DE77116C - Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen

Info

Publication number
DE77116C
DE77116C DENDAT77116D DE77116DA DE77116C DE 77116 C DE77116 C DE 77116C DE NDAT77116 D DENDAT77116 D DE NDAT77116D DE 77116D A DE77116D A DE 77116DA DE 77116 C DE77116 C DE 77116C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hydrochloric acid
naphthylenediamine
diphenyl
water
preparation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT77116D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Farbenfabriken Vorm Friedr Bayer and Co
Publication of DE77116C publication Critical patent/DE77116C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B17/00Azine dyes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der Patentschrift Nr. 49844 ist ein Verfahren zur Darstellung blauer basischer Farbstoffe beschrieben worden, welches darauf beruht, dafs ι Mol. salzsaures Benzolazo-m-oxydialkylanilin mit 1 Mol. salzsaurem a-Naphtylamin bei Gegenwart eines Lösungsmittels in Reaction gebracht wird. Die Farbstoff bildung findet hierbei in der Weise statt, dafs der Öxyazokörper Anilin abspaltet und dann mit a-Naphtylamin zu einem blauen Farbstoff zusammentritt. Die in der Patentschrift beschriebenen Farbstoffe gehören sämmtlich zur Klasse der Oxazine und sind identisch mit den aus Nitroso-m-oxydimethyl- oder -diäthylanilin und a-Naphtylamin entstehenden Producten.
In diesem Falle reagirt also die Azogruppe unter Abspaltung von Anilin in demselben Sinne wie die Nitrosogruppe unter Abspaltung von Wasser.
Von Interesse war es nun, zu untersuchen, ob auch das Nitrosodimethylanilin sich durch Benzolazodimethylanilin ersetzen liefse unter Bildung von Azinen, oder ob die Azogruppe nur dann in obigem Sinne reagiren könne, wenn zu gleicher Zeit die Möglichkeit zur Bildung eines Oxazinringes gegeben wäre.
Läfst man unter denselben Bedingungen, wie sie in der oben erwähnten Patentschrift Nr. 49844' beschrieben sind, 1 Mol. salzsaures Dimethylamidoazobenzol auf 1 Mol. salzsaures a-Naphtylamin oder das salzsaure Salz einer anderen aromatischen Base einwirken, so resultiren spritlösliche unbrauchbare Farbstoffe.
Ganz andere Resultate erzielten wir dagegen, als wir salzsaures Dimethylamidoazobenzol in grofsem Ueberschufs auf eine freie aromatische Base in alkoholischer Lösung reagiren liefsen. Auf diese Weise entstehen in reichlicher Ausbeute wasserlösliche Farbstoffe.
Technisch werthvolle Prpducte haben wir bisher erhalten durch Einwirkung von salzsaurem Dimethyl- oder Diäthylamidoazobenzol auf Anilin, p-Toluidin, Diphenyl- oder Ditolylm-phenylendiamin,Phenyl-a-naphtylamin,Tolyla-Naphtylamin, Diphenyl- oder Ditolyl-ßj ß3-naphtylendiamin, Diphenyl- oder Ditoiyl-ßj ßt naphtylendiamin.
Gute Resultate werden dann erzielt, wenn man auf 1 Mol. derjenigen der oben genannten Basen, welche zwei Amidogruppen enthalten, 2 Mol. der alkylirten Amidoazoverbindung einwirken läfst; für die Basen mit nur einer Amidogruppe genügt dagegen schon 1Y2 Mol. des alkylirten Amidoazokörpers.
An Stelle von Alkohol lassen sich auch andere indifferente Lösungsmittel, wie Eisessig oder Glycerin, verwenden.
Die Farbstoffe eignen sich zum Färben und Drucken auf mit Tannin vorgebeizter Baumwolle und zeichnen sich durch grofse Licht- und Alkalibeständigkeit aus.
Beispiele:
. i. 21,9 kg Phenyl-a-Naphtylamin werden in 200 kg Alkohol heifs gelöst und unter Umrühren 39 kg salzsaures Dimethylamidoazobenzol schnell eingetragen. Die Lösung wird ca. 15 bis 20 Stunden am Rückflufskühler gekocht, bis eine klare blaue Lösung entstanden ist und sich kein unverändertes Dimethylamidoazo-
ibenzol mehr nachweisen läfst. Die Schmelze, wird jetzt in ca. 5000 kg heifses Wasser gegossen, mit wenig Salzsäure angesäuert, die blaue Lösung filtrirt und der Farbstoff mit Kochsalz und Chlorzink gefällt. Im Filtrat ist Anilin und Dimethylparaphenylendiamin nachzuweisen. Will man den Alkohol und das ,,bei der Reaction abgespaltene Anilin wiedergewinnen, so macht man die Schmelze mit Natronlauge alkalisch und destillirt mit Wasserdampf.
Die als Rückstand bleibende Farbstoffbase wird durch Behandeln mit Salzsäure in das salzsaure Salz übergeführt, welches durch Umlösen und Aussalzen gereinigt wird. Der farbstoff schmilzt in heifsem Wasser leichl zuschwer löslichen Klumpen zusammen; er löst sich jedoch leicht, wenn man die trockene fein zerriebene Masse' zunächst'■ mit kaltem Wasser digerirt und dann langsam erwärmt.
2. 15,5 kg Diphenyl-ß, ß^-naphtylendiamiri' werden mit 28,9 kg salzsaurem Diäthylamido-.
„■. azobenzol zusammengerieben,"das Gemisch in' 100 kg Weinessig eingetragen und auf ioo° erwärmt, bis eine schöne blaue Lösung entstanden ist. Die Schmelze wird in viel heifsem Wasser gelöst und mit Kochsalz und Chlorzink ausgesalzen. ■
3. 26 kg Diphenyl-m-phenylendiamin mit 30 kg Glycerin und 52,3 kg «alzsaurefn Dime-•thylamidoazobenzol zum gleichmäfsigen Brei ..angerieben, werden Unter Umrühren auf 100 bis I2o° erhitzt bis eben alles Dimethylamidoazobenzol verschwunden ist. Die weitere Verarbeitung der Schmelze geschieht wie bei Beispiel i.
4. 15,5 kg Diphenyl -β, ßg -naphtylendiamin werden mit 28,9 kg salzsaurem Dimethylamidoazobenzol und 100 kg Alkohol am Rückflufskühler erhitzt, bis eben die Farbe der Lösung durch Schmutzigbraun in Grün übergegangen ist. Dann wird die Schmelze in viel heifses Wasser gegossen, die Lösung filtrirt und aus dem Filtrat der Farbstoff durch Zusatz von Kochsalz abgeschieden. Der Farbstoff färbt tannirte Baumwolle blaugrün. Wird die Schmelze nicht rechtzeitig unterbrochen, so geht der grüne Farbstoff langsam in Blau über. ·
Dasselbe Verhalten zeigen alle anderen nach diesem Verfahren darstellbaren Farbstoffe aus Derivaten des ßx ß3 - Naphtylendiamins, mit Ausnahme des aus salzsaurem Dimethylamidoäzöbenzöl und o-Ditolyl-Naphtylendiamin gewonnenen Productes. Hier konnte ein grünes ' Zwischenproduct nicht in erheblicher Menge isolirt werden, sondern es bildete sich direct ein grünblau färbender Farbstoff. Die Eigenschaften der Farbstoffe hängen ganz von der Natur der in Anwendung gebrachten aromatischen Base ab und werden nur unmerklich von den verschiedenen Alkylderivaten des Amidoazobenzols beeinflufst. ■
Folgende Tabelle mag zur Uebersicht dienen:
Farbstoff aus·? .. ■ . Färbung auf tänn.
Baumwolle
Lösung in cone.
■ ■' Schwefelsäure
Lösung der freien
Base in Alkohol
Anilin ,. ^..... ί graublau . ■.!■ violett blauroth ■'-
ο - Toluidin ............... .. ....... grau violett stumpf blaugrün blauroth
Diphenyl-(tolyl-)m-phenylendiamin .. ...' grünblau blaustichig
graubraun
rothviolett
Phenyl-(tolyl-)a-Naphtylamiri . .'.■....... blau grasgrün roth
Diphenyl -(tolyl -JjS1 ß4 - Naphtylendiamin.. grünblau braun blauroth
Diphenyl-(tolyl-^1 ß3-Naphtylendiamin.. grün bis
blaugrün
braun blauroth

