolgt, und läuft nunmehr der angezogene Ring zusammen
mit dem Laffetenkörper zurück. Gegen Ende des Rücklaufes dreht die Auflauffläche 50 den
Hebel und löst dadurch den Ring 55, worauf der Laffetenkörper unter Einwirkung des
Accumulators in die Feuerstellung zurückkehrt. Trotzdem der Hebel 49 gesenkt ist, mufs er
doch zu Anfang der Bewegung die Auflauffläche 51 frei passiren lassen, ohne selbst gehoben
zu werden. Dieses wird dadurch erreicht, dafs der Hebel 49 mit einem Arm 52 versehen wird, welcher drehbar an demselben
sitzt und infolge dessen durch die Auflauffläche 51 gehoben werden kann, darauf aber
durch die Feder 53 in seine ursprüngliche Stellung zurückgedrückt wird. Hierauf gleitet
der Laffetenkörper ein Stück frei, bis der Zapfen 45 am Ende des Schlitzes 43, 44 angekommen
ist und nun den Ring 55 mit sich nimmt, bis beide Theile wieder in die Feuerstellung
gelangt sind. An Stelle der beschriebenen Vorrichtung zur Bethätigung des Ringes 55 kann auch irgend ein anderer
Mechanismus verwendet werden, welcher denselben Zweck erfüllt, und ist eine solche Modification
in den Fig. 18 bis 20 veranschaulicht. Die Reibung findet hier zwischen ebenen Flächen statt; im übrigen ist auch hier der
Ring 47 wie im vorigen Falle mit dem Laffetenkörper durch einen oder mehrere mit
Schlitzen 43 und 44 versehene Arme verbunden und erfolgt das Spannen des Ringes ebenfalls durch einen oscillirenden Hebel 52,
an dessen einem Ende ein durch eine Feder 53 beeinflufster drehbarer Arm sitzt. Behufs Vermehrung
der reibenden Flächen sind eine Anzahl biegsamer Platten 55 mit dem Schwanzcylinder
verbunden und zwischen ersteren und letzterem Futter 46 aus Bronze oder einem sonstigen Material angebracht, die mit einem
eine starke Reibung gebenden Stoff bekleidet sind. Der Ring 47 bildet gleichzeitig die
Schraubenmutter für die das Anpressen bewirkenden Schraubenbolzen, welche an der
Spitze eine bronzene Druckplatte 54 tragen. Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist genau
dieselbe, wie im vorhergehenden Falle.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:ι . Feldlaffete mit Rücklaufbremse, welche letztere aus zwei oder mehreren den Laffetenkörper selbst bildenden, teleskopartig in einander verschiebbaren Theilen besteht, von denen der eine (13) das Geschützrohr trägt, wohingegen der andere (1) mittelst eines Sporns gegen den Erdboden sich stützt und wobei der Rückstofs durch mechanische, pneumatische oder hydraulische Mittel aufgenommen wird, um das selbsttätige' Vorschieben des beweglichen Theiles (13) in die Feuerstellung zu bewirken (Fig. ι bis 8).
- 2. Eine Ausführungsform der im Anspruch 1. gekennzeichneten Laffete, bei welcher die beiden in einander schiebbaren Theile 1 und ι 3 die zum Bremsen und Aufspeichern der Kraft dienenden Mittel in ihrem Innern aufnehmen (Fig. 9).
- 3. Eine Ausführungsform der im Anspruch 1. gekennzeichneten Feldlaffete, gekennzeichnet durch einen in der Längenrichtung gespaltenen oder aus zwei oder mehreren Segmenten zusammengesetzten Cylinder 27, welcher zwischen dem feststehenden und beweglichen Theil, und zwar im Innern des letzteren angeordnet ist und beim Rücklauf der beweglichen Theile mittelst geeigneter, durch den feststehenden Theil beeinflufster Vorrichtungen behufs Erzielung der erforderlichen Reibung selbstthätig gespannt wird.
- 4. Eine Ausführungsform der im Anspruch 1. gekennzeichneten Laffete, bei welcher der feststehende Theil 1 von einem federnden Ring 55 bezw. 47 umgeben ist, der mit dem beweglichen Theil 13 durch seitliche Arme 41 verbunden und nach Bedarf selbstthätig durch einen oscillirenden Hebel 49 bezw. 52 gespannt und gelöst wird, wobei die jeweilige Stellung des Hebels die Auflaufflächen 50 und 5 1 des feststehenden bezw. beweglichen Theiles regeln.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE79826C true DE79826C (de) |
Family
ID=352435
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT79826D Active DE79826C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE79826C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001051874A3 (en) * | 2000-01-12 | 2001-12-06 | Ordnance Dev And Engineering C | Self-compensating spade assembly |
| WO2014194888A1 (de) * | 2013-06-04 | 2014-12-11 | Krauss-Maffei Wegmann Gmbh & Co. Kg | Waffenplattform und verfahren zum betrieb einer waffenplattform |
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- DE DENDAT79826D patent/DE79826C/de active Active
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001051874A3 (en) * | 2000-01-12 | 2001-12-06 | Ordnance Dev And Engineering C | Self-compensating spade assembly |
| US6672196B1 (en) | 2000-01-12 | 2004-01-06 | Ordinance Development And Engineering Company Of Singapore (1996) Pte Ltd. | Self-compensating spade assembly |
| SG108218A1 (en) * | 2000-01-12 | 2005-01-28 | Ordnance Dev And Engineering C | Self-compensating spade assembly |
| WO2014194888A1 (de) * | 2013-06-04 | 2014-12-11 | Krauss-Maffei Wegmann Gmbh & Co. Kg | Waffenplattform und verfahren zum betrieb einer waffenplattform |
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