Claims (1)

  1. Patent-Anspru.ch: . . .
    Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen durch Einwirkung von salzsaurem Dimethylamidoazob'εηζοΓ oder salzsaurem Diäthylamidoazobenzol auf Anilin-, o-Toluidin, Diphenyl-m-phenylendiamin, ο - oder ρ - Ditolyl - m - phenylendiamin, Phenyl-α,-naphtylamin, ο- oder p-Tolylr-α-Naphtylamin, Diphenyl-β, β4-naphtylendiamin, ο- oder p-Ditolyl-ßj ß4-naphtylendiamin, Diphenyl-ßj ß3-naphtylendiamin, o- oderp-Ditolyl· ß[ ß3 - naphtylendiamin, wobei das salzsaure Dialkylamidoazobenzol in solchem Ueberschufs anzuwenden ist, dafs 2 Mol. derselben auf ι Mol. eines Diamins oder 11J2 Mol. desselben auf ι Mol. eines Monamins kommen.
DENDAT77116D Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen Expired - Lifetime DE77116C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE77116C true DE77116C (de)

Family

ID=349948

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT77116D Expired - Lifetime DE77116C (de) Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE77116C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE386057C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
DE77116C (de) Verfahren zur Darstellung von wasserlöslichen basischen Azinfarbstoffen
DE2018168C3 (de) Pigmentpräparationen und Verfahren zu deren Herstellung
DE1569748C3 (de) Sulfonsäure- und carbonsäuregruppenfreie Aminodiphenyl-indolyl-methanfarbstoffe, deren Herstellung und Verwendung
DE403395C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen der Anthrachinonreihe
DE1042160B (de) Verfahren zur Herstellung von Dioxynitroarylaminoanthrachinonen
DE91150C (de) Verfahren zur einführung von aminresten in oxyanthrachinone
DE2157609B2 (de)
DE54617C (de) Verfahren zur Darstellung eines wasserlöslichen Indulins
DE66886C (de) Verfahren zur Darstellung indulinartiger Farbstoffe aus Azoverbindungen des Benzidins und Diamidotriphenylmethans
DE598327C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE1569742C (de) Sulfonsäure- und carbonsäuregruppenfreie Amonodiphenyl-indolyl-methanfarbstoffe, deren Herstellung und Verwendung
DE83085C (de)
DE190292C (de)
DE251020C (de)
EP0055380B1 (de) Disazoverbindungen, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
DE97118C (de)
DE237236C (de)
DE109261C (de)
DE554173C (de) Verfahren zur Herstellung von echten grauen Kuepenfarbstoffen
AT22659B (de) Verfahren zur Darstellung blauer bis grüner Farbstoffe der Anthracenreihe.
DE857995C (de) Verfahren zur Herstellung von Anthrachinonkuepenfarbstoffen
DE1569842C (de) Pigmentfarbstoffe und Verfahren zu deren Herstellung
DE208162C (de)
DE294447C (de)